Vertrauen gegenüber Social Media Unternehmen in Bezug auf die Datensicherheit

Eine qualitative Analyse aus der Sicht von Nutzern


Hausarbeit, 2019
29 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einfuhrung
1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition von Social Media Unternehmen
2.2 Umgang der Unternehmen mit personenbezogenen Daten
2.3 Auswirkungen des Datengebrauchs

3 Qualitative Datenerhebung
3.1 Vorstellung der Methode und des Leitfadens
3.2 Ergebnisse der lnterviews

4 Fazit und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Monatliche Nutzer der Social Media Kanale in Mrd. im Jahr 2018

1 Einfuhrung

1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung

Der heutige Austausch von lnformationen findet gror.tenteils uber soziale Netzwerke wie Facebook, WhatsApp, Twitter und ahnlichen Netzwerken statt, denn wir Men- schen mochten lnformationen und Nachrichten schnell verbreiten, ohne eine lnfor- mationslucke oder -verstopfung zu generieren.1 Diese von den Menschen genutzten Social Media Plattformen gibt es jetzt seit uber einem Jahrzehnt, praziser gesagt startete die deutsche Epoche der Sozialen Netzwerke im Jahr 2005.2 Wahrend es zu Beginnen nur eine geringe Nutzung der Plattformen gab, die vor allem durch die jungere Generation gepragt war, ist es mittlerweile ein weit verbreitetes Netzwerk, welches auch von der alteren Generation genutzt wird. Angefangen uber StudiVZ und MySpace, dominieren nunmehr die Gror.en Plattformen wie Facebook, WhatsApp, Twitter und lnstagram den Markt der Sozialen Netzwerke mit den meis- ten Nutzern.3 Seit dem Start der Social Media Plattformen wachsen die Nutzerzahlen stetig. Alleine zwischen den Jahren 2018 und 2019 vermehrten sich die Nutzerzah- len um 202 Millionen Nutzer.4 Aktuell sind es 3,499 Milliarden Social Media Nutzer weltweit. Zum Vergleich, das lnternet hat weltweit 4,4 Milliarden aktive Nutzer.5

Die nachfolgende Abbildung veranschaulicht die aktiven User der verschiedenen Plattformen pro Monat in Milliarden.

Abbildung 1: Monatliche Nutzer der Social Media Kanale in Mrd. im Jahr 2018

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: ln Anlehnung an Projector On/ine Marketing, 20186

Die Vernetzung untereinander auf diesen Netzwerken gehort fur viele von uns be- reits zum Alltag. Es wird sich uber Themen wie die Gesundheit, das Wohlbefinden, personliche Ansichten und uber politische Problematiken ausgetauscht. Die User sind dazu bereit ein Profil mit samtlichen Fotos, ihren lnteressen sowie personlichen Angaben fur die Offentlichkeit zu erstellen um auf diese Weise auf dem neuesten Stand zu bleiben, welches durch die sozialen Netzwerke geboten wird. Zudem er- moglichen samtliche Social Media Netzwerke dem User nachvollziehen zu konnen, welchen Aktivitaten die Arbeitskollegen und Freunde am Wochenende nachgegan- gen sind. Ebenfalls konnen die neuesten Meldungen verfolgt werden, ohne zu gro- r.en Aufwand zu betreiben.7

Eine rucklaufige Entwicklung der Social Media Nutzerzahlen ist im Jahr 2019, sprich knapp ein Jahr nach endgultigem lnkrafttreten der Europaischen Datenschutz- Grundverordnung8 nicht zu vernehmen. Obwohl viele Datenlecks oder Unstimmig- keiten von Daten nach lnkrafttreten dieser neuen Verordnung aufgedeckt wurden, leiden die Social Media Unternehmen bei weitem nicht an massiven rucklaufigen Nutzerzahlen.9 lnwiefern das Vertrauen gegenuber Social Media Unternehmen, zum Beispiel durch Einfuhrung der EU-DSGVO, in Hinblick auf die Datensicherheit der Nutzer inzwischen gebrochen ist, soll in dieser Seminararbeit untersucht werden.

1.2 Zielsetzung und Gang der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es folglich, dass die Bedeutung des Vertrauens der Nutzer gegen- uber Social Media Unternehmen in Hinsicht auf die Datensicherheit dargelegt wird. Hervorzuheben ist ebenfalls inwiefern sich dieses Vertrauen gegebenenfalls im Wandel der Zeit verandert hat. Als qualitatives lnstrument wird ein halbstandardisier- tes Leitfaden lnterview gewahlt.

ln Kapitel 2 werden hauptsachlich die theoretischen Grundlagen wie auch weitere notwendigen Hintergrundinformationen zum Thema erortert. lnsbesondere der Um- gang, sowie die Auswirkungen der Nutzung von personenbezogenen Daten durch die Social Media Unternehmen wird hier dargelegt.

Anschlier.end wird in Kapitel 3 zunachst die Methode der Datenerhebung, gefolgt von der Vorstellung des Leitfaden lnterviews, sowie der verwendete lnterviewbogen beschrieben. lm Anschluss daran werden die Ergebnisse der qualitativen Datener- hebung aufgezeigt, bevor diese schlier.lich anhand einer Ergebnismatrix interpretiert werden. Die hieraus ersichtlichen subjektiven Meinungen der lnterviewpartner die- nen zum Schluss dem Ausgang der Arbeit.

Die Arbeit endet mit einem Fazit, welches dem Thema der Seminararbeit Antwort geben soll und gleichzeitig die Grenzen der Arbeit aufzeigt. Hinzu kommt ein Aus- blick fur die Social Media Unternehmen im Umgang mit personenbezogenen Daten.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Definition von Social Media Unternehmen

,Bereits in den 90er Jahren zeichnete sich ab, dass das lnternet an die Seite der Massenmedien Radio, Fernsehen oder Zeitung tritt."10 Denn das lnternet bietet als Universalmedium eine synchrone oder asynchrone Kommunikation fur die Men- schen. Durch den Ausbau der Breitbandverbindungen und durch gunstigere Flatrate- Tarife konnte sich das lnternet seit den 2000er Jahren etablieren.11 Hinzu kommt die wachsende Verbreiterung von Smartphones und Tablets seit den 2010er Jahren, denn dank dieser konnen die Menschen das lnternet mobil von uberall nutzen. Die Sozialen Medien basieren auf dieser lnfrastruktur, zum einen betrieben durch das lnternet, zum anderen nutzbar auf allen Geraten und an allen Orten. Als gror.en Vor- teilhaften Aspekt kommt hinzu, dass die Sozialen Medien das veroffentlichen von lnformationen fur die Menschen deutlich vereinfachen. Ohne tiefgrundige Kennt- nisse konnen alle Nutzer ihre Texte, Bilder, Videos und vieles mehr innerhalb von Sekunden veroffentlichen und fur alle anderen zuganglich machen. Dies fuhrt zu ei- nem Weiteren gror.en Merkmal der Sozialen Medien, denn sie fordern den Aus- tausch der Nutzer untereinander und bringen verschiedene Arten von Nutzern zu- sammen. Die Netzwerke bieten demnach allen Nutzern die Moglichkeit soziale Be- ziehungen zur knupfen und sich regelmar.ig daruber informieren und inspirieren zu lassen, was im Bekanntenkreis passiert, was jemandem gefallt oder wo sich derje- nige aufhalt.

Diese zwei Aspekte, das einfache und schnelle veroffentlichen von lnhalten, sowie das verknupfen und der bessere, einfachere Austausch mit anderen ist zwar nicht der wissenschaftliche, definitorische Begriff fur Social Media, aber diese Aspekte verhelfen dazu die Sozialen Medien und ihre Funktion besser zu verstehen.12

Zu den Social Media Unternehmen zahlen viele unterschiedliche Plattformen mit teil- weise verschiedenen Zielrichtungen.

Facebook und Twitter sind Netzwerke zum schnellen verbreiten und konsumieren von lnformationen und schaffen die Beziehung zwischen Nutzern oder Marke und Nutzer. lnstagram und YouTube sind Netzwerke zum Verbreiten von Bildern und Videos. Dadurch schaffen diese eine schnelle, ausschlier.lich visuelle lnteraktion der Nutzer. Als schnelles, lnstant Messaging, Kommunikationsmedium dient WhatsApp, welches den Zweck des schnellen Austauschens erfullt und damit der klassischen SMS den Rang ablauft.13 Es gibt durchaus noch viel Netzwerke mehr, die weitere Nutzungszwecke erfullen. Diese werden fur den weiteren Verlauf nicht betrachtet.

2.2 Umgang der Unternehmen mit personenbezogenen Daten

Um sich fur die Sozialen Netzwerke zu registrieren geben die Nutzer ihre personli- chen Daten freiwillig an und legen diese, zumindest fur die Betreiber offen. Fur die Offentlichkeit kann oftmals noch eingestellt werden, welche lnformationen gesehen werden durfen oder welche dieser lnformationen fur Fremde verborgen bleiben. Ober das Surfverhalten reichern die Nutzer ihre Profile an und geben damit ihre Vorlieben und lnteressen dem Plattformbetreiber preis.14 Sie segmentieren sich dadurch ei- genstandig in zum Beispiel Demographische oder Geographische, aber ebenso in lnteressens und Verhaltens Kategorien. Durch diesen Prozess kommen Social Me- dia Unternehmen auf einfachstem Wege an sehr detaillierte personenbezogene Da- ten von jedem einzelnen Nutzer.15 Bedingt dadurch, dass die Netzwerke ausfuhrlich uber das Nutzerverhalten einzelner Personen Auskunft haben, haben sie die Mog- lichkeit passgenaue Werbung fur den entsprechenden Nutzer anzuzeigen.16 Hierbei bleibt es bei weitem nicht nur bei der passgenauen Werbung fur den Nutzer, sondern fuhrt obendrein zu passgenauen lnformationen, die dem Nutzer auf der Plattform ausgespielt werden. Teilweise gehen Social Media Netzwerke weiter und versuchen den Nutzer fur bevorstehende Events beziehungsweise Wahlen, von Wichtigen Or- ganen im Land, mit lnformationen zu beeinflussen und seine Entscheidung in eine bestimmte Richtung zu drangen.17 Als Nutzer von sozialen Netzwerken wird in Zeiten der Europaischen Datenschutzgrundverordnung sicherlich nicht mehr davon ausge- gangen, dass die Daten missbrauchlich von den Unternehmen verwendet werden, aber die Praxis wie Unternehmen mit diesen Daten umgehen zeigt bedauerlicher- weise anderes auf.

2.3 Auswirkungen des Datengebrauchs

Eine der bekanntesten Datenaffaren in der jungsten Vergangenheit hatte mit hoher Wahrscheinlichkeit das Soziale Netzwerk Facebook. Hierbei wurden durch ein Un- ternehmen namens Cambridg Analytica, welches den Wahlkampf des jetzigen US- Prasidenten Donald Trump unterstutzt hat, uber 50 Millionen Facebook Profile aus- gewertet und analysiert.18 Die Absicht dahinter war durchaus einfach, aber erschre- ckend. Das Unternehmen konnte aufgrund der intensiven Analyse aller Nutzerpro- file, Botschaften als Werbung platzieren, um den entsprechenden Nutzern die ur- sprunglich die Absicht hatten, die Gegenkandidatin Hillary Clinton zu wahlen, aufzu- weichen und fur Donald Trump zu begeistern. Damit nahm das Unternehmen aktiven Einfluss auf den US-Wahlkampf im Jahr 2016. Weltweit emporte diese Vorgehens- weise die Menschheit. Viele Nutzer zogen personliche Konsequenzen und meldeten sich bei zahlreichen Sozialen Netzwerken, vor allem die durch Facebook betrieben werden, ab. Die Europaische Union forderte zu diesem Zeitpunkt, vor dem lnkraft- treten der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung im Mai 2018, hartere und stren- gere Regeln fur Social Media Unternehmen im Umgang mit personenbezogenen Da- ten.

Auch im Falle des lnstant Messengers WhatsApp wurde durch Stiftung Warentest, bereits in den Jahren 2014 und 2015, auf den laxen Umgang mit personenbezoge- nen Daten des Unternehmens hingewiesen.19 Dies wurde zu diesem Zeitpunkt von vielen stark kritisiert, doch verandert hat es kaum etwas.

Eine Auswirkung der Zahlreichen Datenlecks in der Vergangenheit ist die Europa- weite Datenschutzgrundverordnung, welche ohne aktive Umsetzung der Mitglieds- staaten eine sofortige Wirkung in jedem einzelnen Mitgliedsstaat hat.20 Hinzukommt, dass die EU-DSGVO das bis dahin bereits bestehende Bundesdatenschutzgesetz aufgreift und starkt. ln dieser Verordnung definiert, sollen die personenbezogenen Daten der Nutzer geschutzt und vor Datenmissbrauchen, wie zum Beispiel der oben beschriebene, bewahrt werden. Den Verarbeitenden Unternehmen wird durch die Verordnung die kunftige Erhebung, Speicherung und Verarbeitung der Daten einge- schrankt, damit alle Nutzer in Europa, die unter dem Schirm dieser Verordnung sind, gleichbehandelt werden und den Schutz ihrer personlichen Daten voraussetzen kon- nen.21

[...]


1 Vgl. Qualman, E., Socialnomics, 2010, S. 19.

2 Vgl. Hilker, C., Social Media Entwicklung, 2017, o. S.

3 Vgl. ebd.

4 Vgl. Smith, K., Social Media Statistiken, 2019, o. S.

5 Vgl. ebd.

6 Vgl. Carl, A., Nutzerzahlen Social Media, 2019, o. S.

7 Vgl. Qualman, E., Socialnomics, 2010, S. 74 ff.

8 Vgl. Moos, F. et al., Die neue Datenschutz-Grundverordnung, 2018.

9 Vgl. Herman, Y., Datenaffare, 2018, o. S.

10 Schmidt, J.-H., 2013, S. 9.

11 Vgl. ebd., S. 10.

12 Vgl. ebd., S. 11 ff.

13 Vgl. Hettler, U., Social Media Marketing, 2010, S. 14 ff.

14 Vgl. ebd., S. 380 ff.

15 Vgl. Gabriel, R., Rohrs, H.-P., Social Media, 2017, S. 128 ff.

16 Vgl. Hettler, U., Social Media Marketing, 2010, S. 381.

17 Vgl. Herman, Y., Datenaffare, 2018, o. S.

18 Vgl. ebd.

19 Vgl. Gabriel, R., Rohrs, H.-P., Social Media, 2017, S. 33.

20 Vgl. Moos, F. et al., Die neue Datenschutz-Grundverordnung, 2018.

21 Vgl. ebd.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Vertrauen gegenüber Social Media Unternehmen in Bezug auf die Datensicherheit
Untertitel
Eine qualitative Analyse aus der Sicht von Nutzern
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Siegen früher Fachhochschule
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
29
Katalognummer
V497512
ISBN (eBook)
9783346022493
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vertrauen, sicht, analyse, eine, datensicherheit, bezug, unternehmen, media, social, nutzern
Arbeit zitieren
Richard Schäfer (Autor), 2019, Vertrauen gegenüber Social Media Unternehmen in Bezug auf die Datensicherheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497512

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