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Unternehmensbewertung. Eine kritische Übersicht gegenwärtig eingesetzter Verfahren

Titel: Unternehmensbewertung. Eine kritische Übersicht gegenwärtig eingesetzter Verfahren

Diplomarbeit , 2005 , 69 Seiten , Note: gut bestanden

Autor:in: Marcel Häusler (Autor:in)

BWL - Controlling
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Fast wöchentlich berichten die Tageszeitungen von Unternehmenskäufen, die oft mehrere Milliarden Euro ausmachen können, als sei dies das Normalste der Welt. Von besonderem Interesse ist dabei, dass der Börsenwert des übernehmenden Unternehmens regelmäßig nicht steigt, sondern sogar sinkt. Die Börse scheint also nicht mit der Höhe des gezahlten Kaufpreises einverstanden zu sein. Bei der Preisfindung spielt zweifelsfrei der Bewertungsprozess eine wichtige Rolle. Nur wie dieser Bewertungsprozess abläuft und wie dabei vorgegangen wird, berichtet die Tagespresse nicht. Wer sich dann auf der Suche nach Antworten intensiver mit der Thematik der Unternehmensbewertung beschäftigt, muss schnell feststellen, dass es eine schier unüberschaubare Anzahl an Bewertungsverfahren gibt. Dem Betrachter stellen sich sodann mehrere Fragen: Wo liegen die Unterschiede der Verfahren? Eignen sich einige nur für bestimmte Bewertungsvorhaben bzw. spielt der Bewertungszweck eine Rolle? Gibt es das „universell richtige“ Verfahren? In direktem Zusammenhang damit steht dann auch die Frage, welche dieser Verfahren nur auf dem Papier stehen – und Papier ist bekanntermaßen geduldig – und welche Verfahren in der Praxis Relevanz haben.

Diesen Fragen geht die vorliegende Arbeit nach. Dazu werden im nachfolgenden Teil II erst einmal grundlegende Fragen und Probleme der Unternehmensbewertung aufgezeigt und geklärt. Hierbei wird insbesondere auf die Bedeutung des Wertes und der sich daraus ableitenden Wertkonzeptionen eingegangen. Des Weiteren werden die Aufgaben der Unternehmensbewertung dargestellt und daraus ein Anforderungskatalog entwickelt, um die Bewertungsverfahren einheitlich beurteilen und vergleichen zu können.

Den Hauptteil der Arbeit bildet der Teil III. Hier werden verschiedenen Bewertungsverfahren dargestellt und anhand des ausgearbeiteten Anforderungskatalogs beurteilt. Um die praktische Relevanz der verschiedenen Verfahren beurteilen zu können, wird am Anfang dieses Kapitels anhand von empirischen Untersuchungen der Frage nachgegangen, welche Verfahren die Praxis gegenwärtig einsetzt. Zusätzlich zu den dort aufgezeigten empirischen Untersuchungen, wird der Einsatz von Bewertungsverfahren bei drei großen Unternehmensberatungsgesellschaften beleuchtet. Nachdem die einzelnen Verfahren dargestellt und beurteilt wurden, fasst der Teil IV die Ergebnisse zusammen und stellt sie in einer Grafik gegenüber.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Grundlagen der Unternehmensbewertung

1 Wert und Preis

2 Entwicklung betriebswirtschaftlicher Wertkonzeptionen

3 Der Zweck der Unternehmensbewertung

4 Die Aufgaben der Unternehmensbewertung

5 Der Ablauf des Bewertungsprozesses

6 Die Anforderungen an die Bewertungsverfahren

III Übersicht der Bewertungsverfahren

1 Gegenwärtig eingesetzte Verfahren

1.1 Empirische Untersuchungen

1.2 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

1.3 Erkenntnisse aus der gegenwärtigen Anwendung

2 Einzelbewertungsverfahren

2.1 Substanzwertverfahren

2.1.1 Reproduktionswertverfahren

2.1.2 Liquidationswertverfahren

2.1.3 Substanzwert im Sinne ersparter Ausgaben

2.1.4 Beurteilung der Substanzwertverfahren

3 Gesamtbewertungsverfahren

3.1 Ertragswertverfahren

3.1.1 Konzeption des Ertragswertverfahrens

3.1.2 Bestimmung der Ertragsüberschüsse

3.1.3 Bestimmung des Kalkulationszinsfuß

3.1.4 Beurteilung der Ertragswertverfahren

3.2 Discounted-Cashflow-Verfahren

3.2.1 Entity – Ansätze (Bruttorechnung)

3.2.1.1 WACC – Ansatz

3.2.1.2 APV – Ansatz

3.2.1.3 TCF – Ansatz

3.2.2 Equity – Ansatz (Nettorechnung)

3.2.3 Beurteilung der DCF-Verfahren

3.3 Realoptionsverfahren

3.3.1 Darstellung des Realoptionsverfahrens

3.3.2 Beurteilung des Realoptionsverfahrens

3.4 Vergleichsverfahren – Multiplikatormethode

3.4.1 Darstellung der Vergleichswertverfahren

3.4.2 Beurteilung der Vergleichswertverfahren

4 Mischverfahren

4.1 Mittelwertverfahren

4.2 Übergewinnverfahren

4.3 Stuttgarter Verfahren

4.4 Beurteilung der Mischverfahren

IV Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Vielzahl der in der betriebswirtschaftlichen Praxis eingesetzten Unternehmensbewertungsverfahren zu geben. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Unterschiede zwischen den verschiedenen Methoden existieren, welche Relevanz sie in der Praxis besitzen und inwiefern der gewählte Bewertungszweck die Anwendung des jeweiligen Verfahrens beeinflusst.

  • Analyse grundlegender Wertkonzeptionen und Funktionslehren der Unternehmensbewertung.
  • Untersuchung der praktischen Anwendung von Bewertungsverfahren durch empirische Erhebungen.
  • Kritische Beurteilung von Einzel-, Gesamt- und Mischverfahren anhand eines definierten Anforderungskatalogs.
  • Vergleich der Eignung verschiedener Verfahren unter Berücksichtigung von Bewertungszweck und Unsicherheiten.
  • Beleuchtung der Bedeutung strategischer Handlungsoptionen durch Realoptionsverfahren.

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Darstellung des Realoptionsverfahrens

Das Realoptionsverfahren versucht die späteren Handlungsmöglichkeiten des Managements in die Bewertung des Unternehmens einfließen zu lassen. Das Fehlen dieser Möglichkeit ist ein entscheidender Schwachpunkt der Ertragswert- und DCF – Verfahren. Ertragswert- und DCF-Verfahren gehen davon aus, dass in der Zukunft eintreffende Informationen keinen Einfluss auf das geplante Szenario haben. In der Realität hat das Management jedoch die Möglichkeit, die Unternehmensstrategie anhand der neuen Informationen neu auszurichten. Hierzu stehen insbesondere Aufschubs-, Abbruchs,- Änderungs- und Wachstumsoptionen zur Verfügung. Das Management kann so Investitionsentscheidungen mithilfe der neuen Informationen fortlaufend an die eintretenden Situationen anpassen. Dies führt zu einer Begrenzung des Verlustrisikos bei unbegrenzten Gewinnchancen, Unsicherheiten lösen sich so sukzessiv auf.

Bei der Unternehmenswertbestimmung mithilfe des Realoptionsansatzes wird zwischen dem statischen und dem dynamischen Wert unterschieden. Der statische Wert, auch als „real asset“ bezeichnet, stellt dabei den Barwert der prognostizierten Zahlungsströme aufgrund der eingeschlagenen Unternehmensstrategie dar. Dieser Wert wird mithilfe von Ertragswert- oder DCF – Verfahren ermittelt.

Der dynamische Wert stellt die Bewertung der Flexibilitätspotenziale des Managements dar und wird mit dem Realoptionsverfahren bewertet. Hierzu müssen zuerst alle Realoptionen identifiziert werden. Dabei kann noch einmal zwischen strategischen und operativen Realoptionen unterschieden werden. Bei den strategischen Realoptionen handelt es sich um zukünftige Chancen und Risiken, die sich aufgrund der Unternehmensumwelt ergeben und bei den operativen Realoptionen handelt es sich um die Flexibilitätspotenziale bei bereits getätigten Investitionen.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Unternehmensbewertung ein, skizziert die Problematik der Verfahrensvielfalt und beschreibt den Aufbau der Arbeit.

II Grundlagen der Unternehmensbewertung: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Wert und Preis, stellt Werttheorien vor und leitet aus den Aufgaben der Bewertung Anforderungen für die Beurteilung der Verfahren ab.

III Übersicht der Bewertungsverfahren: Der Hauptteil gliedert die Verfahren in Einzel-, Gesamt- und Mischverfahren, analysiert deren praktische Anwendung und beurteilt sie kritisch anhand des Anforderungskatalogs.

IV Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, zeigt die Verschiebung hin zu DCF-Verfahren auf und betont die Bedeutung der Methodenwahl in Abhängigkeit vom Business Case.

Schlüsselwörter

Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, Discounted-Cashflow-Verfahren, DCF-Ansatz, WACC, Realoptionsverfahren, Substanzwertverfahren, Multiplikatormethode, Unternehmenswert, Bewertungsprozess, Entscheidungswert, Finanzierung, Kapitalkosten, Unternehmensakquisition, Bewertungszweck.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine kritische Übersicht der gegenwärtig in der Praxis eingesetzten Unternehmensbewertungsverfahren und prüft deren Eignung für verschiedene Anwendungsfälle.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung, die Einteilung in verschiedene Verfahrenskategorien (Einzel-, Gesamt- und Mischverfahren) sowie die empirische Analyse der praktischen Anwendung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den Verfahren aufzuzeigen, deren Eignung für bestimmte Bewertungsanlässe zu analysieren und Kriterien für die Auswahl eines "passenden" Verfahrens zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine Literaturanalyse sowie eine Auswertung empirischer Studien zur Anwendungshäufigkeit der Verfahren durchgeführt. Zudem erfolgt eine systematische Beurteilung der Verfahren anhand eines selbst erstellten Anforderungskatalogs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Darstellung und kritische Würdigung der Substanzwert-, Ertragswert-, DCF-, Realoptions- und Vergleichsverfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Unternehmensbewertung, Ertragswertverfahren, DCF-Verfahren, Realoptionsverfahren und Multiplikatormethode charakterisiert.

Warum dominieren DCF-Verfahren laut der Arbeit zunehmend?

Die Arbeit verdeutlicht, dass DCF-Verfahren eine hohe Akzeptanz besitzen, da sie internationaler Standard sind und eine konsistente Einbeziehung von Zukunfts-Cashflows bei gleichzeitig moderner Kapitalkostenberechnung ermöglichen.

Welche Rolle spielen Realoptionen bei der Bewertung?

Realoptionen dienen dazu, die Flexibilität des Managements und den Wert zukünftiger Handlungsspielräume abzubilden, was besonders bei innovativen Unternehmen einen Mehrwert gegenüber statischen Verfahren darstellt.

Ende der Leseprobe aus 69 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Unternehmensbewertung. Eine kritische Übersicht gegenwärtig eingesetzter Verfahren
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Institut für Controlling und Unternehmensrechnung)
Note
gut bestanden
Autor
Marcel Häusler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
69
Katalognummer
V49761
ISBN (eBook)
9783638461245
ISBN (Buch)
9783638692953
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensbewertung Eine Verfahren DCF Ertragswert Substanzwert Thema Unternehmensbewertung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcel Häusler (Autor:in), 2005, Unternehmensbewertung. Eine kritische Übersicht gegenwärtig eingesetzter Verfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49761
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Leseprobe aus  69  Seiten
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