Die Autorin legte mit ihrer Dissertation „Hans Pfitzner im Nationalsozialismus“ die bisher umfassendste und aktuellste Untersuchung zu diesem zeitgeschichtlich-theaterwissenschaftlichen Thema vor. In diesem Beitrag finden sich einige ihrer wichtigsten Thesen zu der Thematik als Extrakt im Rahmen eines Fachreferats.
Hans Pfitzner (1869-1949) geriet als Komponist wegen seiner Zeitgenossenschaft mit dem Dritten Reich, seinen antisemitischen Schriften und seiner schwierigen, stets den Fehdehandschuh werfenden Persönlichkeit nach dem zweiten Weltkrieg zunehmend in Vergessenheit. Seine Musik, die zweifellos ihre Qualitäten hat, wurde so immer mehr an den Rand des Repertoires gedrängt. Höchste Zeit für eine klare, unvoreingenommene und quellenkritische Untersuchung zur Person, Biographie und politischen Orientierung der schwierigen Komponistenpersönlichkeit Hans Pfitzners, der zu Lebzeiten stets als zeitgleicher Antipode Richard Strauss`, ja oft sogar als wahrer geistiger Erbe Richard Wagners genannt wurde.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ein politischer Komponist?
- 2 Vorbemerkungen zu Pfitzners biographischer Situation
- 3 Pfitzners Wirken zur Zeit des Nationalsozialismus
- 3.1 fons salutifer, op. 48 – ein Werk im Geiste des Nationalsozialismus?
- 3.2 Drei Gesänge, op. 53 – ein Werk im Geiste des Nationalsozialismus?.
- 3.3 Die Krakauer Begrüßung, op. 54 – ein Werk im Geiste des Nationalsozialismus?
- 4 Pfitzners Karriere und sein gesellschaftliches Agieren im Nationalsozialismus
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit beleuchtet das ideologisch-politische Verhalten des Komponisten Hans Pfitzner während des „Dritten Reiches“ und analysiert, inwiefern seine Werke in der NS-Zeit politische Dimensionen aufweisen.
- Pfitzners politisches Selbstverständnis und seine Ansichten über die deutsche Zukunft
- Die biographischen und gesellschaftlichen Umstände Pfitzners während des NS-Regimes
- Die Analyse von Pfitzners Werkverzeichnis in Bezug auf seine politische Haltung
- Die Rolle von Textdichtern wie Erwin Guido Kolbenheyer in Pfitzners Werken
- Der Einfluss von Pfitzners Werken auf die musikalische Landschaft der NS-Zeit
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 behandelt Pfitzners Auffassung von Politik und Kunst. Kapitel 2 setzt die biographische Situation Pfitzners zu Beginn des NS-Regimes in den Kontext der politischen Ereignisse. Kapitel 3 analysiert die Werke Pfitzners während der NS-Zeit, wobei insbesondere die Werke "fons salutifer", "Drei Gesänge" und "Die Krakauer Begrüßung" unter die Lupe genommen werden. Kapitel 4 befasst sich mit Pfitzners gesellschaftlichem Agieren im Nationalsozialismus.
Schlüsselwörter
Hans Pfitzner, Nationalsozialismus, Musik, Politik, Ideologie, Kunst, fons salutifer, Kolbenheyer, Drei Gesänge, Krakauer Begrüßung, biographische Situation, gesellschaftliches Agieren, Werkverzeichnis, politische Dimension.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Hans Pfitzner und warum ist er heute umstritten?
Hans Pfitzner (1869-1949) war ein Komponist, dessen Werk heute aufgrund seiner antisemitischen Schriften und seiner Nähe zum Nationalsozialismus kritisch betrachtet wird.
Welche Werke Pfitzners werden in der Arbeit auf NS-Ideologie untersucht?
Analysiert werden unter anderem die Werke „fons salutifer“ (op. 48), „Drei Gesänge“ (op. 53) und die „Krakauer Begrüßung“ (op. 54).
Wie war das Verhältnis zwischen Pfitzner und Richard Strauss?
Pfitzner galt zu Lebzeiten als der zeitgleiche Antipode zu Richard Strauss und wurde oft als der „wahre geistige Erbe“ Richard Wagners bezeichnet.
Welche Rolle spielte der Dichter Erwin Guido Kolbenheyer?
Kolbenheyer war einer der Textdichter, mit denen Pfitzner zusammenarbeitete und deren ideologische Ausrichtung in Pfitzners Werken eine Rolle spielte.
Was ist das Ziel dieser quellenkritischen Untersuchung?
Die Arbeit strebt eine unvoreingenommene Analyse von Pfitzners Biografie, politischer Orientierung und seinem Wirken während des „Dritten Reiches“ an.
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- Dr. Sabine Busch-Frank (Author), 2003, 'Den alten Heroismus treu bewahren' - Anmerkungen zu Pfitzners politischer und ideologischer Weltsicht in den Jahren 1933-1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49783