Diese Sammlung aus mehreren Kurztexte beschäftigt sich mit der Kreolistik, einem Fachbereich der Sprachwissenschaft, der sich mit den in ehemaligen Kolonien entstandenen Kreolsprachen auseinandersetzt. Es werden kurze Einblicke in verschiedene Ansätze und Bereiche der Kreolistik und angrenzende Forschungsfelder gegeben, jedoch ausschließlich in Bezug auf französisch-basierte Kreolsprachen. Zwei Texte wurden zusammengefasst, um kurz den State of the Art wiederzugeben. Ein Essay beschäftigt sich mit der Kreolgenesetheorie von Chaudenson in Bezug auf das créol haitien, ein weiteres mit der Sprachkontaktforschung, genauer gesagt mit den Phänomenen Entlehnung und Code-switching. Auch eine Anwendungsaufgabe bezieht sich auf Sprachkontakte, nämlich auf Migrationsstatistiken und Migrationsanalysen zur Einwanderung in Französisch-Guayana. Zudem enthält dieses Portfolio eine kurze Zusammenfassung des Verbalsystems des Seychellenkreols anhand von Beispielen aus verschiedenen Corpora. Auch wurde das Handout zum Referat über Kreolistik und Kreolsprachen hinzugefügt. Teile des Portfolios sind auf Französisch.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Textzusammenfassungen zum State of the Art
Essay II-F-1 Entlehnungen und Code-switching
Aufgabe II-F-2 Migration und Sprachkontakt
Essay II-F-3 Kreolgenese des créol haitien
Aufgabe II-F-4 Verbalsystem des Seychellenkreols
Handout zum Referat vom 04.02.2019
Zielsetzung & Themen
Das Portfolio bietet einen Einblick in die Kreolistik, insbesondere in Bezug auf französisch-basierte Kreolsprachen, indem es aktuelle Forschungsergebnisse zusammenfasst, theoretische Ansätze zur Kreolgenese diskutiert, Migrationsphänomene untersucht und das Verbalsystem beispielhaft analysiert.
- Aktueller Forschungsstand in der Kreolistik
- Differenzierung von Sprachkontaktphänomenen wie Entlehnung und Code-switching
- Soziohistorische Analyse der Genese des haitianischen Kreols
- Migrationslinguistik am Beispiel von Französisch-Guayana
- Struktur des Verbalsystems des Seychellenkreols
Auszug aus dem Buch
Essay II-F-3: Beschreiben Sie die Entstehung einer romanisch basierten Kreolsprache im Hinblick auf den historischen Kontext und eine geeignete theoretische Modellierung
Die Entstehung der Kreolsprachen ist bis heute eines der meistdiskutiertesten Gebiete der Kreolistik. Im folgenden Essay soll die Genese einer romanisch basierten Kreolsprache am Beispiel des haitianischen Kreols auf Basis der "aktuell am besten akzeptierte[n]" Theorie (Stein 2017, S. 32), der sogenannten Superstrat-Theorie nach Chaudenson, exemplifiziert werden. Diese Theorie bietet sich für eine Beschreibung im Hinblick auf den historischen Kontext besonders an, da es sich um einen soziohistorischen Ansatz handelt, der vor allem die demographischen Entwicklungen in der jeweiligen Kolonie berücksichtigt (vgl. (Chaudenson 2001).
1492 wurde die Karibik von Christopher Kolumbus entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt lebten auf allen karibischen Inseln etwa eine Millionen Eingeborene, Tainos genannt, deren Zahl sich durch Genozide, von den Eroberern eingeschleppte Krankheiten und Zwangsarbeit bis 1510 um die Hälfte verringern sollte. Zunächst war das heutige Haiti, damals noch Santo Domingo genannt, eine spanische Kolonie. 1570, damals lebten in der Karibik noch etwa 22 000 Indios, lies die Präsenz der Spanier nach und andere Kolonialmächte füllten das Machtvakuum (Gewecke 2007, S. 15). So wurde das heutige Haiti 1635 von der französischen Compagnie des Iles d’Amérique besetzt und in Saint Domingue umbenannt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in das Portfolio ein, welches verschiedene Ansätze und Bereiche der Kreolistik mit Fokus auf französisch-basierte Kreolsprachen beleuchtet.
Textzusammenfassungen zum State of the Art: Hier werden zwei aktuelle wissenschaftliche Beiträge zur Phylogenetik in der Kreolistik sowie zur Sprachpolitik in ehemaligen französischen Kolonien zusammengefasst.
Essay II-F-1 Entlehnungen und Code-switching: Dieses Kapitel diskutiert die Schwierigkeiten bei der Abgrenzung von Entlehnung und Code-switching anhand verschiedener theoretischer Ansätze.
Aufgabe II-F-2 Migration und Sprachkontakt: Die Aufgabe analysiert migrationsbedingte Sprachkontaktphänomene am Beispiel der plurilingualen Gesellschaft in Französisch-Guayana unter Einbeziehung demographischer Statistiken.
Essay II-F-3 Kreolgenese des créol haitien: Der Essay exemplifiziert die Superstrat-Theorie nach Chaudenson anhand des historischen Kontextes und der Entwicklung des haitianischen Kreols.
Aufgabe II-F-4 Verbalsystem des Seychellenkreols: In diesem Teil wird das Verbalsystem des Seychellenkreols anhand von TMA-Partikeln und Beispielen aus verschiedenen Corpora skizziert.
Handout zum Referat vom 04.02.2019: Dieses Handout bietet eine übersichtliche Zusammenfassung zu den Definitionen, Kreolgenesetheorien und dem Status von Kreolsprachen in der Sprachpolitik.
Schlüsselwörter
Kreolistik, Kreolsprachen, Französisch, Sprachkontakt, Kreolgenese, Superstrat-Theorie, Chaudenson, Code-switching, Entlehnung, Migration, Französisch-Guayana, Verbalsystem, Seychellenkreol, Sprachpolitik, Typologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Kreolistik als Teilbereich der Sprachwissenschaft, mit besonderem Fokus auf französisch-basierte Kreolsprachen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst theoretische Modelle zur Kreolgenese, Sprachkontaktphänomene wie Code-switching, migrationslinguistische Analysen und eine grammatikalische Untersuchung des Verbalsystems.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Einblick in verschiedene Ansätze und Bereiche der Kreolistik zu geben und diese anhand konkreter Beispiele aus französisch-basierten Kreolsprachen zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und führt auf dieser Basis Diskussionen zu Theorien, sowie deskriptive Analysen von Sprachdaten und demographischen Statistiken durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in wissenschaftliche Essays und Anwendungsaufgaben, die Themen wie die Unterscheidung von Sprachkontaktphänomenen, die Genese des haitianischen Kreols und das Verbalsystem des Seychellenkreols behandeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kreolistik, Kreolgenese, Sprachkontakt, Superstrat-Theorie, Code-switching und Migrationslinguistik.
Warum wird Französisch-Guayana in der Arbeit als Beispiel gewählt?
Das Land dient als exemplarisches Fallbeispiel für eine moderne, plurilinguale Migrationsgesellschaft, in der komplexe Sprachkontaktsituationen und der Einfluss von Einwanderung auf die Sprachpraxis deutlich werden.
Wie unterscheiden sich die Verbalsysteme des Seychellenkreols vom Französischen?
Das Seychellenkreol hat die morphologischen Endungen des Französischen weitgehend verloren und nutzt stattdessen vorangestellte Partikeln (particules préverbales) zur Markierung von Tempus, Modus und Aspekt.
- Arbeit zitieren
- Kea Klatt (Autor:in), 2019, Kreolistik und französisch-basierte Kreolsprachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/497738