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Gattung: Briefroman. Goethes 'Die Leiden des jungen Werther'. Perspektive und zentrale Charakteristika.

Title: Gattung: Briefroman. Goethes 'Die Leiden des jungen Werther'. Perspektive und zentrale Charakteristika.

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

„Die Leiden des jungen Werther“ ist ein Briefroman von Johann Wolfgang von Goethe, erstmalig erschienen 1774, als überarbeitete Fassung im Jahre 1787. Sein Erscheinen ist ein für die Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts denkwürdiges Ereignis, dessen herausragende Wirkung sich nicht nur aus dem für die damalige Zeit ungewöhnlichen Inhalt und dem Selbstmord des Helden ergibt, sondern aus der großen Identifikation vieler Leser mit Werther. Vor allem unter den Jugendlichen brach ein regelrechtes „Werther-Fieber“ aus, das Werther zu einer Kultfigur werden ließ. Es gab unter anderem die Werther-Mode (gelbe Hose, gelbe Weste, blauer Rock) und sogar ein Eau de Werther. Der Roman galt als Initialzündung der Empfindsamkeit in der Literatur, aber auch als Schlüsselroman des Sturm und Drang, wurde in für damalige Zeiten sehr hohen Auflagen gedruckt und war Mitauslöser der so genannten „Lesesucht“.
Literarisch gesehen schuf Goethe mit „Die Leiden des jungen Werther“ das erste deutsche Werk von Weltgeltung und erwarb sich bleibenden weltliterarischen Ruhm.
Wesentlich für den „Werther“ ist das Bemühen um die Ich-Identität eines Helden, die mit der ihn umgebenden modernen, konfliktzerrissenen Welt dargestellt wird.
Dieses Ich „ringt um seine Identität, weil es sich von Gesellschaft umstellt weiß. In die Mitte genommen von den Sanktionen, die ihm drohen, wenn es seine vitalen Wünsche ausleben will, bedrängt von den Normierungszwängen, von Moral und den Institutionen des Über-Ich, hält es sich mühevoll im Gleichgewicht“.
Zentral für diese Fokussierung auf ein Ich und seine Identitätsbemühungen ist die Briefform des Romans. Im Folgenden soll der „Werther“ auf die zentralen Merkmale der Briefform bezogen werden. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Perspektive des Briefromans gerade auf die in ihr angelegte Ich-Identität des „Werther“ bezogen werden kann. Dabei geht es auch um einen kurzen Vergleich des „Werther“ mit anderen Briefromanen des 18. Jahrhunderts. In Kapitel 2 dieser Arbeit sollen zunächst ein kurzer theoretischer Abriss der Geschichte und wesentliche Merkmale des Briefromans dargelegt werden. Im 3. Kapitel wird die Perspektive des Briefromans im „Werther“ dargestellt und es werden zentrale Charakteristika herausgearbeitet. Mit einigen kurzen Bemerkungen schließt die Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Briefroman als solcher

3 „Die Leiden des jungen Werther“ als Beispiel eines Briefromans

3.1 Die Perspektive des Briefromans

3.2 Charakteristika des „Werther“ als Briefroman

3.3 Vergleich mit anderen Briefromanen des 18. Jahrhunderts

4 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzähltheoretische Struktur des Briefromans anhand von Johann Wolfgang von Goethes Werk „Die Leiden des jungen Werther“. Das primäre Ziel ist es, die monoperspektivische Briefform als Medium zur Darstellung individueller Identität und subjektiver Krisenhaftigkeit zu analysieren und sie von den multiperspektivischen Strukturen zeitgenössischer Briefromane abzugrenzen.

  • Die literaturgeschichtliche Entwicklung und Definition des Briefromans im 18. Jahrhundert.
  • Die Funktion der Briefform als Instrument der intimen Selbstdarstellung und Ich-Identität.
  • Die Analyse der monologischen Perspektive und der Zeitstruktur in Goethes „Werther“.
  • Der Vergleich der „Werther“-Struktur mit anderen Briefromanen wie „Clarissa“ und „Gefährliche Liebschaften“.
  • Die Rolle des Herausgebers und die Bedeutung der Leserorientierung in Briefromanen.

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Perspektive des Briefromans

Der Briefroman „Die Leiden des jungen Werther“ ist monoperspektivisch, d.h. es geht nur um die Briefe einer einzigen Person. Der gesamte Roman ist deshalb auf die Empfindungen und Erlebnisse Werthers ausgerichtet. Mit diesen stellt sich Werther in seinen Briefen selbst dar. Der Leser erhält dabei durch Werther selbst in seinen Briefen Einblick in die subjektiven Beweggründe Werthers. Die Briefe haben nun die Aufgabe, die unterschiedlichen Leidenschaften und Emotionen Werthers „unmittelbar“ darzustellen. Deshalb variieren die einzelnen Briefe auch stark im Tonfall, Rhythmus und Stil. Sie spiegeln exakt die wechselnden Affekte des Helden und so stellt jeder Brief ein Stimmungsbild dar.

Wesentlich ist in diesem Zusammenhang die monologische Ausrichtung der Briefe. Werther kreist dabei in seinen Briefen um sich selbst und präsentiert sich unreflektiert. Auf diese Weise wird der äußerste Grad der Subjektivität erreicht. Die monologische Perspektive ist am besten geeignet, seelische Vorgänge mitzuteilen und beim Leser durch die direkte Konfrontation die größtmögliche Wirkung zu erzielen.

Die Subjektivität zeigt sich auch daran, dass Werthers Briefe oft keinen gegenständlichen Bezug haben, sondern er stets seinen eigenen Gefühlen nachgibt. So enthalten viele Briefe Abschweifungen, in denen Werther seinen Empfindungen freien Lauf lässt. Er bricht Briefe ab, wenn die Stimmung gestört wird und verzichtet auf eine gedankliche Ordnung. Antworten oder Reaktionen anderer, durch die ein Dialog zustande kommen könnte, werden in den Briefen nicht thematisiert bzw. gehen nur sehr fragmentarisch aus den Beschreibungen Werthers hervor. Wird die Reaktion auf seine Briefe in Werthers Briefen angesprochen, bezeichnet Engel das als einen verdeckt zweiseitigen Dialog.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung von Goethes Briefroman ein und erläutert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Ich-Identität und der literarischen Form.

2 Der Briefroman als solcher: In diesem Kapitel werden die historischen Wurzeln und die literaturtheoretischen Grundlagen des Briefromans als Gattung im 18. Jahrhundert dargelegt.

3 „Die Leiden des jungen Werther“ als Beispiel eines Briefromans: Dieser Hauptteil analysiert die spezifische Anwendung der Briefform im Werther, wobei die Perspektive, der Aufbau und die Rolle des Herausgebers im Zentrum stehen.

3.1 Die Perspektive des Briefromans: Das Kapitel erläutert die monologische und monoperspektivische Gestaltung, die Werthers innerste Subjektivität unmittelbar erlebbar macht.

3.2 Charakteristika des „Werther“ als Briefroman: Hier werden die erzählerische Komposition sowie die Funktion des Briefwechsels in Bezug auf die psychische Entwicklung des Protagonisten untersucht.

3.3 Vergleich mit anderen Briefromanen des 18. Jahrhunderts: Durch den Vergleich mit Werken wie „Clarissa“ oder „Gefährliche Liebschaften“ werden die Besonderheiten der monologischen Struktur des Werther verdeutlicht.

4 Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass der Werther als Radikalisierung der Empfindsamkeit zu verstehen ist und die Auflösung der Briefform mit der psychischen Zerrüttung des Helden korrespondiert.

Schlüsselwörter

Briefroman, Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther, Epistolarroman, Empfindsamkeit, Ich-Identität, Monoperspektivität, Subjektivität, Sturm und Drang, Literaturgeschichte, Romanstruktur, Herausgeber, Leserorientierung, Selbstzerstörung, 18. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Johann Wolfgang von Goethe in „Die Leiden des jungen Werther“ die Briefform nutzt, um den psychischen Zustand und die Identitätskrise seines Protagonisten darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die literarische Gattung des Briefromans, die Subjektivierung im 18. Jahrhundert, die Funktion der Empfindsamkeit und die Bedeutung von Form und Perspektive in literarischen Texten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die monoperspektivische Erzählweise im „Werther“ die Ich-Identität des Helden abbildet und warum sich das Werk dadurch von anderen zeitgenössischen Briefromanen unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die durch den Vergleich mit theoretischen Grundlagen und anderen Werken der Epoche gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der monologischen Briefperspektive, der Strukturierung des Romans in Ak tions- und Reaktionsbriefe sowie der Rolle des Herausgebers für den Leser.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Briefroman, Empfindsamkeit, Subjektivität, monologische Perspektive und Ich-Identität.

Warum spielt die Rolle des Herausgebers eine besondere Rolle für das Verständnis?

Der Herausgeber dient im „Werther“ dazu, den Handlungsverlauf zu ordnen und die Leser direkt zur Anteilnahme aufzufordern, während er selbst moralische Wertungen zurückhält.

Wie unterscheidet sich der Werther von „Gefährliche Liebschaften“?

Während der „Werther“ durch eine monoperspektivische und unreflektierte Darstellung des Helden geprägt ist, setzen andere Werke wie „Gefährliche Liebschaften“ oder „Clarissa“ auf eine multiperspektivische Struktur und ein dialektisches Spiel der Stimmen.

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Details

Title
Gattung: Briefroman. Goethes 'Die Leiden des jungen Werther'. Perspektive und zentrale Charakteristika.
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Course
Hauptseminar: Goethe und der Roman. Von Werther bis Wilhelm Meister.
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V49763
ISBN (eBook)
9783638461269
Language
German
Tags
Goethes Leiden Werther Beispiel Briefroman Hauptseminar Roman Wilhelm Meister Thema Die Leiden des jungen Werther
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2005, Gattung: Briefroman. Goethes 'Die Leiden des jungen Werther'. Perspektive und zentrale Charakteristika., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49763
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