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Die modernistische Doktrin und der Minimalismus

Title: Die modernistische Doktrin und der Minimalismus

Term Paper , 2004 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nils Wiegand (Author)

Art - Painting
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Clement Greenberg entwickelte seine Doktrin des Modernismus im Bereich der Malerei im Sinne einer endogenen, selbstkritischen Tendenz, der sich die Malerei in Bezug auf ihr Medium immer wieder zu stellen hat. Das Kriterium war die Eliminierung aller obsoleten Konventionen innerhalb des Bildes im speziellen und der Malerei generell: durch diesen Aussparungsprozess sollte sich die eigene Disziplin hingegen konsolidieren. Er betrachtete insofern die Planheit als dem Medium der Malerei obligatorisch und wesentlich, die Verteilung von Farbe in zwei Dimensionen auf der Leinwand als „Bedingungen, denen ein Bild entsprechen muß, damit es überhaupt als Bild erfahren werden kann.“ Dennoch beurteilt er die in der Ausstellung „ 16 Americans“(1959) gezeigten Monochrome von Frank Stella als nicht gut genug, da diese scheinbar jene Grenze transzendieren, nach der „ein Bild kein Bild mehr ist, sondern zu einem beliebigen Objekt wird (...).“ Das Bemühen, in der Malerei eine Essenz der Moderne zu finden, „reine Bilder“ zu produzieren, ist nach Greenberg in Stellas Arbeiten nicht lokalisierbar, obwohl sich die Prämissen ähneln: „Kunst schließt das nicht Notwendige aus. Frank Stella hat es für notwendig befunden, Streifen zu malen. Nichts sonst ist in seinen Bildern.“ Im Folgenden soll gezeigt werden, inwiefern Stellas Arbeiten auf der Folie von Greenbergs Modernismus-Doktrin wirken konnten und durch ihren Sprung in die dritte Dimension des Ausstellungsraums, eben diese Doktrin konterkarierten und somit der Minimal Art den Weg bahnten, die eine Spezifizität - jenseits der Konventionen der Malerei und der Skulptur - beanspruchte, die Greenberg als Willkür bezeichnete, die jedoch nicht als spezifische Qualität sondern - postmodern bedingt - als generische wirkte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Editorische Notiz

2. Clement Greenberg: die modernistische Doktrin

2.1. Das Kriterium des Modernismus: reine Form

2.2. Shaped Canvas

3. Specific Objects

3.1. Minimal Art, ABC Art, Primary Structures, Literalistic Art

3.2. objecthood: Theatralität und presence

3.3. Konzeptuelle Kunst und das ready-made

4. Minimalismus und Konzeptualismus: technische (Re-) Produzierbarkeit

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen Clement Greenbergs modernistischer Doktrin und der Entwicklung des Minimalismus sowie der Konzeptkunst. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, inwieweit minimalistische Ansätze – insbesondere durch den Sprung in die dritte Dimension und die Betonung industrieller Fertigungsweisen – Greenbergs Forderung nach der "reinen Form" konterkarierten und somit einen Paradigmenwechsel hin zur generischen Kunst einleiteten.

  • Die modernistische Doktrin nach Clement Greenberg
  • Die Rolle der "reinen Form" und der Flächigkeit im Modernismus
  • "Specific Objects" als Abkehr von traditionellen Kunstgattungen
  • Theatralität und presence als zentrale Begriffe der minimalistischen Erfahrung
  • Die technische Reproduzierbarkeit und ihre Bedeutung für die Kunstproduktion
  • Der Übergang zur Konzeptkunst und das ready-made als Funktionsfrage

Auszug aus dem Buch

3. Specific Objects

Die von Greenberg Willkür genannte Dimension, nach der ein Objekt nicht mehr als Bild erfahren werden kann, wird nun in Form der Spezifischen Objekte als Qualität an sich gefordert, was de Duve als generische Kunst bezeichnet, „d.h. Kunst, die alle Verbindungen zu den spezifischen Berufen und Traditionen der Malerei oder der Plastik abgebrochen hat.“

Untitled (1965) ist im Kontext von Judds Manifest als Beispiel für seine eigene Kunsttheorie aufschlussreich. Sieben identisch große Kästen aus galvanisiertem Eisen, die in 23cm Abstand arrangiert sind, springen in die dritte Dimension des Raums der Galerie. Der Bildinhalt des Abstrakten Expressionismus ist als spezifisches Objekt vom Bildzusammenhang befreit, jedoch auch keine Skulptur. Insofern beanspruchen sie einen paradoxalen Status: „Während sie Eigenschaften der Malerei und der Plastik kombinieren, wird von ihnen behauptet, sie seien weder das eine noch das andere.“

Die neueren Arbeiten, von denen Judd in seinem manifestartigen Aufsatz noch etwas aenigmatisch spricht, sind aufgrund dieser Willkür und der Verwendung von bislang der Kunst fremder Materialien, als Objekte zu betrachten, die sich der Konventionen der Malerei und Skulptur entledigt haben, obwohl die Künstler immer einem der beiden Bereiche entstammen. Die Erörterung der minimalistischen Arbeiten ähnelt somit demjenigen Diskurs über Duchamps ready-mades (hier: fountain, 1917), wie Kosuth bereits feststellt: „Weiterhin illustriert der Gebrauch von Kasten- oder Kubusformen in Judds Arbeiten sehr gut unsere frühere Behauptung, ein Objekt sei nur Kunst, wenn man es in einem Kunstzusammenhang stelle.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Greenbergs Modernismus-Doktrin ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Konterkarierung dieser Doktrin durch die Minimal Art aufzuzeigen.

2. Clement Greenberg: die modernistische Doktrin: Das Kapitel erläutert Greenbergs Fokus auf die reine Form und die Flächigkeit als notwendige Bedingungen der Malerei, die durch das Aufkommen von Shaped Canvases herausgefordert wurden.

3. Specific Objects: Hier wird analysiert, wie die Minimal Art als "generische Kunst" traditionelle Gattungsgrenzen überschreitet und welche Rolle Konzepte wie "Theatralität" und "presence" dabei spielen.

4. Minimalismus und Konzeptualismus: technische (Re-) Produzierbarkeit: Dieses Kapitel untersucht, wie industrielle Fertigungstechniken den Status des Kunstwerks verändern und die Grenze zur bloßen Ware verwischen.

5. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die Minimal Art Greenbergs Postulate erfolgreich ironisierte und das ready-made als zentrale Antwort auf die Suche nach einer Essenz der Kunst etablierte.

Schlüsselwörter

Minimalismus, Modernismus, Clement Greenberg, reine Form, Specific Objects, Konzeptkunst, ready-made, Theatralität, presence, industrielle Reproduzierbarkeit, generische Kunst, Bildlichkeit, Skulptur, Avantgarde, Warencharakter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den theoretischen Konflikt zwischen der modernistischen Doktrin der reinen Malerei und den minimalistischen Tendenzen der 1960er Jahre, die die Grenzen zwischen Kunstgattungen auflösten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Begriffe der Flächigkeit, der Objekthaftigkeit, der Theatralität im Galerieraum sowie die ökonomischen und technischen Implikationen der industriellen Produktion von Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie minimalistische Künstler durch das "Specific Object" Greenbergs rein formalistische Sichtweise konterkarierten und den Weg für eine neue Definition von Kunst als "generische Kunst" ebneten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kunsttheoretische Analyse, die zentrale Texte der Moderne (u.a. von Greenberg, Judd, Fried, de Duve und Benjamin) auf ihre logischen Konsistenzen und Widersprüche im Kontext der minimalistischen Kunstpraxis hin untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Greenbergs Theorie, die Entstehung der spezifischen Objekte, die Rolle der Konzeptkunst und die kritische Auseinandersetzung mit der industriellen Reproduzierbarkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Modernismus, Specific Objects, Konzeptkunst, Theatralität, Presence, ready-made und die technische Reproduzierbarkeit.

Wie bewertet der Autor Greenbergs Sicht auf Frank Stella?

Der Autor zeigt auf, dass Greenberg in einem Dilemma steckte: Einerseits lehnte er Stellas "Shaped Canvases" als willkürlich ab, andererseits konnte er den historischen Wandel hin zum Objekthaften nicht vollständig ausblenden, ohne seine eigene Theorie zu gefährden.

Inwiefern ist das ready-made eine Antwort auf die Essenzfrage der Kunst?

Das ready-made wird als "strategischer Coup" verstanden, da es nicht mehr die physische Form oder das Können des Künstlers zum Kriterium macht, sondern den Kunstkontext und die Idee selbst zur entscheidenden Instanz erhebt.

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Details

Title
Die modernistische Doktrin und der Minimalismus
College
University of Tubingen  (Kunsthistorisches Institut)
Grade
1,0
Author
Nils Wiegand (Author)
Publication Year
2004
Pages
27
Catalog Number
V49694
ISBN (eBook)
9783638460767
Language
German
Tags
Doktrin Minimalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Wiegand (Author), 2004, Die modernistische Doktrin und der Minimalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49694
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