Der vorliegende Unterrichtsentwurf bezieht sich auf den Lehrplan Ethik für den Gymnasialen Bildungsgang für die Jahrgangsstufen 5 - 13 des Bundeslandes Hessen. Für die dargestellte Unterrichtseinheit habe ich mich für das Inhaltsfeld "Selbst und Welt" entschieden. Dieses Inhaltsfeld berücksichtigt die Auseinandersetzungen mit sich selbst, aber auch mit dem eigenen Umfeld. Thema der dargestellten Unterrichtseinheit ist das Märchen "Aschenputtel".
Anhand von Märchen können die Schülerinnen und Schüler (SuS) unterschiedlichste Kompetenzen erwerben. Der Fokus soll in dieser Unterrichtseinheit auf der Erarbeitung der literarischen Figuren im Märchen und der Auseinandersetzung mit Rollenstereotypen liegen. Durch das Märchen "Aschenputtel" sollen die SuS sich kritisch mit den typisch männlichen und typisch weiblichen Eigenschaften und Rollenbildern, die in diesem Märchen vermittelt werden, auseinander setzen und erfahren, wie sich Rollenstereotypen auf die Wahrnehmung der einzelnen Figuren auswirken kann. Anschließend sollen die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler kritisch hinterfragt werden. In der Unterrichtsstunde zum Märchen "Aschenputtel", sollen die SuS außerdem den Inhalt des als Hausaufgabe gelesenen Märchens wiedergeben und die einzelnen Charaktereigenschaften der im Märchen dargestellten Figuren erarbeiten können.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung zur Thematik
2. Vorstellung des Stundenthemas
3. Lernziele und Kompetenzen
3.1 Kompetenzbereiche
3.2 Ausgewählte Kompetenzen der Unterrichtseinheit
3.3 Lernziele der Unterrichtsstunde
4. Bemerkungen zur Lerngruppe
5. Sachanalyse
6. Handlungsbezogene Begründung
7. Didaktische Analyse
8. Exemplarischer Stundenverlaufsplan
10. Literaturverzeichnis
11. Anlagen
Text „Aschenputtel“
Bildimpuls
Arbeitsblatt
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit entwickelt ein Unterrichtskonzept für das Fach Ethik in der sechsten Jahrgangsstufe, das anhand des Märchens „Aschenputtel“ eine kritische Auseinandersetzung mit traditionellen Rollenbildern und Geschlechterstereotypen anstrebt. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler dazu zu befähigen, literarische Figuren zu charakterisieren, die vermittelten Werte kritisch zu reflektieren und alternative Verhaltensweisen in einer gender-sensiblen Perspektive zu erproben.
- Charakterisierung literarischer Figuren im Märchen
- Kritische Analyse von Geschlechterrollen und Stereotypen
- Erarbeitung von Kompetenzen zur Textanalyse
- Förderung des Empathieverständnisses durch Perspektivwechsel
- Kreative Auseinandersetzung mit Märchenstoffen in der modernen Zeit
Auszug aus dem Buch
1. Hinführung zur Thematik
Die Verwendung des Wortes „Märchen“ kann bis ins frühe 15. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Der heutige bekannte Begriff „Märchen“ wird allerdings erst seit dem 18. Jahrhundert verwendet. Der Begriff stammt von dem Wort „Maere“ ab, was so viel wie „Kunde, Bericht, Erzählung, Gerücht.“ Bedeutet. Durch die Gebrüder Grimm bekam das Märchen große Popularität und steht noch heute für eine phantastische Erzählung. Eine genaue Begriffsbestimmung entstand in Deutschland vor allem durch ihr Werk der „Kinder- und Hausmärchen“. Sie unterschieden dort erstmals zwischen poetischen Märchen und historischen Sagen.
Was die Erzähltraditionen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm angeht, ist bekannt, dass die meisten Märchen aus mündlicher Überlieferung stammen und ein Fundus aus zusammengetragenen, volkstümlichen, nachbearbeiteten Erzählungen sind, die die Gebrüder hauptsächlich aus dem Kasseler Stadtbürgertum, aus dem sie auch selbst stammten, schöpften. Man unterscheidet zudem zwischen zwei Arten von Märchen, den Volks- und den Kunstmärchen. Das Volksmärchen stellt dabei die ursprüngliche Form des Märchens. Diese Erzählungen kommen, worauf der Name bereits hinweist, aus dem Volk. Durch die mündliche Überlieferung dieser Erzählungen gab es keine feste Form und auch keine bekannten Autoren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung zur Thematik: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft und die historische Entwicklung des Märchenbegriffs sowie die Unterscheidung zwischen Volks- und Kunstmärchen.
2. Vorstellung des Stundenthemas: Hier wird der Bezug zum Lehrplan Ethik hergestellt und das Ziel formuliert, anhand von „Aschenputtel“ Rollenbilder und Charaktereigenschaften kritisch zu untersuchen.
3. Lernziele und Kompetenzen: Dieses Kapitel definiert die angestrebten Sach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenzen sowie die konkreten Lernziele für die Unterrichtseinheit.
4. Bemerkungen zur Lerngruppe: Hier wird die Zusammensetzung und das Lernverhalten der Ethikklasse der sechsten Jahrgangsstufe analysiert, die als Basis für das Unterrichtskonzept dient.
5. Sachanalyse: Dieses Kapitel begründet die methodische Wahl der Sozialform Partnerarbeit und erläutert den Aufbau der Einstiegsphase.
6. Handlungsbezogene Begründung: Diese Begründung reflektiert die Entscheidung für spezifische Methoden wie den Bildimpuls und die Bedeutung der kreativen Hausaufgabe.
7. Didaktische Analyse: Hier erfolgt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Märchen „Aschenputtel“ unter dem Fokus der Geschlechterrollen und der Bedeutung für die kindliche Entwicklung.
8. Exemplarischer Stundenverlaufsplan: Dieser Teil enthält die tabellarische Übersicht des geplanten Unterrichtsablaufs mit Zeitangaben, Phasen und Medien.
10. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen und didaktischen Quellen.
11. Anlagen: Verzeichnis der begleitenden Materialien wie Textfassungen, Bildimpulse und Arbeitsblätter.
Schlüsselwörter
Märchen, Aschenputtel, Ethikunterricht, Rollenbilder, Geschlechterstereotype, Kompetenzorientierung, Didaktik, Gebrüder Grimm, Partnerarbeit, Charakterisierung, Identitätsentwicklung, Literaturpädagogik, Unterrichtsentwurf, Sozialkompetenz, Wertevermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt ein konkretes Unterrichtskonzept für den Ethikunterricht in Klasse 6 vor, das sich mit der Analyse und Reflexion von Geschlechterrollen im Märchen „Aschenputtel“ befasst.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Zentral sind die Charakterisierung literarischer Figuren, die Untersuchung männlicher und weiblicher Rollenmuster sowie die kritische Reflexion dieser gesellschaftlich geprägten Vorstellungen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die SuS sollen die Figuren des Märchens verstehen, die darin vermittelten Rollenbilder identifizieren und in einer kritischen Diskussion hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktische Struktur gewählt, die auf Partnerarbeit zur Charakterisierung sowie auf offene Unterrichtsgespräche (UG) zur Reflexion setzt.
Was wird im Hauptteil des Konzepts behandelt?
Der Hauptteil umfasst die methodische Planung, die Sachanalyse der Märchenmotive sowie die konkrete Gestaltung der einzelnen Phasen von der Einstiegsphase bis zur Sicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Märchen, Geschlechterstereotype, Ethikunterricht, Charakterisierung und Identitätsentwicklung.
Warum wurde gerade „Aschenputtel“ als Thema gewählt?
Das Märchen bietet durch seine klaren Rollenverteilungen und die starken Kontraste in der Figurenzeichnung einen idealen Anlass, um über geschlechtsspezifische Erwartungen nachzudenken.
Welche Rolle spielt die Hausaufgabe für das Konzept?
Die Hausaufgabe dient der kreativen Transferleistung: Die Schülerinnen und Schüler sollen ein eigenes, modernes Aschenputtel-Märchen schreiben, um das gelernte Wissen anzuwenden.
Wie gehen die Schülerinnen und Schüler mit der Frage eines männlichen Aschenputtels um?
Die SuS sollen im Rahmen einer Diskussion oder eines Brainstormings prüfen, ob sich die Handlung oder das Verhalten der Figur ändern würde, wenn das Geschlecht des Protagonisten vertauscht wäre.
- Arbeit zitieren
- Natalie Kellermann (Autor:in), 2019, Märchen und Fabeln im philosophischen Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/496911