Analyse des Sprachniveaus eines türkischen Schülers. Wie kann der Erwerb der deutschen Sprache gezielt gefördert werden?


Seminararbeit, 2018
25 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

1. Das Schülerinterview

2. Die Profilanalyse
2.1 Die Bestimmung des Profils des Textes
2.2 Die Sprachdiagnose am Schülerinterview b14XM
2.2.2 Profilstufe 0
2.2.3 Profilstufe 1

3. Die Niveaubeschreibungen
3.1 Die Auswertung des Schülerinterviews nach dem Beobachtungsbogen
3.1.1 Der Wortschatz
3.1.2 Die Aussprache
3.1.3 Die Grammatik
3.2 Die Zusammenfassung der Niveaubeschreibung

4. Die Fehleranalyse des Schülerinterviews
4.1 Die Fehlerebenen und Klassifizierung
4.1.1 Interferenzfehler
4.1.2 Interlanguage
4.1.3 Kommunikationsbehindernde Fehler
4.1.4 Strategien des Lerners
4.2 Die Zuordnung zu den Sprachebenen
4.2.1 Phonetische/phonologische Fehler
4.2.2 Fehler in Orthographie und Zeichensetzung
4.2.3 Morphosyntaktische Fehler
4.2.4 Lexiko-semantische Fehler
4.2.5. Pragmatische Fehler
4.2.6. Inhaltliche Fehler
4.2.7. Diskursbezogene Fehler
4.3 Zusammenfassung der Fehleranalyse

5. Die Gesamtauswertung

6. Die Fördermaßnahmen
6.1 Förderung zu Profilstufe I
6.2 Förderung zu Profilstufe II

7. Zusammenfassung

8. Quellen

Abbildungsverzeichnis

Tabelle 1: Die Fehler in den jeweiligen Profilstufen

Einleitung

Die heutige Schülerschaft in den deutschen Schulen ist sehr heterogen und kommt heutzutage oft aus vielen verschiedenen Nationen, denn nicht erst seit der Flüchtlingskrise 2015 ist Deutschland ein Einwanderungsland. Die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund sprechen teilweise nur wenig Deutsch und lernen dieses überwiegend in der Schule. Besonders an Hauptschulen lernen viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Im Schuljahr 2017/18 betrug deren Anteil 24,1% (vgl. Statista: „Anteil der ausländischen Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Deutsch-land in den Schuljahren 2013/2014 bis 2017/2018 nach Schulart“. [https://de.statista.com/statistik/daten/studie/235965/umfrage/anteil-auslaendischer-schueler-an-allgemeinbildenden-schulen-in-deutschland/] letzter Aufruf: 18.10.2018). Die zunehmende Diversität hat zur Folge, dass sich auch der Deutschunterricht mehr und mehr den Schülern anpassen muss. Denn auch für Deutschlehrer gilt in Bezug auf die Schülerinnen und Schüler die pädagogische Regel: „Sie müssen die Lernenden dort abholen, wo sie stehen.“ (Grießhaber 2010: 6).

Im DaZ-Unterricht lehrt der Lehrer diesen Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache. Um auch einzelne Schülerinnen oder Schüler gezielt unterstützen zu können, kann der Lehrer diese gezielt fördern. „Sprachförderung ist nur dann erfolgreich, wenn die individuellen Lernbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt und darauf basierende Fördermaßnahmen angeboten werden.“ (Grießhaber 2010: 6). Hierbei untersucht der Lehrer das genaue Sprachniveau des Schülers oder der Schülerin, ermittelt gravierende Probleme und entwickelt Unterrichtsaufgaben, welche das Deutsch des untersuchten Schülers oder der Schülerin verbessern.

In dieser Arbeit wird am Beispiel eines DaZ-Schülers genau dieser Prozess durchgeführt. Zuerst wird der Sprachstand des Schülers festgestellt. Durch die Ermittlung des Profilniveaus und der Niveaubeschreibung der deutschen Sprache des Schülers wird festgestellt, welche Strukturen der Schüler, zumindest ansatzweise, beherrscht. Durch eine genaue Fehleranalyse werden die Fehler des Schülers auf verschiedenen Sprachebenen analysiert und mit dem Sprachstand des Schülers in Verbindung gebracht. Nun folgt die gezielte Förderung des Schülers. Ziel ist es dabei, dem Schüler bei seiner Bewältigung seiner Fehler zu helfen, sodass er die nächste Profilstufe der Sprache Deutsch erreichen kann.

Der Schüler absolviert eine bestimmte Aufgabe, anhand welcher seine deutsche Sprache analysiert wird. Dies ist das Schülerinterview, welches er in mündlicher Sprache absolvieren wird. Anhand dieser mündlichen Aussagen wird seine deutsche Sprache analysiert.

1. Das Schülerinterview

Das Schülerinterview bildet die Grundlage der Sprachanalyse. Es handelt sich um ein mündliches Schülerinterview mit einem Schüler mit der Erstsprache Türkisch (Code: b14XM). Die Aufgabenstellung für das Schülerinterview lautet wie folgt. „Dein Freund Tarik ist vor kurzem neu nach Deutschland gekommen und kennt sich hier noch nicht gut aus. Erkläre ihm, wie man in Deutschland Müll trennt.“ Hiernach erfolgt ein Interview mit dem Schüler oder der Schülerin, in welchem sich dieser in Dialogform zu der Aufgabenstellung äußert. Der Interviewer geht dem Schüler dabei unterstützend zur Seite und lenkt durch Nachfragen, wie Sag mal, was dir zum Schwarzen einfällt (Z. 25) das Gespräch in die richtige Richtung. So wird der Schüler auch aktiv in Bezug auf die Aufgabenstellung gefragt.

Das Schülerinterview wurde in Zusammenhang mit dem Projekt SPRINT, einer intensiven Sprachförderung an 17 Realschulen in Bayern durchgeführt. Hier bekommen Migrantenkinder mit zu geringen deutschen Sprachkenntnissen die Möglichkeit, intensiv in der Sprintklasse im Erwerb der deutschen Sprache gefördert zu werden (vgl. KM-Bayern [https://www.km.bayern.de/allgemein/meldung/4111/modellprojekt-sprint-wird-ausgeweitet.html] letzter Aufruf: 18.10.2018).

2. Die Profilanalyse

Die Profilanalyse nach Grießhaber ermöglicht es, die syntaktische Struktur von Äußerungen zu ermitteln. Die Profilanalyse kann man sowohl mündlich als auch schriftlich durchführen und sie benötigt nur einen geringen Aufwand, sowohl in der Durchführung als auch in der Auswertung (vgl. Grießhaber 2010: 147).

Die Klammerstrukturen der Sätze im Deutschen stellen auch eine Richtlinie für den Prozess und den Erwerb der deutschen Sprache der Schülerinnen und Schüler dar (vgl. Grießhaber 2010: 147). „Die grammatische Komplexität entwickelt sich von zunächst bruchstückhaften Äußerungen zu einfachen Sätzen mit den grammatisch obligatorischen Einheiten (Subjekt, Finitum, (Objekt, usw.)) und durchläuft dann sequenziell die Klammerstrukturen“ (Grießhaber 2010: 147) der deutschen Sprache. Die Profilstufen bauen aufeinander auf. Es gibt insgesamt sechs verschiedene Profilstufen, welche aufsteigend eine immer höhere Sprachkenntnis definieren. Dies bedeutet, je höher die Profilstufe ist, desto komplexer sind die grammatikalischen Strukturen, welche vom Probanden oder der Probandin angewendet werden können (vgl. Grießhaber 2010: 168). Ebenso besteht zwischen der Äußerungsmenge und der erreichten Profilstufe ein Zusammenhang. Je höher die Profilstufe ist, desto mehr kann ausgedrückt werden (vgl. Grießhaber 2010: 170).

2.1 Die Bestimmung des Profils des Textes

Zur Bestimmung des Profils des Schülers wird das Vorkommen von Satzstrukturen von der höchsten zur niedrigsten Stufe betrachtet. Die höchste Stufe, deren Struktur mindestens drei Mal im Text vorkommt, ist die erreichte Profilstufe des gesamten Textes. Ebenso sagt die Verteilung der Stufen etwas über das Profil aus. Es ist ein Indikator für den Fortschritt im Spracherwerb (vgl. Grießhaber 2010: 156f.).

2.2 Die Sprachdiagnose am Schülerinterview b14XM

In diesem Kapitel wird die Profilstufe des Schülers des Schülerinterviews b14XM bestimmt. Es wird erläutert, welche Profilstufen der Schüler verwendet und auf welcher Profilstufe er sich schlussendlich befindet. Der Schüler des Schülerinterviews b14XM mit der Erstsprache Türkisch macht in diesem Schülerinterview neun Aussagen auf der Profilstufe 0, elf Aussagen befinden sich auf der Profilstufe 1, eine Aussage auf der Profilstufe 2, zwei auf der Profilstufe 3 sowie jeweils eine Aussage auf den Profilstufen 4 und 5.

Die Merkmale der Profilstufe 0 besagen, dass der Schüler oder die Schülerin sich nur bruchstückhaft äußern kann (vgl. Grießhaber 2012: 13). Die Aussagen des untersuchten Schülers auf der Profilstufe 0 sind beispielsweise folgende: Ja, bisschen (Z.4), oder Also alles oder- (Z.26), sowie besonders gegen Ende des Interviews Äh (Z.37) und M m (Z.39). Es zeigen sich also bruchstückhafte Äußerungen in der deutschen Sprache, welche der Schüler hier antwortet. Sie enthalten keine Verben.

Die Profilstufe 1 charakterisiert sich durch das Vorhandensein des finiten Verbs (vgl. Grießhaber 2010: 160). Auf der Profilstufe 1 mit der Anwendung des finiten Verbes wurden beispielsweise folgende Aussagen gemacht: Achso. Ja, ich hab verstanden (Z.18), oder Also in den gelben Müll muss man *die Plastik reinschmeißen. (Z.20), Ich weiß schon *des schwarze, aber hm- (Z.24) und Ich weiß nicht. (Z.28). Es werden Sätze mit finitem Verb verwendet.

Die Aussage auf Profilstufe 2 ist: Also in den gelben Müll muss man *die Plastik reinschmeißen. (Z.20). Der Schüler drückt hier aus, was er machen muss. Die Aussage besteht aus zwei getrennten Verbteilen. Der infinite Verbteil steht am Satzende. Der Schüler kann mitteilen, was er muss, kann oder möchte, und erfüllt somit die Anforderungen dieser Profilstufe (vgl. Grießhaber 2012: 13). Die Aussage enthält somit Merkmale der ersten und zweiten Profilstufe.

Das Erreichen der Profilstufe 3 beinhaltet das Anwenden der Inversion sowie die Anwendung von Perfektstrukturen (vgl. Grießhaber 2010: 163). Bei den Aussagen des Schülers auf Profilstufe 3 handelt es sich um folgende: […] was wir heute gemacht haben so. (Z.8). Hier versucht der Schüler Perfektstrukturen anzuwenden. In der nächsten Aussage dieser Profilstufe wird das Geschehen in einem zeitlichen Ablauf gebracht, dies ist ebenso charakteristisch für Profilstufe 3: […] danach komm ich wieder *zu Hause […] (Z.7/8).

Die Profilstufe 4 wird erreicht, wenn der Schüler oder die Schülerin Nebensätze bilden kann (vgl. Grießhaber 2010: 163). Dabei enthalten diese Nebensätze ein finites Verb in Endstellung (vgl. Grießhaber 2012: 13). Die Aussage Wenn es nicht regnet… (Z.6) ist auf Profilstufe 4, denn sie enthält einen Nebensatz mit einem finiten Verb in der Endstellung.

Auch die Profilstufe 5 kommt einmal vor. In der Stufe 5 wird der eingefügte Nebensatz angewendet (vgl. Grießhaber 2012: 14). Im Schülerinterview verwendet der Schüler einen eingefügten Nebensatz in seiner Aussage in Zeile 32/33: Da *gibs äh nur ein äh die zwei Farben, die wenn sie gemischt sind, das *is Biomüll.

In der folgenden Tabelle 1 wird aufgeführt, wie oft der Schüler Fehler der jeweiligen Profilstufe macht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Die Fehler in den jeweiligen Profilstufen

In Kapitel 2.1 wird erläutert, dass die höchste Stufe im Text, die drei Mal vorkommt, jene Profilstufe ist, auf welcher sich der Schüler oder die Schülerin befindet. Der Schüler befindet sich demnach auf der Profilstufe 1, da Fehler auf den nachfolgenden Profilstufen weniger als drei Mal vorkommen und Fehler der Profilstufe 1 elf Mal vorkommen. Der Schüler befindet sich somit am Beginn des Deutscherwerbs. Dies zeigt sich auch darin, dass 20 seiner 25 Aussagen auf einer niedrigen Profilstufe, nämlich der 0 und der 1 getätigt werden. Dabei werden die Aussagen beider Profilstufen relativ ähnlich häufig verwendet, nämlich 9 und 11 Mal. Der Schüler befindet sich somit zwar auf der Profilstufe 1, seine Sprache zeigt aber noch viele Merkmale der Profilstufe 0. Man kann annehmen, dass sich der Schüler in einer Art Übergangsphase befindet, in welcher er noch viele Strukturen der Profilstufe 0 verwendet, sowie die Profilstufe 1 noch nicht vollständig beherrscht.

Die Profilstufe 0 und die Profilstufe 1 besitzen folgende Charakteristika:

2.2.2 Profilstufe 0

Sie wird bereits von sechsjährigen relativ schnell erworben. Die Schülerinnen und Schüler können sich auf dieser Profilstufe nur bruchstückhaft äußern. Sie kommunizieren oft über formelhafte Wendungen (Chunks), sowie Mimik und Gestik (vgl. Grießhaber 2012: 13). Es werden Substantive und Pronomen wiederholt. Zudem sind viele Äußerungen verblos (vgl. Grießhaber 2010: 167).

2.2.3 Profilstufe 1

Das Minimalkriterium der Profilstufe 1 ist das Vorhandensein des finiten Verbs. Dennoch zeigen sich massive Einschränkungen in der Ausdrucksmöglichkeit (vgl. Grießhaber 2010: 160). Das finite Verb steht dabei an zweiter Stelle der Äußerung, muss aber nicht formal korrekt angegeben sein (vgl. Grießhaber 2012: 13). Der Wortschatz ist nur eingeschränkt und Substantive werden häufig ohne Artikel verwendet, oft werden Pronomen wiederholt (vgl. Grießhaber 2010: 167).

3. Die Niveaubeschreibungen

Die Niveaubeschreibungen dienen dazu, den Stand der Deutschkenntnisse eines/r Schülers/-in zu ermitteln. Darauf aufbauend kann eine pädagogische Planung erfolgen, mit dem Ziel, den nächsten Sprachstand zu erreichen. Zur Orientierung werden die Bildungsstandards im Fach Deutsch der Hauptschulen herangezogen. Die Bewertung findet in Form verschiedener Stufen statt. Dabei ist Stufe IV das Zielniveau der Bildungsstandards (vgl. Reich 2013: 5f.).

Bildungssprache ist gekennzeichnet durch die funktionalen Textsorten des Unterrichts, durchschriftsprachliche Wortwahl und Grammatik, durch differenzierte Bedeutungen. Dabei steigen die bildungssprachlichen Anforderungen mit den fachlichen und fachsprachlichen Anforderungen von Schuljahr zu Schuljahr an. (vgl. Reich 2013: 9).

Im Folgenden wird das Schülerinterview nach bestimmten Kriterien der „Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache für die Sekundarstufe I“ analysiert. Die Niveaubeschreibungen bestehen aus sieben Kompetenzbereichen, von welchen an den Lernertexten der Wortschatz, das Schreiben und die Grammatik analysiert werden (vgl. Döll 2013: 11).

3.1 Die Auswertung des Schülerinterviews nach dem Beobachtungsbogen

Die Auswertungskriterien des Beobachtungsbogens beinhalten die Kriterien des Wortschatzes, der Aussprache, des Lesens, des Schreibens, der Grammatik und der Persönlichkeitsmerkmale. Da es sich bei dem Schülerinterview b14XM um ein mündliches Interview handelt, sind aber nur die folgenden Kriterien messbar: Der Wortschatz, die Aussprache und die Grammatik.

3.1.1 Der Wortschatz

In dem Schülerinterview ist der relevante Wortschatz der Mitteilungswortschatz. Denn diesen Wortschatz kann der Schüler selbstständig produzieren (vgl. sächsisches Bildungsinstitut: 20). Die Analyse zeigt, dass sich der Mitteilungswortschatz auf der geringsten Niveaustufe I befindet. So wird in Abgrenzung zur Stufe zwei deutlich, dass der Schüler oder die Schülerin nur einige Adjektive wie gelben oder blau (Z.20) sowie keine zusammengesetzten Subjekte benutzt. Vielmehr wird ein „Grundwortschatz mit einfacher Bedeutung“ (vgl. sächsisches Bildungsinstitut: 20) verwendet. Der Schüler mit der Erstsprache Türkisch verwendet Wörter wie Cousine (Z.6), zu Hause (Z.7), oder braune Biomüll (Z.21). Die verwendeten Nomina betreffen die Welt zu Hause.

3.1.2 Die Aussprache

Die Aussprache des Schülers oder der Schülerin ist deutlich und verständlich. Mögliche Aussprachschwierigkeiten zeigen sich in Zeile 21, 30 und 32 in Form von * gibs. Es ist jedoch nicht sicher geklärt, ob es sich tatsächlich um einen Aussprachefehler handelt, oder einen Fehler, welcher zeigt, dass der Schüler die Zusammensetzung des Wortes noch nicht ganz verstanden hat. Die Einschätzung geht eher in die Richtung, dass der Schüler, welcher sich auf der Profilstufe I befindet, die Zusammensetzung des Wortes noch nicht richtig verstanden hat. Hierzu steht näheres im Kapitel unter der Zuordnung zu den Sprachebenen: ‚Morphosyntaktische Fehler‘. Sicher nachweisbare Aussprache-schwierigkeiten hat der Schüler nicht. Folglich ist das Ausspracheniveau mit IV das Höchste.

3.1.3 Die Grammatik

Ein weiteres Kriterium, welches für ein Interview wichtig ist, ist die Grammatik. Die Niveaustufen im Bereich der Grammatik orientieren sich vom Niveau I: „Verb an zweiter Stelle“ bis zum Niveau IV: „Nebensätze, in denen das Verb am Ende steht“ (vgl. sächsisches Bildungsinstitut: 26). Es sind Parallelen zu den bereits angesprochenen Profilstufen der Profilanalyse zu erkennen. So zeigt sich in der Analyse der Grammatik eine gleiche Struktur der Verteilung wie bei den obig analysierten Profilstufen. So sind die Grammatikniveaus der ersten und zweiten Stufe am häufigsten vertreten. Diese beschreiben die Grammatikeigenschaften „Verb an zweiter Stelle“ (sächsisches Bildungsinstitut: 26) sowie Äußerungen mit einem zweiteiligen Prädikat (vgl. sächsisches Bildungsinstitut: 26). Der Schüler befindet sich auf der Niveaustufe II der Grammatik, da er das zweiteilige Prädikat zumindest teilweise anwenden kann. Die Aussagen der untersuchten Schülerin oder der untersuchten Schüler sind im Kapitel 2 nachzuschlagen, da sie sich hinsichtlich der Grammatikmerkmale gleichen.

3.2 Die Zusammenfassung der Niveaubeschreibung

Die Niveaubeschreibungen zeigen, dass sich der Wortschatz des Schülers noch auf dem geringsten Niveau befindet. Dies ist nicht verwunderlich, denn auch das Grammatikniveau befindet sich auf Niveaustufe II und analog mit der Profilstufe 1 auf einem geringen Niveau. So besteht für den Schüler kaum die Möglichkeit, einen breiten Wortschatz zu etablieren und diesen anzuwenden. Im Gegensatz zu den strukturellen Merkmalen der Sprache bereitet die Aussprache dem Schüler keine Probleme. Hier befindet er sich auf der höchsten Niveaustufe.

4. Die Fehleranalyse des Schülerinterviews

DaZ-Lerner entwickeln nicht nur verschiedene Fähigkeiten in der deutschen Sprache, welche sie - messbar durch das Sprachniveau oder das Sprachprofil - erlernen. Sie machen auch Fehler in der deutschen Sprache. Die Fehler, welche DaZ-Lerner mit der deutschen Sprache machen, können kategorisiert und benannt werden. Sie liegen auf verschiedenen Ebenen wie der linguistischen, der kontrastiv-linguistischen oder der psycholinguistischen Ebene (vgl. Chlosta 2008: 267). DaZ-Lerner machen jedoch nicht nur linguistische Fehler, sie haben auch öfter Probleme, die Sprache situationsangemessen zu verwenden. Dies liegt an der sprachlichen Situation der Lerner, welche oft schwerer in der Lage sind, diese Situationen zu erkennen (vgl. Chlosta 2008: 266).

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Analyse des Sprachniveaus eines türkischen Schülers. Wie kann der Erwerb der deutschen Sprache gezielt gefördert werden?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
25
Katalognummer
V496795
ISBN (eBook)
9783346014962
ISBN (Buch)
9783346014979
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Türkisch, Deutsch, lernen, Unterricht, Schüler, Lehrer, Stunde, Vorbereiten, Fördern, üben, Arbeit, Schule, Ref, Uni, Seminar, Sprachförderung, Sprache lernen, Deutsch lernen, Deutsch für Flüchtlinge, gute Note, Deutsch als Zweitsprache
Arbeit zitieren
Chris K. (Autor), 2018, Analyse des Sprachniveaus eines türkischen Schülers. Wie kann der Erwerb der deutschen Sprache gezielt gefördert werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496795

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