In der heutigen Zeit ist die Medienlandschaft einem ständigen Prozess der Veränderung unterworfen. Neue „Informations- und Kommunikationstechniken“ („IuK-Techniken“) bekommen eine immer größere Bedeutung während sich die „alten Medien“ wie Zeitung/Zeitschrift und Rundfunk (TV und Radio) der neuen Situation anpassen müssen. Das erst seit 1984 existierende „duale Rundfunksystem“ mit den öffentlich-rechtlichen auf der einen und den privaten Sendern auf der anderen Seite sorgt durch politisierende Themen wie Rechteverwertung (z.B. Fußball-Weltmeisterschaft) immer wieder für Diskussionsstoff. Wie der Schlussbericht der Enquetekommission des Bundestages „Zukunft der Medien in Wirtschaft und Gesellschaft – Deutschlands Weg in die Informationsgesellschaft“ treffend fest stellt, leben wir heute „in einer Informationsgesellschaft, die sich in rasantem Tempo global weiterentwickelt1“ und somit vor allem durch die Politik ihre Möglichkeiten und Schranken aufgezeigt bekommen soll.
Diese Arbeit soll sich mit den medienpolitischen Haltungen der beiden größten deutschen Parteien, der SPD und der CDU bzw. CSU, beschäftigen, nicht jedoch ohne zuvor kurz in die wichtigsten Streitpunkte einzuführen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen medienpolitischer Themen
2.1 Duales Rundfunksystem
2.1.1 Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk
2.1.2 Privater Rundfunk
2.1.3 Rundfunkgebühren
2.2 Neue IuK-Techniken
3. Medienpolitik der SPD
3.1 Neue Medien
3.2 Duales Rundfunksystem
4. Medienpolitik der CDU/CSU
5. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert und vergleicht die medienpolitischen Positionen der SPD und der CDU/CSU in Deutschland, insbesondere im Hinblick auf den Umgang mit neuen Informations- und Kommunikationstechniken (IuK) sowie die Zukunft des dualen Rundfunksystems.
- Grundlagen des dualen Rundfunksystems in Deutschland
- Einfluss neuer IuK-Techniken und des Internets auf Politik und Gesellschaft
- Medienpolitische Strategien und Diskussionspunkte der SPD
- Medienpolitische Schwerpunkte und Reformvorschläge der CDU/CSU
- Vergleich der Parteien hinsichtlich Regulierung und Rundfunkfinanzierung
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinen drei Säulen „ARD“, „ZDF“ und den „3. Programmen“ hat seinen Ursprung in der Nachkriegszeit der späten 40er und 50er Jahre. Die Gründung der Landesrundfunkanstalten als selbstständige Anstalten des öffentlichen Rechts, ausgestattet mit Selbstverwaltungskompetenzen und befreit von jeglicher staatlicher Programmkontrolle, ist auf die alliierte Besatzungspolitik zurückzuführen.
Nach dem Ende der DDR gibt es heute zehn solcher Anstalten. 1950 erfolgte die Gründung der ARD als Zusammenschluss aller angeschlossenen Landesrundfunkanstalten, 13 Jahre später ging das ZDF auf Sendung. Es ist eine Institution aller Bundesländer, durch Gebühren und teilweise Werbung finanziert, zentralistisch aufgebaut und binnenpluralistisch („jeder Veranstalter [hat] innerhalb seines Programms für die Vielfalt und Ausgewogenheit zu sorgen, indem gesellschaftlich relevante Gruppen in Aufsichtsgremien der Anstalten mitwirken“2) . Bis jedoch Presseverlage und andere privatwirtschaftliche Kreise Einfluss auf die Medienlandschaft gewinnen konnten sollten noch mehr als 20 Jahre vergehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den ständigen Wandel der Medienlandschaft durch neue IuK-Techniken und definiert den Untersuchungsgegenstand, nämlich die medienpolitischen Haltungen von SPD und CDU/CSU.
2. Theoretische Grundlagen medienpolitischer Themen: Hier werden das duale Rundfunksystem mit seinen öffentlich-rechtlichen und privaten Elementen sowie der Begriff der neuen IuK-Techniken theoretisch hergeleitet.
3. Medienpolitik der SPD: Dieses Kapitel beleuchtet die Haltung der SPD zu neuen Medien, deren ökonomische und politische Bedeutung sowie ihre Positionen zur Fortentwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.
4. Medienpolitik der CDU/CSU: Es werden die medienpolitischen Konzepte der CDU/CSU dargestellt, wobei insbesondere Forderungen zur Reform der Rundfunkfinanzierung und zur Vermeidung von Medienkonzentration im Fokus stehen.
5. Resümee: Das Schlusskapitel vergleicht die Positionen beider Parteien und arbeitet sowohl die Übereinstimmungen bei der Regulierung neuer Medien als auch die Differenzen in der Ausgestaltung des Rundfunks heraus.
Schlüsselwörter
Medienpolitik, SPD, CDU, CSU, duales Rundfunksystem, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Privater Rundfunk, IuK-Techniken, Internet, Rundfunkgebühren, Informationsgesellschaft, Medienkonzentration, Medienkultur, Regulierung, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den medienpolitischen Vorstellungen und Konzepten der beiden großen deutschen Volksparteien, SPD und CDU/CSU, unter Berücksichtigung des digitalen Wandels.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Entwicklung des dualen Rundfunksystems, die Bedeutung neuer Informations- und Kommunikationstechniken für die Gesellschaft sowie die politische Regulierung dieser Bereiche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die medienpolitischen Strategien der beiden Parteien gegenüberzustellen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in ihren Ansätzen zur Medienregulierung und zur Zukunft des Rundfunks aufzuzeigen.
Welche methodische Grundlage bildet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Parteipublikationen, Diskussionspapieren, Beschlüssen der Parteitage und Berichten von Enquetekommissionen des Bundestages.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert getrennt die Positionen von SPD und CDU/CSU, unterteilt in deren Sicht auf neue Medien (Internet/IuK) und das duale Rundfunksystem.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie duales Rundfunksystem, Informationsgesellschaft, Medienregulierung und den politischen Diskurs zur Rundfunkfinanzierung charakterisiert.
Wie bewerten die Parteien den öffentlich-rechtlichen Rundfunk?
Beide Parteien sehen ihn als wichtiges Korrektiv an, jedoch differieren sie in der Frage der Finanzierung: Die SPD möchte das Modell inklusive Werbung beibehalten, während die CDU/CSU langfristig einen werbefreien Rundfunk anstrebt.
Was fordert die SPD im Hinblick auf das Internet?
Die SPD betont die Chancen für mehr Demokratie und Teilhabe und fordert staatliche Initiativen, um insbesondere sozial benachteiligte Gruppen bei der digitalen Teilhabe zu unterstützen.
- Quote paper
- Moritz Oehl (Author), 2002, Die medienpolitischen Vorstellungen der SPD und der CDU/CSU unter besonderer Berücksichtigung neuer Informations- und Kommunikationstechniken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49773