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Die Ableitung des Sollens aus dem Sein in John R. Searles "Sprechakte". Eine Beschreibung der Searle´schen Ableitung und ausgewählte Kritiken

Titel: Die Ableitung des Sollens aus dem Sein in John R. Searles "Sprechakte". Eine Beschreibung der Searle´schen Ableitung und ausgewählte Kritiken

Studienarbeit , 2017 , 19 Seiten , Note: 1,00

Autor:in: Bastian Fischl (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In John Searles sprachphilosophischem Essay „Sprechakte“ ist die Ableitung eines Sollens aus dem Sein eine der am meisten diskutierten Passagen. Searle greift in dieser die klassische Vorstellung an, nach der aus deskriptiven Aussagen keine Wertaussagen ableitbar sind.

Die Folgende Arbeit beschreibt grundsätzliche Funktionalitäten der Searle´schen Ableitung und gibt einen Überblick über wesentliche Kritikansätze, unter besonderer Berücksichtigung der Ableitung von Aussage (1) nach (2). In erster Linie soll dabei nicht die Berechtigung der Ableitung selbst überprüft werden. Vielmehr sollen kritische Gegenpositionen dargestellt und deren Logik aufgezeigt werden. Eine Kritik der Kritiken wäre im Anschluss an diese Arbeit in einer weiterführenden Stellungnahme jedenfalls denkbar.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Ausgangssituation: klassisch-empirisches Modell

2.1 Funktion

2.2 Wahrheitsgehalt

2.3 Definitorische Abgrenzung

3. Searles Ansatz: Ein Angriff auf das klassisch-empirische Modell

4. Die Aussagenreihe

4.1 zu Aussage (1)

4.1.1 Voraussetzungen

4.1.2 Kritik

4.2 zu Aussage (2)

4.2.1 Voraussetzungen

4.2.2 Kritik

4.3 zu Aussage (3)

4.3.1 Voraussetzungen

4.3.2 Kritik

4.4 zu Aussage (4) / (5)

4.4.1 Voraussetzungen

4.4.2 Kritik

5. Schluss – Persönliches Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert John R. Searles berühmten Versuch, ein Sollen aus einem Sein abzuleiten, und untersucht dabei kritisch die Gültigkeit seines sprachphilosophischen Ansatzes in Abgrenzung zum klassischen empirischen Modell.

  • Die Sein-Sollen-Dichotomie in der Sprachphilosophie
  • Strukturelle Analyse der Searleschen fünfteiligen Aussagenreihe
  • Die Rolle des Versprechens als institutionelle Tatsache
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Prämissen und der Logik der Ableitung
  • Die Bedeutung performativer Sprachakte

Auszug aus dem Buch

Das Versprechen – ein besonderer Sprechakt

Searle wählt für seinen Ableitungsversuch den Akt des Versprechens. Gärtner weist darauf hin, dass das Versprechen zur Erklärung von Sein–Sollens–Zusammenhängen traditionell häufig verwendet wird (z.B. schon bei Hume). Eine kurze Reflektion der für die Auswahl möglichen Gründe ist daher sinnvoll.

Im Gegensatz zu anderen illokutionären Akten wie beispielshalber Befehlen, beinhaltet Versprechen keine unmittelbare Fremdaufforderung einer zweiten oder gar dritten Partei. Versprechen ist mehr durch einen Rückbezug auf sich selber gekennzeichnet. Die Aufforderung richtet sich beim Versprechen gerade auf den Sprecher selbst. Eine Besonderheit des Versprechens ist also eine Art Rückkoppelungseffekt. Es hat daher einen vergleichsweise autonomen Charakter. Die Searle´sche Aufrichtigkeitsbedingung erlangt unter diesen Umständen besondere Relevanz. Diese ist „[…] genuiner Modus, der eo–ipso–Geltung […]“ und damit das „[…] Universal des Versprechens“.

Beim Versprechen sitzen sich ferner gleichwertige Kommunikationsteilnehmer gegenüber. Hörer und Sprecher befinden sich nicht in einer Ober– und Unterordnungsbeziehung zueinander (vergleiche illokutionären Akt Befehlen). Sie sind hierarchisch gleichwertig und das Versprechen ist in diesem Sinne neutral. Beck spricht auch von „[…] Partnersymmetrie […]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Kritik an Searles Ableitung des Sollens aus dem Sein.

2. Die Ausgangssituation: klassisch-empirisches Modell: Erläuterung der traditionellen Trennung zwischen deskriptiven und normativen Aussagen sowie deren definitorische Abgrenzung.

3. Searles Ansatz: Ein Angriff auf das klassisch-empirische Modell: Darstellung von Searles sprachanalytischem Ansatz zur Überwindung der Sein-Sollen-Dichotomie mittels des Versprechens.

4. Die Aussagenreihe: Detaillierte Analyse der fünf logischen Schritte des Arguments von der Äußerung bis zur Verpflichtung, inklusive der jeweiligen Prämissen und der daran geäußerten Kritik.

5. Schluss – Persönliches Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz der Kritikansätze und Ausblick auf die Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit institutionellen Tatsachen.

Schlüsselwörter

Searle, Sprechakte, Sein-Sollen-Problem, Deskriptive Aussagen, Normative Aussagen, Versprechen, Sprachphilosophie, Institutionelle Tatsachen, Sprachanalyse, Geltungsbereich, Tautologie, Performative Ausdrücke, Verpflichtung, Klassisch-empirisches Modell, Logische Ableitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch den Versuch von John R. Searle, in seinem Werk „Sprechakte“ die klassische Trennung zwischen beschreibenden (Sein) und normativen (Sollen) Aussagen durch einen sprachanalytischen Ansatz aufzuheben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Struktur von Sprechakten, insbesondere des Versprechens, die Logik der institutionellen Tatsachen sowie die Auseinandersetzung mit den Grenzen des klassisch-empirischen Modells.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Funktionsweise von Searles Argumentation darzustellen und wesentliche philosophische Kritikpunkte an seiner Ableitung logisch nachvollziehbar aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen sprachanalytischen Ansatz und führt eine textimmanente Kritik sowie eine Gegenüberstellung mit verschiedenen philosophischen Positionen durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Schritt für Schritt die fünfteilige Aussagenreihe Searles, bewertet die dabei eingeführten Prämissen und erörtert spezifische Einwände von Kritikern wie Hare, Beck und Gärtner.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die Sein-Sollen-Dichotomie, institutionelle Tatsachen, Sprechakte, das Versprechen und die kritische Analyse des logischen Geltungsbereichs innerhalb der Argumentationskette.

Warum ist das "Versprechen" für die Argumentation von Searle so wichtig?

Das Versprechen dient als zentrales Beispiel, da es durch seine interne Struktur (Rückkoppelungseffekt und Partner-Symmetrie) dazu prädestiniert scheint, den Übergang von einer deskriptiven Äußerung zu einer normativen Verpflichtung zu ermöglichen.

Wie reagiert der Autor auf Searles Umformulierung der Bedingungen für Versprechen?

Der Autor stellt dar, wie Searle durch die Bedingung (6a) versucht, zwischen einer realen Intention und einer Intention innerhalb des Sprechaktes zu unterscheiden, woran Kritiker wie Gärtner die Gefahr eines „fiktiven Konstrukts“ festmachen.

Welche Schwachstelle sieht die Kritik in der "Zeitgleichheit" der Verpflichtung?

Kritiker wie Morscher und Zecha argumentieren, dass die Übernahme einer Verpflichtung und das Unterliegen dieser nicht zwangsläufig zeitgleich geschehen müssen, was die tautologische Natur der Prämisse (3a) infrage stellt.

Was schlussfolgert der Autor aus der Debatte?

Das Fazit betont, dass die Kritik an Searle zwar methodisch valide ist, aber oft an der unterschiedlichen Grundannahme über die Stabilität institutioneller Tatsachen vorbeigeht, weshalb eine intensivere Debatte über deren Wesen notwendig wäre.

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Details

Titel
Die Ableitung des Sollens aus dem Sein in John R. Searles "Sprechakte". Eine Beschreibung der Searle´schen Ableitung und ausgewählte Kritiken
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,00
Autor
Bastian Fischl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
19
Katalognummer
V496170
ISBN (eBook)
9783346007582
ISBN (Buch)
9783346007599
Sprache
Deutsch
Schlagworte
John Searle Searle soll sein Sprechakt empirisch klassisch austin tautologisch Tautologie versprechen Fischl Bastian Speech speech act Sprachspiele Sprachphilosophie Illokution illokutionär Proposition propositional Sprechakttheorie Wittgenstein
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bastian Fischl (Autor:in), 2017, Die Ableitung des Sollens aus dem Sein in John R. Searles "Sprechakte". Eine Beschreibung der Searle´schen Ableitung und ausgewählte Kritiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496170
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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