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Die Wirklichkeit als Rahmen für die Fallkonstruktion in Kriminalliteratur

Title: Die Wirklichkeit als Rahmen für die Fallkonstruktion in Kriminalliteratur

Term Paper , 2019 , 28 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Verena Binder (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Diese Arbeit zeigt, inwiefern sich der Wirklichkeitsrahmen, der aus den Gegebenheiten der realen Welt besteht, auf die Fallkonstruktion in Kriminalromanen auswirkt. Dafür wird als theoretische Grundlage Marvin Minskys Konzept von Wissen dargestellt. Daraufhin wird anhand von Beispielen aus dem Werk von Arthur Conan Doyle und Agatha Christie darauf eingegangen, wie sich der Wirklichkeitsrahmen seit der Schaffenszeit dieser Autoren verändert hat und welche der damals geschilderten Vorgänge in heutigen Kriminalromanen nicht mehr denkbar wären. Die beiden Schriftsteller wurden aufgrund der Vielzahl ihrer kriminalliterarischen Texte und ihrer bis heute immensen Popularität gewählt. Zudem wird beispielhaft aufgezeigt, welche Strategien die Autoren heutiger Kriminalliteratur anwenden, um mit dem aktuellen Wirklichkeitsrahmen umzugehen.

Von Kriminalliteratur wird erwartet, Straftaten und Ermittlungen realistisch/authentisch zu schildern. Es ist mit Sicherheit nicht zu bestreiten, dass viele Kriminalautoren aus Gründen der Spannung mit einer Häufung von Zufällen oder ungewöhnlichen Ereignissen arbeiten, nur die aufregendsten Aspekte der Polizeiarbeit zeigen und gelegentlich ihre künstlerische Freiheit ausnutzen. Dennoch müssen sie die Gegebenheiten der Wirklichkeit zu einem hohen Grad beachten, damit es dem Leser zumindest möglich erscheint, dass das geschilderte Verbrechen geschieht und auf die dargestellte Weise aufgeklärt wird. Nichtbeachtung von Fingerabdrücken durch Polizeibeamte beispielsweise wäre in heutigen Kriminalromanen ein erheblicher Logikfehler.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Wirklichkeit als Rahmen für die Fallkonstruktion in Kriminalliteratur

2.1 Das Konzept von Wissen nach Minsky

2.2 Der Wirklichkeitsrahmen bei Doyle und Christie

2.2.1 Kriminaltechnik

2.2.2 Alltagstechnik

2.2.3 Gesellschaftliche Normen und Regeln

2.3 Der Umgang mit dem Wirklichkeitsrahmen in heutiger Kriminalliteratur

2.3.1 Zeitliches Verschieben des Rahmens

2.3.2 Räumliche Einschränkung des Rahmens

2.3.3 Einschränkung des Rahmens auf Alltagsmöglichkeiten

2.3.4 Weitere Strategien zur Rahmenaufweichung

2.3.5 Akzeptanz des Rahmens

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des sogenannten Wirklichkeitsrahmens – definiert als die Gegebenheiten der realen Welt zu einer bestimmten Zeit – auf die Fallkonstruktion in der Kriminalliteratur, um aufzuzeigen, wie sich technologische und gesellschaftliche Veränderungen auf die Glaubwürdigkeit und Struktur von Kriminalgeschichten auswirken.

  • Analyse des Konzepts von Wissen nach Marvin Minsky als theoretische Grundlage.
  • Vergleich des historischen Wirklichkeitsrahmens bei Arthur Conan Doyle und Agatha Christie mit heutigen Standards.
  • Untersuchung von Strategien gegenwärtiger Autoren zur Anpassung an oder Umgehung von modernen Rahmenbedingungen.
  • Diskussion über die Relevanz von Kriminal- und Alltagstechnik für die Plausibilität von Ermittlungshandlungen.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Kriminaltechnik

Ein wichtiges Verfahren zur Verbrechensaufklärung ist der Vergleich von Fingerabdrücken. Als Urvater dieser Methode gilt Sir Francis Galton, der 1888 erstmals nachwies, dass die feinen Linien auf den Fingerkuppen bei (so gut wie) jedem Menschen individuell verschieden sind. 1899 entwickelte Edward Henry das System weiter, indem er die einzelnen Elemente von Fingerabdrücken in Kategorien einteilte und auf diese Weise den Vergleich erleichterte. Zur selben Zeit verwendeten die britischen Kolonialherren in Indien Fingerabdrücke, um die einheimische Bevölkerung bei der Lohnverteilung zweifelsfrei zu identifizieren. 1897 gelang es Scotland Yard erstmals, einen Verbrecher mithilfe seiner Fingerabdrücke zu überführen. In Großbritannien wurde das Verfahren 1901 als gerichtsverwertbares Beweismittel anerkannt. In Doyles späterem Werk sowie bei Christie umfasst der Wirklichkeitsrahmen also bereits die Verbrechensaufklärung mithilfe von Fingerabdrücken. Der Vergleich war allerdings nur mit konkreten Verdächtigen möglich, denn eine umfassende, computergestützte Kartei mit den Abdrücken bekannter Straftäter gibt es erst seit 1994.

Sowohl bei Doyle als auch bei Christie kommen Fingerabdrücke in einigen Werken vor. In „Die Drei Giebel“ weist ein Polizeikommissar Holmes belehrend auf die Möglichkeit hin, dass sich auf einem Stück Papier, dass der Hausbesitzer einem Einbrecher entrissen hat, ein Abdruck befinden könnte. Unter anderem in „Der rote Kreis“ spricht Holmes selbst von einem Fingerabdruck. Gegenüber Watson erklärt er, dass die abgerissene Ecke eines geheimnisvollen Briefes vermutlich mit einer solchen Spur zu erklären sei, die der Schreiber entfernt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung etabliert die Erwartung an Realitätsnähe in der Kriminalliteratur und führt die zentrale Fragestellung zur Bedeutung des Wirklichkeitsrahmens für die Fallkonstruktion ein.

2 Die Wirklichkeit als Rahmen für die Fallkonstruktion in Kriminalliteratur: Dieses Hauptkapitel analysiert theoretisch das Minsky-Konzept von Wissen und kontrastiert den historischen Rahmen der Werke von Doyle und Christie mit den technologischen und gesellschaftlichen Bedingungen heutiger Kriminalliteratur.

3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Autoren den Wirklichkeitsrahmen durch verschiedene erzählerische Strategien entweder nutzen, umgehen oder erweitern, um trotz technischer Fortschritte spannende und plausible Kriminalfälle zu konstruieren.

Schlüsselwörter

Kriminalliteratur, Kriminalroman, Wirklichkeitsrahmen, Fallkonstruktion, Marvin Minsky, Wissensrahmen, Kriminaltechnik, Alltagstechnik, Ermittlungsmethoden, Authentizität, historische Kriminalliteratur, moderne Kriminalliteratur, Alibi, Spurensicherung, Handlungsort.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die realen Gegebenheiten einer Zeit, der sogenannte Wirklichkeitsrahmen, die Konstruktion von Kriminalfällen in der Literatur beeinflussen und warum dies für die Plausibilität und Spannung von Krimis entscheidend ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Theorie des Wissens nach Minsky, die historische Entwicklung kriminalistischer Techniken und deren Auswirkungen auf die Erzählstruktur sowie moderne Anpassungsstrategien von Autoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, aufzuzeigen, inwiefern sich der zeit- und ortsabhängige Wirklichkeitsrahmen auf die Fallkonstruktion auswirkt und wie Autoren mit den veränderten Anforderungen der heutigen Realität umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die theoretische Wissensmodelle auf eine Auswahl an klassischen und zeitgenössischen kriminalliterarischen Texten anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert zunächst theoretische Grundlagen, vergleicht dann historische Kriminalromane von Doyle und Christie mit zeitgenössischen Werken und arbeitet abschließend verschiedene Strategien zur Rahmenanpassung heraus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Kriminalliteratur, Wirklichkeitsrahmen, Fallkonstruktion, Kriminaltechnik und Wissensrahmen charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Kriminaltechnik heute von der bei Doyle und Christie?

Während bei Doyle und Christie Methoden wie Fingerabdrücke gerade erst aufkamen, ist die heutige Kriminalistik durch DNA-Analyse und digitale Überwachung geprägt, was viele klassische Krimi-Plots heute unplausibel machen würde.

Was sind Beispiele für Strategien heutiger Autoren zur Rahmenaufweichung?

Autoren nutzen Methoden wie das historische Setting, das Verschieben der Handlung an abgeschiedene Orte ohne moderne Technik oder den Einsatz von Laienermittlern, um die Einschränkungen durch moderne forensische Mittel zu umgehen.

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Details

Title
Die Wirklichkeit als Rahmen für die Fallkonstruktion in Kriminalliteratur
College
University of Augsburg
Grade
2,3
Author
Verena Binder (Author)
Publication Year
2019
Pages
28
Catalog Number
V496635
ISBN (eBook)
9783346014290
ISBN (Book)
9783346014306
Language
German
Tags
wirklichkeit rahmen fallkonstruktion kriminalliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Binder (Author), 2019, Die Wirklichkeit als Rahmen für die Fallkonstruktion in Kriminalliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496635
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