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Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises und daraus resultierende Kritik an der Metaphysik

Titel: Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises und daraus resultierende Kritik an der Metaphysik

Seminararbeit , 2019 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dominik Bart (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit der Widerlegung der Metaphysik, die vom "Wiener Kreis" radikal kritisiert wurde. Das Mittel für die „Bereinigung“ der Philosophie war das Sinnkriterium, das von Rudolph Carnap entwickelt wurde. Durch dieses Kriterium konnten ausgewählte philosophische Richtungen als sinnlos überführt und aller Berechtigungsgrundlage beraubt werden. Diese teils radikale Vorgehensweise ist in fast allen Veröffentlichungen des Wiener Kreises vorzufinden.

Der „Wiener Kreis“ war zweifelsfrei einer der interessantesten philosophischen Gruppierungen des 20. Jahrhunderts. Gegründet wurde der Wiener Kreis von Moritz Schlick in den 1930er Jahren in Wien, wobei Otto Neurath, Rudolph Carnap, Hans Reichenbach und Hans Hahn schon bald zu den Mitgliedern gezählt werden konnten. Die Philosophen setzten es sich zum Ziel, eine neue Weltanschauung, nämlich die „wissenschaftliche Weltauffassung“ durchzusetzen, die Gottlob Frege’s „neue Logik“ als Grundlagen haben sollte. Als weitere Einflüsse können Wittgenstein, Russel und David Hume genannt werden. Ab Anfang der 1940er Jahre wurde die in der Philosophie, aber auch darüber hinaus, vielbeachtete Zeitschrift „Erkenntnis“ vom Wiener Kreis herausgegeben, die dem Autor als Grundlage für die Analyse der Weltauffassung des Wiener Kreises dienen wird.

Die Mitglieder des Wiener Kreises hatten es sich zur Aufgabe gemacht, die neue, wissenschaftliche Weltauffassung radikal durchzusetzen und somit in der Philosophie alle in ihren Augen unwissenschaftlichen Bereiche zu eliminieren. So sollten lediglich empirische Wahrnehmungen als hinreichendes Mittel für die Verifikation einer These akzeptiert werden.
Somit ist es nicht verwunderlich, dass das Kritisieren und Anzweifeln oder gar Widerlegen metaphysischer Elemente in der Philosophie eine zentrale Aufgabe war.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises

2.1 Logischer Empirismus als Grundgedanke des Wiener Kreises

2.2 Der logische Aufbau der Welt nach Carnap

2.3 Das Sinnkriterium

3. Anwendung des Sinnkriteriums als Kritik an der Metaphysik

3.1 Metaphysische Scheinbegriffe

3.2 Metaphysische Scheinsätze

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Position des Wiener Kreises hinsichtlich der Etablierung einer wissenschaftlichen Weltauffassung und analysiert die daraus resultierende fundamentale Kritik an der Metaphysik mittels des Sinnkriteriums.

  • Definition der wissenschaftlichen Weltauffassung und des logischen Empirismus
  • Die Rolle des Konstitutionssystems nach Rudolph Carnap
  • Theoretische Fundierung und Anwendung des Sinnkriteriums
  • Kritik an metaphysischen Scheinbegriffen und Scheinsätzen
  • Die Unterscheidung zwischen Wissenschaft und nicht-wissenschaftlichen Sprachformen

Auszug aus dem Buch

3.1 Metaphysische Scheinbegriffe

Einer der zentralen und häufig untersuchten Begriffe in der Metaphysik ist „Prinzip“. Vor allem das sog. „oberste Prinzip der Welt“ wird von vielen Metaphysikern betrachtet. Präziser bedeutet Prinzip: „x ist das Prinzip von y.“ Daraus gehen verschiedene Formulierungen hervor, wie z.B.: „y geht aus x hervor“, „das Sein von y beruht auf dem Sein von x“. Der Grund, warum der Wiener Kreis den Begriff des „Prinzips“ als unwissenschaftlich ansieht, ist, dass diese Formulierungen in ihrer Art sehr vage und somit unwissenschaftlich sind, obwohl zunächst der Eindruck entstehen könnte, als würde der Begriff „hervorgehen aus“ zu einem kausalen Verhältnis führen, doch behaupten die Metaphysiker selbst, dass sie damit empirisch nicht feststellbare Verhältnisse meinten und es sich um Vorgänge hinter der direkt möglichen Erfahrung handle. Eine wissenschaftliche Betrachtung ist somit bereits ausgeschlossen.

Auch die Entwicklung des Wortes „Prinzip“ im Laufe der Zeit hat zur Bildung eines Scheinbegriffes beigetragen. So bedeutete „Prinzip“ ursprünglich „der Anfang“ und hatte noch keine metaphysische Bedeutung, sondern lediglich eine legitime, zeitstrukturierende Bedeutung:

„Die ursprüngliche Bedeutung „Anfang“ wird dem Wort ausdrücklich genommen; es soll nicht mehr das zeitlich Erste, sondern das Erste in einer anderen, spezifisch metaphysischen Hinsicht bedeuten. Die Kriterien für diese „metaphysische Hinsicht“ werden aber nicht angegeben. In beiden ist Fällen ist also dem Wort seine frühere Bedeutung genommen worden, ohne ihm eine neue zu geben, es bleibt das Wort als leere Hülse zurück.“

Wie bereits in Kapitel 2.3 erwähnt, ist der Vorgang der Sinnveränderung eines Begriffs bereits hinreichende Begründung dafür, diesen (ursprünglich wissenschaftlichen) Begriff als Scheinbegriff zu deklarieren, sofern ihm keine neue, sinnvolle Bedeutung verliehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einführung in die historische Bedeutung des Wiener Kreises und die Zielsetzung der Arbeit, die wissenschaftliche Weltauffassung sowie die metaphysikkritische Ausrichtung zu analysieren.

2. Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises: Darstellung der theoretischen Grundlagen wie dem logischen Empirismus, dem Konstitutionssystem Carnaps und dem Sinnkriterium als Werkzeuge zur wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung.

3. Anwendung des Sinnkriteriums als Kritik an der Metaphysik: Konkrete Anwendung der vorangegangenen Theorie auf metaphysische Scheinbegriffe und Scheinsätze, um deren Unwissenschaftlichkeit und Sinnlosigkeit aufzuzeigen.

4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Reflektion über die radikale Ablehnung der Metaphysik durch den Wiener Kreis und eine kritische Würdigung der heutigen Relevanz dieser Position.

Schlüsselwörter

Wiener Kreis, Wissenschaftliche Weltauffassung, Logischer Empirismus, Metaphysik, Sinnkriterium, Verifizierbarkeit, Scheinbegriffe, Scheinsätze, Rudolph Carnap, Konstitutionssystem, Einheitswissenschaft, Logik, Erkenntnistheorie, Empirische Forschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie des Wiener Kreises, insbesondere mit dem Ziel der Durchsetzung einer wissenschaftlichen Weltauffassung und der konsequenten Ablehnung metaphysischer Elemente durch logische Analyse.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Definition der wissenschaftlichen Erkenntnistheorie, das logische Konstitutionssystem sowie die sprachphilosophische Kritik an der Metaphysik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Wiener Kreis mithilfe des Sinnkriteriums die Metaphysik als unwissenschaftlich entlarvt und eliminiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird die Methode der logischen Sprachanalyse verwendet, basierend auf den Prinzipien des logischen Empirismus und der Verifikation.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretischen Grundlagen des logischen Empirismus und die konkrete Anwendung der Kritik an metaphysischen Begriffs- und Satzbildungen.

Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wiener Kreis, Sinnkriterium, Metaphysikkritik und logischer Empirismus charakterisieren.

Warum betrachtet der Wiener Kreis Begriffe wie „Prinzip“ als Scheinbegriffe?

Weil sie ihre ursprüngliche, zeitstrukturierende Bedeutung verloren haben und in der Metaphysik ohne Angabe von Verifikationskriterien für überempirische Sachverhalte verwendet werden, was sie zu leeren Hüllen macht.

Was genau ist ein „Scheinsatz“ nach Ansicht der Autoren?

Ein Scheinsatz ist ein sprachliches Gebilde, das zwar wie eine wissenschaftliche Aussage aussieht, aber entweder auf Scheinbegriffen beruht oder syntaktische Fehler aufweist, wodurch er empirisch nicht verifizierbar ist.

Wie ist die „Sphärenvermengung“ als Fehler zu verstehen?

Sie entsteht, wenn Prädikate, die verschiedenen Kategorien oder Typen zugeordnet sind, fälschlicherweise miteinander kombiniert werden, wie beispielsweise in der Aussage „Cäsar ist eine Primzahl“.

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Details

Titel
Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises und daraus resultierende Kritik an der Metaphysik
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Der Wiener Kreis - Wissenschaftliche Weltauffassung und soziale Revolution
Note
2,0
Autor
Dominik Bart (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V497532
ISBN (eBook)
9783346022516
ISBN (Buch)
9783346022523
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Philosophie Wiener Kreis Karl Popper Logik Metaphysik Kritik Logischer Empirismus Wissenschaftliche Weltauffassung Sinnkriterium Rudolph Carnap Empirismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dominik Bart (Autor:in), 2019, Die wissenschaftliche Weltauffassung des Wiener Kreises und daraus resultierende Kritik an der Metaphysik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497532
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Leseprobe aus  13  Seiten
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