Die Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen liegt bei 18%, welche im internationalen Vergleich sehr niedrig ist. Die Eigenkapitalquote amerikanischer Unternehmen liegt z.B. bei ca. 50%. Dieser Unterschied hat zur Folge, dass deutsche Unternehmen wegen Basel 2 eine geringere Bonität haben und somit auch nicht neu investieren bzw. ihre innovativen Ideen umsetzten können. „Eine KfW-Studie belegt schlechtere Finanzierungsbedingungen der Unternehmen, knapp 1/3 hat zunehmende Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen. Dies gilt unabhängig von der Größe des Unternehmens.“
Welche Kapitalgeber bzw. Formen von Gesellschaften gibt es im Bereich des Venture Capitals und welche Unternehmen werden wie unterstützt? Wie sehen die Erfolgschancen für Investoren/Gesellschaften und Unternehmen aus und wie steigen die Investoren aus den Beteiligungen wieder aus?
Venture Capital ist, wie man in der Grafik erkenne kann, ein Teil von Private Equity, schneidet aber auch andere Finanzierungsmethoden an, die ich im Rahmen dieses Seminars nicht ansprechen werde.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. WIE FUNKTIONIERT DAS GESCHÄFT DER RISIKOFINANZIERER UND WELCHE RISIKEN GIBT ES?
3. WELCHE ART VON VC-GESELLSCHAFTEN GIBT ES?
3.1. ÖFFENTLICHE BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT
3.2. BRANCHEN VCG
3.3. CORPORATE VENTURE CAPITAL
3.4. BUSINESS ANGELS
4. EXIT-SZENARIEN
4.1. IPO (INITIAL PUBLIC OFFERING)
4.2. TRADE-SALE
4.3. SECONDARY-TRANSAKTIONEN
4.4. BUY BACK, LBO, MBO, SPIN-OFF ODER MBI
5. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Strukturen, Funktionsweisen und Akteure der Venture-Capital-Branche, um die Finanzierungsmöglichkeiten innovativer Unternehmen sowie die Risiken und Exit-Strategien für Investoren zu analysieren.
- Funktionsweise des Venture-Capital-Geschäfts und Risikomanagement
- Typologie der Venture-Capital-Gesellschaften (VCG)
- Rolle öffentlicher Förderbanken und Business Angels
- Unterschiedliche Exit-Szenarien und deren Marktrelevanz
- Prozesse bei Unternehmensübernahmen (MBO/MBI)
Auszug aus dem Buch
3.4. Business Angels
„Als Business Angels gelten Menschen, die sich mit ihrem Geld und ihrer Erfahrung bei Existenzgründungen oder bei bestehenden Unternehmen einbringen. Im Unterschied zu Finanzinvestoren beteiligen sich Business Angels nicht nur finanziell am Erfolg eines viel versprechenden Unternehmens, sie werden aktiv im Unternehmen tätig. Ihr Ziel ist es, ihre Erfahrungen weiterzugeben, anderen ihre Kontakte nutzbar zu machen und damit aussichtsreiche Firmen zum Erfolg zu führen. Der Business Angel wird damit zum engen Partner des Unternehmens.“
Ein Business Angel, meistens ehemalige Unternehmer oder Manager, ist zwar in der Regel sehr vermögend, bringt aber im Vergleich zu den anderen Gesellschaften relativ wenig Geld mit (Obergrenze ca. 500.000€). Aus diesem Grund investieren die Business Angel hauptsächlich in der Seed-Phase eines Unternehmens, weil in dieser Phase das Unternehmen noch nicht an Wert gewonnen und wenig Erfahrung hat. Der Vorteil ist, dass sich der BA intensiv um das Unternehmen kümmert und mit seinem vielseitiges Wissen und seinen Kontakten Hilfe leistet. Sie sind auch in Branchen tätig, in denen VCG nicht investieren. Auch durch den Einstieg eines erfahrenen Exmanagers steigt der Wert eines Unternehmens und wird somit für Investoren interessanter. Sie treffen schnelle und unbürokratische Entscheidungen und wenden weniger Prüf- und Überwachungsverfahren als VCG an.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die niedrige Eigenkapitalquote deutscher Unternehmen und stellt die Relevanz von Venture Capital als Finanzierungsinstrument für Innovationen heraus.
2. WIE FUNKTIONIERT DAS GESCHÄFT DER RISIKOFINANZIERER UND WELCHE RISIKEN GIBT ES?: Das Kapitel beschreibt das Geschäftsmodell von VCGs, die Investorenakquise und die Herausforderungen in der Prinzipal-Agenten-Beziehung zwischen Kapitalgeber und Gründer.
3. WELCHE ART VON VC-GESELLSCHAFTEN GIBT ES?: Hier werden verschiedene Akteure wie öffentliche Beteiligungsgesellschaften, Branchen-VCGs, Corporate Venture Capital und Business Angels hinsichtlich ihrer Zielsetzungen differenziert.
4. EXIT-SZENARIEN: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Ausstiegsoptionen wie den Börsengang (IPO), Trade-Sales sowie Secondaries und MBO/MBI-Prozesse als Abschluss einer Finanzierung.
5. FAZIT: Das Fazit fasst die Schwierigkeiten bei der Suche nach passenden Partnern zusammen und betont die volkswirtschaftliche Bedeutung von Venture Capital für den Technologiestandort Deutschland.
Schlüsselwörter
Venture Capital, Private Equity, Finanzierungsphasen, Risikofinanzierung, VCG, Business Angels, IPO, Trade-Sale, Exit-Szenarien, Unternehmensübernahme, MBO, MBI, Innovationsmanagement, Eigenkapitalquote, Technologieförderung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Struktur der Venture-Capital-Branche, dem Geldfluss von Investoren zu Start-ups und den verschiedenen Exit-Optionen für Kapitalgeber.
Welche Akteure werden als Venture-Capital-Geber betrachtet?
Das Spektrum umfasst öffentliche Beteiligungsgesellschaften, spezialisierte Branchen-VCGs, Corporate Venture Capital Gesellschaften sowie private Business Angels.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über den Venture-Capital-Markt zu geben, Finanzierungsprozesse zu erläutern und aufzuzeigen, wie Investoren erfolgreich aus ihren Beteiligungen aussteigen können.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Fachliteratur, Wirtschaftsberichten und Branchenstatistiken basiert, um den Status quo der VC-Branche aufzuzeigen.
Welche Inhalte dominieren den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Funktionsweise und Risiken der Risikofinanzierung, die Typologie der Investoren sowie eine detaillierte Betrachtung verschiedener Exit-Strategien.
Durch welche Begriffe lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Venture Capital, Innovationsfinanzierung, Exit-Szenarien, Eigenkapital, Risikomanagement und Beteiligungsgesellschaften.
Warum spielt der Trade-Sale aktuell eine größere Rolle als der IPO?
Seit dem Zusammenbruch des Neuen Marktes ist der Börsengang schwieriger geworden, weshalb der Verkauf an andere Unternehmen (Trade-Sale) für viele Investoren zur bevorzugten Exit-Alternative avanciert ist.
Was unterscheidet Business Angels von anderen VC-Gesellschaften?
Business Angels sind meist vermögende Privatpersonen, die ihr eigenes Geld investieren, sich persönlich und aktiv im Unternehmen einbringen und häufiger in der frühen Seed-Phase tätig sind als institutionelle Fonds.
Was bedeutet der Begriff „Hold-up“ im Kontext dieser Arbeit?
Es beschreibt die Gefahr der Abhängigkeit des Unternehmens von seinem Gründer, was aus Sicht der Risikokapitalgeber ein spezifisches Risiko bei der Vertragsgestaltung darstellt.
- Quote paper
- Björn Schulte (Author), 2005, Venture Capital - Wie sieht die Branche aus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49752