La Révolution nationale - Werte und Umsetzung der Ideologie des État français


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

29 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die ideologischen Ursprünge
1. Die Action fran ç aise
2. Die Werte der Nationalen Revolution
3. Sammelsurium weltanschaulicher Konzeptionen
4. Das „neue Frankreich“

III. Die Nationale Revolution
1. Die Gründung des État français
2. „Frankreich den Franzosen“
a) Staatlicher Antisemitismus
b) Verbot von „Geheimgesellschaften“
c) Der Ausländer als Sündenbock
3. Schaffung einer Gemeinschaft der Franzosen
a) Travail
b) Famille
c) Patrie
4. Formung der Jugend
a) Schulpolitik
b) Chantiers de la jeunesse
c) Eine Vielzahl Jugendorganisationen
5. Die Kirche
6. Wirtschaftspolitik
a) Die Bürde des Waffenstillstands
b) Eine dirigistische Kriegswirtschaft
7. Die Staatsverwaltung
8. Die Justiz
9. Repressionsmaßnahmen
a) Ein Polizeistaat
b) Meinungskontrolle

IV. Schluss

V. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die schnelle Niederlage im Krieg mit Deutschland im Mai und Juni 1940 hatte Frankreich zutiefst erschüttert. Die Ursache für das militärische Debakel war schnell gefunden: die Dritte Republik. Marschall Philippe Pétain, der hoch­dekorierte Veteran des Ersten Weltkriegs und schon bald die mit umfangreichen Kompetenzen[1] ausgestattete Zentralfigur des Vichy-Regimes, tat offen seine Meinung über diese Republik und seiner linken Regierung kund, als er sie als „verdorben, zu erneuern, abgenutzt und schon vor der Geburt veraltet“[2] bezeichnete.[3] Die Lösung war der politische als auch ideologische Gegen­entwurf des État français, der mittels einer „Révolution nationale“, einer „Nationalen Revolution“[4] errichtet werden und der ganz im Zeichen rechter und autoritärer Regime stehen sollte, von denen es in Europa immer mehr gab und die Erfolg auf Erfolg für sich verbuchen konnten.[5] Doch was waren die Bestandteile dieser „Kulturrevolution“, mit der der Sieger von Verdun die Franzosen wieder „moralisch und intellektuell“[6] erstarken lassen wollte und woher nahm sie ihre Werte?

Um diese Fragen zu klären, werden in der Arbeit zuerst die Ursprünge der Ideologie des État français beschrieben, um daraufhin die Umsetzung dieser Werte innerhalb der Nationalen Revolution darzustellen. Im einzelnen stellt die Arbeit die als am bedeutsamsten erachteten Bereiche dieser antizipierten Umformung der französischen Gesellschaft dar, ohne aber auf Teilgebiete detaillierter einzugehen, da das Ziel ein deskriptiver Überblick über die Thematik ist. Obgleich sich die Forschung der Nachkriegszeit zunächst hauptsächlich auf das für Frankreich rühmlichere Kapitel des Widerstandes konzentrierte, schaffte der amerikanische Historiker Robert O. Paxton 1972 mit seinem Werk „Vichy France - Old Guard and New Order“ einen Durchbruch hinsichtlich einer von der breiteren Öffentlichkeit in Frankreich rezipierten kritischeren Interpretation des Vichy-Regimes.[7] Paxtons Werk liefert unter anderem umfassenden Einblick der Projekte des État français und liegt daher auch dieser Arbeit zugrunde. Aus der Literaturliste sind darüber hinaus besonders die Arbeiten von Jean-Pierre Azéma herauszustellen, der zusammen mit François Bédarida, Pascal Ory oder Serge Klarsfeld maßgeblich an der systematischen Aufarbeitung der französischen Historiografie der Vichy-Zeit beteiligt war.

II. Die ideologischen Ursprünge

1. Die Action fran ç aise

Bevor die Nationale Revolution des Vichy-Regimes näher beleuchtet wird, müssen die Ursprünge dieser ideologisch durchsetzten Erneuerungs­bewegung geklärt werden und die zentralen Werten, die dessen Philosophie inspirierten. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang der Schriftsteller, Journalist und Politiker Charles Maurras. Er war Mitbegründer und Chefideologe[8] der Action francaise[9], einer nationalis­tischen und royalistischen Bewegung der extremen Rechten, benannt nach dem gleichlautenden Titel der Zeitschrift, die Maurras herausgab. 1899 gegründet und vor dem Ersten Weltkrieg von großem Einfluss, verlor die Action française nach der Verurteilung durch den Vatikan 1926[10] in Frankreich zugunsten der auf dem rechten politischen Flügel neu entstehenden Ligen an Einfluss. Trotzdem hatte die Bewegung eine ganze Reihe von Vertrauten des Staatschefs Pétain beeinflusst[11], wie zum Beispiel Pétains politischen Mentor Raphaël Alibert oder seinen Berater René Gillouin. Das Ziel dieser Männer war klar: Sie wollten das „neue Frankreich“[12] nach dem Modell einer ständischen, ländlichen und katholischen Gesellschaft aufbauen. Nach dieser Vorstellung schufen sie eine neue Ordnung, gegründet auf dem Funda­ment alter Ideale.[13]

2. Die Werte der Nationalen Revolution

Das Regime übernahm von der Action und den Ideen Maurras´ die vehemente Ablehnung jedes aufklärerischen, individualistischen und egalitären Gedanken­guts. Gegen die Aufklärung war man, da der Intellektualismus zu einer Erziehung auf der Basis der Vernunft führte - so wie die Republik sie begriff. Er wurde als das tödliche Gift angeprangert, an dem Frankreich fast zugrunde gegangen wäre. Die Kritik wandte sich gegen den Individualismus: „Da er sich hartnäckig gegen alle sozialen Gruppen richtet, in denen der Mensch lebt und wirkt, kann der Individualismus niemals kreativ sein“, sagte Pétain. Im gleichen Geist wurde der „unnütze Egalitarismus“ als eine rein abstrakte Idee abgelehnt, da es „nicht mehr länger reicht, Stimmen zu zählen, da manche Stimmen mehr wiegen müssen als andere“[14]. Er sei ohne Verbindung zur natürlichen Ordnung, die nach Führern verlange, und diese sollten durch rigorose Auswahl innerhalb der Eliten hervorgehen. Mit dem Egalitarismus wurde in Vichy auch das aus der Aufklärung stammende Politikmodell verteufelt, das auf der Idee der Vertretung des souveränen Volkes durch in allgemeinen Wahlen gewählte Abgeordnete gründete. Im Rahmen der Umsetzung der Nationalen Revolution sollte das Regime diese „falsche Gleichheit“[15] kritisieren sowie seine verfassungsmäßige Umsetzung, den Parlamentarismus anprangern, der zugleich als Diktatur der Masse auf Kosten der natürlichen Eliten und als Triumph der Einzelinteressen über das Allgemeinwohl dargestellt wurde. Die Vorstellungen Maurras’ fanden sich in Vichy auch in der Auffassung vom nationalen Territorium wieder, das auf den beiden Gegensatzpaaren Verwurzelung im Heimatboden gegenüber der korrumpierenden Stadt bzw. „kleines Vaterland“ gegenüber dem Pariser Zentra­lismus gründete. Daher rührte die immer wiederkehrende Verherrlichung des Landlebens in den Reden Pétains: die Metapher der vom Hagel verwüsteten Ernte, die Hervorhebung der ewigen Ordnung der Felder oder die Huldigung an die sich regenerierende Erde.[16]

3. Sammelsurium weltanschaulicher Konzeptionen

Die Nationale Revolution griff nicht allein auf die Action francaise als ideologische Quelle zurück, obgleich viele Autoren versucht haben, Vichy auf importiertem Nazismus oder der Ideologie Maurras’ zu reduzieren. Tatsächlich flossen unterschiedlichste Einflüsse und viele widersprüchliche Ideen von zahlreichen Gruppen[17], die in der zweiten Jahreshälfte 1940 Zugang zur Macht bekamen, in die Ideologie Vichys, dem sogenannten „Pétainismus“, mit ein. Die Action gehörte lediglich zu den einflussreichsten Bewegungen. Gemeinsam war all diesen Gruppen der Vorrang, den sie der „Ordnung“ einräumten, die bis zum Schluss eine der zentralen Obsessionen des Regimes bleiben sollte, auch wenn sich hinter diesem Wort sehr unterschiedliche Auffassungen verbargen. Alle glaubten an die natürliche Harmonie der Klassen, vorausgesetzt, Agitation dagegen würde verhindert. In einer gewaltsamen Befreiung vom Besatzer sahen sie mehr eine Gefahr als Hoffnung. Die Gemeinsamkeiten ermöglichte es den verschiedenen Richtungen trotz aller Gegensätze zusammenzuarbeiten und sich um die zentralen Punkte des integralen Katholizismus, napoleonischen Zentra­lismus, konzentriertem Kapitalismus und Zwang zu sammeln.[18]

Aus den verschiedenen Quellen entstand letztlich ein Regime, welches dem von Diktator Oliveira de Salazar näher stand als jenem von Mussolini, ein Regime, dessen Vorbilder der Nostalgie für ein vorindustrielles, wohlgeordnetes Frank­reich entsprangen, das 1940 bereits nicht mehr existierte. Vichy verehrte den Offizier, der ein Garant für nationalen Charak­ter sein sollte, den nährenden Bauern und den schaffenden Handwerker, denen man die Unproduktivität des Rentners, das Parasitentum des Beamten und das mechanische Funktionieren des Arbeiters gegenüber stellte.[19] Das Wirtschaftsmodell des État français wandte sich gegen jede Art von „laissez-faire-Kapitalismus“, der als schädliches und importiertes „ausländisches Produkt“ angesehen wurde, gegen den Frankreich sich nunmehr wende.[20] Demnach war Pétainismus vor allem eine Sammlung politisch rechter Ideen der Vergangenheit, gehüllt in ein Kleid entliehen aus den dreißiger Jahren. Sein grundsätzlicher Pessimismus, salbungs­voller Moralismus und anti-demokratischer Elitismus, als auch der Umbau der Gesellschaft mit dem Augenmerk auf Organisiertheit und sein defensiver, nach innen gewandter Nationalismus waren tiefgreifend reaktionär. Pétainismus war eine Mischung verschiedener Ideologien, die am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und aufgeblüht waren.[21] Aufgrund dieser Tatsachen wird klar, dass trotz aller gegenteiligen Aussagen nach dem Krieg die Nationale Revolution nicht das Projekt Hitlers gewesen war. Die Nationale Revolution sagt vielmehr etwas über Frankreich aus, nicht aber über Deutschland. Sie war der Ausdruck eines tief innewohnenden Wunsches nach Veränderung, Reform und Ab­rechnung mit der alten Republik, der in den 1930er Jahren aufgekommen war und dessen Verwirklichung durch die Niederlage erst möglich wurde.[22]

4. Das „neue Frankreich“

Das Gewicht dieser Einflüsse war während der gesamten Dauer der Nationalen Revolution von Bedeutung. Uneinigkeit bestand innerhalb des Regimes darüber, wie die Vision eines neuen Frankreich in die Tat umgesetzt werden sollte. Zwei Pole standen sich gegenüber: Die eine Seite waren Techniker der Überzeugungskunst, die durch Massenaufmärsche, Jugend- und Veteranen­bewegungen, Zeremonien und sentimentale Propaganda ihr Ziel erreichen wollten. Auf der anderen Seite standen jene, welche an die Realisierung der Pläne nur mit Hilfe einer verstärkten Polizeimacht und restriktiven Justiz glaubte. Diese gegensätzlichen Ansichten blockierten sich letztlich jedoch nicht, denn trotz der unterschiedlichen Auffassungen hatte man gemeinsame Feinde und Ideale. Zur gleichen Zeit, da man den Staat restaurieren wollte, machte man sich in der Nationalen Revolution daran, das neue Frankreich aufzubauen: ein geeintes Frankreich durch Ausgrenzung der zahlreichen Elemente der Zwietracht, die das Regime ausgemacht hatte. Der von Pétain beschworene „Geist der Genusssucht“[23] als auch der Klassenkampf und jene, „vom internationalen Kapitalismus und internationalen Sozialismus“ verseuchten Gruppen sollten verschwinden. Die „wahren und natürlichen Hierarchien“ wurden propagiert, die ein in natürlichen Gemeinschaften organisiertes Frankreich, wie die Familie, die Stände und die Region, schaffen sollten. Vor allem dieser letzte Punkt machte den Bedarf des Regimes nach einer wichtigen Voraussetzung augenscheinlich, die für die Realisierung all dieser Ziele notwendig war: Die Revolution „von oben“ brauchte einen „hierarchischen und autoritären Staat, [...] in welchem Konsultationen nur die Angelegenheit einiger weniger sind; einer oder zwei geben die Befehle und an der Spitze regiert ein Führer.“[24] Die Beseitigung der Dritten Republik sollte die Basis dafür schaffen, diesen Staat aus der Taufe zu heben.

III. Die Nationale Revolution

1. Die Gründung des État français

Nach der Einigung auf einen Waffenstillstand, war das erste Ziel Pétains, die Dritte Republik auszulöschen. Bereits am 10. Juli 1940 war dieses Ziel erreicht. Im mondänen Kurort Vichy hatte die Abgeordnetenkammer und der Senat mit weit mehr als der erforderlichen Mehrheit die Verfassung der Dritten Republik beseitigt und Marschall Pétain unbeschränkte Vollmachten erteilt, um durch Erlasse die neue Verfassung des État français zu verkünden, die auf den Grundpfeilern Travail, Famille und Patrie beruhen sollte. Ausgestattet mit derart umfangreichen Kompetenzen schritt Pétain am folgen­den Tag zur Tat, verkündete die erste „konstitutionelle Akte“[25] und gründete mit einem einzigen Satz den État français: „Wir, Philippe Pétain, Marschall von Frankreich, erklären laut Verfassungsgesetz vom 10. Juli 1940, dass wir die Funktion des Staatschefs des État français ausüben.“[26] Im zweiten Verfassungsakt sprach sich Pétain alle Regierungsvollmachten zu und konzentrierte all jene Kompetenzen, die vormals dem Präsidenten der Republik und der Ministerversammlung zugekommen waren, auf seine Person. Pétains Machtbefugnisse waren Legion: Er ernannte und entließ die Minister, die nur ihm verantwortlich waren, übte die legislative Macht im Ministerrat aus, sorgte für die Ausführung der Gesetze und besetzte alle zivilen und militärischen Posten, für die das Gesetz kein anderes Ernennungsverfahren vorgesehen hatte. Für den Augenblick wurde, da die beiden parlamentarischen Versammlungen der Dritten Republik - die Abgeordneten­kammer und der Senat - auf unbestimmte Zeit vertagt worden waren[27], die legislative Macht vollständig und allein auf Marschall Pétain übertragen. Als Chef der Exekutive und einzigem Gesetzgeber wurden dem Staatschef einige Monate später auch eigene richterliche Vollmachten zugestanden. Dadurch konnte er Minister und hohe Funktionäre, „die ihre Pflichten verletzt hatten“, zu Strafen verurteilen, die bis zur Festungshaft reichten.[28]

2. „Frankreich den Franzosen“

Die ersten Schritte waren getan. Nun konnte das neu erstandene Regime das in die Tat umsetzen, was vermittels der Nationalen Revolution den „Geist der Genusssucht“, der schließlich zur Niederlage und zum Abstieg Frankreichs bei­getragen hätte, endgültig überwinden sollte. Die weiter oben beschriebene ideologischen Wurzeln in der Action française traten schon in den ersten Maßnahmen des neuen Regimes zutage. Wie Vordenker Maurras in der Action gefordert hatte, ging das Regime schon sehr früh gegen états confédérés, die „verschworenen Gemeinschaften“ vor, um „Frankreich wieder den Franzosen“ zurückzugeben. Gemeint waren damit Juden, Freimaurer und Ausländer, die schon vor dem Krieg von rechtsextremen Gruppierungen als die Hauptfeinde Frankreichs angesehen wurden.[29]

a) Staatlicher Antisemitismus

Die Lösung des „Juden-Problems“ wurde in Angriff genommen. Vom 3. Oktober 1940 an unterlagen Juden französischer Nationalität dem sogenannten „Juden-Statut“, und nach Artikel 1 war derjenige Jude, der drei Großeltern jüdischer Rasse hatte oder zwei Groß­eltern jüdischer Rasse, wenn der Ehepartner Jude war. Jüdischer Einfluss sollte vor allem in freien Berufen zurückgedrängt werden, besonders aber in den Bereichen Presse, Kino und öffentlicher Dienst. Juden durften keine politischen Funktionen mehr ausüben oder verantwortliche Posten in der Verwaltung einnehmen wie im Bildungssektor, bei der Polizei, in der Diplomatie oder der Armee. Ausgenommen wurden nur ehemalige Kriegsteilnehmer oder diejenigen Juden, die eine Sondererlaubnis der Regierung besaßen. Ein Dekret vom 4. Oktober 1940 gab Präfekten die Mög­lich­keit, „ausländische Juden“ unter Hausarrest zu stellen und sie in speziellen Lagern zu internieren. Im Frühling 1941 hatte man bereits 40 000 in Lagern in Gurs, Rivesaltes oder Noé verfrachtet.[30] Am 2. Juni 1941 wurde das Statut verschärft: Nun mussten sich alle Juden, nicht nur ausländische, registrieren lassen. Als man im Deutschen Reich Mitte 1942 mit der Endlösung begann, waren diese Daten sehr nützlich. Ab Juli 1941 wurden jüdische Unternehmen konfisziert und „arisiert“. Eine strikte Quote beschränkte von nun an den Zugang von Juden zu Universitäten (3 Prozent) und freien Berufen (2 Prozent) wie Anwälte oder Ärzte.[31]

[...]


[1] Nach den Erinnerungen von Pétains Kabinetts­chef Henri du Moulin de Labarthète war der Marschall nicht wenig stolz, „mehr Macht auf sich zu vereinen, als Ludwig XIV. je gehabt hatte“; vgl. Jäckel, Frankreich in Hitlers Europa, S. 85.

[2] Pétain zit. nach Baruch, Das Vichy-Regime, S. 28.

[3] Paul Baudouin, Außenminister von Vichy bis Oktober 1940, argumentierte in einem Artikel in Le Temps am 19. Juli 1940 in ähnlicher Weise: „Die totale Revolution in Frankreich wurde vorbereitet durch zwanzig Jahre der Unsicherheit, Unzufriedenheit, Abscheu und latenter Empörung [...] Der Krieg hat den Abszess aufgebrochen.“; übers. und zit. nach Paxton, Vichy France, S. 136.

[4] Pétain bevorzugte jedoch die Bezeichnung „Kurswechsel“ oder „Erneuerung“; vgl. Azéma, Le régime de Vichy, S. 160.

[5] Vgl. dazu die Argumentation von Eric Hobsbawm, der die liberalen Institutionen in der Zwischenkriegszeit ausschließlich von der politischen Rechten bedroht sah; in Hobsbawm, Das Zeitalter der Extreme, S. 146-147.

[6] Azéma, Le régime de Vichy, S. 160.

[7] Zielinski, Staatskollaboration, S. 13.

[8] Pierre Gaxotte schrieb in „L’Agenda de la France Nouvelle“ über Maurras: „Demain on lira Maurras dans toutes les écoles et les enfants réciteront des pages écrites par lui comme ils réci­tent du Racine et du Bossuet. Il restera pour nous le Mâitre qui a retrouvé les grandes lois qui font les États prospères et puissants. C’est à ces principes [...] que la France demande aujourd’hui le salut.“ Vgl. Wormser, Les origines doctrinales de la „Révolution nationale“, S. 27.

[9] Zur Genese und Bedeutung der Action francaise um die Jahrhundertwende, siehe Cobban, Frankreich von Ludwig XIV. bis de Gaulle, S. 580-585. Zur Ideologie, gesammelt in der Schrift „Enquête sur la Monarchie“, siehe Wormser, Les origines doctrinales de la „Révolution nationale“, S. 31-62.

[10] Papst Pius XI., bemüht um internationale Versöhnung, wollte gegen die Bewegung vorgehen, der er Antisemitismus, Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit vorwarf und die für ihn ein Ver­hin­derer französisch-deutscher Entspannung war; vgl. Cobban, Frankreich von Ludwig XIV. bis de Gaulle, S. 627.

[11] Vgl. Hoffmann, Decline or renewal?, S. 10-13.

[12] „La France nouvelle“: Auch der Buchtitel einer Sammlung wichtiger Mitteilungen Marschall Pétains, die 1941 in Frankreich erschien; vgl. Azéma, Le régime de Vichy, S. 155.

[13] Baruch, Das Vichy-Regime, S. 44-45.

[14] Pétain übers. und zit. nach Azéma, De Munich à la liberation, S. 79.

[15] Pétain übers. und zit. nach Azéma, Le régime de Vichy, S. 166.

[16] Ibid., S. 160-168.

[17] Wie der „Croix de Feu“, der „Feuerkreuzverband“ von Colonel La Rocque oder das sozial engagierte Christentum; vgl. Hobsbawm, Das Zeitalter der Extreme, S. 164.

[18] Paxton, Vichy France, S. 141-142.

[19] Baruch, Das Vichy-Regime, S. 48.

[20] Marschall Pétain: „La Politique sociale de l’avenir“ in Le Temps am 20. September 1940; vgl. Paxton, Vichy France, S. 141.

[21] Azéma, De Munich à la liberation, S. 80.

[22] Paxton, Vichy France, S. 143.

[23] Pétain in seiner Ansprache an das französische Volk am 20. Juni 1940; Azéma, Vichy, S. 224.

[24] Pétain übers. und zit. nach Azéma, De Munich à la liberation, S. 80.

[25] Den Ausdruck „acte“ hatte es im Recht der Dritten Republik nicht gegeben. Der Präsident hatte vielmehr „Dekrete“ erlassen. Der Ausdruck wurde entliehen aus einer bonapartistischen Tradition; vgl. Wormser, Les origines doctrinales de la „Révolution nationale“, S. 90.

[26] Zit. nach Baruch, Das Vichy-Regime, S. 35. Einen Abdruck der von Vichy erlassenen „Verfassungsakten“ findet sich in Dreyfus, Histoire de Vichy, S. 787-793.

[27] Die zwei Kammern wurden reduziert zu congrégations contemplative (Ausdruck geprägt von Jules Jeanneney, Senatspräsident bis Juli 1942) . Die wenigen informel­len Treffen, die es anfangs noch gab, wurden ab August 1941 unterdrückt, ab dem 25. August 1942 wurden sämtliche Aktivitäten eingestellt; vgl . Azéma, De Munich à la liberation, S. 91.

[28] Ibid., S. 92.

[29] Diese Phrase stammte ursprünglich von Édouard Drumont (Autor der anti-semitischen Schrift La France juive), wurde von Maurras wiederbelebt und erlangte durch einen Artikel in Le Temps am 25. Juli 1940 besondere Bedeutung; vgl. Paxton, Vichy France, S. 168.

[30] Azéma, De Munich à la liberation, S. 92-93.

[31] Vgl. Jackson, France, S. 355-360.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
La Révolution nationale - Werte und Umsetzung der Ideologie des État français
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
29
Katalognummer
V49652
ISBN (eBook)
9783638460415
ISBN (Buch)
9783638660457
Dateigröße
861 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Révolution, Werte, Umsetzung, Ideologie
Arbeit zitieren
Stefan Meingast (Autor:in), 2003, La Révolution nationale - Werte und Umsetzung der Ideologie des État français, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49652

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