Der Begriff Classroom-Management umfasst sowohl personelle als auch organisatorische Strukturiertheit im Klassenzimmer. Laut Wellenreuther bezeichnet Classroom Management die Maßnahmen, dass Lehr-/ Lernprozesse reibungslos und möglichst ohne Störungen ablaufen. Guter Unterricht, eine angenehme Klassenatmosphäre und hohe Leistungsbereitschaft der Schüler setzen ein gutes Classroom-Management voraus.
Eine gute Klassenführung verbessert den zeitlichen Ablauf der Stunde, wodurch die Motivation der Schüler steigt. Ebenso lernen sie besser, wenn die Beziehung von Lehrer zu Schüler harmonisch ist. Wesentlich für eine gute Klassenführung und -atmosphäre ist ein in verschiedene Bereiche unterteiltes, strukturiertes und aufgeräumtes Klassenzimmer, in dem keine Reizüberflutung herrscht.
Um einen guten Unterrichtsablauf zu gewährleisten, bietet es sich ebenso an, Rituale und Routinen zu schaffen, die Aufgaben, die nicht direkt zum Unterricht, aber zum Schulalltag gehören (zum Beispiel Verhalten in den Pausen oder bei Toilettengängen), zu regeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Classroom Management?
2. Umgang mit Störungen
3. Segmentierung der Unterrichtsstunde
3.1 Begrüßung mit Erinnerung an Regeln
3.2 Wiederholung des Unterrichtsstoffes der letzten Stunde
3.3 Weiterführung des Themas
4. Unterschiede im Umgang mit Störungen
4.1 Umgang mit Störungen einzelner Schüler
4.2 Umgang mit Unruhezustände in der gesamten Klasse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Qualität des Classroom-Managements einer Lehrkraft in einer konkreten Unterrichtssituation mit dem Ziel, den effektiven Umgang mit Störungen sowie die methodische Strukturierung zu bewerten. Dabei wird untersucht, inwieweit theoretische Konzepte (wie die von Kounin, Doyle und Eichhorn) in der Praxis umgesetzt werden und wo Defizite im Bereich der Klassenführung und Methodenvielfalt liegen.
- Grundlagen des Classroom-Managements nach etablierten Theorien
- Strukturelle Analyse einer Unterrichtsstunde in drei Segmenten
- Differenzierter Umgang mit individuellen Störungen versus Klassenunruhe
- Analyse der Lehrer-Schüler-Interaktion und Präsenz
- Identifikation von Verbesserungspotenzialen in der Klassenführung
Auszug aus dem Buch
2. Umgang mit Störungen
Wesentlich für den zielführenden Einsatz des Classroom-Managements ist der effektive Umgang mit Unterrichtsstörungen, wie zum Beispiel Gespräche unter den Schülern, Zwischenrufe oder das Benutzen von Handys. Um Störungen zu vermeiden oder ihnen direkt begegnen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Zu Beginn des Schuljahres ist es sinnvoll, dass die Lehrkraft mit den Schülern Regeln aufstellt, deren Nichteinhaltung mit entsprechenden Konsequenzen (zum Beispiel Warnkarten (rote und gelbe Karten wie im Fußballsport)) einhergeht. Eine gelbe Karte könnte ein nach der Stunde anschließendes Gespräch mit dem Lehrer bedeuten, eine rote Karte hätte als Folge ein Aufenthalt im Reflexionsraum, in dem sich der Schüler über sein Fehlverhalten Gedanken machen und reflektieren kann. Erhält ein Schüler sehr häufig entsprechende Farbkarten, ist es sinnvoll, die Eltern zu informieren.
Wichtig ist, auf eine Störung zwar schnell, jedoch nicht zu voreilig zu reagieren, da sonst die Aggressionsneigung der Schüler steigen kann. Um eine positive Lernatmosphäre aufrecht zu halten, hilft es bei kleinen Störungen, den Schüler diskret und nicht öffentlich auf sein Fehlverhalten aufmerksam zu machen. So reicht meist schon, mit dem Störenden Blickkontakt aufzunehmen, um zu zeigen, dass die Störung wahrgenommen wurde und so die Intention nach Ruhe bekräftigt wird. Sollte dies nicht helfen, kann sich die Lehrkraft unauffällig in die Nähe des Schülers begeben und vor dessen Tisch stehen bleiben, wobei der Lehrer nicht einmal etwas sagen muss, da den Schülern meistens klar ist, warum er vor ihnen steht. Anschließend ist es wichtig, dass die Lehrkraft den Schüler darauf hinweist, was sein Arbeitsauftrag ist und was er zu lassen hat. Wenn der Schüler kooperiert und das störende Verhalten einstellt, ist es angemessen, dass man dies mit einem Lob oder einem Bedanken anerkennt, um den Vorfall für beide Seiten positiv abzuschließen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist Classroom Management?: Einführung in die theoretischen Grundlagen des Classroom-Managements unter Berücksichtigung der Dimensionen nach Doyle und Kounin.
2. Umgang mit Störungen: Darstellung präventiver und intervenierender Maßnahmen bei Unterrichtsstörungen sowie die Bedeutung von Regeln und Konsequenzen.
3. Segmentierung der Unterrichtsstunde: Strukturierte Analyse einer Unterrichtseinheit in drei Phasen: Begrüßung, Wiederholung und Weiterführung des Themas.
4. Unterschiede im Umgang mit Störungen: Kritische Beurteilung der Lehrerinterventionen bei Einzelstörungen und Klassenunruhe im Vergleich zu fachwissenschaftlichen Ansätzen.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der beobachteten Lehrkraft hinsichtlich ihres Classroom-Managements, ihrer methodischen Vorgehensweise und ihrer Professionalität.
Schlüsselwörter
Classroom Management, Unterrichtsstörung, Klassenführung, Kounin, Doyle, Eichhorn, Disziplin, Lehrkraft, Unterrichtsstruktur, Methodenvielfalt, Interaktion, Prävention, Reflexion, Lernatmosphäre, Schülermotivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die praktische Anwendung von Classroom-Management-Strategien in einer spezifischen Unterrichtsstunde und deren Erfolg beim Umgang mit Störungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Unterrichtssegmentierung, der Wirksamkeit von Ermahnungsstrategien und der theoretischen Fundierung der Lehrer-Schüler-Interaktion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bewertung, wie effektiv die beobachtete Lehrkraft theoretische Konzepte in die Praxis umsetzt, um Lernprozesse störungsfrei zu halten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine fallorientierte Analyse und Evaluation basierend auf beobachtbaren Verhaltensweisen der Lehrkraft im Abgleich mit fachdidaktischer Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine zeitliche Segmentierung des Unterrichts sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Art und Weise, wie Störungen interveniert werden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Classroom Management, Disziplin, Lehrer-Schüler-Beziehung, Allgegenwärtigkeit und Interventionsstrategien.
Wie bewertet der Autor den Einsatz von Karteikarten?
Die Autorin sieht in Karteikarten als visuelles Warnsignal eine effektive Möglichkeit, um Störungen diskret zu unterbinden, ohne den Unterrichtsfluss massiv zu unterbrechen.
Welches Problem identifiziert die Autorin bei den Erklärungsmonologen?
Sie kritisiert, dass bei zu langen, monotonen Monologen die Lehrkraft die Klasse aus dem Blick verliert und dabei die Dimensionen der Allgegenwärtigkeit und Gruppendynamik vernachlässigt.
- Arbeit zitieren
- Katharina Schmitt (Autor:in), 2015, Classroom Management. Umgang mit Störungen im Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497691