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Menschliche Gesichtsattraktivität und sexuelle Selektion - Die Rolle der Symmetrie und Durchschnittlichkeit

Title: Menschliche Gesichtsattraktivität und sexuelle Selektion - Die Rolle der Symmetrie und Durchschnittlichkeit

Bachelor Thesis , 2005 , 29 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Marc Müller (Author)

Biology - Behaviour
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Im Rahmen meiner Bakkalaureatsarbeit habe ich mich entschieden das Thema:

„Die Menschliche Gesichtsattraktivität und sexuelle Selektion;
Die Rolle der Symmetrie und Durchschnittlichkeit“

zu behandeln und richtete mich vor allem nach dem zu diesem Thema im „Journal of Comparative Psychology“ publizierten Artikel von Karl Grammer und Randy Thornhill.

Ich wählte dieses Thema, da es mich sehr interessiert, ob Attraktivität wirklich mathematisch verifizierbar ist und auf welchen Merkmalen sie beruht. Tagtäglich begegnen wir unzähligen Menschen, sehen in unzählige Gesichter und fällen in der Regel innerhalb kürzester Zeit ein Urteil darüber, ob uns unser Gegenüber attraktiv erscheint oder nicht. Selten machen wir uns wohl bewusst darüber Gedanken, welche Merkmale es im Einzelnen sind, die diesen Eindruck hervorrufen.

Erst seit einigen Jahrzehnten wird systematisch untersucht, wie sich die Ausprägung morphologischer Merkmale auf die Attraktivität eines Menschen auswirkt. Viele Sozialwissenschaftler vertreten die These, dass Vorlieben für bestimmte äußere Merkmale kulturell geprägt sind und sich dementsprechend im Laufe der Zeit ändern. Diese Ansichten stehen jedoch nicht im Einklang mit den Erkenntnissen, zu denen viele Attraktivitätsforscher in den letzten Jahrzehnten gelangten. Sicherlich gibt es individuelle Präferenzen und sicherlich übt auch unser kulturelles Umfeld einen Einfluss darauf aus, was wir an unseren Mitmenschen attraktiv finden und was nicht. Auf der anderen Seite zeigt eine Reihe von Studien, dass es sehr wohl einen hohen Konsens bei der Attraktivitätsbeurteilung anderer Menschen gibt und dies über viele Länder und Kulturen hinweg. Und die Behauptung, Attraktivitätsmaßstäbe seien ausschließlich erlernt, ist nicht vereinbar mit einigen mehrfach replizierten Forschungsbefunden. Wenn der Mensch nicht von Geburt an mit bestimmten psychischen Mechanismen ausgestattet wäre, die letztendlich auch unser Attraktivitätsempfinden prägen, wie ließe sich dann erklären, dass bereits wenige Monate alte Säuglinge attraktiveren Gesichtern mehr Aufmerksamkeit schenken als weniger attraktiven.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Hauptteil

1.1 Allgemeines

1.2 Methode

1.2.1 Bewertungsschema

1.2.2 Erstellung individueller Photos

1.2.3 Erstellung der Composites

1.2.4 Vermessung der Gesichter

1.2.5 Berechnung der Asymmetrie

1.2.6 Vermessung/Kalkulation der Durchschnittlichkeit

1.2.7 Statistische Tests

1.2.8 Kalkulation der metrischen Gesichtsdimensionen

1.3 Ergebnisse

1.3.1 Composites im Vergleich mit individueller Attraktivität

1.3.2 Composites im Vergleich mit individuellen Gesichtern: Durchschnittlichkeit und Symmetrie

1.3.3 Asymmetrie und Attraktivität

1.3.4 Durchschnittlichkeit und Attraktivität

1.3.5 Gesichtszüge und Attraktivität

2 Nachspann

2.1 Diskussion

2.2 Literaturverzeichnis

2.2.1 Verwendete Internetadressen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bakkalaureatsarbeit untersucht den Einfluss von Gesichtssymmetrie und Durchschnittlichkeit auf die menschliche Attraktivitätswahrnehmung unter Berücksichtigung evolutionspsychologischer Theorien zur Partnerwahl, insbesondere der Parasitentheorie.

  • Evolutionspsychologische Grundlagen der Partnerwahl
  • Einfluss von Symmetrie auf die wahrgenommene Attraktivität
  • Rolle der Durchschnittlichkeit bei Gesichtsmerkmalen
  • Bedeutung sekundärer Geschlechtsmerkmale als Indikatoren für genetische Qualität
  • Vergleichende Analyse zwischen computergenerierten "Composites" und individuellen Gesichtern

Auszug aus dem Buch

1.1 Allgemeines

Karl Grammer und Randy Thornhill erstellten, wie gesagt, ihre Hypothesen aufgrund der Parasitentheorie. Die Parasitentheorie auch Hamilton-Zuk-Theorie genannt (Hamilton & Zuk 1982, Science 218: 384-387), befasst sich mit dem Parasitenbefall als entscheidenden Faktor in der Partnerwahl. In einem zwischenartlichen Vergleich mit 109 Vogelspezies zeigten William D. Hamilton und Marlene Zuk, dass Arten, bei denen Männchen ein auffälliges, prächtiges Brutkleid ausbilden, einen höheren Parasitenbefall aufweisen als Arten, bei denen Männchen ein weniger prächtiges Brutgefieder aufweisen.

Für den innerartlichen Vergleich sagt die Hamilton-Zuk-Hypothese voraus, dass Männchen mit besonders gut ausgebildeten sekundären Geschlechtsmerkmalen weniger Parasiten aufweisen als Männchen mit weniger gut ausgebildeten sekundären Geschlechtsmerkmalen. Sekundäre Geschlechtsmerkmale werden dabei als Handicaps verstanden, die sich negativ auf die Überlebensfähigkeit auswirken, aber gleichzeitig genetische Resistenz anzeigen (Maynard Smith 1985, J Theoretische Biologie 115, 1-8).

Weibchen können demnach Männchen mit hoher genetischer Parasitenresistenz an ihrem Gefieder erkennen und so eine Wahl treffen, die ihren Nachkommen bessere Überlebenschancen gibt. Allgemeiner ausgedrückt, repräsentiert die Ausbildung eines sexuell selektierten Merkmals einen Trade-off zwischen sexueller Selektion und Parasitenresistenz. Wirtsresistenz und Parasitenvirulenz folgen dabei einem zyklischen dynamischen Prozess, d.h. auf jeden neuen evolutionären Schritt der Wirte bezüglich ihrer Parasitenresistenz kann der Parasit mit einer Anpassung seinerseits reagieren. Im nächsten Schritt werden die Wirtstiere wiederum auf eine verbesserte Resistenz gegen den neuen Parasitentyp selektiert usw. Ein Variationsstop des bevorzugt selektierten Merkmals wird somit nicht erreicht, es können also nie alle Konkurrenten gleich "gute" Gene besitzen (Hamilton & Zuk, 1982).

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Motivation für das gewählte Thema und stellt die Forschungsfrage nach der mathematischen Verifizierbarkeit von Attraktivität anhand der Konzepte Symmetrie und Durchschnittlichkeit.

1 Hauptteil: Der Hauptteil erläutert die theoretischen Grundlagen (Parasitentheorie, Immunokompetenzhypothese), beschreibt die methodische Vorgehensweise bei der Erstellung und Vermessung der Gesichtsporträts sowie die statistische Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich Attraktivität und anderer Variablen.

2 Nachspann: Das letzte Kapitel bietet eine kritische Diskussion der Ergebnisse, ordnet diese in den Kontext bisheriger Forschung ein und zieht Schlussfolgerungen zur Bedeutung von Symmetrie und sekundären Geschlechtsmerkmalen für die menschliche Attraktivität.

Schlüsselwörter

Gesichtsattraktivität, sexuelle Selektion, Parasitentheorie, Symmetrie, Durchschnittlichkeit, Immunokompetenz, Partnerwahl, Composite, Evolutionspsychologie, sekundäre Geschlechtsmerkmale, genetische Qualität, Testosteron, morphologische Merkmale, Gesichtsproportionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den biologischen und mathematischen Grundlagen der menschlichen Gesichtsattraktivität und wie diese mit evolutionären Prozessen, speziell der Partnerwahl, verknüpft ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Rolle der Gesichtssymmetrie, der Durchschnittlichkeit, der Parasitenresistenz sowie der Einfluss sekundärer Geschlechtsmerkmale auf die Attraktivitätsbeurteilung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu erforschen, ob und wie morphologische Merkmale von Gesichtern mathematisch als Indikatoren für genetische Qualität und Gesundheit interpretiert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es werden computergestützte "Composites" erstellt, deren Merkmale vermessen und mittels statistischer Korrelationsanalysen (T-Tests) mit menschlichen Attraktivitätsbewertungen verglichen werden.

Was wird im Hauptteil detailliert dargelegt?

Der Hauptteil erläutert evolutionäre Theorien wie die Hamilton-Zuk-Hypothese und die Immunokompetenzhypothese und verknüpft diese mit der methodischen Datenerhebung und den statistischen Ergebnissen der Gesichtsanalysen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Schlagworte sind Gesichtsattraktivität, sexuelle Selektion, Parasitentheorie, Symmetrie und Durchschnittlichkeit.

Warum schneiden männliche Composites bei der Bewertung durch Frauen schlechter ab als individuelle männliche Gesichter?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Frauen bei Männern zusätzlich zur Symmetrie stärker ausgeprägte sekundäre Geschlechtsmerkmale bevorzugen, welche in Composites durch die Mittelung verloren gehen können.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Bedeutung von Symmetrie?

Die Studie bestätigt, dass die Gesichtssymmetrie einen positiven Einfluss auf die Attraktivitätsbeurteilung hat und somit als potenzielles „Gesundheitszertifikat“ im Sinne der sexuellen Selektion fungiert.

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Details

Title
Menschliche Gesichtsattraktivität und sexuelle Selektion - Die Rolle der Symmetrie und Durchschnittlichkeit
College
University of Graz  (Zoologie)
Grade
Sehr gut
Author
Marc Müller (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V49634
ISBN (eBook)
9783638460279
Language
German
Tags
Menschliche Gesichtsattraktivität Selektion Rolle Symmetrie Durchschnittlichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marc Müller (Author), 2005, Menschliche Gesichtsattraktivität und sexuelle Selektion - Die Rolle der Symmetrie und Durchschnittlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49634
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