§ 9 GewStG regelt die Kürzungen bei der Ermittlung des Gewerbesteuermessbetrags. Die Nr. 1 befasst sich mit den Kürzungen für Grundbesitz. In Satz 1 wird die pauschale Kürzung geregelt, wobei unter bestimmten Voraussetzungen alternativ für Grundstücksunternehmen eine erweiterte Kürzung nach Sätzen 2-5 in Anspruch genommen werden kann. Satz 5 regelt insbesondere die schädliche Tätigkeit der Vermietung an Gesellschafter.
Die Arbeit orientiert sich bei der Auseinandersetzung mit diesem Thema am Aufbau der Vorschrift.
Nach einer kurzen Einleitung und den notwendigen Begriffsabgrenzungen werden die zulässigen Tätigkeiten behandelt. Im Anschluss wird näher auf die schädlichen Tätigkeiten eingegangen. Die Arbeit wird mit umfangreichen Anwendungsbeispielen abgeschlossen, um damit die Bedeutung insbesondere unter der GewSt-Anrechnung detailliert darzulegen.
Inhaltsverzeichnis
I. Allgemeines
1. Vorbemerkung
2. Historische Entwicklung des §9 Nr.1
3. Sinn und Zweck der Vorschrift
II. Begriffsabgrenzungen
1. Grundstücksunternehmen
2. Grundbesitz
3. Verwaltung und Nutzung
III. Zulässige Tätigkeiten von Grundstücksunternehmen
1. Zulässige, begünstigte Tätigkeiten
a) Verwaltung und Nutzung eigener Wohngebäude
b) Verwaltung und Nutzung anderen Grundbesitzes
c) Immobilien-Leasing-Gesellschaften
d) Nebentätigkeiten
2. Zulässige, nicht begünstigte Tätigkeiten
a) Errichtung und Veräußerung von EFH/ZFH/ETW
b) Betreuung von Wohnungsbauten
c) Verwaltung und Nutzung von eigenem Kapitalvermögen
d) praktisches Beispiel
IV. Abgrenzung zu schädlichen Tätigkeiten
1. Grundbesitz im Dienste eines Gesellschafters oder Genossen
a) Grundbesitz ganz oder zum Teil
b) Gewerbebetrieb eines Gesellschafters oder Genossen
c) Dienen
d) Gestaltungsmöglichkeiten
aa) Erbbaurecht
bb) Ehepartner
cc) Zwischenschaltung einer Gesellschaft
2. Gewerbliche Tätigkeiten eines Grundstücksunternehmens
a) Verwaltung fremden Grundbesitzes
b) Mitvermietung von Betriebsvorrichtungen und Inventar
c) Betriebsaufspaltung
d) Veräußerung, Gewerblicher Grundstückshandel
e) Verwaltung und Nutzung von Kapitalvermögen gewerblicher Art
V. Formelle Anforderungen
VI. Anwendungsbeispiele der Kürzung gemäß § 9 Nr.1 Satz 2 GewStG
1. Beispiel 1: Immobilienhai-GmbH
a) Variante 1: mit Kürzung nach § 9 Nr.1 Satz 1 GewStG
b) Variante 2: mit Kürzung nach § 9 Nr.1 Satz 2 GewStG
2. Beispiel 2: Immobilienhai-KG
a) Variante 1: KG mit phG
3. Beispiel 3: Immobilienhai-GmbH
a) Variante 1: mit Kürzung nach § 9 Nr.1 Satz 1 GewStG ohne GewSt-Anrechnung
b) Variante 2: mit Kürzung nach § 9 Nr.1 Satz 1 GewStG mit GewSt-Anrechnung
c) Variante 3: mit Kürzung nach § 9 Nr.1 Satz 2 GewStG
VI. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Voraussetzungen und Auswirkungen der erweiterten Gewerbesteuerkürzung nach § 9 Nr. 1 Sätze 2-5 GewStG für Grundstücksunternehmen. Ziel ist es, die steuerliche Vorteilhaftigkeit dieser Kürzung gegenüber der pauschalen Kürzung im Kontext verschiedener Rechtsformen und unter Berücksichtigung der Gewerbesteueranrechnung zu analysieren.
- Historische Entwicklung und Zweck des § 9 Nr. 1 GewStG
- Definition zulässiger und schädlicher Tätigkeiten von Grundstücksunternehmen
- Gestaltungsmöglichkeiten zur Wahrung der Kürzungsvoraussetzungen
- Ökonomischer Vergleich der Steuerbelastung bei verschiedenen Rechtsformen
- Einfluss der Gewerbesteueranrechnung nach § 35 EStG
Auszug aus dem Buch
3. Sinn und Zweck der Vorschrift
„ Der Sinn der Vorschrift des § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG liegt darin, solche Unternehmen zu begünstigen, die nach Art ihrer Tätigkeit nicht gewerbesteuerpflichtig wären und die es nur auf Grund ihrer Rechtsform sind ( Kapitalgesellschaften [und gewerblich geprägte Personengesellschaften], die nur eigenen Grundbesitz verwalten und nutzen), außerdem solche Unternehmen die zwar nicht wegen ihrer Rechtsform, wohl aber deshalb gewerbesteuerpflichtig sind, weil sie eine der in § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG bezeichneten, wenngleich die Inanspruchnahme der erweiterten Kürzung des Gewerbeertrags unschädlichen Nebentätigkeiten ausüben.“2 Die erweiterte Kürzung soll demnach Grundstücksunternehmen in der Form einer gewerblich geprägten Personengesellschaft (§ 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG; z.B. GmbH & Co. KG) oder Kapitalgesellschaft (z.B. GmbH) verwehrt bleiben, wenn sie sich außerhalb der unschädlichen Nebentätigkeiten betätigen3 und nicht nur Kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtig sind. Grundstücksunternehmen in der Form reiner Personengesellschaften sind nicht gewerblich tätig und somit nicht gewerbesteuerpflichtig.4
Zusammenfassung der Kapitel
I. Allgemeines: Das Kapitel erläutert die gesetzlichen Grundlagen und den historischen Kontext der erweiterten Kürzung gemäß § 9 Nr. 1 GewStG.
II. Begriffsabgrenzungen: Hier werden die zentralen Begriffe "Grundstücksunternehmen", "Grundbesitz" sowie "Verwaltung und Nutzung" steuerrechtlich definiert.
III. Zulässige Tätigkeiten von Grundstücksunternehmen: Das Kapitel unterscheidet zwischen begünstigten Tätigkeiten (z.B. Vermietung von Wohngebäuden) und zulässigen, aber nicht begünstigten Tätigkeiten (z.B. Betreuung von Wohnungsbauten).
IV. Abgrenzung zu schädlichen Tätigkeiten: Dieser Abschnitt analysiert, welche Tätigkeiten zum Verlust der Kürzung führen, insbesondere im Hinblick auf die Vermietung an Gesellschafter und gewerbliche Tätigkeiten.
V. Formelle Anforderungen: Es werden die formalen Voraussetzungen und das Wahlrecht zwischen der pauschalen und der erweiterten Kürzung dargestellt.
VI. Anwendungsbeispiele der Kürzung gemäß § 9 Nr.1 Satz 2 GewStG: Anhand verschiedener Rechenbeispiele werden die steuerlichen Auswirkungen für unterschiedliche Rechtsformen quantitativ analysiert.
VI. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Vorteilhaftigkeit der erweiterten Kürzung unter Berücksichtigung der aktuellen Gesetzeslage.
Schlüsselwörter
Gewerbesteuer, erweiterte Kürzung, § 9 Nr. 1 GewStG, Grundstücksunternehmen, Grundbesitz, Vermietung, Verpachtung, Kapitalgesellschaft, Personengesellschaft, Betriebsaufspaltung, Gewerbesteueranrechnung, § 35 EStG, Drei-Objekt-Theorie, gewerblicher Grundstückshandel, Steuerbelastung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die steuerliche Regelung der erweiterten Gewerbesteuerkürzung gemäß § 9 Nr. 1 Sätze 2-5 GewStG speziell für Grundstücksunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die Abgrenzung begünstigter von schädlichen Tätigkeiten, Gestaltungsmöglichkeiten zur Sicherung der Kürzung sowie der quantitative Vergleich der Steuerbelastung bei verschiedenen Rechtsformen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, unter welchen Voraussetzungen Grundstücksunternehmen von der erweiterten Kürzung profitieren können und wie sich dies im Vergleich zur pauschalen Kürzung auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine Kombination aus Literaturanalyse der Rechtsprechung und eine ökonomische Modellrechnung, um die Auswirkungen der Steuerregelungen zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsbestimmungen, die Klassifizierung von Tätigkeiten, formelle Anforderungen und umfangreiche Anwendungsbeispiele für verschiedene Unternehmensstrukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die wichtigsten Begriffe sind Gewerbesteuer, erweiterte Kürzung, Grundstücksunternehmen, Betriebsaufspaltung und Gewerbesteueranrechnung.
Was bedeutet das "Dienen" im Zusammenhang mit schädlichen Tätigkeiten?
Der Begriff "dienen" wird weit ausgelegt; er umfasst nicht nur die direkte Vermietung an Gesellschafter, sondern auch Konstellationen, in denen ein mittelbarer Nutzen für den Gesellschafter besteht.
Wie wirkt sich die Gewerbesteueranrechnung nach § 35 EStG auf die Vorteilhaftigkeit der erweiterten Kürzung aus?
Durch die Anrechnung kann die erweiterte Kürzung für gewerblich geprägte Personengesellschaften an Bedeutung verlieren, da die Anrechnungsmethode unter Umständen zu einer geringeren Gesamtsteuerbelastung führt.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. Marek Szczerkowski (Author), Fabian Quednau (Author), 2003, Erweiterte Kürzung gem. § 9 Nr. 1 Sätze 2-5 GewStG bei Grundstücksgesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49769