In dieser Arbeit wird die zweite Marokkokrise von 1911 thematisiert. Konkret geht der Autor auf die Leitfrage, welche Rolle der damalige Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Alfred von Kiderlen-Wächter in diesem Konflikt hatte, ein.
Im Vordergrund der Arbeit steht die persönliche Leistung von Kiderlen-Wächter und dessen Wirken zum Zeitpunkt der Marokkokrise. Zunächst werden die Vorgeschichte, der Verlauf der Krise und die Bedeutung im geschichtlichen Kontext erläutert. Anschließend geht es um die Politik von Kiderlen-Wächter und dessen Rolle in der zweiten Marokkokrise.
Im Vorfeld des Ersten Weltkriegs gab es bis zu dessen Ausbruch eine Vielzahl von internationalen Krisen, welche das Bündnissystem zwischen den europäischen Großmächten belasteten und letztendlich dazu führten, dass die jeweiligen Länder sich außenpolitisch immer weiter voneinander entfernten und zu einem globalen Weltkrieg getrieben wurden. Eine dieser Krisen war die zweite Marokkokrise von 1911.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Zweite Marokkokrise von 1911
2.1 Vorgeschichte und Hintergrund
2.2 Ausbruch und Verlauf der Zweiten Marokkokrise
3 Das politische Wirken von Alfred von Kiderlen-Wächter
3.1 Die politische Einstellung von Alfred von Kiderlen-Wächter
3.2 Alfred von Kiderlen-Wächters Politik während der zweiten Marokkokrise
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle des Staatssekretärs Alfred von Kiderlen-Wächter während der Zweiten Marokkokrise von 1911 und analysiert, wie sein politisches Handeln den Konflikt prägte und welche Auswirkungen dies auf die außenpolitische Isolation des Deutschen Reiches hatte.
- Ursachen und Kontext der Zweiten Marokkokrise
- Der "Panthersprung nach Agadir" als diplomatisches Mittel
- Die politische Strategie von Alfred von Kiderlen-Wächter
- Deutsch-französische Verhandlungen und koloniale Kompensationen
- Der Einfluss der Krise auf den Weg in den Ersten Weltkrieg
Auszug aus dem Buch
2.2 Ausbruch und Verlauf der Zweiten Marokkokrise
Die innenpolitische Lage in Marokko verbesserte sich im Anschluss an das Marokkoabkommen jedoch nicht, viel mehr kam es in der Folgezeit durch Ermordungen an einem Minenaufseher und Soldaten aber auch Aufständen unter den einheimischen Stämmen zu einer Ausweitung der inneren Unruhen und letztendlich auch zu einer Rebellion gegen die Regierung des Sultans von Marokko. Der Versuch französischer Truppen die Aufstände niederzuschlagen, führte nicht nur zu einem ausländerfeindlichen Klima sondern auch zu einem Zusammenbruch des Handels und der Versorgung und damit in direkter Konsequenz auch zu einer wachsenden Verunsicherung unter den in Marokko ansässigen europäischen Großmächten, welche um ihre wirtschaftlichen Interessen und die Sicherheit ihrer Landsleute fürchteten. Frankreich reagierte mit militärischen Maßnahmen und ließ am 21. Mai 1911 die Stadt Fes besetzen. Nach DÜLFFER war die Lage für die Franzosen ein idealer Vorwand, um sich in Marokko außenpolitisch durchzusetzen und das französische Vorgehen war der Errichtung eines französischen Protektorats gleichzusetzen, was wiederum ein Eingriff in die Unabhängigkeit Marokkos darstellte und den Vertrag von Algeciras verletzte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel stellt die historische Relevanz der Zweiten Marokkokrise für das Bündnissystem der europäischen Großmächte dar und definiert die Rolle von Alfred von Kiderlen-Wächter als zentralen Untersuchungsgegenstand.
2 Die Zweite Marokkokrise von 1911: Hier werden die imperialistischen Hintergründe und der konkrete Eskalationsverlauf bis hin zur Entsendung des Kriegsschiffes "Panther" detailliert beschrieben.
3 Das politische Wirken von Alfred von Kiderlen-Wächter: Dieser Abschnitt analysiert die persönliche politische Einstellung des Staatssekretärs sowie seine spezifische Strategie und Durchsetzungskraft während der Krisenmonate.
4 Fazit: Das Fazit bewertet die Krise als bedeutenden Zwischenschritt in Richtung Erster Weltkrieg und resümiert den Erfolg bzw. das Scheitern von Kiderlen-Wächters Politik.
Schlüsselwörter
Zweite Marokkokrise, Alfred von Kiderlen-Wächter, Imperialismus, Außenpolitik, Deutsches Reich, Agadir, Panthersprung, Frankreich, Kolonialpolitik, Diplomatie, Staatssekretär, Bündnissystem, Erster Weltkrieg, Protektorat, Krisenmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle des damaligen Staatssekretärs Alfred von Kiderlen-Wächter während der Zweiten Marokkokrise im Jahr 1911.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die deutsche Außenpolitik im Imperialismus, der koloniale Wettbewerb in Afrika und das Krisenmanagement der deutschen Reichsleitung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die persönliche Leistung und das Wirken von Kiderlen-Wächter bei der Bewältigung der Marokkokrise durch eine quellengestützte Analyse der Fachliteratur herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer quellen- und literaturgestützten historischen Recherche.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Krisenverlaufs sowie die Analyse der politischen Einstellung und Strategie von Kiderlen-Wächter.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Zweite Marokkokrise, Kiderlen-Wächter, Agadir, Kolonialkompensationen und Außenpolitik.
Welche Rolle spielte das Kriegsschiff SMS "Panther"?
Die Entsendung der "Panther" diente als diplomatisches Druckmittel, um Frankreich Zugeständnisse bei kolonialen Kompensationen in Afrika abzuringen.
Warum wird die Krise als "Wasserscheide" bezeichnet?
In Anlehnung an Mommsen gilt die Krise als Wendepunkt, da sie das Scheitern einer gemäßigten deutschen Außenpolitik verdeutlichte und zur weiteren Isolierung des Reiches beitrug.
- Arbeit zitieren
- Julian Grasser (Autor:in), 2013, Die Rolle von Alfred von Kiderlen-Wächter in der zweiten Marokkokrise von 1911, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497286