Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Leitfrage: "Was ist Stottern und welche möglichen Therapieformen gibt es für Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren?". Um diese zu beantworten, wird zunächst die Redeflussstörung Stottern definiert. Im nächsten Kapitel geht es um die Ursachen des Stotterns. Hier wird in Vererbung und in psychische Ursachen unterschieden.
Das vierte Kapitel befasst sich mit den Symptomen, welche sich in Kern- und Begleitsymptome aufteilen. Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema"Stotterndes Kind in der Kita". Hier werden verschiedene Ideen aufgezeigt, wie die Erziehenden sich Verhalten sollten, wenn sie ein stotterndes Kind in ihrer Gruppe haben. Zudem werden Anregungen geschaffen, wie man dieses Thema in der Gruppe aufgreifen kann, um dem stotternden Kind den Alltag in der Kita zu erleichtern.
Des Weiteren wird auch die Elternarbeit aufgegriffen, wo es wichtig ist, einen guten Austausch zwischen den Eltern und den Erziehenden zu schaffen. Außerdem wird hier die Notwendigkeit der elterlichen Kooperation während der Therapie des Kindes thematisiert und welche Probleme dabei entstehen könnten. Im letzten Kapitel werden verschiedene Therapieformen thematisiert: Zum einen der Fluency Shaping Ansatz und zum andern als Vergleich dazu die Stottermodifikation. Zudem wird hier der von Schneider und Sandrieser entwickelte Ansatz KIDS näher beschrieben, der ab einem Alter von zwei Jahren beginnt.
Stottern ist eine Störung der Kommunikation und des Redeflusses und tritt meistens im Alter zwischen drei und sechs Jahren das erste Mal auf. Das Elternhaus aber auch die Kindertagesstätten tragen eine große Verantwortung für die sprachliche Entwicklung des stotternden Kindes. Heutzutage gibt es auch schon für Kinder ab zwei Jahren die Möglichkeiten einer Therapie. Dementsprechend sollten sprachliche Auffälligkeiten so früh wie möglich erfasst werden, damit diese noch vor Schuleintritt behandelt werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition
3 Ursachen des Stotterns
3.1 Vererbung
3.2 Psychische Ursachen
4 Symptome
4.1 Kernsymptome
4.2 Begleitsymptome
4.3 Coping Strategien
5 Stotterndes Kind in der KiTa
5.1 Verhalten der Erziehenden
5.2 Elternarbeit
6 Mögliche Therapieformen und Diagnostik
6.1 Diagnostik
6.2 Fluency shaping
6.3 Stottermodifikation
6.4 KIDS
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Störungsbild Stottern bei Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren, mit dem Ziel, Ursachen, Symptomatiken sowie pädagogische und therapeutische Interventionsmöglichkeiten im Kontext von Kindertagesstätten und Elternarbeit darzustellen.
- Definition und wissenschaftliche Einordnung des Stotterns
- Analyse der genetischen und psychischen Entstehungsursachen
- Unterscheidung von Kern- und Begleitsymptomen
- Pädagogische Handlungsempfehlungen für Erziehende
- Vergleich therapeutischer Ansätze: Fluency Shaping, Stottermodifikation und der KIDS-Ansatz
Auszug aus dem Buch
4.1 Kernsymptome
In den verschiedensten Situationen (z.B. Müdigkeit oder Angst) kommt es bei den meisten Menschen zu Stockungen im Redefluss. Hier kommt es zu Wiederholungen von mehreren Wörtern oder sogar ganzer Satzteile oder zu lautlosen Unterbrechungen, die länger als eine Sekunde andauern. Oftmals werden dann Sprechpausen mit Flickwörtern oder -lauten (z.B. „also“ oder „hm“) gefüllt (vgl. Perner-Dreyer 2015 S.10ff.). Laut Sandrieser und Schneider sind dies aber nur funktionelle Unflüssigkeiten, da sie einerseits eine Funktion innerhalb der Kommunikation erfüllen und andererseits wieder verschwinden, wenn der auslösende Reiz nicht mehr vorhanden ist.
Die symptomatischen Unflüssigkeiten treten bei stotternden Menschen an Stellen auf, an denen der Zuhörer keine Unterbrechungen erwartet. Dadurch scheint es, als wäre die Sprachproduktion für den Stotternden nicht mehr kontrollierbar (vgl. Sandrieser & Schneider 2001 S.6f).
Die markanten Kernsymptome lassen sich in drei verschiedene Ausdrucksformen von Sprechunflüssigkeiten beschreiben. Neben der Wiederholung von Lauten („Z-z-z-z-z-z-zug“) gilt als zweites Symptom das Dehnen von Vokalen für eine Dauer von mehr als eine Sekunde.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Störungsbild Stottern bei Kindern ein und definiert die Leitfrage hinsichtlich der therapeutischen Möglichkeiten im Kindergartenalter.
2 Definition: Dieses Kapitel erläutert das Stottern als Redeflussstörung basierend auf verschiedenen fachwissenschaftlichen Definitionen.
3 Ursachen des Stotterns: Hier werden der aktuelle Forschungsstand zu Vererbung und psychischen Faktoren sowie deren Zusammenwirken beleuchtet.
4 Symptome: Das Kapitel differenziert zwischen Kernsymptomen, Begleitsymptomen und individuellen Coping-Strategien von Kindern.
5 Stotterndes Kind in der KiTa: Es werden konkrete pädagogische Anleitungen für den Umgang mit betroffenen Kindern und die Zusammenarbeit mit Eltern gegeben.
6 Mögliche Therapieformen und Diagnostik: Dieser Teil bietet einen Überblick über diagnostische Verfahren und vergleicht die Ansätze Fluency Shaping, Stottermodifikation und KIDS.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer individuellen, wertschätzenden Begleitung.
Schlüsselwörter
Stottern, Redeflussstörung, Kernsymptome, Begleitsymptome, Kindheitspädagogik, Elternarbeit, Diagnostik, Fluency Shaping, Stottermodifikation, KIDS, Sprachförderung, Kommunikation, Coping Strategien, Therapie, Entwicklungsstottern
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Störungsbild Stottern bei Kindern zwischen drei und sechs Jahren und analysiert die Entstehung, Symptome sowie pädagogische und therapeutische Hilfsansätze.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition, die Abgrenzung der Symptome (Kern- vs. Begleitsymptome), den professionellen Umgang durch Erziehende sowie einen Vergleich moderner Therapiekonzepte.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: „Was ist Stottern und welche möglichen Therapieformen gibt es für Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren?“
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle fachwissenschaftliche Erkenntnisse und Therapiemodelle (z.B. nach Sandrieser und Schneider) zusammengeführt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Ursachen und Symptomen auch die praktische Arbeit in der KiTa sowie spezifische Therapieansätze wie KIDS detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stottern, Redeflussstörung, Kernsymptomatik, Kindheitspädagogik, Elternarbeit und die verschiedenen therapeutischen Ansätze wie Fluency Shaping und Stottermodifikation.
Wie sollten sich Erziehende gegenüber stotternden Kindern verhalten?
Erziehende sollten Druck vom Kind nehmen, Rituale schaffen, die Kommunikation ohne Überforderung fördern und durch ein wertschätzendes Umfeld Sicherheit vermitteln.
Was versteht man unter dem KIDS-Ansatz?
KIDS steht für „Kinder Dürfen Stottern“ und ist ein Therapieansatz, der das Stottern offen thematisiert, die Selbstwahrnehmung des Kindes schult und eine willentliche Veränderung der Symptome anstrebt.
Welche Rolle spielt die Elternarbeit in der Therapie?
Die Elternarbeit ist entscheidend, um Schuldgefühle abzubauen, Eltern als Experten für ihr Kind einzubinden und einen Transfer der therapeutischen Erfolge in den Alltag sicherzustellen.
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- Antonia Oster (Author), 2019, Stottern. Ursachen, Symptome und mögliche Therapieformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496588