Der Kommunismus. Theoriedarstellung und Anwendung auf Kuba


Essay, 2016
9 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Karl Marx und Friedrich Engels
2.1 Die Lehre des Kommunismus
2.2 Kommunismus am Beispiel Kuba

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1.Einleitung

„Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen“ (Marx, Engels 1848: 461). Mit Friedrich Engels zusammen setzte Karl Marx in dem Manifest der kommunistischen Partei die Grundlagen des Klassenkampfes im 19. Jahrhundert fest. Karl Marx, der vor 198 Jahren auf die Welt kam, brachte mit seiner Ideologie des Kommunismus Millionen von Menschen zusammen, die dasselbe Ziel vor Augen hatten: die Vorstellung einer klassenlosen Gesellschaft. Dazu müssten sich die Proletarier aller Länder vereinigen und eine Revolution, also einen gesamtgesellschaftlichen Umbruch starten. 105 Jahre später berufen sich Fidel Castro und seine Bewegung des 26. Juli auf die kommunistische Lehre, als sie gegen den kubanischen Diktator Batista rebellieren. 1959: sechs Jahre später siegt ihre Revolution. Somit zeigte Kuba, dass eine andere Gesellschaftsordnung möglich ist. Seit über einem halben Jahrhundert leistete der sozialistische Staat Widerstand gegen den, vor allem amerikanischen, Kapitalismus. Doch seit 2014 gibt es Verhandlungen über die Wiederaufnahme von vollen diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten. Daher beschäftigt sich die vorliegende Arbeit der Frage, ob das Leben nach kommunistischem Gesellschaftsprinzip trotz beachtlicher, theoretischer Überzeugung und mannigfachen Versuchen eine Utopie bleibt.

Zu Beginn der Ausarbeitung werden zunächst die „Gründerväter“ des Kommunismus Karl Marx und Friedrich Engels, vorgestellt. Darauf aufbauend wird im zweiten Teil die Lehre des Kommunismus auf der Grundlage des kommunistischen Manifests von Karl Marx und Friedrich Engels aus dem Jahre 1848 erläutert. In diesem Punkt wird vor allem auf die marxistische Theorie des Klassenkampfes, sowie der Übergangsphase vom Kapitalismus zum Kommunismus, den Sozialismus und auf die Begriffsdefinitionen „Bourgeoisie“, „Proletarier“ und „Privateigentum“ eingegangen. Weiter wird zur Analyse des bisherigen Erreichten anhand des Beispiels Kuba übergegangen, wobei der Fokus auf Kuba in der heutigen Zeit gelegt wird. Basis der vorliegenden Arbeit sind die Theorien von Karl Marx und Friedrich Engels die im Manifest der kommunistischen Partei aus 1848 vorzufinden sind, sowie der Entwurf des „Kommunistischen Glaubensbekenntnisses“ von Friedrich Engels aus 1847. Als weitere wichtige Literatur diente ein Interview mit Juan Carlos Marsán, einem kubanischen Botschafter in Österreich, um einen Einblick in die Stimmung des heutigen Kubas zu gewinnen.

2. Karl Marx und Friedrich Engels

Karl Marx war ein politischer Philosoph, Historiker und ein einflussreicher Ökonom, sowohl auch ein großer Kritiker der politischen Ökonomie. Er wuchs als Sohn eines Juristen in Trier auf und studierte in Bonn zunächst ebenfalls Jura. Nach dem Tod seines Vaters in 1838 wendete er sich von der Rechtswissenschaft ab und promovierte mit einer philosophischen Arbeit an der Universität Jena. In Einklang stehend mit den Arbeiten der ökonomischen Klassiker, wie Adam Smith und David Ricardo, sowie weiteren sozialistischen Autoren, entwickelte Marx seine eigene Auffassung. Friedrich Engels kam 1820 in Barmen/Wuppertal als Kind eines wohlhabenden Textilfabrikanten auf die Welt. Auf Wunsch seines Vaters begann er in Bremen eine kaufmännische Ausbildung, die er in Manchester fortführte. Dort erschütterten ihn die verheerenden Auswirkungen der Industrialisierung auf das Leben der Arbeiter besonders und veränderten seine politische Einstellung. 1844 traf Engels während eines Besuches in Paris Karl Marx. Somit begann eine lebenslange Freundschaft und Zusammenarbeit, in deren Folge Friedrich Engels Karl Marx kontinuierlich auch finanziell unterstützt. Zusammen gelten Karl Marx und Friedrich Engels als die„Gründerväter“ bzw. Wegbreiter des wissenschaftlichen Sozialismus und als sehr einflussreiche Theoretiker der sozialistischen Arbeiterbewegung. Zusammen verfassten sie, im Auftrag einer in London lebender Gruppe deutscher Kommunisten, „das Manifest der kommunistischen Partei“. Das Manifest beginnt mit den Worten „Ein Gespenst geht um in Europa - das Gespenst des Kommunismus“ und endet mit dem Aufruf „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“. Mit diesem revolutionären Aufruf verfassten sie die Grundlage des heutigen Marxismus.

2.1 Die Lehre des Kommunismus

Das Manifest der kommunistischen Partei entstand im Auftrag des Bundes der Kommunisten. Es erschien am 21. Februar 1848 in London, kurz vor der Februarrevolution in Frankreich und vor der Märzrevolution im Deutschen Bund. Darin weisen Marx und Engels auf die schon vorhandene Existenz einer gesellschaftlichen Bewegung, die den Kommunismus als Ziel hat, hin. Die bisherige Entwicklung der Gesellschaften zeigt nach Marx und Engels, dass Unterdrücker und Unterdrückter in stetem Gegensatz zueinander standen, auch wenn diese in verschiedenen Epochen der Menschheit verschiedene Namen annahmen. Mal waren es die Freier und Sklaven, mal Baron und Leibeigener, die einen ununterbrochenen Kampf gegeneinander führten, der entweder mit „einer revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft“ (Fetscher 2008: S.167), oder mit dem „gemeinsamen Untergang der kämpfenden Klassen“ (ebd.) endete. Jetzt besteht die „moderne“ Gesellschaft aus zwei sich direkt gegenüber stehenden Klassen: die Bourgeoisie und das Proletariat. Die Bourgeoisie ist dabei „die Klasse der großen Kapitalisten“ (Engels 1847: 24) die fast ausschließlich im Besitz der Produktionsinstrumente wie Maschinen, Fabriken, Werkstätten sind. Sie selbst hat in der Geschichte eine revolutionäre Rolle gespielt, da sie, überall wo sie zur Macht gekommen ist, die Verhältnisse zwischen den Menschen „unbarmherzig zerrissen“ (Fetscher 2008: 169) und kein anderes Zusammengehörigkeitsgefühl hinterlassen hat, als nur das „nackte Interesse“ (ebd.) an Kapital. Die Ausbeutung der Proletarier, die nach Marx und Engels bisher verhüllt mit religiösen und politischen Illusionen durchgeführt wurde, wird nun offen und direkt ausgeführt. Somit hat die Bourgeoisie die sozialen Beziehungen auf ein reines Geldverhältnis zurückgeführt und die Proletarierklasse von sich abhängig gemacht. „Die Bourgeoisie (oder Kapitalistenklasse), so Engels, verursachte den Arbeitern wissentlich ein „Leben voll Mühe und Elend“ (Kindersley 2015: 66). Darum beschuldige Engels sie des „sozialen Mordes“ (ebd.). Die Bourgeoisklasse wird immer reicher und reicher, weil sie ihr Reichtum aus dem Mehrwert der Produkte, die in ihren Fabriken von den Arbeitern produziert werden, schöpfen, während die Arbeiter immer noch arm bleiben. Zur gleichen Zeit aber haben die Kapitalisten aus den Arbeitern die Männer gezeugt, die ihr den „Tod“ (Marx, Engels 1849: 468) bringen werden: die modernen Arbeiter, die Proletarier. Die Proletarierklasse ist „die Klasse der gänzlich Besitzlosen“ (Engels 1847: 23), welche abhängig von der Bourgeoisieklasse ist.

Diese Klasse, die die Mehrheit der Gesellschaft bildet, lebt ausschließlich von ihrer Arbeit und nicht vom Profit eines Kapitals. Engels schreibt im Entwurf des „Kommunistischen Glaubensbekenntnisses“, dass das Leben und der Tod der Arbeiter von den Schwankungen der Konkurrenz abhängt. Zudem werden zunehmend die Arbeitskräfte, v.a. nach der industriellen Revolution in Frankreich, durch Maschinen ersetz was dazu führt, dass erstens der Mensch ein „bloßes Zubehör der Maschine“ (Marx, Engels 1848: 468) wird, zweitens den Reiz für die Arbeit verliert und drittens eine ungelehrte Fabrikarbeit führen muss. Diese Führung der ungelehrten Arbeit führt mit der Zeit zu einem Dehumanisierungs- und Entfremdungsgefühl (Fetscher 2008: 101) für die Proletarier. Deshalb stellen Marx und Engels die Anforderung an die Arbeiter „alle bisherigen Privatsicherheiten und Privatversicherungen zu zerstören“ (Marx, Engels 1848: 472). Dabei wird auch die Anwendung von Gewalt legitimiert, da die Produktionsmittel und das Privateigentum in den Händen der Kapitalisten liegt und diese nicht freiwillig ihre Macht und ihr Reichtum abgeben würden. Der Arbeiter lebt ganz und gar nur, um das Kapital der Kapitalisten zu vermehren. Marx und Engels sehen die Befreiung der Proletarier durch die Aufhebung des Privateigentums - an dessen Stelle soll die Gütergemeinschaft antreten. Doch Veränderungen in der Historie brauchen ihre Zeit. Deshalb stellen Marx und Engels den Sozialismus als den Weg zum Kommunismus vor. Drum gilt der Sozialismus gleichzeitig als die erste Phase des Kommunismus. Somit dient es als die Übergangszeit zwischen dem Kapitalismus und dem Kommunismus. In dieser Phase kann noch keine Demokratie herrschen. Zwei Gründe werden von den „Gründervätern“ hierfür genannt: erstens, weil nach Marx und Engels Klassenunterschiede nur durch Zwang zu beseitigen sind und zweitens weil die Kapitalisten ihre Macht und ihr Reichtum nicht freiwillig abgeben würden. Daher ist die „Diktatur des Proletariats“, also eine Alleinherrschaft der Arbeiterklasse, notwendig. Ebenso ist der Staat im Sozialismus noch existent, da nach Marx und Engels der Staat ausschließlich zur Unterdrückung dient und im Sozialismus die Klasse der Bourgeoisie durch das Proletariat unterdrückt werden muss, um die Vorstellung einer kommunistische Gesellschaft durchsetzen zu können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Der Kommunismus. Theoriedarstellung und Anwendung auf Kuba
Hochschule
Universität Siegen
Note
2,0
Jahr
2016
Seiten
9
Katalognummer
V496707
ISBN (eBook)
9783346009821
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kommunismus, sozialismus, kuba
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Der Kommunismus. Theoriedarstellung und Anwendung auf Kuba, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496707

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