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Metamorphose oder Sozialer Wandel?

Ein Vergleich zweier soziologischer Konzepte gesellschaftlicher Veränderungsprozesse

Title: Metamorphose oder Sozialer Wandel?

Seminar Paper , 2017 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Martin Radtke (Author)

Sociology - Miscellaneous
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In ‚Die Metamorphose der Welt’ grenzt Ulrich Beck (2017) den im Titel befindlichen Begriff der Metamorphose von verschiedenen bekannten soziologischen Konzepten ab. Darunter finden sich die Konzepte der Transformation, Evolution und Revolution. Die differenzierteste Abgrenzung jedoch nimmt er gegen das lang etablierte Konzept des sozialen Wandels vor. Dieses grundlegende und von William F. Ogburn in die Soziologie eingebrachte Konzept sei nicht geeignet, um die vorliegenden Veränderungen der Welt zu beschreiben, da die Rede von einem Wandel lediglich „[...] impliziert, dass sich manches ändert, während vieles gleich bleibt [...]“ (Beck 2017). Jedoch lässt sich dem entgegenhalten, dass sich derartige Einschränkungen auch für das Konzept der Metamorphose finden: So verweist der Begriff zum Beispiel bei Robert Castel stets auf die „[...] Dialektik des Gleichen und des Unterschiedlichen [...]“ (Castel 2000). Weiterhin können vermeintlich eigenständige Konzepte wie das der Revolution mittels allgemeiner Charakteristika als Konzept sozialen Wandels rekonstruiert werden, sodass dies möglicherweise auch für das Metamorphosekonzept gilt. Die durch Ulrich Becks Gegenüberstellung beider Konzepte erzeugte Spannung in Bezug auf deren Reichweite, verweist einerseits auf eine Differenzierung des Metamorphosekonzepts von einem allgemeinen Konzept sozialen Wandels. Andererseits stellt sich auch die Frage nach der Vereinbarkeit mit den konzeptionellen Ausführungen zur Theorie reflexiver Modernisierung bei Beck selbst. Beide Aspekte münden letztlich in der Fragestellung die dieser Arbeit zugrunde liegt: Inwiefern unterscheidet sich der Begriff der „Metamorphose“ bei Ulrich Beck vom Konzept des sozialen Wandels in der Soziologie?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Sozialer Wandel

2.1 Das Konzept des sozialen Wandels in der Soziologie

2.2 „Sozialer Wandel“ bei Ulrich Beck

2.2.1 Die Dimensionen und Ebenen der ersten Modernisierung

2.2.2 Die Dimensionen und Ebenen der zweiten Modernisierung

2.2.3 Die Dimensionen erster und zweiter Moderne im Vergleich

III. Metamorphose

3.1 Das Konzept der Metamorphose in der Soziologie

3.2 „Metamorphose“ bei Ulrich Beck

IV. Metamorphose und sozialer Wandel im Vergleich

V. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern sich der von Ulrich Beck konzeptualisierte Begriff der „Metamorphose“ vom klassischen soziologischen Konzept des „sozialen Wandels“ unterscheidet, und analysiert hierfür die theoretischen Grundlagen beider Ansätze sowie deren Anwendbarkeit auf gesellschaftliche Veränderungsprozesse.

  • Explikation der Dimensionen und Ebenen sozialen Wandels
  • Analyse der Theorie der reflexiven Modernisierung bei Ulrich Beck
  • Gegenüberstellung von sozialem Wandel und Metamorphose
  • Untersuchung der Veränderung von Bezugsrahmen (Nationalstaat zu Weltgesellschaft)
  • Kritische Reflexion des Metamorphosebegriffs in Becks Spätwerk

Auszug aus dem Buch

Die Dimensionen und Ebenen der zweiten Modernisierung

Sind die Ursachen bzw. Triebkräfte des sozialen Wandels in der einfachen Modernisierung noch gesellschaftlich exogener Art, erscheinen diese im Rahmen der reflexiven Modernisierung als endogen. Explizit bezeichnet Beck diese Ursachen als Nebenfolgen der wissenschaftlich-technischen Entwicklungen der ersten Moderne (vgl. Beck 1996: 40; Poferl 2011: 754 & Schroer 2009: 494). Ein gängiges Beispiel zur Verdeutlichung, was unter ‚Nebenfolgen’ verstanden werden soll ist z.B. die Atomreaktorkatastrophe in Tschernobyl, aber auch die mehr oder weniger allgemeinen Folgen technischen Fortschritt wie Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung (vgl. Beck 1986: 31ff.). Zusätzlich zu dieser Verschiebung der Triebkräfte von gesellschaftlich exogen zu endogen, lässt sich auch Becks Individualisierungsthese als Ursache sozialen Wandels in Form reflexiver Modernisierung darstellen (vgl. Schroer 2009: 494).

Mit der These der Individualisierung – welche wesentlich aus der Bildungs- und Erwerbsarbeitsexpansion für Frauen sowie einem schichtübergreifenden gesellschaftlichen Fahrstuhleffekt zurückgeht – fasst Beck die drei Modernisierungsdimensionen Freisetzung, Entzauberung und Reintegration zusammen (vgl. Beck 1986: 116ff.). Als Fahrstuhleffekt bezeichnet Beck hierbei eine gesamtgesellschaftliche Steigerung des Lebensstandards bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung gesellschaftsinterner Ungleichheiten (vgl. ebd. 124f.). In Kurzform dargestellt meint Freisetzung einen Abbau vormals verpflichtender Klassen-, Schicht- und Familienzugehörigkeiten und Versorgungsabhängigkeiten. Also einen Zugewinn an individueller Entscheidungsfreiheit z.B. bezüglich der Berufswahl etc. (vgl. Beck 1986: 206ff. & Schroer 2009: 501).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, grenzt den Begriff der Metamorphose von etablierten Konzepten ab und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich des Unterschieds zwischen Metamorphose und sozialem Wandel.

II. Sozialer Wandel: Dieses Kapitel expliziert den soziologischen Begriff des sozialen Wandels durch die Herleitung zentraler Kriterien und wendet diese auf Ulrich Becks Theorie der reflexiven Modernisierung an.

III. Metamorphose: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des Metamorphose-Begriffs in der Soziologie sowie eine spezifische Analyse des Metamorphose-Konzepts von Ulrich Beck unter Verwendung der zuvor erarbeiteten Dimensionen.

IV. Metamorphose und sozialer Wandel im Vergleich: In diesem Kapitel werden beide Konzepte systematisch gegenübergestellt, wobei insbesondere die veränderte Reichweite und die Verschiebung der Bezugsrahmen herausgearbeitet werden.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die analytische Eignung des Metamorphose-Konzepts als Abschluss von Becks langjähriger Arbeit an der Theorie der Moderne.

Schlüsselwörter

Sozialer Wandel, Metamorphose, Ulrich Beck, Reflexive Modernisierung, Nebenfolgen, Risikogesellschaft, Kosmopolitisierung, Modernisierungstheorie, Gesellschaftsanalyse, Transformationsprozesse, Soziologische Theorie, Weltgesellschaft, Individualisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht das klassische soziologische Konzept des sozialen Wandels mit dem Begriff der Metamorphose, wie ihn Ulrich Beck in seinem späten Werk „Die Metamorphose der Welt“ geprägt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die soziologische Theoriebildung zu Wandlungsprozessen, die Unterscheidung zwischen erster und zweiter Moderne sowie die Analyse globaler, risikobezogener Transformationsprozesse.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern sich der Metamorphose-Begriff bei Beck vom herkömmlichen Konzept des sozialen Wandels unterscheidet und wo die konzeptionellen Grenzen beider Ansätze liegen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine deskriptiv-analytische Methode verwendet, bei der zunächst allgemeine Kriterien und Dimensionen für „sozialen Wandel“ erarbeitet werden, um diese dann strukturiert auf Becks Konzepte anzuwenden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des Konzepts des sozialen Wandels (inkl. reflexive Modernisierung), die Exploration des Begriffs der Metamorphose und den abschließenden Vergleich beider Theorien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Soziale Wandlungsprozesse, Reflexive Modernisierung, Kosmopolitisierung, Nebenfolgen und der Bezugsrahmen der Weltgesellschaft.

Wie bewertet der Autor Becks Metamorphose-Konzept im Vergleich zur reflexiven Modernisierung?

Der Autor ordnet die Metamorphose als eine logische Fortführung der bereits in der „Risikogesellschaft“ begonnenen Arbeiten Becks ein und unterstreicht, dass Beck hier den Bezugsrahmen endgültig vom Nationalstaat auf die Weltgesellschaft weitet.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „sozialem Wandel“ und „Metamorphose“ für Beck so wichtig?

Für Beck ist der Begriff des sozialen Wandels mit der Annahme verbunden, dass das „Gleiche“ trotz Veränderungen bestehen bleibt. Die Metamorphose soll hingegen epochale, totale Umbrüche beschreiben, die den nationalstaatlichen Rahmen sprengen.

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Details

Title
Metamorphose oder Sozialer Wandel?
Subtitle
Ein Vergleich zweier soziologischer Konzepte gesellschaftlicher Veränderungsprozesse
College
University of Rostock  (Institut für Soziologie und Demographie)
Course
Metamorphosen der (Welt-)Risikogesellschaft. Lektüreseminar zu Ulrich Beck.
Grade
1,3
Author
Martin Radtke (Author)
Publication Year
2017
Pages
27
Catalog Number
V498028
ISBN (eBook)
9783346013811
ISBN (Book)
9783346013828
Language
German
Tags
Soziologie Risikogesellschaft Zeitdiagnose Ulrich Beck Weltrisikogesellschaft Sozialstrukturanalyse Sozialer Wandel Metamorphose
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Radtke (Author), 2017, Metamorphose oder Sozialer Wandel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498028
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