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Warum Rezipienten mit einem Serienkiller sympathisieren

Dexter Morgan und die Faszination von Serienmördern

Titel: Warum Rezipienten mit einem Serienkiller sympathisieren

Hausarbeit , 2018 , 44 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Sieg (Autor:in)

Literaturwissenschaft - Allgemeines
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie ist es möglich, dass ein hochfunktionaler Serienkiller sympathisch wahrgenommen werden kann? Dieser Frage geht der Autor in der Arbeit nach. Hierzu werden zunächst der Inhalt der Serie "Dexter" und der Protagonist Dexter Morgan vorgestellt. Daraufhin wird auf die größten Unterschiede zwischen Serie und ihrer Romanvorlage des Autors Jeffry P. Freundlich eingegangen. Im Anschluss wird eine Definition des Begriffs der Sympathie gegeben, um zu erklären, wie diese mit der Fernsehfigur Dexter entstehen kann. Hierzu dienen vor allem verschiedene narrative Strategien, die in Dexter eingesetzt werden, um Rezipienten von Buch und Serie das Empfinden von Sympathie mit dem Serienkiller Dexter Morgan zu ermöglichen. Darauf folgt die Darstellung der Moral Disposition Theory, welche mit ihrem Prozess des Moral Judgement einen zentralen Aspekt bei der Wahrnehmung von Dexter einnimmt. Hiernach können Vorgänge auf der Rezipientenseite dazu führen, dass negativ einzustufende Inhalte dennoch zur Bildung positiver Dispositionen führen.

Das Thema des Serienmörders faszinierte nicht nur die Gesellschaft, auch Künstler erschufen, inspiriert vom Serienmord, kunsthistorische Meisterwerke. Der Serienkiller fand seinen Weg in fiktionale und non-fiktionale Medien und er durchzieht die Kunst- und Kulturgeschichte von Malerei über Literatur bis schließlich zu Film und Fernsehen. Serienmörder sind ein Bestandteil jeder Gesellschaft und Epoche und haben seit jeher für Faszination und Aufmerksamkeit in der Gesellschaft gesorgt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Dexter Morgan – Ein ordentliches Monster

2.1 Dexter: Buch und Serie

2.2 Dexter: Buch vs. Serie

3 Narrative Strategien zur Sympathiebildung mit Dexter

3.1 Der Sympathiebegriff

3.2 Narrative Strategien in Dexter

3.2.1 Böse gegen Böse

3.2.2 Harrys Kodex

3.2.3 Psychologisches Kindheitstrauma und Dunkler Passagier

3.2.4 Dexters soziale Beziehungen

3.2.5 Die richtige Erzählperspektive, eine Prise Gewalt und etwas Humor

3.2.6 Die Komplexität von Dexters Charakter und das inhärente Unterhaltungserleben

4 Die moralische Legitimierung der Sympathien zu Dexter

4.1 Aufbau von Dispositionen

4.2 Moral Judgment

4.3 Moralische Legitimationsstrategien

4.3.1 Erfahrung und moralische Anpassung

4.3.2 Aufbau von Distanz

4.3.3 Nichtanerkennung von Gewalt

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, warum Rezipienten Sympathie für eine als Serienmörder agierende Figur wie Dexter Morgan empfinden können. Dabei wird analysiert, durch welche narrativen Strategien und psychologischen Legitimationsprozesse das Publikum dazu bewegt wird, eine moralisch ambivalente oder deviante Figur positiv zu bewerten und mit ihr zu sympathisieren.

  • Charakteranalyse von Dexter Morgan im Kontext von Buch und Fernsehserie
  • Narrative Strategien zur Sympathiebildung (z. B. Kodex, Erzählperspektive, Humor)
  • Die moralische Legitimierung von Gewalt durch den Zuschauer
  • Anwendung der Affective Disposition Theory auf fiktionale Antagonisten
  • Die Rolle der Unterhaltungserfahrung bei der Rezeption von Serienmördern

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Harrys Kodex

Ich bin ein sehr sauberes Ungeheuer. Sauberkeit kostet natürlich Zeit, aber sie ist es wert. Es lohnt sich, den Dunklen Passagier glücklich zu machen, ihn für eine Zeit lang zu besänftigen. Lohnt sich, es richtig zu machen und ordentlich. Eine Schweinerei aus dieser Welt zu schaffen. Ein paar ordentlich verschnürte Müllsäcke mehr, und meine kleine Ecke der Welt ist ein ordentlicher und sauberer Ort. Ein besserer Ort.

Dexter ist ein Serienmörder, der andere Serienmörder tötet, die vom Gesetz unentdeckt bleiben oder entkommen konnten. Nicht, weil diese besondere Jagdtrophäen darstellen oder Dexter ein Held sein will, sondern weil „Adoptivvater“ Harry schon während Dexters Kindheit erkannte, dass man Dexters Triebe nicht kontrollieren, jedoch in die richtigen Bahnen lenken kann. Mit den Worten „Es gibt viele Menschen, die es verdient haben, Dex ...“ versuchte Harry, Dexters mörderischen Drang in eine „gute“ Bahn zu lenken und dem Töten einen Sinn zu geben. Hierfür hat Harry einen Kodex aufgestellt, der Dexter davor beschützen soll, gefasst zu werden, und das Böse in ihm für etwas „Gutes“ zu nutzen. Dieser Kodex besteht zusammengefasst aus den folgenden vier Grundregeln: 1. Die ultimative Regel: Lass dich nicht erwischen. 2. Sei absolut sicher, dass dein Opfer schuldig ist. Töte keine Unschuldigen. 3. Stelle sicher, dass er oder sie wieder töten wird. Töten, ohne dass es einen Zweck erfüllt, ist Mord. 4. Misch dich ein, bewahre den Schein, und gib vor wie die anderen zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Serienmord ein und beleuchtet die historische sowie mediale Faszination für Mörder, die schließlich in der Figur des Dexter Morgan mündet.

2 Dexter Morgan – Ein ordentliches Monster: Hier wird der Protagonist eingeführt und der direkte Vergleich zwischen der literarischen Vorlage von Jeff Lindsay und der TV-Adaption vollzogen.

3 Narrative Strategien zur Sympathiebildung mit Dexter: Dieses Kapitel analysiert spezifische erzählerische Mittel, wie den „Kodex“ oder die Erzählperspektive, die den Zuschauer dazu bringen, Sympathien für Dexter zu entwickeln.

4 Die moralische Legitimierung der Sympathien zu Dexter: Es werden theoretische Ansätze wie die Affective Disposition Theory erläutert, um zu erklären, wie Zuschauer ihr moralisches Urteil über Dexters Handeln fällen und legitimieren.

5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Einzigartigkeit der Charakterdarstellung Dexters im Vergleich zu bisherigen Serienmörderfiguren.

Schlüsselwörter

Dexter Morgan, Serienmörder, Sympathiebildung, Narrative Strategien, Affective Disposition Theory, Moral Judgment, Medienrezeption, Psychothriller, Fernsehserie, Fiktionale Charaktere, Gewaltlegitimierung, Jeff Lindsay, Dunkler Passagier, Harrys Kodex, Unterhaltungserleben

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die mediale Faszination für Serienmörder und analysiert speziell am Fallbeispiel Dexter, durch welche Mittel und psychologische Prozesse beim Publikum Sympathie für eine eigentlich moralisch verwerfliche Figur entsteht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die narrative Gestaltung von fiktionalen Serienmörder-Figuren, die Psychologie des Sympathieempfindens beim Zuschauer sowie die ethische Legitimierung von Gewalt in der Unterhaltungsmedienrezeption.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie erzählerische Strategien und moralische Rechtfertigungsmechanismen zusammenwirken, damit Zuschauer eine moralische Instanz wie Dexter Morgan trotz seiner Taten als sympathisch wahrnehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine medienwissenschaftliche und filmtheoretische Analyse, ergänzt durch die Anwendung psychologischer Theorien wie der Affective Disposition Theory, um die Rezeptionsprozesse zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Unterschiede zwischen Buch und Serie, die narrativen Kniffe (wie den inneren Monolog oder den Kodex) und die moralischen Legitimationsstrategien, die den Zuschauer entlasten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dexter Morgan, Sympathiebildung, Narrative Strategien, Affective Disposition Theory, Moral Judgment und Medienrezeption beschreiben.

Welche Rolle spielt der „Kodex“ von Harry in der Argumentation?

Der Kodex fungiert als zentrales narratives Instrument, um Dexter als „besseres“ Monster darzustellen, das nur „schuldige“ Opfer wählt und somit den mörderischen Trieb in eine quasi-moralische Ordnung überführt.

Warum ist die Erzählperspektive entscheidend für die Sympathie?

Durch die Off-Kommentare von Dexter erhält der Zuschauer einen exklusiven Einblick in dessen Gedankenwelt, was eine Illusion von Intimität erzeugt und Dexter für das Publikum nahbarer und verständlicher macht.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Warum Rezipienten mit einem Serienkiller sympathisieren
Untertitel
Dexter Morgan und die Faszination von Serienmördern
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Geisteswissenschaften)
Veranstaltung
Tod in Serie: The SOPRANOS und SIX FEET UNDER
Note
1,0
Autor
Julia Sieg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
44
Katalognummer
V496356
ISBN (eBook)
9783346011442
ISBN (Buch)
9783346011459
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Serienmörder Medienwissenschaft Kommunikation Psychologie Sypathie Narrative Strategien Legitimation Film und Fernsehen Serie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Sieg (Autor:in), 2018, Warum Rezipienten mit einem Serienkiller sympathisieren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496356
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Leseprobe aus  44  Seiten
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