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Metaphorische Bildungen in der Sprache der Informatik

Title: Metaphorische Bildungen in der Sprache der Informatik

Master's Thesis , 2007 , 78 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Vesna Nikolovska (Author)

German Studies - Linguistics
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Die vorliegende Magisterarbeit befasst sich mit dem Thema Metapher und metaphorische Bildungen in der Sprache der Informatik. Die wesentliche Fragestellung lautet hierbei, ob und wenn ja, warum Metaphern in der Wissenschaftssprache allgemein und in der Sprache der Informatik speziell vorkommen und inwieweit diese für deren begriffliche Verständlichkeit notwendig sind. Die Zielsetzung in diesem Zusammenhang ist zu erarbeiten, wie sich Metaphern in der Sprache der Informatik konkret niederschlagen und welchen Nutzen die Informatik von metaphorischen Bildungen hat.

Der theoretische Teil dieser Arbeit befasst sich sprachtheoretisch mit dem Phänomen Metapher in seiner ganzen Reichweite: vom bloßen Stilmittel, über die tragende Rolle bei der Konzeptualisierung der menschlichen Realität, bis hin zur strukturalistischen Funktion in der Sprache.

Diese Arbeit stützt sich hauptsächlich auf die kognitive Metapherntheorie von Lakoff & Johnson. Es werden jedoch auch ausführlich die Bildfeldtheorie der Metapher von Weinrich, sowie zum einen ihr vorausgehende und zum anderen weiterführende Metaphertheorien, die den aktuelleren Stand der Metaphernforschung widerspiegeln bzw. andere Forschungsrichtungen aufzeigen, berücksichtigt.

Anhand einer Korpusuntersuchung werden Begriffsbeispiele aus dem Bereich der Informatik ausführlich daraufhin analysiert, inwieweit sie metaphorische Eigenschaften aufweisen.

Diese korpusbasierte Analyse verfährt dabei nach der Methode des lexical approach . Auf dem Wege der sprachlichen Analyse soll die dahinterliegende konzeptuelle Metaphorik aufgedeckt werden. Als Gegenstand der onomasiologischen Analyse wurden zum größten Teil Fachwörterbücher und zum kleineren Teil (für die Kategorie der sogenannten vermenschlichenden Metaphern) Computerfachzeitschriften ausgewählt, weil sie eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft und alltäglicher Anwendung darstellen und deshalb eine Vielzahl an anthropomorphisierenden (vermenschlichenden) Metaphern sowohl aus der wissenschaftlichen als auch der alltäglichen Sprache über Computertechnologie aufweisen.

Die Ergebnisse sollen den Zusammenhang zwischen Metapher und der Wissenschaftssprache Informatik zeigen und deutlich machen, welche Bedeutung metaphorische Bildungen für die Terminologie der Informatik haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Grundlegung

1. 1 Einleitung

1.2 Gang der Untersuchung

1.3 Begriffsabgrenzung

1.3.1 Metapher

1.3.2 Informatik

1.3.3 Computer

2 Betrachtung und Analyse ausgewählter Metapherntheorien

2.1 Die Substitutionstheorie

2.2 Die Vergleichstheorie

2.3 Die Interaktionstheorie

2.4 Die Kontexttheorie der Metapher

2.4.1 Das Bildfeld

2.4.2 Erweiterung der Kontexttheorie: Metaphernkontexte

2.5 Die kognitive Metapherntheorie

2.5.1 Hauptthesen von Lakoff & Johnson

2.5.2 Das menschliche konzeptuelle System in der kognitiven Theorie

2.5.3 Kategorisierung von Metaphern

2.5.4 Kritik an Lakoff & Johnson

2.5.5 Erweiterung der Theorie von Lakoff & Johnson: Blending

3 Betrachtung und Analyse von Metaphern in der Sprache der Informatik

3.1 Konzeptuelle Metaphern in der Wissenschaft

3.1.1 Funktionen

3.1.2 Exkurs: Modelle der Softwareentwicklung und ihre konzeptuellen Metaphern

3.2 Die Desktop-Metapher

3.3 Reisemetaphern

3.3.1 Die Reisemetapher in der Informatik

3.3.2 Die Reisemetapher in der Wissenschaftssprache außerhalb der Informatik

3.3.3 Exkurs: Surfen

3.4 Vermenschlichende Metaphern

3.4.1 Die „Mensch-als-Maß-aller-Dinge“-These

3.4.2 Die „Spinning Jenny”-These

3.4.3 Die „Computer denken“ –These und künstliche Intelligenz

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, warum Metaphern in der Wissenschaftssprache, speziell in der Informatik, vorkommen und welche Bedeutung sie für die begriffliche Verständlichkeit haben. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Metaphern in der Informatik konkret genutzt werden und welchen Nutzen die Disziplin aus solchen metaphorischen Bildungen zieht.

  • Rolle der Metapher als kognitives Werkzeug in der Wissenschaft
  • Analyse führender Metapherntheorien (insbes. Lakoff & Johnson)
  • Korpusbasierte Untersuchung von Fachwörtern und Computerfachzeitschriften
  • Bedeutung vermenschlichender Metaphern bei der Beschreibung von IT-Prozessen
  • Untersuchung konzeptueller Metaphern wie Desktop-, Reise- und Expeditions-Metaphern

Auszug aus dem Buch

3.4.1 Die „Mensch-als-Maß-aller-Dinge“-These

Der Mensch ist sich selber am Nächsten und stellt daher die häufigste Fundgrube für Übertragungen dar. Diese These stellt Carsten Busch in seinem Buch Metaphern in der Informatik auf, wenn er argumentiert:

„Grundsätzlich handelt es sich bei anthropomorphisierenden Metaphern um eine nahe liegende Sache, denn das Menschliche ist nun einmal der üblichste [...] Kontext, aus dem heraus ein Mensch metaphorische Übertragungen vornehmen kann.“

Tatsächlich lassen sich auch außerhalb der Informatik viele Beispiele finden, in denen nichtmenschliche Dinge durch Metaphern vermenschlicht werden: Talsohle, Bergrücken, Flaschenhals, Tisch- oder Stuhlbein, Flussknie, Flussarm, Kohlkopf, Buchrücken etc. Bei diesen Beispielen fällt auf, dass es sich um Gestaltmetaphern (siehe Gliederungspunkt 2.5.2) handelt. Die äußere Ähnlichkeit (rund, gekrümmt, lang) oder die relative Lage (oben, unten, vorne, hinten) ermöglichen bei Gestaltmetaphern die Übertragung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Grundlegung: Einleitung in das Thema, Vorstellung der Fragestellung sowie Definition der zentralen Begriffe Metapher, Informatik und Computer.

2 Betrachtung und Analyse ausgewählter Metapherntheorien: Vergleich verschiedener Ansätze wie der Substitutions- und Interaktionstheorie bis hin zur kognitiven Metapherntheorie von Lakoff & Johnson, die als Basis für die Arbeit dient.

3 Betrachtung und Analyse von Metaphern in der Sprache der Informatik: Untersuchung spezifischer Metaphernkomplexe wie Desktop- und Reisemetaphern sowie vermenschlichende Begriffe im Bereich der Softwareentwicklung und künstlichen Intelligenz.

4 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Bestätigung der Notwendigkeit metaphorischer Bildungen für die Terminologie und die Vermittlung abstrakter Konzepte in der Informatik.

Schlüsselwörter

Metapher, Informatik, kognitive Metapherntheorie, Lakoff & Johnson, Wissenschaftssprache, konzeptuelle Metaphern, Desktop-Metapher, Reisemetapher, Anthropomorphismus, Software Engineering, Künstliche Intelligenz, Modellbildung, Sprachwissenschaft, Terminologie, Bildfeldtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Vorkommen und die Funktion von Metaphern in der Informatik und beleuchtet, inwieweit diese für die begriffliche Verständlichkeit komplexer wissenschaftlicher Konzepte notwendig sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft sprachtheoretische Grundlagen (Metapherntheorien) mit der spezifischen Anwendung dieser Modelle in der Informatik-Terminologie und der Softwareentwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird erforscht, warum Metaphern in der Informatik verwendet werden und welchen Nutzen die Disziplin aus der bildhaften Beschreibung abstrakter Sachverhalte zieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine korpusbasierte Analyse, die nach der Methode des "lexical approach" vorgeht und Fachwörterbücher sowie Computerfachzeitschriften als Primärquellen auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (u.a. Lakoff & Johnson) erarbeitet, bevor diese auf konkrete Bereiche wie Desktop-Metaphern, Reisemetaphern und vermenschlichende Metaphern angewendet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem kognitive Metapherntheorie, Anthropomorphismus, Modellbildung und konzeptuelle Metaphern.

Warum spielt die Künstliche Intelligenz eine Rolle bei vermenschlichenden Metaphern?

Die KI ist eine Disziplin, die explizit kognitive Prozesse des Menschen simuliert, was die Verwendung von Metaphern wie "Elektronenhirn" oder "denkende Maschine" begünstigt.

Was unterscheidet das Wasserfallmodell von der Expeditionsmetapher?

Während das Wasserfallmodell starre, lineare Phasen vorgibt, betont die Expeditionsmetapher die situative Anpassung und die zentrale Rolle der handelnden Personen im Entwicklungsprozess.

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Details

Title
Metaphorische Bildungen in der Sprache der Informatik
College
University of Hamburg
Grade
2.0
Author
Vesna Nikolovska (Author)
Publication Year
2007
Pages
78
Catalog Number
V498009
ISBN (eBook)
9783346014498
ISBN (Book)
9783346014504
Language
German
Tags
metaphorische bildungen sprache informatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vesna Nikolovska (Author), 2007, Metaphorische Bildungen in der Sprache der Informatik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498009
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