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Psychatriebezogene Sozialpädagogik unter Berücksichtigung bipolarer Störungen

Titre: Psychatriebezogene Sozialpädagogik unter Berücksichtigung bipolarer Störungen

Thèse de Master , 2017 , 114 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Christoph Schönfeldt (Auteur)

Travail Social
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Meine Arbeit orientiert sich aus historischer Perspektive und aktuellen Theorien der Sozialpädagogik, der Psychologie und der Medizin an einer Handlungs- und Haltungsmaxime für bipolar-affektive Störungen.
Das Ziel dieser Masterarbeit ist die Darstellung von sozialpädagogischer Fachexpertise im Rahmen des stationären Aufenthalts manisch depressiver Menschen in der Psychiatrie. Es wird sich aufgrund historischer
Ideengeschichten einer Annäherung an heutige Verhältnisse angenähert, um ein Verständnis zu entwickeln, welche Aufgaben SozialpädagogInnen in Psychiatrien momentan haben und welche aufgrund der medizinischen Vorherrschaft abgegeben werden.

Eher randständig wird auch erläutert, wie sich medizinisch-psychiatrische Hilfe der Ärzte und Psychologen auf die Arbeit von SozialpädagogInnen auswirkt und wie die SozialpädagogInnen ihr fachliches Handeln und Können trotz der vermuteten Konflikte zwischen Medizin und Sozialpädagogik ausüben. Anhand theoretischer Einblicke in die Arbeit von anti-psychiatrischen Einrichtungen werden kritische Positionen gegenüber der Psychiatrie deutlich gemacht. Die Anti-Psychiatrie wurde als eine Art Gegenpraxis zu gängigen Psychiatrien gesehen. Es wird dargestellt, wie sich antipsychiatrische Positionen realisieren lassen und welche möglichen Auswirkungen diese auf die ursprünglich medizinischen Theorien haben.

Die Sozialpädagogik kämpft bereits seit ihrer historischen Entstehung für den Ausgleich von Ungerechtigkeit und Benachteiligung. Das Ziel ist, individuelle Selbstbestimmung und Selbstverantwortung zu erreichen, unter Anleitung der SozialpädagogInnen, die den Weg, gemeinsam mit den AdressatInnen, unter Hinzunahme von Hilfeleistungen, weisen. Die Widerherstellung gesellschaftlicher Anerkennung und Akzeptanz sowie die (Selbst-) Gestaltung gesellschaftlicher Bezüge ist ein weiteres Ziel der Sozialpädagogik. Anhand von medizinischer und psychologischer Fachliteratur wird das zugrunde gelegte Krankheitsbild beschrieben, denn es stellt sich bei der Recherche heraus, dass psychiatriebezogene Sozialpädagogik zwar allgemein erklärt wird, aber die Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Krankheitsbildern weitestgehend von der Medizin und der Psychologie definiert wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 GESCHICHTE UND DEFINITIONSVERSUCHE DER SOZIALPÄDAGOGIK

2.1 AUSZÜGE AUS DER GESCHICHTE DER SOZIALPÄDAGOGIK

2.2 HISTORISCHE DEFINITIONSVERSUCHE DES BEGRIFFES „SOZIALPÄDAGOGIK“

2.3 RESÜMEE ZUR DEFINITION DER SOZIALPÄDAGOGIK

2.4 ETYMOLOGISCHE BEDEUTUNG

3 SOZIALPÄDAGOGISCHES HANDELN

3.1 FORMEN DES SOZIALPÄDAGOGISCHEN HANDELNS

3.2 SOZIALPÄDAGOGIK ALS STRUKTURIERUNG VON ALLTAGSWELTEN

3.2.1 Alltägliche Lebensführung

3.2.2 Rekonstruktion alltäglicher Lebensführung

3.3 SOZIALPÄDAGOGISCHES HANDELN ALS AUSHANDELN

3.3.1 Das sozialpädagogische Arbeitsbündnis

3.3.2 Nähe und Distanz

3.4 GRUNDLEGENDE BEDINGUNGEN LEBENSWELTORIENTIERTEN HANDELNS

4 SOZIALPÄDAGOGIK IN DER PSYCHIATRIE

4.1 GESCHICHTE DER PSYCHIATRIE

4.1.1 Die Ideengeschichte des ‚Wahnsinns’ vom Altertum bis zum 18. Jahrhundert

4.1.2 Industrialisierung und Entstehung der Psychiatrie im 18. Jahrhundert

4.1.3 Psychiatrie in Deutschland im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts

4.2 PSYCHIATRISCHE VORSTELLUNGEN VON HILFE

4.2.1 Behandlungsbasis

4.2.2 Somatotherapeutische, psychotherapeutische und soziotherapeutische Verfahren

4.3 SOZIALPÄDAGOGIK IN DER STATIONÄREN PSYCHIATRIE

4.3.1 Klinische Sozialarbeit

4.3.2 Problemlagen als Gegenstand sozialpädagogischer Arbeit

4.3.3 Sozialpädagogisches Handeln zwischen den Polen Hilfe und Kontrolle

4.3.4 Sozialpädagogisch-psychiatrische Fallbearbeitung

4.3.5 Sozialpädagogische Arbeitsbündnisse in psychiatrischen Kontexten

5 EXKURS: ANTIPSYCHIATRIE

5.1 ALLGEMEINER ÜBERBLICK ÜBER DIE GESCHICHTE DER ANTIPSYCHIATRIE

5.1.1 Die Vorläufer der Antipsychiatrie

5.1.2 Die Antipsychiatrie der Professionellen in England

5.1.3 Die Antipsychiatrie der Psychiatrie-Betroffenenbewegung

6 BIPOLAR-AFFEKTIVE STÖRUNGEN

6.1 ARBEITSBEGRIFFSBESTIMMUNG „BIPOLARE STÖRUNGEN“

6.1.1 Epidemiologie und Verlauf

6.1.2 Diagnostik und Klassifikation bipolarer Störungen

6.1.3 Komorbidität und pharmakologische Therapiemöglichkeiten

6.1.4 Mögliche Ursachen bipolarer Störungen

6.2 SOZIALPÄDAGOGISCHE HILFEN BEI BIPOLAREN STÖRUNGEN

7 CONCLUSIO & AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, sozialpädagogische Fachexpertise im stationären psychiatrischen Kontext bei manisch-depressiven Menschen darzustellen. Dabei wird analysiert, welche Aufgaben Sozialpädagog*innen innehaben, wie sie trotz medizinischer Vorherrschaft handeln und wie theoretische Konzepte der Sozialpädagogik zur Unterstützung bipolar erkrankter Menschen nutzbar gemacht werden können.

  • Historische Entwicklung der Sozialpädagogik und Psychiatrie
  • Sozialpädagogisches Handeln im Spannungsfeld von Hilfe und Kontrolle
  • Theorie und Praxis der Lebensweltorientierung in der Psychiatrie
  • Kritische Auseinandersetzung mit psychiatrischen Institutionen (Antipsychiatrie)
  • Medizinische, psychologische und sozialpädagogische Aspekte bipolarer Störungen

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Das sozialpädagogische Arbeitsbündnis

Im vorangegangenen Abschnitt sollten der symbolische Interaktionismus, die damit verbundene Kommunikation zwischen Adressat*in und Sozialpädagog*in bewusst gemacht werden. Dabei handelt es sich nicht um ein beliebiges Verständnis von Interaktion, sondern dass Probleme auf der einen Seite und Zuständigkeit auf der anderen Seite auszuhandeln sind. BURKHARD MÜLLER (1939-2013) entwickelte bereits 1985 das Konzept ‚Arbeitsbündnis’. Dieses beschreibt, wie die Kommunikation zwischen Sozialpdagog*innen und Adressat*innen entsteht und wie diese zu modellieren ist. Zwei Vermittlungsaufgaben bilden den Ausgangspunkt dieses Konzeptes:

1. Innerhalb der Alltagswelt der Adressat*innen ist sozialpädagogisches Handeln eingelassen. Ziel dieses Handelns ist die Beeinflussung der ‚sozialen Sinnwelt’ der Adressat*innen. Des Weiteren benötigt das sozialpädagogische Handeln eine wissenschaftsbasierte Reflexionsebene, um sich kontrollieren und begründen zu können.

2. Außerdem ist die Realisierung eines sozialpädagogischen Habitus (spontane, emotional gefärbte Authentizität) notwendig und zudem eine methodische Distanziertheit. Die Adressat*innen müssen sich mit der, von den Sozialpädagog*innen vorgeschlagenen, Problemlösestrategien identifizieren können, um Veränderungen in ihrer Situation anzustoßen. Die Bedingungen einer solchen Identifikation soll die sozialpädagogische Grundhaltung schaffen (vgl. MÜLLER 1985:88f.).

„Das Konzept Arbeitsbündnis wird auf der Grundlage der Psychoanalyse entwickelt“, so HAMBURGER (2003:181). Die Psychoanalytiker*innen – Patient*innen – Beziehung basiert auf dem Verständnis, dass das Verstehen um die Probleme der Patient*innen zum Gegenstandsbereich professionellen Wissens wird. Die Übertragung des Modells in die Sozialpädagogik ist, unter Berücksichtigung zweier wesentlicher Gesichtspunkte, sinnvoll:

Das Verstehen bildet die Grundlage des Geschehens. Es wird in der professionellen Beziehung nicht das Verständnis an sich gesteigert, sondern die Reflexion dieser Kompetenz. Es geht also um die Befähigung der Sozialpädag*innen, die Wünsche an den Adressat*innen in Zweifel zu ziehen und um die Fähigkeit, das eigene Nichtverstehen und das fremde Gegenüber auszuhalten (vgl. ebd.). Das Arbeitsbündnis stellt einen Rahmen für professionelle Handlungssituationen dar. Innerhalb dieses Rahmens soll Macht begrenzt werden und ein Raum geschaffen werden, in dem sich die Adressat*innen entfalten können und die Rückgewinnung zu einem selbstbestimmten Leben erleichtert wird (vgl. HAMBURGER 2003:183; vgl. dazu auch BOSSHARD/EBERT/LAZARUS 2007:380ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung steckt den Rahmen der Master-Thesis ab und definiert das Ziel, sozialpädagogische Fachexpertise für das psychiatrische Handlungsfeld zu systematisieren.

2 GESCHICHTE UND DEFINITIONSVERSUCHE DER SOZIALPÄDAGOGIK: Dieses Kapitel erläutert historische Entwicklungslinien und Definitionsversuche der Sozialpädagogik, um ein theoretisches Fundament für die Arbeit zu legen.

3 SOZIALPÄDAGOGISCHES HANDELN: Hier werden zentrale Konzepte sozialpädagogischen Handelns, wie die Lebensweltorientierung und das Arbeitsbündnis, im psychiatrischen Kontext erörtert.

4 SOZIALPÄDAGOGIK IN DER PSYCHIATRIE: Das Kapitel verknüpft die Geschichte der Psychiatrie mit der klinischen Sozialarbeit und beleuchtet die Möglichkeiten sozialpädagogischen Handelns in stationären Einrichtungen.

5 EXKURS: ANTIPSYCHIATRIE: Ein Exkurs, der kritische Positionen gegenüber psychiatrischen Institutionen und deren Reformbewegungen darstellt.

6 BIPOLAR-AFFEKTIVE STÖRUNGEN: Einführung in das Krankheitsbild der bipolaren Störungen aus medizinischer und psychologischer Sicht, inklusive sozialpädagogischer Handlungsansätze.

7 CONCLUSIO & AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und formuliert Herausforderungen für die zukünftige sozialpädagogische Praxis in der Psychiatrie.

Schlüsselwörter

Sozialpädagogik, Psychiatrie, Bipolare Störungen, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Klinische Sozialarbeit, Antipsychiatrie, Arbeitsbündnis, Nähe und Distanz, Psychiatrische Versorgung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die psychiatriebezogene Sozialpädagogik mit einem besonderen Fokus auf Menschen mit bipolar-affektiven Störungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Einordnung der Sozialpädagogik und Psychiatrie, das sozialpädagogische Handeln in klinischen Settings sowie das Verständnis und die Unterstützung bei bipolaren Störungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Darstellung und Fundierung sozialpädagogischer Fachexpertise im stationären psychiatrischen Rahmen, da hierfür kaum dezidierte sozialpädagogische Literatur vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen analytischen und kritischen Ansatz, der theoretische Erkenntnisse aus Bezugswissenschaften wie Medizin, Psychologie und Sozialpädagogik zusammenführt und für die sozialpädagogische Praxis dekonstruiert und neu konstruiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen des sozialpädagogischen Handelns, die Geschichte und Entwicklung der Psychiatrie, kritische Perspektiven der Antipsychiatrie sowie spezifische Ansätze zur Hilfe bei bipolaren Störungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Sozialpädagogik, Psychiatrie, Bipolare Störungen, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Klinische Sozialarbeit und Antipsychiatrie.

Welche Herausforderung besteht bei der Arbeit mit bipolar Erkrankten in der Psychiatrie?

Es besteht die Schwierigkeit, dass die professionelle Haltung zwischen Nähe und Distanz ausbalanciert werden muss, da manische und depressive Episoden völlig unterschiedliche Anforderungen an die Beziehungsgestaltung stellen.

Warum ist eine kritische Haltung gegenüber der Psychiatrie für Sozialpädagogen wichtig?

Die Psychiatrie ist historisch von Machtstrukturen und medizinischer Vorherrschaft geprägt; eine kritische Haltung ermöglicht es Sozialpädagogen, das Wohl der Adressat*innen in den Mittelpunkt zu stellen und einseitige Stigmatisierungen zu reflektieren.

Fin de l'extrait de 114 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Psychatriebezogene Sozialpädagogik unter Berücksichtigung bipolarer Störungen
Université
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,0
Auteur
Christoph Schönfeldt (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
114
N° de catalogue
V497301
ISBN (ebook)
9783346016225
ISBN (Livre)
9783346016232
Langue
allemand
mots-clé
psychatriebezogene sozialpädagogik berücksichtigung bipolarer störungen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Schönfeldt (Auteur), 2017, Psychatriebezogene Sozialpädagogik unter Berücksichtigung bipolarer Störungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497301
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Extrait de  114  pages
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