Serbien und Montenegro im Zweiten Weltkrieg 1941-1945


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2005
33 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Die Zerschlagung und Aufteilung des Königreichs Jugoslawien

Das okkupierte Serbien und der Banat 1941-1944

Die Bačka und die Baranja als Teil Ungarns

Syrmien im „Unabhängigen Staat Kroatien“ [NDH]

Montenegro als italienisches und deutsches Protektorat

Der Kosovo unter italienischer und deutscher Besatzung

Bürgerkrieg in Serbien und Montenegro: Nationale, nationalistische und revolutionäre Kräfte im Kampf

Anmerkungen zu den Anfängen des kommunistischen Transformationsprozesses

Schlussbemerkungen

Die Zerschlagung und Aufteilung des Königreichs Jugoslawien

Als wütende Reaktion auf einen Putsch serbischer Militärs und Oppositionspolitiker fasste Adolf Hitler Ende März 1941 den folgenschweren Entschluss, das Königreich Jugoslawien „so rasch als möglich“[1] zu zerschlagen. Damit fand der im Dezember 1918 aus dem Königreich Serbien, dem Königreich Montenegro und der Erbmasse der Habsburgermonarchie entstandene Staat nach knapp 23 Jahren ein unrühmliches Ende. Die ersten deutschen Bomben schlugen ohne vorherige Kriegserklärung in Belgrad [Beograd] am frühen Morgen des 6. April 1941 ein („Unternehmen Strafgericht“) und nach lediglich elf Kriegstagen gegen Deutschland, Ungarn und Italien musste das durch seine ungelöste nationale Frage paralysierte[2] und militärisch weit unterlegene Königreich Jugoslawien die bedingungslose Kapitulation hinnehmen. Der jugoslawische Vielvölkerstaat wurde – im Wesentlichen nach den reichlich kurzsichtigen Vorstellungen und „improvisierten Entscheidungen“[3] Hitlers – auf den Wiener Verhandlungen vom 20. bis zum 22. April 1941 unter den Achsenmächten aufgeteilt: Deutschland besetzte ohne Rücksprache mit Rom [Roma] den größeren Teil Sloweniens, zwar ohne die Hauptstadt Laibach [Ljubljana], dafür okkupierten deutsche Truppen die Untersteiermark, das ehemalige kärntnerische Miesstal, die Gemeinde Seeland und Oberkrain. Vier Katastralgemeinden in der Nordwestecke des Übermurgebiets [Prekmurje] wurden von Deutschland annektiert[4]. Italien annektierte fast den ganzen Rest Sloweniens [ Provincia di Lubiana ] , die gesamte dalmatinische Platte von Zadar bis Split sowie die meisten der dalmatinischen Inseln. Montenegro (ohne die Bucht von Kotor [Boka Kotorska] sollte als „unabhängiger“ Staat unter italienischem Protektorat wiederauferstehen. Das ebenfalls von Italien regierte Albanien hielt sich am größten Teil des Kosovo [Kosovë][5], dem westlichen Makedonien und einem mehrheitlich von Albanern bewohnten Streifen zwischen Montenegro und Albanien schadlos. Fast ganz Makedonien, Teile Süd- und Ostserbiens und der Rest des Kosovo wurden von Bulgarien einverleibt. Ungarn gliederte mehrere nach dem Ersten Weltkrieg verloren gegangene Gebiete des historischen Südungarns, namentlich die Bačka und die Baranja wieder ein und erweiterte sein Territorium zudem um das in der Zwischenkriegszeit zu Kroatien gehörende Zwischenmurgebiet [Međimurje] und das von Slowenien abgetrennte Prekmurje. Serbien - ungefähr in den Grenzen vor den Balkankriegen - und der serbische Banat kamen unter deutsche Militärverwaltung. Kroatien-Slawonien mit Syrmien und ganz Bosnien-Herzegowina bildeten schließlich den faschistischen „Unabhängigen Staat Kroatien [ Nezavisna Država Hrvatska, im folgenden auch: NDH] mit dem poglavnik [Staatsoberhaupt] Ante Pavelić an seiner Spitze[6].

Karte 1: Die Aufteilung Jugoslawiens, 1941

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Jozo Tomasevich, War and Revolution in Yugoslavia, 1941-1945. Occupation and Collaboration (Stanford 2001) 62.

An der Hitlerschen „Neuordnung“ war – um mit den Worten des britischen Historikers Alan Milward zu sprechen – wenig neu und noch weniger in Ordnung[7]. Sie zeichnete sich durch Kurzsichtigkeit, Planlosigkeit und mangelnde historische Kenntnisse aus, was Staatssekretär Ernst Freiherr v. Weizsäcker bereits im April 1941 zu folgender Aussage verleiten ließ:

„Im übrigen scheint mir die Neuordnung des Balkans [...] so zu erfolgen, dass keiner mit seinem Nachbarn sich vertragen kann. [...] Ich frage mich nur, wer diesen Sack voll von Flöhen jetzt im Kriege hüten wird.“[8]

Im vorliegenden Aufsatz werden zunächst die Rahmenbedingungen in den unter deutscher, ungarischer, kroatischer und italienischer (albanischer) Besatzung stehenden Territorien auf dem Gebiet des heutigen Serbien und Montenegro diskutiert[9], bevor auf Programm, Aktionsradius und Wirkung der zwei zentralen Bürgerkriegsparteien (serbische und montenegrinische četnici und Titos Partisanen) eingegangen wird. Das letzte Kapitel ist der endgültigen Machtübernahme durch die kommunistisch dominierte Volksbefreiungsarmee und den Anfängen der sozialistischen „Erneuerung“ [ obnova ][10] Serbien und Montenegros gewidmet.

Das okkupierte Serbien und der Banat 1941-1944

Der deutsche Besatzungsapparat in Serbien

Mit einer auf den 20. April 1941 datierten Anordnung des Oberbefehlshaber des Heeres Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch wurden „Restserbien“ und der Westbanat[11] unter deutsche Militärverwaltung gestellt, an deren Spitze ein Militärbefehlshaber mit wechselnden Bezeichnungen und Kompetenzen stand[12]. Die Dienststelle des Militärbefehlshabers gliederte sich in einen Kommandostab für militärische Angelegenheiten und in einen Verwaltungsstab, der als Steuerungs- und Kontrollinstrument den landeseigenen Behörden gegenüber gedacht war. Erst im Oktober 1941 wurden im Zusammenhang mit der Niederschlagung des ersten serbischen Aufstandes Truppenführung und Territorialgewalt de facto in der Hand des Militärbefehlshabers vereint[13]. Serbien und der Banat waren in vier Feldkommandanturen (Belgrad, Pančevo, Niš und Užice), neun Kreiskommandanturen und zahlreiche Ortskommandanturen eingeteilt[14]. Auf gleicher Stufe mit dem Militärbefehlshaber standen seit Anbeginn der deutschen Besatzungszeit zum einen der direkt Reichsmarschall Hermann Göring unterstellte „Generalbevollmächtigte für die Wirtschaft in Serbien“, Franz Neuhausen, sowie zum andern der „Bevollmächtigte des Auswärtigen Amtes beim Militärbefehlshaber in Serbien“, Felix Benzler. Zu den drei bestehenden Zweigen der deutschen Militärverwaltung (Militär, Wirtschaft, Außenbeziehungen) reihte sich im Februar 1942 noch ein vierter ein, als zur effizienteren Bekämpfung des serbischen Widerstands ein „Höherer SS- und Polizeiführer in Serbien“ in der Person des ehemaligen österreichischen Gendarmeriemajors August Meyszner eingesetzt wurde. Der nach den Weisungen des „Reichsführers SS und Reichsinnenministers“ Heinrich Himmler operierende Meyszner befehligte neben der deutschen „Ordnungspolizei“ (über 4.000 Mann) die bis dahin unter dem Kommando des serbischen Ministerpräsidenten Milan Nedić stehende „Serbische Staatswache“ und wirkte entscheidend bei der Organisation der vornehmlich aus Banater „Volksdeutschen“ rekrutierten „7. SS-Freiwilligen-Gebirgsdivision Prinz Eugen“ mit. Spätestens mit dem Stellenantritt des machthungrigen und ausgesprochen serbophoben Meyszner lässt sich eine klare Linie in der deutschen Okkupationspolitik nicht mehr erkennen und der bisher latente Konflikt zwischen deutschen Dienststellen trat offen zu Tage. Auch die im Dezember 1942 von Hitler eingeleitete Umstrukturierung auf der obersten Kommandoebene für Südosteuropa[15] - eine Konsequenz der sich verschlechternden militärischen Gesamtsituation Deutschlands – und die Einsetzung eines „Militärbefehlshabers Südost“ mit Sitz in Belgrad im Sommer 1943[16] sind als kosmetische Änderungen zu klassifizieren und änderten wenig an der verfahrenen Situation auf dem Balkan im Allgemeinen und in Serbien im Besonderen.

Erst mit dem Ausscheiden Italiens im September 1943 und der damit verbundenen Ausweitung der durch deutsche Truppen besetzten Gebiete (Albanien, West-Makedonien, große Teile des Kosovo, Montenegro, Sandžak, Dalmatien [Dalmacija]) schien Hitler zu begreifen, dass lediglich ein klares Konzept in der Okkupations- und Kollaborationspolitik den militärischen und politischen Vormarsch von Titos Partisanen zu bremsen vermochte. Die Ernennung des Wieners Hermann Neubacher[17] zum „Sonderbevollmächtigten des Auswärtigen Amtes für den Südosten“ Ende August 1943 läutete die so genannte „Neue Politik“ Hitlers in Südosteuropa ein: Neubacher erhielt gemäß Anordnung des „Führers“ vom 29. Oktober 1943 den Auftrag, den Kampf gegen den Kommunismus einheitlich zu steuern und dazu einheimische nationalistische (nationale) und anti-kommunistische Gruppierungen heranzuziehen[18]. Neben der konzeptionellen Einbindung serbischer und montenegrinischer četnici in den Dienst Deutschlands stellte die politische Aufwertung der Nedić-„Regierung“ zusammen mit der (angedachten) territorialen Ausdehnung „Restserbiens“ den zweiten Grundpfeiler der „Neuen Politik“ dar. Die offene, aber dennoch eher taktische als ideologisch begründete Kollaboration aller serbischen nationalistischen Kräfte mit dem deutschen Besatzer war aus der Warte Deutschlands insofern erfolgreich, als dass der sich abzeichnende Sieg der kommunistisch geführten „Volksbefreiungsarmee“ für ein paar Monate hinausgezögert werden konnte. Hingegen scheiterte die von Neubacher geplante Macht- und Kompetenzerweiterung des serbischen Kollaborationsapparates zur Gänze am Widerstand von August Meyszner und Franz Neuhausen (Neuhausen übernahm neben seinem Posten als „Generalbevollmächtigter für die Wirtschaft“ im Oktober 1943 zusätzlich die Pflichten des Chefs des militärischen Stabes der Militärverwaltung)[19]. Nicht zuletzt blieb die „Neue Politik“ deswegen auf halbem Wege stecken, weil Hitler zu keinem Zeitpunkt bereit war, seine misstrauische und feindliche Attitüde gegenüber Ministerpräsident Nedić und den Serben zu revidieren.

Der konzentrierte Angriff von Einheiten der „Volksbefreiungsarmee“ gegen deutsche und mit ihnen kollaborierende serbische Truppen Ende August 1944 und der sowjetische Vorstoß Ende September Richtung Serbien und Banat markierte das Ende der deutschen Besatzungszeit. Sämtlichen der zentralen Figuren des deutschen Besatzungsapparates gelang entweder der Rückzug nach Deutschland oder sie waren bereits vor Herbst 1944 versetzt worden, wobei einige später nach Jugoslawien ausgeliefert und verurteilt wurden[20].

Charakteristisch für die deutsche Besatzungspolitik in Serbien war zweifellos das Fehlen einer klar nach Kompetenzen geregelten Befehlsstruktur. Die Reibereien und Streitigkeiten zwischen den vier oben beschriebenen „Ministerien“ (Militär, Wirtschaft, Außenbeziehungen und Polizei) und den zahlreichen sonstigen in Serbien tätigen deutschen Organisationen (Propagandaabteilung, Kulturbund, Organisation Todt, Arbeitsdienst, Geheimdienst, Funkverkehrüberwachung, usw.) verhinderten eine einheitliche und effiziente Okkupationspolitik, worunter in erster Linie die serbische Zivilbevölkerung zu leiden hatte.

[...]


[1] Hitlers Weisungen für die Kriegführung 1939-1945. Dokumente des Oberkommandos der Wehrmacht, ed. Walter Hubatsch (Frankfurt a. M. 1962) 106.

[2] Angeblich soll es jugoslawische Generäle gegeben haben, die anlässlich ihres bevorstehenden Fronteinsatzes gesagt haben: „Doviđenja u zarobljeništvu“ [Auf Wiedersehen in der Gefangenschaft]. Branko Petranović, Srbija u drugom svetskom ratu 1939-1945 [Serbien im Zweiten Weltkrieg] (Beograd 1992) 109. Die partielle Hilfstätigkeit donauschwäbischer, bereits seit Mai 1940 bestehender paramilitärischer Einheiten (so bei der Besetzung des Militärflugplatzes in Zemun [Semlin], die meist gewaltlose Entwaffnung zerfallender jugoslawischer Einheiten, aber auch die unstrittige donauschwäbische Beteiligung an Plünderungen und Massenerschießungen während des April-Krieges oder unmittelbar danach trugen nicht entscheidend zur schnellen Niederlage des Königreichs Jugoslawien bei. Zoran Janjetović, Die Konflikte zwischen Serben und Donauschwaben. In: Südost-Forschungen (1999) 58, 156 ff.

[3] Holm Sundhaussen, Okkupation, Kollaboration und Widerstand in den Ländern Jugoslawiens 1941-1945. In: Okkupation und Kollaboration (1938-1945). Beiträge zu Konzepten und Praxis der Kollaboration in der deutschen Okkupationspolitik. Zusammengestellt und eingeleitet von Werner Röhr (= Europa unterm Hakenkreuz. Die Okkupationspolitik des deutschen Faschismus (1938-1945), Ergänzungsband 1, ed. Bundesarchiv, Berlin/Heidelberg 1994) 349.

[4] Arnold Suppan, Zwischen Adria und Karawanken. Deutsche Geschichte im Osten Europa (Wien 1998) 393.

[5] Das Gebiet um Kosovska Mitrovica (inklusive Trepča) war wegen seines bedeutenden Blei- und Zinkbergwerks faktisch von Deutschland besetzt. Petranović, Srbija u drugom svetskom ratu 114.

[6] Jozo Tomasevich, War and Revolution in Yugoslavia, 1941-1945. Occupation and Collaboration (Stanford 2001) 61-64. Den genauen Grenz- und Demarkationslinienverlauf der Hitlerschen “Neuordnung” in Jugoslawien beschreibt: Slobodan D, Milošević, Okupatorska podela Jugoslavije 1941-1945 [Besatzungsaufteilung Jugoslawiens 1941-1945]. In: Istorija 20. veka, god. X, broj (1992) 1-2, 125-143.

[7] Holm Sundhaussen, Geschichte Jugoslawiens 1918-1980 (Stuttgart u. a. 1982) 110. Dazu auch: Milan Ristović, Third Reich’s „New Order“ Planning and Practice in the Balkans, 1941-1944: Serbian and Greek Case, http://www.udi.org.yu/articles/MRI_3rd_reich_new_order.pdf

[8] Sundhaussen, Okkupation, Kollaboration und Widerstand 353.

[9] Auf die Ereignisse in den durch Bulgarien annektierten Randgebieten Südostserbiens und der östlichen Distrikte des Kosovo wird im folgenden nicht eingegangen. Diesbezügliche Literatur: Venceslav Glišić, Boro Mitrovski, Tomo Ristovski, Das Bulgarische Heer in Jugoslawien 1941-1945 (Beograd 1971).

[10] Ein Propaganda-Sprichwort dieser Zeitperiode lautete trefflich: „ Nema odmora dok traje obnova“ [Es gibt keine Rast, solange die Erneuerung andauert]. Momčilo Mitrović, Izgubljene iluzie. Prilozi za društveni istoriju Srbije 1944-1952 [Verlorene Illusionen. Beiträge zur Sozialgeschichte Serbiens 1944-1952] (Beograd 1997) 5.

[11] Die beiden Gebiete umfassten eine Fläche von 51.000 km2 und zählten im Frühjahr 1941 rund 3,8 Mio. Einwohner. Im Banat (9.776 km2) lebten rund 640.000 Einwohner, davon 295.000 Serben, 120.000 Deutsche, 95.000 Magyaren, 70.000 Rumänen, 18.000 Slowaken, 14.000 Kroaten und 4.000 Juden. Jovan Marjanović, The German Occupation System in Serbia in 1941. In: Les Systèmes d’ Occupation en Yougoslavie 1941-1945 (Belgrade 1963) 273. Für die Resultate einer von den „Volksdeutschen“ im Juni 1941 durchgeführten Erhebung siehe: Ekkehard Völkl, Der Westbanat 1941-1944. Die deutsche, die ungarische und andere Volksgruppen (= Studia Hungarica 38, München 1991) 63 f.

[12] Als erster Militärbefehlshaber fungierte Luftwaffengeneral Helmuth Förster, der schon im Juni 1941 von General der Flakartillerie Ludwig von Schröder abgelöst wurde. Letzterer starb einen Monat später, worauf den Posten Luftwaffengeneral Heinrich Danckelmann übernahm. Auf Danckelmann folgte der aus der Steiermark stammende General Franz Böhme und im Dezember 1941 schließlich General Paul Bader, der in dieser Funktion bis August 1943 tätig war. Im Zusammenhang mit einer im Juli 1943 von Hitler eingeleiteten „Umstrukturierung für die Befehlsführung und Verteidigung des Südostraumes“ (Weisungen des OKH Nr. 48, Nr. 48a und Nr. 48b) wurde die Stelle des „Militärbefehlshaber Südost in Belgrad“ neu geschaffen und Bader durch den General der Infanterie Hans Gustav Felber ersetzt. Tomasevich, Occupation and Collaboration, 66, 72, 183 und 221; Hubatsch, Hitlers Weisungen 218 ff.; Karl-Heinz Schlarp, Wirtschaft und Besatzung in Serbien 1941-1944. Ein Beitrag zur nationalsozialistischen Besatzungspolitik in Südosteuropa (= Quellen und Studien zur Geschichte des östlichen Europa 25, (Stuttgart 1986) 444.

[13] Schlarp, Wirtschaft und Besatzung 121.

[14] Tomasevich, Occupation and Collaboration 74. Klaus Schmider indes gibt als vierte Feldkommandantur an Stelle von Užice Šabac an. Klaus Schmider, Der Partisanenkrieg in Jugoslawien 1941-1944 (Hamburg/Berlin/Bonn 2002) 32.

[15] Gemäß Weisung Nr. 47 vom 28. Dezember 1942 wurde der gebürtige Österreicher Generaloberst Alexander Löhr (angeblich der einzige russisch-orthodoxe General in der deutschen Armee) zum „Oberbefehlshaber im Südosten“ ernannt, aber bereits im August 1943 durch Generalfeldmarschall Maximilian von Weichs ersetzt, der nun die Befehlsgewalt über sämtliche Kräfte und Operationen der Wehrmacht auf dem Balkan übertragen bekam. Hubatsch, Hitlers Weisungen 209-214 und 218-223 und Tomasevich, Occupation and Collaboration 71.

[16] Hubatsch, Hitlers Weisungen 218-223. Siehe dazu auch Fussnote 13 in diesem Beitrag.

[17] Hermann Neubacher galt bereits in den 1920er Jahren als Experte für Wirtschaftsfragen in Ost- und Südosteuropa. Von 1938 bis 1940 war er Bürgermeister von Wien. Nach seiner Verhaftung im Mai 1945 wurde er auf Betreiben Belgrads nach Jugoslawien ausgeliefert und von einem Kriegsgericht zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, jedoch 1952 wegen Krankheit aus der Haft entlassen. Er starb 1960 in Wien. Biographisches Lexikon zum Dritten Reich, ed. Hermann Weiß (Frankfurt a. M. 2002) 334.

[18] Czeslaw Madajczyk, „Restserbien“ unter deutscher Militärverwaltung. In: The Third Reich and Yugoslavia 1933-1945, ed. Institut za savremenu istoriju (Belgrade 1977) 472.

[19] Neubachers Vorstellungen einer Stärkung der serbisch-nationalen Kräfte zur Bekämpfung Titos sind detailliert beschrieben in: Jovan Marjanović, The Neubacher Plan and practical Schemes for the Establishment of a Greater Serbian Federation (1943-1944). In: The Third Reich and Yugoslavia 486-501. Ohne Zweifel das größte Verdienst Neubachers während seiner Zeit als „Sonderbevollmächtigter des Auswärtigen Amtes“ war die sukzessive Verminderung der willkürlichen und massenhaften Geiselerschießungen in Serbien durch deutsche Polizei und Militärs. Tomasevich, Occupation and Collaboration 227 und aus der Perspektive Neubachers: Hermann Neubacher, Sonderauftrag Südost (o. O. 1956) 136-149.

[20] Alexander Löhr stellte sich im Frühjahr 1945 freiwillig den jugoslawischen Truppen. Im Februar 1947 wurde er in Belgrad verurteilt und hingerichtet. Der erste Kommandeur der Einsatzgruppe Serbien, Wilhelm Fuchs, ist 1946 in Belgrad zum Tode verurteilt worden. August Meyszner wurde ebenfalls in Jugoslawien hingerichtet. Harald Turner wurde am 21. Oktober 1946 von den Engländern an Jugoslawien ausgeliefert und 1947 in Belgrad zum Tode verurteilt und hingerichtet. General Franz Böhme wurde am 10. Mai 1947 vor dem Militärgerichtshof V der USA im Nürnberger Nachfolgeprozess gegen die Südostgeneräle ("Fall 7") zusammen mit elf anderen in Jugoslawien und Griechenland eingesetzten hohen Wehrmachtsoffizieren wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Er nahm sich am 29. Mai 1947 in der Untersuchungshaft das Leben. http://www.cologneweb.com/wehrmacht.htm und Arhiv Srbije i Crne Gore [im folgenden: ASCG], F-50, 36/369.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Serbien und Montenegro im Zweiten Weltkrieg 1941-1945
Hochschule
Universität Wien
Autor
Jahr
2005
Seiten
33
Katalognummer
V49717
ISBN (eBook)
9783638460934
ISBN (Buch)
9783638708692
Dateigröße
880 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Serbien, Montenegro, Zweiten, Weltkrieg
Arbeit zitieren
Dr. phil. Michael Portmann (Autor), 2005, Serbien und Montenegro im Zweiten Weltkrieg 1941-1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49717

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