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Das dialogische Prinzip (nach Martin Buber) und Selbstverletzungen bei Menschen mit Behinderung

Title: Das dialogische Prinzip (nach Martin Buber) und Selbstverletzungen bei Menschen mit Behinderung

Research Paper (undergraduate) , 2004 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sven Keßler (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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„Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“
„Der Mensch wird am Du zum Ich.“ (Martin Buber)

In meiner letzten Praxisphase in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen von Juni bis Oktober 2004 stieß ich in einer Zeitschrift auf diese beiden Zitate von dem Philosophen Martin Buber. Sie regten mich dazu an, mehr über den Verfasser und sein Werk zu lesen, um Einzelheiten über seine Gedanken zu erfahren. Dabei fiel mir sein Thema „das Dialogische Prinzip“ auf. Ich habe die theoretischen Auffassungen auf die Gruppe, in der ich gearbeitet habe, übertragen und festgestellt, dass ein Mann völlig gegensätzlich zu den Auffassungen Bubers gelebt hat bzw. z.T. immer noch lebt. Dieser Mann zeigt häufig Autoaggressionen, indem er sich z.B. am Kopf Verletzungen beibringt.
In dieser Arbeit mit dem Thema „Das dialogische Prinzip (nach Martin Buber) und Selbstverletzungen bei Menschen mit Behinderung“ behandele ich die Fragen, was nach Buber der Mensch ist und was erforderlich ist, damit sich der Mensch verwirklichen kann. Diese Fragen setze ich anschließend mit dem Leben von Herrn Schmidt in Beziehung und beantworte auch die Frage, warum es bei ihm zu selbstverletzendem Verhalten kommt.

Unter 2. werde ich zunächst einen Überblick über das Leben und die Werke von Martin Buber geben, um ihn als Verfasser zu kennzeichnen. Daraufhin folgen seine philosophischen Gedanken zum dialogischen Prinzip. Anschließend beschreibe ich unter 3. den „Fall“ aus meiner Praxisphase (Herr Schmidt). Dabei gehe ich zunächst zum besseren Verständnis des „Falls“ allgemein auf das Problem Selbstverletzungen bei behinderten Menschen ein. Es folgt eine Darstellung der Person von Herrn Schmidt und seiner Lebenssituation.
Zum Schluss werde ich unter 4. die theoretischen Erörterungen zum dialogischen Prinzip auf den „Fall“ aus der Praxis übertragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Motiv für die Themenwahl

2. Martin Buber

2.1 Sein Lebenslauf

2.2 Seine Werke

2.3 Wurzeln des dialogischen Prinzips

2.4 Das dialogische Prinzip

2.4.1 Das anthropologische Problem in unserem Zeitalter

2.4.2 Urdistanz und Beziehung

2.4.3 Die beiden Grundworte

2.4.3.1 Das Grundwort „Ich-Es“

2.4.3.2 Das Grundwort „Ich-Du“

2.4.4 Phänomene der „Ich-Du-Beziehung“

2.4.4.1 Anerkennung und Bestätigung der „Anderheit“

2.4.4.2 Unmittelbarkeit und Ausschließlichkeit

2.4.4.3 Gegenseitigkeit, Zwischen und Umfassung

2.4.4.4 Vergegenwärtigung und Erschließung

2.4.4.5 Dialogische Verantwortung

2.4.4.6 Aktualität und Latenz der Dialogik

3. Ein „Fall“ aus der Praxis

3.1 Selbstverletzungen bei Menschen mit einer Behinderung

3.2 Person und Lebenssituation eines Bewohners (Herr Schmidt)

4. Das dialogische Prinzip in Übertragung auf den „Fall“

4.1 „Vergegnung“

4.2 Das erzieherische Verhältnis zwischen den Mitarbeitern und Herrn Schmidt

4.3 Dialogische Gestalttherapie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das dialogische Prinzip nach Martin Buber im Kontext von selbstverletzendem Verhalten bei Menschen mit Behinderung. Ziel ist es, durch die philosophische Brille der Ich-Du-Beziehung zu analysieren, wie Beziehungsdefizite oder Objektivierung in der Betreuung zu autoaggressivem Verhalten führen und wie therapeutische Ansätze die Lebensqualität durch echte Begegnung verbessern können.

  • Theoretische Grundlagen von Martin Bubers Dialogphilosophie.
  • Ursachen von Selbstverletzungen als entgleister Dialog.
  • Fallanalyse von Herrn Schmidt und seiner Lebenssituation.
  • Anwendung des dialogischen Prinzips auf das Betreuungsverhältnis.
  • Die Rolle der Gestalttherapie als Medium für Begegnung.

Auszug aus dem Buch

2.4.3.1 Das Grundwort „Ich-Es“

Buber beschreibt zur Veranschaulichung des Grundwortes „Ich-Es“ das Verhältnis des Menschen zu einem Baum. „ Ich betrachte einen Baum. Ich kann ihn als Bild aufnehmen. Ich kann ihn als Bewegung verspüren: das flutende Geäder am haftenden und strebenden Kern, Saugen der Wurzeln, Atmen der Blätter,.... Ich kann ihn einer Gattung einreihen und als Exemplar beobachten, auf Bau und Lebensweise. Ich kann ihn zur Zahl, zum reinen Zahlenverhältnis verflüchtigen und verewigen.“ In diesem Beispiel ist der Baum ein Objekt, ein „Es“. Der Mensch erfährt seine Welt, er erfährt den Baum. Er befährt die Fläche der Dinge und erfährt sie. Er holt sich aus ihnen ein Wissen um ihre Beschaffenheit, eine Erfahrung. Demnach erscheint für Buber das „Ich“ des Grundwortes „Ich-Es“ als Eigenwesen, das sich gegen andere Eigenwesen absetzt. Das bedeutet, dass das Grundwort „Ich-Es“ nie mit dem ganzen Wesen gesprochen werden kann. Buber schreibt, dass der Erfahrende keinen Anteil an der Welt hat. Die Erfahrung bzw. der erfahrene Inhalt ist deshalb im Menschen, sie wird aus seiner eigenen Wirklichkeit abgeschnitten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Motiv für die Themenwahl: Die Autorin begründet ihre Auseinandersetzung mit Buber durch die Beobachtung von Autoaggressionen bei einem Bewohner ihrer Praxisstelle.

2. Martin Buber: Dieses Kapitel liefert eine biografische Einordnung sowie die theoretische Herleitung seines dialogischen Prinzips und der zentralen Begriffe wie Ich-Du und Ich-Es.

3. Ein „Fall“ aus der Praxis: Hier werden die Hintergründe selbstverletzenden Verhaltens erläutert und die Lebensgeschichte sowie Situation des Bewohners Herrn Schmidt detailliert dargestellt.

4. Das dialogische Prinzip in Übertragung auf den „Fall“: In diesem Teil werden die zuvor erläuterten philosophischen Konzepte auf die konkrete Lebenswelt von Herrn Schmidt und seine therapeutische Begleitung angewandt.

Schlüsselwörter

Martin Buber, Dialogisches Prinzip, Ich-Du-Beziehung, Ich-Es-Beziehung, Selbstverletzung, Behinderung, Begegnung, Gegenseitigkeit, Vergegenwärtigung, Gestalttherapie, Existenzphilosophie, Autoaggression, Kommunikation, Anerkennung, Betreuung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Es geht um die Anwendung von Martin Bubers Philosophie auf die pädagogische und therapeutische Arbeit mit Menschen mit Behinderung, die zu selbstverletzendem Verhalten neigen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Dialogphilosophie, die Psychologie von Selbstverletzungen sowie die Analyse institutioneller Betreuungsverhältnisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie ein Mangel an echter zwischenmenschlicher Begegnung zu selbstschädigendem Verhalten führen kann und wie eine dialogische Haltung dies verändern kann.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse der Werke Bubers, verknüpft mit einer praxisorientierten Fallstudie und der Übertragung philosophischer Phänomene auf die Gestalttherapie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des dialogischen Prinzips, die Analyse von Selbstverletzungen im Kontext von Isolation und die konkrete Anwendung der Dialogik auf Herrn Schmidt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die wichtigsten Begriffe sind das dialogische Prinzip, die Ich-Du-Beziehung, Gegenseitigkeit, Vergegenwärtigung und der Begriff der Begegnung.

Warum zeigt Herr Schmidt laut Arbeit ein selbstverletzendes Verhalten?

Sein Verhalten wird als verzweifeltes Mittel der Kommunikation gedeutet, um in einer als „Es-Welt“ (objektivierend) erlebten Umgebung Aufmerksamkeit und sein eigenes Dasein zu bestätigen.

Welchen Einfluss hatte die Aufnahme in die Tagesstätte auf den Bewohner?

Die Aufnahme ermöglichte ihm wieder wirkliche Begegnungen und eine wertschätzende Beziehung zu Betreuern, was in Kombination mit einer Gestalttherapie zu einer deutlichen Reduktion seiner Selbstverletzungen führte.

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Details

Title
Das dialogische Prinzip (nach Martin Buber) und Selbstverletzungen bei Menschen mit Behinderung
College
University of Cooperative Education Villingen-Schwenningen
Course
Sozialphilosophie
Grade
1,0
Author
Sven Keßler (Author)
Publication Year
2004
Pages
23
Catalog Number
V49765
ISBN (eBook)
9783638461276
ISBN (Book)
9783638660556
Language
German
Tags
Prinzip Martin Buber) Selbstverletzungen Menschen Behinderung Sozialphilosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Keßler (Author), 2004, Das dialogische Prinzip (nach Martin Buber) und Selbstverletzungen bei Menschen mit Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49765
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