Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Armut in der Dreigroschenoper

Wie Bertolt Brecht trotz finsterer Zeiten mit dem epischen Theater die Bühnen eroberte

Titel: Armut in der Dreigroschenoper

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 19 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Selina Steinich (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird zunächst eine genauere Begriffsbestimmung von Armut vorgenommen, bevor auf die sozialen Verhältnisse zur Zeit von Bertolt Brecht eingegangen wird. Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Dreigroschenoper und der Rolle, die Armut in diesem Werk spielt.

Die Armut in der Gesellschaft: Ein Phänomen, das grundlegend in jeder Gesellschaft vorkommt. Sie ist immer da und bereits seit der Antike der Leitbegriff für die Symbolik und Praxis solidarischer Verfahren. Konkret bedeutet die Zentralisierung des Begriffs "Armut", dass der Umgang mit Armut in einer Gesellschaft Auskunft über deren Selbstverständnis gibt.

Inklusion und Exklusion spielen hierbei eine wichtige Rolle, da die Armut hierdurch als Grenzsituation sozialer, politischer und religiöser Zugehörigkeit aufgefasst werden kann. Zunächst muss der Begriff der Armut genauer untersucht und bestimmt werden, um damit arbeiten zu können.

Naheliegend ist die Definition, Armut als "Mangel an lebenswichtigen Gütern" zu sehen. Diese Bezeichnung drückt eine Bedürftigkeit aus, welche jedoch stets von der gesellschaftlichen Wahrnehmung abhängig ist. Demnach kann eine eindeutige
Begriffsbestimmung nicht festgehalten werden. Schließlich ist das Verhältnis von Bedürftigkeit und Wahrnehmung dieser kontextabhängig.

Weiter kann ein Mangel an lebenswichtigen Gütern auf verschiedene Weisen gedeutet werden. Ein Mangel kann an unterschiedlichen Situationen und Umgebungen festgemacht werden. So wird zwischen absoluter und relativer Armut differenziert, wobei einerseits das physische Existenzminimum gemeint ist, während bei relativer Armut die deutliche Abweichung nach unten vom Durchschnitt Fokus trägt.

Genauso bestehen hier jegliche Interpretationsmöglichkeiten. Selbst beim Begriff von "lebenswichtigen" Gütern kann nicht von einer allgemeingültigen Deutung gesprochen werden. Um sämtlichen verschiedenen Deutungen vorzubeugen, wird in der heutigen Zeit Armut eher als "Zustand eines Mangels an materiellen, kulturellen und sozialen Mitteln, die zur Sicherstellung sozialer Gerechtigkeit nötig sind" bezeichnet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Armut

1.1 Begriffsbestimmung

1.2 Die sozialen Verhältnisse zu der Zeit von Bertolt Brecht

2 Die Dreigroschenoper

2.1 Das Werk und der Autor

2.1.1 Kurzanalyse

2.1.2 Bertolt Brecht

2.2 Thematisierung der Armut

2.2.1 Armut im Stück

2.2.2 Das epische Theater und dessen Rezeption

3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Darstellung von Armut in Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" vor dem Hintergrund der sozioökonomischen Bedingungen des frühen 20. Jahrhunderts. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern Brecht mittels des epischen Theaters und spezifischer Verfremdungseffekte die Wahrnehmung gesellschaftlicher Machtstrukturen bei den Zuschauern kritisch beeinflussen wollte.

  • Analyse des Armutsbegriffs in gesellschaftlichem und historischem Kontext.
  • Untersuchung der sozialen Verhältnisse zu Brechts Lebzeiten.
  • Interpretation der "Dreigroschenoper" als Gesellschaftskritik.
  • Funktionsweise und Rezeption des epischen Theaters bei Brecht.
  • Gegenüberstellung von bürgerlicher Ordnung und räuberischer Existenz.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Kurzanalyse

Brecht war, wie den meisten Literaturwissenschaftlern bekannt, ein „geschickter Bearbeiter“41 älterer, bereits bekannter Werke. Doch dies bedeutet nicht umgehend, dass er kein schöpferisches Talent hatte. Im Gegenteil, Bertolt Brecht benutzte Quellen häufig als Vorlage, um ein Gegenstück dazu anzufertigen. So auch John Gays Beggar’s Opera als Urbild seiner Dreigroschenoper. 42

Dieses berühmte Stück Brechts löste im Jahr 1928 einen legendären Erfolg aus. Die Oper gilt bis heute als erfolgreichste Demonstration des epischen Theaters, 43 obwohl die Handlung nicht mehr ist, als eine triviale Bettler- und Räubergeschichte.44 Mit dem epischen Theater, „das der soziologischen Situation entsprechen sollte“45, entwickelte Brecht eine Theorie, die das alte aristotelische Theater ablösen sollte:46 „Sein Theater sollte die Welt nicht interpretieren, sondern verändern.“47. Brechts grundsätzliche Idee mit dem neuen, epischen, dialektischen Theater war das Gefühl aus dem Theater nahezu ganz zu drängen, um Platz für die Vernunft zu schaffen. Es geht klar hervor, dass Brecht mit diesem Ansatz Zuschauer nicht nur verändern, sondern aktivieren wollte, um eine kritische Haltung dieser gegenüber der gesellschaftlichen Situation zu schaffen.48 In Die Dreigroschenoper referierte Brecht nahezu davon was der Zuschauer sich vom Leben wünschte, genauso dessen Widersprüche. So objektiviert er subjektive Angelegenheiten und erteilt dem Theater eine neue Funktion.49

Zusammenfassung der Kapitel

1 Armut: Dieses Kapitel definiert Armut als komplexes Phänomen zwischen sozialer Ausgrenzung und materieller Bedürftigkeit und skizziert die historische Entwicklung des Begriffs.

2 Die Dreigroschenoper: Der Hauptteil analysiert das Werk im Hinblick auf seine Entstehung, die Charaktere wie Peachum und Macheath sowie die theoretischen Grundlagen des epischen Theaters.

3 Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Brecht mit der Dreigroschenoper erfolgreich soziale Missstände thematisierte, jedoch die beabsichtigte aktivierende Wirkung auf das Publikum kritisch hinterfragt werden muss.

Schlüsselwörter

Bertolt Brecht, Die Dreigroschenoper, Armut, episches Theater, Verfremdungseffekt, Gesellschaftskritik, Klassenkampf, Weimarer Republik, soziale Ungleichheit, Macheath, Peachum, Theaterwissenschaft, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Armut und Ausbeutung in Bertolt Brechts Theaterstück "Die Dreigroschenoper" unter Berücksichtigung der historischen und gesellschaftlichen Umstände seiner Zeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören der soziologische Armutsbegriff, die politischen Verhältnisse in der Weimarer Republik, die theoretischen Ansätze des epischen Theaters und die Charakterzeichnung der Hauptfiguren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage befasst sich mit der Wirksamkeit von Brechts epischem Theater als Instrument zur gesellschaftlichen Aktivierung und kritischen Bewusstseinsbildung des Zuschauers.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl den historischen Kontext als auch die theaterpraktischen Mittel (z.B. Verfremdungseffekt) des Stücks untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Autors und seines Werks sowie in eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Thematisierung von Armut und der Rezeption der epischen Theaterform.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Bertolt Brecht, episches Theater, Armut, Verfremdungseffekt, Gesellschaftskritik und soziale Ungleichheit.

Wie bewertet die Autorin die Wirkung von Brechts Theorie in der Praxis?

Die Autorin stellt fest, dass das Theaterstück zwar ein großer Erfolg war, die von Brecht angestrebte revolutionäre Änderung der gesellschaftlichen Haltung beim Publikum jedoch weitgehend ausblieb.

Welche Rolle spielen die Figuren Peachum und Macheath in der Armutsdebatte der Arbeit?

Sie dienen als Repräsentanten einer ausbeuterischen Ordnung, in der bürgerliche und kriminelle Verhaltensweisen verschmelzen, um die Unterwerfung und Ausnutzung der armen Bevölkerung zu verdeutlichen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Armut in der Dreigroschenoper
Untertitel
Wie Bertolt Brecht trotz finsterer Zeiten mit dem epischen Theater die Bühnen eroberte
Hochschule
Universität Konstanz
Note
2,0
Autor
Selina Steinich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V497609
ISBN (eBook)
9783346012562
ISBN (Buch)
9783346012579
Sprache
Deutsch
Schlagworte
armut dreigroschenoper bertolt brecht zeiten theater bühnen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Selina Steinich (Autor:in), 2019, Armut in der Dreigroschenoper, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497609
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum