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Ethische Verantwortung der Textilindustrie in Bangladesch am Beispiel C&A

Title: Ethische Verantwortung der Textilindustrie in Bangladesch am Beispiel C&A

Seminar Paper , 2016 , 30 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Kira Hassert (Author)

Business economics - Business Ethics, Corporate Ethics
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Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass das kostengünstige Angebot von modischer Bekleidung in Deutschland auf unzumutbare Arbeitsbedingungen und der Ausbeutung von Arbeitern in der Textilindustrie in Bangladesch basiert. Immer wieder rücken daher deutsche Bekleidungsunternehmen wie beispielsweise C&A in den Mittelpunkt öffentlicher Kritik.
Weltweit sind mehr als 60 Millionen Menschen in der Textil- und Bekleidungsindustrie beschäftigt, dabei ist der Großteil in Entwicklungs- und Schwellenländern angesiedelt. Oftmals sind die Textilfabriken den aggressiven Einkaufspraktiken und dem Preisdruck internationaler Groß- und Einzelhändler ausgesetzt, die sich mit schweren Folgen auf die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer auswirken.
Verstöße, in dem international verflochtenen und sehr komplexen Wirtschaftszweig, werden nur selten verfolgt und bleiben zum Leid der Arbeitnehmer oft ohne Konsequenzen (bmz o.J.a). Durch seine Geschäftstätigkeit hat jedes Unternehmen Einfluss auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen seiner Mitarbeiter, Kunden, Umwelt und das wirtschaftliche Umfeld. Demnach stellt die daraus folgende Frage nach der ethischen Verantwortung einen zentraleren Aspekt wirtschaftlichen Handelns dar (bmz o.J.b).Daraus entwickelt sich die für die vorliegende Arbeit relevante Hypothese, dass Unternehmen Verantwortung für die Produktionsbedingungen in Bangladesch zu tragen haben, C&A dieser jedoch nicht nachkommt.
Zu Beginn der Arbeit wird zunächst auf das Thema der Globalisierung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Entwicklungsländer eingegangen. Dabei sollen Vorwürfe gegen C&A und die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen
in der Textilproduktion in Bangladesch konkretisiert werden.
Im Anschluss wird auf das internationale Verständnis und die Gesetzgebung von Arbeitsbedingungen eingegangen und rechtliche, wie auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Bangladesch vorgestellt. Um eine spätere Überprüfung der These vorzunehmen, wird in Kapitel Vier das Unternehmen C&A und die in einem Verhaltenskodex zusammengefassten Unternehmensgrundsätze hinsichtlich Arbeitsbedingungen dargestellt. Als Grundlage der Analyse der Verantwortung des Unternehmens C&A dient des Weiteren die Betrachtung des ethischen Modells der Verantwortung nach den Autoren Aßländer und Nida-Rümelin. Die Arbeit schließt nach einer umfangreichen Untersuchung mit einem daraus resultierenden Fazit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Problemstellung

2.1 Globalisierung

2.2 Arbeitsbedingungen in Bangladesch

3 Rahmenbedingungen in Bangladesch

3.1 Politische und rechtliche Rahmenbedingungen

3.2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

3.3 Besonderheiten in der Textilindustrie

3.4 Menschengerechte Arbeit und die International Labour Organisation

4 Das Unternehmen C&A

4.1 Unternehmensprofil

4.2 Code of Conduct

4.3 Monitoring und Auditing

5 Verantwortung

5.1 Begriff der Verantwortung

5.2 Unternehmerische Verantwortung

5.3 Verantwortung nach Nida-Rümelin

6 Analyse der unternehmerischen Verantwortung von C&A

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hypothese, dass Unternehmen eine ethische Verantwortung für die Produktionsbedingungen ihrer Zulieferer in Bangladesch tragen, dieser Verpflichtung jedoch nicht ausreichend nachkommen, wobei das Unternehmen C&A als konkretes Fallbeispiel analysiert wird.

  • Auswirkungen der Globalisierung auf Entwicklungs- und Schwellenländer
  • Analyse der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen in Bangladesch
  • Überprüfung der Wirksamkeit des "Code of Conduct" von C&A
  • Untersuchung der unternehmerischen Verantwortung aus wirtschaftsethischer Perspektive
  • Bewertung der Effektivität interner Kontrollinstanzen wie der SOCAM

Auszug aus dem Buch

2.1 Globalisierung

Die Globalisierung ist ein Prozess der Zunahme, Verflechtung und Beschleunigung weltweit grenzüberschreitender ökonomischer und sozialer Interaktionen (Noll 2010, 285). Durch die Aufhebung von Handelshemmnissen entwickelte sich eine weltweite Marktintegration, die nach Noll als die „räumliche Schließung der Welt“ verstanden werden kann. Durch die Öffnung der Märkte war es überwiegend für große Konzerne lukrativ die regionale, kostenintensive Bekleidungsproduktion ins Ausland zu verschieben. Hierbei gelten Schwellen- und Entwicklungsländer als günstige Produktionsstandorte aufgrund ihres niedrigen Lohnniveaus, der schwächeren Umweltgesetze und der Tatsache, dass die Verletzung von Sozial- und Umweltstandards ohne weitere Konsequenzen bleibt. Durch die preisgünstige Produktion, den Güterimport und die Intensivierung des Wettbewerbs profitieren vor allem die Verbraucher von vielfach niedrigeren Produktpreisen und breiteren Produktpaletten. Während die Verbraucher als Gewinner der Globalisierung beschrieben werden, wirkt sich der verschärfte Wettbewerb und die Mentalität der Wegwerfgesellschaft als Kostendruck auf die Unternehmen aus, woraus ein sich erhöhter Anpassungsdruck auf die Produktionsindustrie entwickelt (Noll 2010, 287). Da Arbeits- und Sozialgesetze in Schwellen- und Entwicklungsländern kaum den Standards der westlichen Industrienationen entsprechen, führt diese Entwicklung der Globalisierung zu immer menschenunwürdigeren Arbeitsbedingungen. Dieser Sachverhalt wird in Menschenrechtsorganisationen und der Öffentlichkeit als „Auswüchse der Globalisierung“ beklagt, in denen die Arbeitnehmer durch die herrschenden Arbeitsbedingungen ausgebeutet werden. Dadurch erfahren die Konsumenten in Industrienationen billigere Preise, die importierenden Akteure können höhere Umsätze erzielen und die kleine Oberschicht in Bangladesch kann sich an der wirtschaftlichen Entwicklung bereichern (Scherer/Blickle/Dietzfelbinger/Hütter 2002, 11f.). Wo früher „Made in Germany“ bestätigte, dass die Ware in Deutschland gefertigt wurde, kann heutzutage aufgrund komplexer und immer länger werdenden Wertschöpfungsketten kaum zurückverfolgt werden, woher die Rohstoffe stammen, wo und vor allem unter welchen Bedingungen das Produkt gefertigt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie Bangladeschs und Vorstellung der Arbeitsthese bezüglich der Verantwortung von C&A.

2 Problemstellung: Erörterung der Auswirkungen der Globalisierung auf Produktionsbedingungen in Schwellenländern sowie eine konkrete Betrachtung der Situation der Arbeiter in Bangladesch.

3 Rahmenbedingungen in Bangladesch: Analyse der politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Situation vor Ort sowie eine Auseinandersetzung mit dem Konzept menschengerechter Arbeit.

4 Das Unternehmen C&A: Darstellung des Unternehmensprofils, des unternehmenseigenen Verhaltenskodex sowie der Kontrollstrukturen durch die SOCAM.

5 Verantwortung: Theoretische Fundierung des Verantwortungsbegriffs und der unternehmerischen Verantwortung nach verschiedenen ethischen Modellen.

6 Analyse der unternehmerischen Verantwortung von C&A: Kritische Diskussion der Hypothese anhand der Praxisbeispiele und Maßnahmen von C&A in Bangladesch.

7 Fazit: Zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse und Plädoyer für verbindliche gesetzliche Haftungsregelungen zur Durchsetzung von Sozialstandards.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Arbeitsbedingungen, Bangladesch, C&A, Unternehmensverantwortung, Textilindustrie, Sozialstandards, Code of Conduct, SOCAM, Menschenrechte, Ethik, Wirtschaftsethik, Nachhaltigkeit, Ausbeutung, Lieferkette

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit den Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie in Bangladesch und der ethischen sowie rechtlichen Verantwortung, die multinationale Bekleidungsunternehmen wie C&A in diesem Kontext tragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten gehören die Auswirkungen der Globalisierung, die spezifischen Rahmenbedingungen in Bangladesch, Konzepte unternehmerischer Verantwortung sowie die praktische Umsetzung von Sozialstandards in globalen Lieferketten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, dass Unternehmen eine Mitverantwortung für die Produktionsbedingungen vor Ort haben, dieser jedoch in der Praxis nicht hinreichend nachkommen.

Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?

Die Autorin stützt sich unter anderem auf die Verantwortungspyramide von Archie B. Carroll sowie auf die ethischen Ansätze von Aßländer und Julian Nida-Rümelin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Rahmenbedingungen in Bangladesch, den Verhaltenskodex und die Audits von C&A sowie die theoretischen Grundlagen von Verantwortung, um daraus eine fundierte Analyse des Unternehmenshandelns abzuleiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Globalisierung, Unternehmensverantwortung (CSR), Arbeitsbedingungen, Textilindustrie, Menschenrechte und Sozialstandards definieren.

Wie bewertet die Autorin die Arbeit der SOCAM?

Die Autorin übt Kritik an der mangelnden Transparenz der SOCAM, da eine unabhängige Prüfung der Auditergebnisse nicht möglich ist und Lieferanten ihr Verhalten vor Kontrollen oft strategisch anpassen.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit bezüglich gesetzlicher Regelungen?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass freiwillige Richtlinien nicht ausreichen und ein globales Haftungsgesetz notwendig ist, um Unternehmen rechtlich zur Einhaltung von Menschenrechten entlang der gesamten Lieferkette zu verpflichten.

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Details

Title
Ethische Verantwortung der Textilindustrie in Bangladesch am Beispiel C&A
College
University of Applied Sciences Ludwigshafen
Course
Wirtschaftsethik
Grade
1.0
Author
Kira Hassert (Author)
Publication Year
2016
Pages
30
Catalog Number
V496610
ISBN (eBook)
9783346003911
ISBN (Book)
9783346003928
Language
German
Tags
ethische Verantwortung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kira Hassert (Author), 2016, Ethische Verantwortung der Textilindustrie in Bangladesch am Beispiel C&A, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496610
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