Planungs- und Organisationsprozesse in Arztpraxen


Hausarbeit, 2007
11 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Beschreibung der Praxis

3. Vorgehen bei der Planung
3.1 Problemstellung und Zielsetzung

4. Einführen von Organisationsstrukturen
4.1 Aufbau- und Ablauforganisation
4.2 Problem und Lösungsansätze in der Aufbauorganisation
4.3 Problem und Lösungsansätze in der Ablauforganisation
4.3 Mögliche Widerstände bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen und Lösungsmöglichkeiten
4.4 Qualitätsmanagement als wichtiger Faktor

5. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass das Gesundheitssystem unter dem Einfluss medizinischer wie sozialer Entwicklungen Änderungen unterworfen ist. Prägend ist eine zunehmende Verknappung finanzieller Ressourcen mit Bezug auf die wachsende Morbidität im Zuge des demographischen Prozesses sowie sinkenden Einnahmen der Versicherungssysteme. Diese Veränderungen haben zu Verlusten bei den Leistungserbringern des Gesundheitssystems geführt. Die Honorare niedergelassener Ärzte sind in den vergangenen Jahren bei steigenden Kosten zum Teil erheblich zurückgegangen, wie es unter anderem durch Budgetierungsmaßnahmen erreicht wird.

Hinzu kommt ein wachsender Konkurrenzdruck der niedergelassenen Ärzte untereinander infolge des Niederlassungsbooms der letzten Jahre.

Auch Hausarztpraxen mussten sich neuen Gegebenheiten anpassen. Entscheidend im Zuge dieser Veränderungen ist die Einstellung auf den kommenden Wettbewerb und die Schaffung von Voraussetzungen, um das Unternehmen Arztpraxis am Gesundheitsmarkt ideal positionieren zu können.

Funktionierende Organisationsabläufe sind zum wirtschaftlichen Führen einer Arztpraxis und zur Zufriedenstellung der Patienten bzw. Kunden unerlässlich. In der vorliegenden Arbeit wird am Beispiel von Problemen beim Patientendurchfluss in einer Hausarztpraxis die Einführung von neuen Strukturen besprochen und welche Probleme auftreten könnten.

2. Beschreibung der Praxis

Im hier betrachteten exemplarischen Fall handelt es sich um eine allgemeinmedizinische Praxis in einem östlichen Stadtteil der hessischen Landeshauptstadt: Wiesbaden-Bierstadt. Sie wird seit etwa 21 Jahren durch einen derzeit 55-jährigen promovierten Facharzt für Allgemeinmedizin als Einzelpraxis mit hausärztlichem Versorgungsspektrum geführt und umfasst das Gesamtgebiet der Allgemeinmedizin mit zusätzlichem geriatrischem Schwerpunkt.

Der Praxisinhaber trägt die Zusatzbezeichnungen und Schwerpunkte Notfallmedizin, Geriatrie, Sportmedizin, psychosomatische Grundversorgung, Ernährungsmedizin sowie Palliativmedizin. Er beteiligt sich am vertrags-ärztlichen Notfalldienst in Wiesbaden nach Maßgabe der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, betreut lokale Herzsportgruppen und übernimmt die Funktion Leitender Notarzt im Stadtgebiet Wiesbaden.

Die Praxis beschäftigt im nahtlosen Wechsel ständig einen Assistenzarzt in Facharztweiterbildung zum Allgemeinmediziner. Als Besonderheit findet durch die Praxis ein regelmäßiges und ausgedehntes Hausbesuchswesen vorwiegend für betagte Patienten statt, welches im Wesentlichen durch den Assistenzarzt mit praxiseigenem Personenkraftwagen in der vormittäglichen Praxiszeit im gesamten Wiesbadener Stadtgebiet erfolgt.

In der Praxis sind zwei Arzthelferinnen in Vollzeittätigkeit, eine helferische Teilzeitkraft, ein Lehrling sowie stundenweise eine Reinigungskraft beschäftigt. Technische Wartung und elektronische Datenverarbeitung werden in Eigenleistung oder durch einen Servicemitarbeiter auf Abruf durchgeführt. Abrechung und Buchhaltung werden durch ein externes Rechnungsbüro bearbeitet.

Die Praxis befindet sich in einem Wohnmischgebiet der Stadt Wiesbaden (ca. 12.500 Einwohner[1] ) mit guter Anbindung an den städtischen Personennahverkehr (Bushaltestelle zwei Gehminuten von der Praxis) und ist ebenerdig erreichbar. Eigene Parkplätze werden nicht vorgehalten, jedoch ist das Parken in Praxisnähe kostenfrei für einige Personenkraftwagen möglich.

Die Praxisräume befinden sich in einem Zwei-Etagen-Mietgebäude, das zusätzlich eine frauenärztliche Praxis und eine Einliegerwohnung unterbringt. Die Praxis verfügt im Parterre und den Kellerräumen über jeweils etwa 90qm Fläche. Nach Betreten gelangt man in einen Mittelraum, der als Anmeldung dient. Von dort sind freier Zugang zu Wartezimmer (zwölf Sitzplätze), den drei Sprechzimmern, dem Behandlungsraum sowie den Kellerräumen und der Patiententoilette gegeben. Der Behandlungsraum ist durch Trennwände und –türen vierfach in Behandlungsparzellen unterteilt. Hier sind Injektionsanwendungen, Iontophorese- und Kurzwellentherapie, Wundversorgung sowie Diagnostik (EKG, Doppler, Lungenfunktion, Ergometrie) parallel möglich. Eines der Sprechzimmer dient gleichzeitig als Büro des Praxisinhabers, in einem weiteren Sprechzimmer sind Sauerstofftherapie und Blutentnahme möglich. Alle Räumlichkeiten sind mit vernetzten Computern ausgestattet; die Administration ist somit vollumfänglich von jedem Raum aus abzuwickeln. Die Anmeldung dient als zentrale Administration für das Papierwesen, Terminvergabe, Telefondienst und Organisation des Hausbesuchswesens. Die Patientenkarteikarte und Terminierung werden gemischt auf Papier und elektronisch geführt

Die Praxis ist Mo–Fr 07:30–12:30Uhr geöffnet. Weiterhin Mo und Do 14:00–19:00Uhr, Di 17:00–20:00 Uhr und Fr 12:30–15:00Uhr. Laborleistungen können bis 8:30 erbracht und an einen etwa zehn Gehminuten entfernten Laborverein bis 16:00 Uhr zur Analyse abgegeben werden. Spezifische Apparategemeinschaften bestehen nicht, jedoch gewachsene und tradierte Zusammenarbeit mit bestimmten Facharztpraxen im Stadtgebiet. Die Möglichkeit auf Sonographie ist nicht gegeben.

In den Kellerräumen befinden sich Lager, Personaltoilette sowie Aufenthalts-raum und Umkleide des Personals.

3. Vorgehen bei der Planung

Der Planungsprozess umfasst idealerweise die folgenden Teilphasen: Zielbe-stimmung, Problemanalyse, Suche nach Alternativen, Prognose, Bewertung und Entscheidung[2]. Zur Optimierung von Abläufen sollten einfache Ziele gewählt und durch Schaffung geeigneter Strukturen erreicht werden.

3.1 Problemstellung und Zielsetzung

Aus dem erlebten Praxisalltag sowie stichprobenartigen Kundenbefragungen zeigen sich Defizite hinsichtlich des Patientendurchflusses mit zum Teil langen Wartezeiten trotz Terminvergabe. Damit einhergehend entstehen im Tagesverlauf tägliche Überstunden. Zeitgleich erreichen diesbezügliche Beschwerden gelegentlich die Anmeldung. Dies ist mit zusätzlichen Störungen im Betriebsablauf verbunden und führt zur Unzufriedenheit der Kunden/Patienten.

Für die gewählte Beispielpraxis können zwei kurz- bis mittelfristige Ziele formuliert werden:

a. Harmonisierung des Praxisablaufes durch Straffung der Sprechstundenzeiten und Schaffung von Arbeitsteilung
b. Erhöhung der Zufriedenheit bei Patienten und Angestellten

[...]


[1] Vgl. Landeshauptstadt Wiesbaden (21.11.2007), http://www.wiesbaden.de

[2] Vgl. Deuser, J.: 2007, S. 33

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Planungs- und Organisationsprozesse in Arztpraxen
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Veranstaltung
Planungs- und Organisationsprozesse
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
11
Katalognummer
V497109
ISBN (eBook)
9783346009524
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net schüler-wissen
Schlagworte
planungs-, organisationsprozesse, arztpraxen
Arbeit zitieren
Dr. Manuel Anhold (Autor), 2007, Planungs- und Organisationsprozesse in Arztpraxen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497109

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