Erzeugung von Unterhaltsamkeit durch Sprache. Eine linguistische Analyse der Reportagen von Claas Relotius


Bachelorarbeit, 2019

65 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die journalistische Darstellungsform Reportage
2.1 Definition
2.2 Merkmale
2.3 Funktionen
2.4 Wahrheitsgehalt

3. Unterhaltung
3.1 Definitionen
3.2 Abgrenzung: Unterhaltung und Information
3.3 Infotainment

4. Unterhaltungstheorien
4.1 Forschungsfeld
4.2 Die Unterhaltungstheorie nach Josef Klein
4.2.1 Fundierung der Unterhaltungskategorien in Auseinandersetzung mit den Griceschen Kommunikationsmaximen
4.2.2 Unterschiede der Unterhaltungs- und Informationskategorien
4.2.3 Die Unterhaltungskategorien und ihre Ausprägungen
4.2.4 Unterhaltungsmaximen und Implikaturen
4.2.5 Unterhaltungs- und Informationskategorien in Texten

5. Erzeugung von Unterhaltsamkeit in den Reportagen von Claas Relotius
5.1 Untersuchungskorpus
5.2 Analysekriterien
5.3 Analyse
5.3.1 Emotionalisierung
5.3.2 Narrativierung
5.4. Auswertung und Interpretation der Ergebnisse

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

I. Analysetexte

II. Analysetabellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Man muss sich das wie eine Impfung vorstellen. Wer heute einen Claas-Relotius-Text liest, wird sich fragen, wie dämlich der SPIEGEL und all die Preisjurys gewesen sein müssen, um den Unfug zu glauben. Es liest sich absurd, die Detailfülle, die Genauigkeit. Es liest sich ausgedacht. Jetzt.1

Juan Moreno, Spiegel -Mitarbeiter, hat den Betrugsfall Relotius aufgedeckt und versucht Antworten zu finden, weshalb Relotius mit seinen Geschichten lange unentdeckt blieb.2 Sieben Jahre arbeitete Relotius für den Spiegel, erhielt für seine Reportagen viele Preise3 und trat dennoch bescheiden auf.4 Keiner schöpfte Verdacht, weil er authentisch über Schwierigkeiten bei der Recherche sprach5 und immer glaubwürdig erklären konnte, wie er an seine Informationen kam.6 Erst Ende 2018 wurde Moreno beim gemeinsamen Schreiben eines Artikels skeptisch und äußerte seine Bedenken gegenüber seinen Chefs.7 Relotius gelang es anfangs, die Vorwürfe anhand von gefälschten Beweismails abzustreiten,8 erst später gestand er: „Er schrieb über Leute, die er nicht getroffen oder sogar erfunden hatte, er beschrieb Szenen, die es so nie gab.“9

Was waren seine Beweggründe? Der Spiegel erklärt in einer Stellungnahme, dass Relotius durch die Erfolge Druck verspürte, diese zu wiederholen und glaubte, dies nur durch Fälschungen zu schaffen.10 Der Spiegel hat ihm dieses Gefühl laut eigenen Aussagen nie vermittelt, weist jedoch darauf hin, dass der Ehrgeiz durch die Journalistenpreise groß ist und es sich lohnen würde, die Darstellungsform Reportage und ihre Versuchungen zu überdenken.11

Doch war es die verzerrte Faktenlage allein, die Relotius zu so großem Erfolg verholfen hat? Was hat seine Reportagen lesenswert gemacht? Mit dieser zentralen Fragestellung beschäftigt sich die folgende Arbeit: Mit welchen sprachlichen Mitteln hat Relotius in seinen Reportagen Unterhaltsamkeit erzeugt? Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine linguistische Analyse verschiedener Reportagen von Relotius durchgeführt. Die Analyse stützt sich auf die Unterhaltungstheorie von Josef Klein, laut der es vier U-Kategorien gibt, die für jedes Unterhaltungsangebot konstitutiv sind: Abwechslung, Unbeschwertheit, Interessantheit und Eingängigkeit.12 Ziel dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen, dass Relotius Erfolge nicht allein in seinen erfundenen Fakten, sondern auch in seinem Schreibstil und den darin enthaltenen unterhaltenden Elementen begründet sind. Denn laut Fey und Schlüter kann eine Reportage, „[…] was andere journalistische Darstellungsformen selten schaffen: informieren und unterhalten.“13

Weshalb werden unterhaltende Elemente in der journalistischen Berichterstattung genutzt? Zum einen ist der Konkurrenzdruck laut Bernhard und Scharf gewachsen und als Reaktion darauf versuchen Printmedien, die Berichterstattung unterhaltsamer zu gestalten.14 Zum anderen hat eine kommunikationswissenschaftliche Studie von Früh und Wirth belegt, dass Informationen leichter vermittelt werden können, wenn sie unterhaltsam aufbereitet sind.15 Diese unterhaltsame Aufbereitung von Informationen wird ‚Infotainment‘ genannt und ist bislang wenig erforscht.16 Auch der Unterhaltungsbegriff wurde bisher nicht umfassend erforscht, es gibt eine Vielzahl von Ansätzen, da es jedoch keine allgemeingültige Definition gibt, „[…] fehlt einer jeden Theoriebildung und intensiveren Erforschung zu Unterhaltung das Fundament.“17 Dabei hat die Unterhaltung in den letzten Jahren beträchtlich an Bedeutung gewonnen: Sie durchdringt zunehmend alle Lebensbereiche, ist zu einem wichtigen Lebensgefühl geworden18 und deshalb von hoher gesellschaftlicher Relevanz.

Bisherige Analysen befassen sich vorwiegend mit dem Unterhaltungspotential im Fernsehen. Deshalb analysiert diese Arbeit den weniger beachteten Unterhaltungswert in Texten, der neue und interessante Aspekte bietet. Die Reportagen von Relotius wurden ausgesucht, weil sie durch eine lebendige und bildliche Sprache auffallen, großen Erfolg hatten und durch den kürzlich aufgedeckten Betrugsfall einen aktuellen Bezug bieten.

Vor der Analyse ist es zunächst erforderlich, die Darstellungsform Reportage zu definieren: Welche Merkmale und Funktionen hat sie? Welche Rolle spielt der Wahrheitsgehalt? Diese Fragen werden in 2.1 bis 2.4 literaturbasiert beantwortet. Des Weiteren ist zu klären, was ‚Unterhaltung‘ ist, dazu wird der Unterhaltungsbegriff in 3.1 definiert und in 3.2 vom Informationsbegriff abgegrenzt. Um den Zusammenhang zwischen diesen zwei Feldern herzustellen wird in 3.4 das Infotainment erläutert. Anschließend wird in 4.1 das heterogene Forschungsfeld der Unterhaltungstheorien aufgezeigt und in 4.2 die der Analyse zugrunde liegende Unterhaltungstheorie von Josef Klein beschrieben. In der Analyse werden zunächst in 5.1 das Untersuchungskorpus und in 5.2 die Analysekriterien vorgestellt. In 5.3 werden die ausgewählten Reportagen qualitativ und quantitativ anhand der Analysekriterien Emotionalisierung und Narrativierung untersucht, die laut Tenscher und Neumann-Braun typische Strategien des Unterhaltungsgenres sind.19 Bei der Auswertung und Interpretation der Ergebnisse in 5.4 werden die Funktionen der Stilmittel beschrieben und geprüft, inwiefern Kleins U-Kategorien durch diese realisiert werden. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst, ein Fazit gezogen und weiterführende Fragen benannt.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwendet diese Arbeit sprachlich das generische Maskulinum (z.B. Reporter) und impliziert gleichermaßen die weibliche Form.

2. Die journalistische Darstellungsform Reportage

In diesem Kapitel wird die Darstellungsform Reportage definiert, deren Merkmale und Funktionen beschrieben sowie die Rolle des Wahrheitsgehaltes erläutert.

2.1 Definition

In der einschlägigen Literatur herrscht in Bezug auf die Reportage ein „Definitionschaos“20: Es gibt zahlreiche Definitionsversuche, die bei dem Versuch, umfassend zu sein, oft mehr verwirren als aufklären.21 Im Folgenden wird eine Definition des Fischer Lexikons Publizistik genannt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, laut Mast, Fey und Schlüter aber zumindest die drei wichtigsten Elemente der Reportage zusammenfasst:22 „Die Reportage ist ein tatsachenorientierter, aber persönlich gefärbter Erlebnisbericht, besonders über Handlungen.“23 Die drei darin enthaltenen Elemente werden in 2.2 detaillierter erläutert.

Haller ist hingegen der Meinung, dass Etikettierungen in dem Fall nicht viel nützen und schlägt als Lösung eine funktionale Definition der Reportage vor.24 Das heißt, es ist weniger wichtig, was eine Reportage ist, sondern wichtiger, wie die Themen, Ereignisse und Erlebnisse gestaltet und vermittelt werden.25 Er nähert sich der Reportage journalistisch an, indem er deren Eignung anhand von vier Aspekten umschreibt:26 Erstens eignen sich Medien, die genügend Platz für ausführliche Schilderungen bieten und subjektiven Journalismus zulassen.27 Zweitens eigenen sich Themen, die einen besonderen Aspekt bieten und die Leser emotional am Geschehen teilhaben lassen.28 Drittens eignen sich Journalisten, die sich Erlebnissen aussetzen, diese authentisch schildern und es ihren Lesern so ermöglichen, das Geschehen mitzuerleben.29 Viertens eignen sich Leser, die bereit sind, längere und anspruchsvollere Texte zu lesen, subjektive Sprache verstehen und die Beschränkung auf einen besonderen Aspekt akzeptieren.30 Die erste und vierte Eignung sind als Rahmenbedingungen zu verstehen, aus der zweiten und dritten lassen sich Merkmale ableiten,31 die in 2.2 erläutert werden.

2.2 Merkmale

Zunächst werden drei Elemente der Reportage erläutert, die sich aus der in 2.1 genannten Fischer Definition ableiten lassen.32 Das erste Element ist die Tatsachenorientiertheit, das heißt, die Reportage ist im Kern eine Nachricht.33 Fey und Schlüter bestätigen, dass Reportagen tatsachenorientiert, ehrlich und authentisch sein sollen.34 Deshalb beinhalten Reportagen neben den spannenden, erzählenden Elementen auch die Hintergründe einer Geschichte, die geschickt platziert werden müssen, um den Spannungsbogen nicht zu durchbrechen.35 Für die Hintergründe muss der Journalist genauso gründlich recherchieren wie für eine Nachricht.36

Das zweite Element ist der „persönlich gefärbte Erlebnisbericht.“37 Dies impliziert, dass Reporter sich an die Schauplätze begeben und als Augenzeugen berichten müssen.38 Laut Haller gilt: „Wer nichts erlebt hat, kann keine Reportage schreiben.“39 Die Adjektive persönlich und gefärbt deuten außerdem darauf hin, dass die Reportage subjektiv ist.40 Unter ‚subjektiv‘ wird dabei nicht die Schilderung der Gefühle des Autors verstanden, sondern die Wahl der Themen durch diesen.41 Der Reporter ist in erster Linie Vermittler und nicht Selbstdarsteller.42

Das dritte Element sind die Handlungen.43 Ziel ist es, diese so zu beschreiben, dass der Leser das Geschehen miterlebt.44 Dafür sollten Reportagen zum einen sinnlich gestaltet sein:45 Reporter müssen laut Schneider und Raue „[…] schauen und riechen, hören und schmecken […].“46 Zum anderen sollten Reportagen lebendig gestaltet sein, das gelingt laut Fey und Schlüter, indem Allgemeines personalisiert und Handlungen veranschaulicht werden.47 Die Protagonisten sollten dabei als einzigartig wahrgenommen und einmalige Erlebnisse gewählt werden.48

Was bedeutet das für das Schreiben von Reportagen? Regeln für das Schreiben von Reportagen aufstellen zu wollen, ist laut Haller widersprüchlich, da sich die Subjektivität in der persönlichen Themenerschließung und dem Schreibstil des Autors äußert.49 Dennoch lassen sich laut ihm beim Vergleich gelungener Reportagen Merkmale finden, die als Tipps für spannende Reportagen zu verstehen sind und im Folgenden beispielhaft vorgestellt werden.50

Um eine Geschichte zu erzählen und den Leser das Geschehen miterleben zu lassen, empfiehlt Haller die Gliederung nach dramaturgischen Regeln.51 Schreiber bestätigt das, eine Geschichte muss laut ihm „[…] einen Anfang und ein Ende, einen Höhepunkt und einen oder mehrere Hauptdarsteller haben.“52 Der Einstieg sollte szenisch sein und ist laut Haller besonders wichtig, denn das erste Drittel eines Textes entscheidet, ob der Leser weiterliest.53

Des Weiteren sind Kontraste laut Haller wichtig, die zum Beispiel durch Perspektivwechsel, Wechsel der Erzählzeiten oder einen wechselnden Sprachduktus erzeugt werden können.54 Schneider und Raue bestätigen, dass Reportagen von Bewegung und Spannung leben.55

Haller empfiehlt außerdem, bildstarke Assoziationen zu verwenden und auf Sinnbilder und Metaphern zu verzichten, da sie das Konkrete verschleiern und den Eindruck erwecken, der Reporter könne die Dinge nicht selbst beschreiben.56 Auch Schreiber betont, dass bei Reportagen Verständlichkeit und Einprägsamkeit im Fokus stehen57 und sie keinen Raum bieten für „[…] quasi literarische Wortartistik.“58 Im Anschluss an die Merkmale werden im Folgenden die Funktionen der Reportage erläutert.

2.3 Funktionen

Die Hauptfunktion von Reportagen besteht darin, die Leser am Geschehen teilhaben zu lassen.59 Dazu müssen Barrieren überschritten und Distanzen überwunden werden, diese zwei untergeordneten Funktionen lassen sich anhand der Geschichte der Reportage erklären.60

Die informatorische Tradition der modernen Reportage liegt im Augenzeugenbericht. In diesem wurde über vorgegebene Ereignisse berichtet, zum Beispiel über Veranstaltungen.61 Die Reportage fungierte als Brücke zu diesen Ereignissen und konnte dem Leser Unbekanntes zugänglich machen, das heißt Barrieren konnten überschritten werden.62 Die literarische Tradition liegt hingegen im Reisebericht, in dem über selbst gestaltete Erlebnisse berichtet wurde.63 Das Grundmuster der Reiseberichte gilt auch heute für nahezu jede Reportage: „Der Erzähler war ausgezogen von zuhause, hatte jenseits der Grenzen in der Fremde Dinge entdeckt, sie aufgenommen und mitgebracht […].“64 So konnte dem Leser Fernes und Fremdes nahegebracht und Distanzen überwunden werden.65

Diese zwei untergeordneten Funktionen gelten auch im übertragenen Sinn. Neben räumlichen können auch soziale Distanzen überwunden werden:66 „[…] er lässt seine Leser erleben, was ganz in ihrer Nähe passiert, aber ihnen fremder erscheint als ein exotisches Land: die Menschen im Asylantenheim […].“67 Bei den Barrieren können auch institutionelle oder psychologische Barrieren überschritten werden, das heißt Hintergründiges wird erschlossen.68

Damit grenzt die moderne Reportage sich deutlich von anderen Genres ab: Ihre Bedeutung „[…] liegt nicht in der Tatsachenenthüllung […], sondern im Aufdecken von Lebenssinn […] durch ihre das Ungewöhnliche entschlüsselnde Sprache.“69 Welche Rolle der Wahrheitsgehalt dabei spielt wird im Folgenden erläutert.

2.4 Wahrheitsgehalt

„Der Kampf (und Krampf) mit der Wahrheit“70 – mit dieser Kapitelüberschrift verdeutlicht Haller die Problematik des Wahrheitsgehaltes in Reportagen. Bevor darauf eingegangen wird, wird die Bedeutung des Wahrheitsgehaltes im Journalismus zunächst anhand des Pressekodexes erläutert.

Der Pressekodex ist eine vom deutschen Presserat entworfene Sammlung publizistischer Grundregeln mit der Aufgabe, die Wahrung der Berufsethik sicherzustellen.71 Die erste Ziffer ist in Bezug auf den Wahrheitsgehalt die wichtigste: „Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.“72 Dadurch wird Glaubwürdigkeit und Ansehen der Medien gewahrt.73 Die zweite Ziffer beschreibt, dass die sorgfältige Recherche dabei eine unverzichtbare Rolle spielt und Informationen wahrheitsgetreu wiederzugeben sind.74 In der dritten Ziffer wird erläutert, was mit nachträglich als falsch erwiesenen Nachrichten geschieht: Diese „[…] hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtigzustellen.“75

Die drei Ziffern zeigen, dass der Wahrheitsgehalt aus ethischer Sicht eine tragende Rolle spielt. Weshalb ist das in der Realität schwierig? Dies könnte in der kontroversen Aufgabe des Journalismus begründet sein: Die Berichterstattung soll aus idealistischer Sicht objektiv und faktenorientiert sein.76 Laut Fey und Schlüter arbeitet jedoch niemand objektiv, sie sprechen vom „[…] Märchen von objektiver Berichterstattung […].“77 Deshalb sei es nicht zielführend, die Berichterstattung in objektiv und subjektiv zu unterteilen, stattdessen halten sie Hallers Einteilung in Richtung zunehmender Subjektivität für sinnvoll.78 Haller ordnet die Reportage dabei als die subjektivste Darstellungsform ein.79

Wie gestalten Reporter subjektive Wahrnehmungen sprachlich, und welche Probleme könnten in Bezug auf den Wahrheitsgehalt auftreten? Eine Gefahr besteht laut Fey und Schlüter darin, wertend zu werden:80 „Leicht erscheint die Punkerin als Aussätzige, nur weil sie ihr Leben ganz anders führt, als der Reporter.“81 Deshalb sollten Reporter laut ihnen eine gewisse Distanz zu den Geschehnissen einnehmen und, da Objektivität nicht möglich ist, Wert auf eine faire und ehrliche Berichterstattung legen.82

Ein weiteres Problem ist laut Haller, dass viele Reporter sich die Problematik des Wahrheitsgehaltes nicht eingestehen:83 „Ausschmückungen? Okay, vielleicht mal […] ein rosa statt braun gefärbtes Kleidchen bei der Freundin unserer Hauptperson, es hätte ihr sowieso besser gestanden. Aber erfinden? Niemals!“84 Laut Hallers journalistischen Realitätsprinzip dürfen Reporter die zurzeit anzutreffenden Verhältnisse zwar gestalterisch ausschöpfen, aber nicht entstellen.85 Dieses Prinzip könnte in der Umsetzung Schwierigkeiten bergen: Was für den einen erlaubte Schmückung ist, könnte für den anderen schon sinnentstellende Dichtung sein. Schneider und Raue vertreten eine radikalere Sichtweise, laut ihnen darf die Wahrheit nie zur Disposition stehen.86 Fey und Schlüter bestätigen das und betonen, dass Journalisten keine Dichter sind, Lügen sich immer rächen und Halbwissen meist in Katastrophen führt.87

Ein drittes Problem ist, dass subjektive Aussagen nicht überprüfbar sind, deshalb sind Zuverlässigkeit und Glaubwürdigkeit bei Reportern besonders wichtig, auch um ihren Ruf nicht zu gefährden.88 Fey und Schlüter fassen das in einer Frage zusammen: „[…] was ist ein gut erfundenes Detail schon wert gegen den Ruf eines seriösen Schreibers?“89

3. Unterhaltung

In diesem Kapitel wird der Unterhaltungsbegriff definiert, die Termini Unterhaltung und Information voneinander abgegrenzt und das Infotainment vorgestellt.

3.1 Definitionen

„Unterhaltung ist nicht immer lustig. Nichts ist jedoch weniger lustig als der Versuch, sie zu definieren.“90 Mit dieser Feststellung veranschaulicht Prager, dass es für den Unterhaltungsbegriff keine allgemein anerkannte Definition gibt. Obwohl der Begriff Unterhaltung weit verbreitet und intuitiv zugänglich ist,91 Unterhaltungsangebote ständig produziert werden und auch die Forschung sich damit beschäftigt.92 Auf individueller Ebene scheint jeder zu wissen, was Unterhaltung ist, allerdings findet sich kein allgemeiner Konsens:93 „Der Medienpraktiker wird bestimmte Fernsehgenres beschreiben, der Germanist Populärliteratur von Kunst abgrenzen, ein Psychologe Emotionen aufzählen und der Soziologe vermutlich Freizeitaktivitäten.“94 Ansätze dieser Art sind auf der Suche nach einer allgemeingültigen Definition nicht zielführend. Stattdessen könnte ein Blick auf Frühs triadisch-dynamische Unterhaltungstheorie weiterhelfen. Früh erläutert in seiner Rahmentheorie, dass Unterhaltung „[…] eine Gleichung mit lauter Unbekannten zu sein“95 scheint und folgert, dass wenigstens eine Größe vorgegeben werden muss, um weiterzukommen.96 Deshalb baut seine Theorie auf zwei Prämissen auf: „Unterhaltung ist ein tendenziell positives Erleben. Unterhaltung ist selbstbestimmt […].“97 Dem Aspekt der Unterhaltung als positives Erleben setzen Bernhard und Scharf entgegen, dass auch negatives Erleben unterhaltsam sein kann.98 Zum Beispiel der Tatort, der durch den Spannungsverlauf trotz Mord- und Gewaltszenen zu Unterhaltung führen kann. Früh schließt negatives Erleben jedoch auch nicht gänzlich aus, erkenntlich an dem Adjektiv tendenziell.99 Frühs zweite Prämisse, dass Unterhaltung nicht erzwungen werden kann,100 lässt sich am Beispiel eines vermeintlich unterhaltsamen Kinofilms erklären, bei dem einige Zuschauer gelangweilt den Saal verlassen. Ferner erläutert Früh, dass Unterhaltung immer subjektiv ist.101 Bernhard und Scharf leiten daraus ab, dass Unterhaltung sich auf individueller Ebene manifestiert und deshalb in Bezug auf Medien immer als Rezipientenkategorie zu verstehen ist.102

Unterhaltung lässt sich folglich als subjektives, tendenziell positives und selbstbestimmtes Erleben beschreiben.103 Damit ist keine allgemeingültige Definition gegeben, das Wesen der Unterhaltung aber zumindest näher bestimmt. Im Folgenden wird erläutert, wie sich die Begriffe Unterhaltung und Information voneinander abgrenzen lassen.

3.2 Abgrenzung: Unterhaltung und Information

Bei der Abgrenzung der Begriffe ist ein Blick auf die pragmatischen Ebenen, denen sie angehören, grundlegend: Laut Klein gehört ‚Information‘ der Illokutionesbene und ‚Unterhaltung‘ der Perlokutionsebene an.104 Diese Unterscheidung geht auf die Sprechakttheorie von Austin und Searle zurück.

Die Illokution ist laut Searle ein Sprechakt, bei dem durch eine Äußerung gleichzeitig eine Handlung vollzogen wird.105 Beispiele sind warnen, behaupten oder versprechen, das heißt, indem etwas gesagt wird, wird zum Beispiel ein Versprechen realisiert.106 Auch das ‚Informieren‘ ist ein illokutionärer Akt und wird vollzogen, wenn die sprechaktspezifischen Gelingensbedingungen erfüllt werden,107 zum Beispiel, „[…] daß der Rezipient bisher keine Kenntnis von der Wahrheit des propositionalen Gehaltes der Äußerung hatte, […].“108

Die Perlokution ist hingegen ein Sprechakt, der über die Illokution hinausgehend aus Wirkungen oder Reaktionen besteht, die auf Gefühle oder Handlungen anderer ausgeübt werden:109 „Zum Beispiel kann ich jemanden durch Argumentieren überreden oder überzeugen […].“110 Darin liegt der zentrale Unterschied zwischen Unterhaltung und Information: Beim Unterhalten spielt, anders als beim Informieren, die Wirkung auf die Rezipienten eine Rolle.111 Nur wenn diese sich unterhalten fühlen, hat man sie auch unterhalten.112 Andernfalls war die vollzogene Handlung „[…] ein mißlungenes UNTERHALTUNGSANGEBOT bzw. ein erfolgloser UNTERHALTUNGSVERSUCH.“113

Innerhalb eines Unterhaltungsangebotes können auch illokutionäre Akte wie Informieren in einem indirekten oder direkten instrumentellen Verhältnis zum Unterhalten stehen.114 Ein direktes instrumentelles Verhältnis liegt vor, wenn ein illokutionärer Akt selbst das Unterhaltungspotential enthält:115 „Man VERSUCHT z.B. […] das Publikum dadurch zu UNTERHALTEN, daß man es über das Privatleben, […] von Prominenten INFORMIERT.“116 Daraus wird ersichtlich, dass Information und Unterhaltung keine getrennt zu betrachtenden Bereiche sind. Die Vereinbarkeit zeigt auch das im Folgenden vorgestellte Infotainment.

3.3 Infotainment

Bereits der Name weist darauf hin, dass hier die Bereiche Information und Unterhaltung verbunden werden: Infotainment ist eine Wortkreuzung aus den Wörtern Information und Entertainment. 117 Die Wortherkunft ist das Einzige, das als gesichert gilt.118 Abgesehen davon existieren in der einschlägigen Literatur verschiedene Definitionen.

Wittwen stellt in seinem Werk Infotainment fünf Hauptbedeutungen vor, von denen vier für diese Arbeit nicht relevant sind, da sie sich auf andere Bereiche wie das Fernsehen beziehen119 oder von ihm als „Leerformel“120 bezeichnet werden. Die andere Bedeutung hilft weiter, laut dieser ist Infotainment ein „[…] Sammelbegriff für die Möglichkeiten zur unterhaltenden Aufbereitung von Informationen.“121 Die unterhaltenden Effekte können durch die formale Gestaltung in Bild und Sprache oder durch die thematische Auswahl erzeugt werden.122 Bernhard und Scharf bestätigen das bezogen auf die Politikberichterstattung.123

Die Reportage lässt sich dem Infotainment zuordnen, da sie informieren und unterhalten kann.124 Das Infotainment wird in 4.2.5 bezogen auf Kleins Theorie aufgegriffen.

4. Unterhaltungstheorien

In diesem Kapitel wird zunächst das Forschungsfeld der Unterhaltungstheorien vorgestellt. Anschließend wird erläutert, weshalb die Unterhaltungstheorie von Josef Klein für die Analyse zugrunde gelegt wurde und diese vorgestellt.

4.1 Forschungsfeld

Das Forschungsfeld im Bereich Unterhaltung ist heterogen:125 Wie eingangs erläutert fehlt einer Theoriebildung das Fundament, da es keine allgemeingültige Definition gibt.126 Dennoch gibt es eine Vielzahl von Ansätzen. Einige davon stellt Wünsch in seinem Aufsatz Unterhaltungstheorien vor und leitet aus dem Vergleich sechs Perspektiven ab, aus denen Unterhaltung betrachtet werden kann:127 Unterhaltung als Tätigkeit oder Handlung, als Funktion, als Rezeptionsprozess, als Merkmale des Inhaltes, als Produktion sowie als soziale Funktion.128

Die von Wünsch genannten Ansätze sind für die Analyse in 5.3 nicht geeignet, da sie kommunikationswissenschaftlich ausgerichtet sind und sich auf die Rezeptionsebene beziehen.129 In dieser Arbeit wird eine linguistische Analyse durchgeführt und es soll gezeigt werden, mit welchen Mitteln Relotius Unterhaltsamkeit erzeugt hat, das heißt, wie er auf Produktionsebene gearbeitet hat. Die Unterhaltungstheorie von Klein erfüllt diese Kriterien.

4.2 Die Unterhaltungstheorie nach Josef Klein

In diesem Unterkapitel wird zunächst erläutert, welchen Kommunikationstypus Klein für seine Unterhaltungstheorie zugrunde gelegt hat. Anschließend wird erklärt, wie er die vier U-Kategorien aus den Griceschen Maximen fundiert hat und wie sich die I-Kategorien von den U-Kategorien unterscheiden. Ferner wird geklärt, ob die U-Kategorien analog zu den I-Kategorien auch Implikaturen generieren und wie seine Theorie auf Textebene zu verstehen ist.

4.2.1 Fundierung der Unterhaltungskategorien in Auseinandersetzung mit den Griceschen Kommunikationsmaximen

Klein bezieht sich in seiner Unterhaltungstheorie auf den Kommunikationstypus Unterhaltungskommunikation, der fest verteilte Rollen hat und in erster Linie als Einwegkommunikation abläuft.130 Der Produzent übernimmt den aktiven Part und erstellt die Unterhaltungsangebote, während der Rezipient den passiven Part übernimmt,131 „[…] mit weitgehender Beschränkung eventueller kommunikativer Aktivitäten auf Beifalls- oder Mißfallensäußerungen.“132 Klein vertritt dabei die Ansicht, dass Unterhaltung nicht unabhängig davon bestimmt werden kann, wodurch sich die Rezipienten unterhalten fühlen.133

Seine Theorie baut auf vier U-Kategorien auf, die er als Entsprechungen zu den vier Griceschen Maximen der Informationskommunikation fundiert hat.134 Bei dem Versuch, eine gemeinsame Basis für die I- und U-Kategorien zu finden, tritt zunächst die Schwierigkeit der unterschiedlichen pragmatischen Ebenen auf:135 Information gehört der Illokutionsebene und Unterhaltung der Perlokutionsebene an.136 Zur Überwindung muss laut Klein zunächst verdeutlicht werden, „[…] daß die Griceschen Maximen wirkungsbezogene Implikationen besitzen.“137 Das heißt, die Maximen sind als Sprechermaximen für einen kooperativen Sprecher formuliert, der die Wirkungen auf seinen Gesprächspartner berücksichtigt und besitzen somit ein perlokutionäres Potential.138 Dieses Potential arbeitet Klein heraus und zeigt, dass dadurch eine systematische Beziehung der Maximen zu zentralen Aspekten der mentalen Verarbeitung sichtbar wird:139

Die Maxime der Informativität 140 besteht aus zwei Maximen, die besagen, dass die Beiträge so informativ wie nötig, aber auch nicht informativer als nötig gestaltet werden sollen.141 Unter perlokutionärem Aspekt bedeutet das, dass der Sprecher die mentale Verarbeitungskapazität des Hörers durch die Informationsmenge nicht über- oder unterbelasten soll.142

Die Maxime der Wahrheit 143 beinhaltet ebenfalls zwei Maximen, laut denen nichts gesagt werden soll, dass für falsch gehalten wird und nichts, wofür es keine ausreichenden Beweise gibt.144 Unter perlokutionärem Aspekt bedeutet das: Der Sprecher soll versuchen, dem Hörer beweisbare Informationen zu vermitteln und ihn nicht irrezuführen.145

Die Maxime der Relevanz lautet ‚Sei relevant‘146 und bedeutet unter Wirkungsaspekten, dass der Sprecher sich bei der Themenselektion an, die dem Sprecher und Hörer gemeinsamen, Focus-Prioritäten halten soll.147

Die Maxime der Klarheit 148 beinhaltet neben der Maxime ‚Sei klar‘149 weitere Maximen, die besagen, dass unklare Ausdrücke und Mehrdeutigkeiten vermieden und das Gesagte kurz und strukturiert sein soll.150 Unter Wirkungsaspekten bedeutet das, die kognitive Verarbeitungskapazität des Hörers soll nicht durch unstrukturierte Informationen überlastet werden.151

Damit hat Klein dargelegt, dass die Griceschen Maximen die zentralen Dimensionen der mentalen Verarbeitung der Rezipienten betreffen:152 In der ersten und vierten Maxime sind „die Angemessenheit an die Verarbeitungskapazität in quantitativer Hinsicht (M1) und in struktureller Hinsicht (M4)“153 enthalten. In der zweiten Maxime „die Angemessenheit an das Prozess-Ziel“154 und in der dritten diejenige „[…] an die Focus-Präferenzen.“155 Die Dimensionen der mentalen Verarbeitung sind laut Klein für alle Kommunikationsangebote grundlegend und nur die U-Kategorien, die sich direkt auf diese beziehen, sind konstitutiv und kommen als Entsprechungen zu den I-Kategorien in Frage.156 Daraus leitet er ab, dass sich zwei parallele Reihen zwischen den konstitutiven I-Kategorien und U-Kategorien ergeben:157

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Informations- und Unterhaltungskategorien (In Anlehnung an Klein 1997, S. 182)

Die Unterschiede zwischen den U- und I-Kategorien werden im Folgenden erläutert.

4.2.2 Unterschiede der Unterhaltungs- und Informationskategorien

Klein weist auf zwei zentrale Unterschiede zwischen den Kategorien hin. Der erste Unterschied liegt in der Verarbeitung von Kommunikationsangeboten: Wenn diese als Unterhaltung verarbeitet werden, spielt die emotionale Verarbeitung eine wesentliche Rolle, bei der Verarbeitung als Information hingegen nicht.158 Der zweite Unterschied ist auf die unterschiedliche Zielsetzung zurückzuführen: Informationsbedürfnisse haben laut Klein Erkenntnis- und Wissensgewinn als Ziel.159 Unterhaltungsbedürfnisse zielen laut Früh hingegen darauf ab, „[…] den Menschen überall ein positives Lebensgefühl zu verschaffen […].“160 Im Folgenden werden die U-Kategorien und deren Ausprägungen beschrieben.

4.2.3 Die Unterhaltungskategorien und ihre Ausprägungen

Die vier U-Kategorien sind laut Klein entsprechend zu den vier I-Kategorien konstitutive Ansprüche, die für jedes Unterhaltungsangebot gelten.161 Weitere U-Kategorien sind laut ihm nicht konstitutiv:162 „Eine Büttenrede braucht nicht spannend, […] und ein Slap-stick nicht erotisch animierend oder emotional stimulierend zu sein – aber keines darf langweilig, ernst, uninteressant oder schwer zugänglich sein, wenn es unterhaltsam sein soll.“163 Ferner sind die partiell geltenden U-Kategorien meist nur spezifische Ausprägungen der vier konstitutiven Kategorien.164 Der Kategorie Abwechslung können zum Beispiel die Ausprägungen „[…] Action, Tempo und Überraschung, Vielfalt und Lebendigkeit […]“165 zugeordnet werden.

Die Kategorie Unbeschwertheit hat die Ausprägungen „Amüsanz, Fiktionalität, Sympathie und Happy-End […].“166 Die letzten drei Ausprägungen verdeutlichen, dass es möglich ist, auch Unterhaltungsangebote mit Themen wie Tod oder Gewalt unbeschwert zu gestalten:167 Sympathische Personen wirken nicht bedrohlich, durch ein Happy End fühlen die Zuschauer sich zumindest am Schluss entspannt und bei fiktionalen Angeboten besteht die Chance, dass die Zuschauer sich, anders als in der Realität, nicht damit belasten.168

Die Ausprägungen der Kategorie Interessantheit sind stark genrespezifisch.169 Dies illustriert Klein anhand zahlreicher Beispiele, im Folgenden werden zwei genannt: „Was spannend ist, ist interessant, insofern lange offenbleibt, wie eine erregende Angelegenheit ausgeht, […]. Emotional Stimulierendes ist interessant, insofern es die Aufmerksamkeit in Form von Identifikation, Mitleiden oder Aggression in Anspruch nimmt.“170

Die Kategorie Eingängigkeit hat als Ausprägungen Verständlichkeit, Konventionalität und Freundlichkeit oder Sympathie.171 Ein Beispiel wäre die Fernsehsendung Deutschland sucht den Superstar, die immer denselben Aufbau (Casting, Recall, etc.) hat und dadurch eingängig ist. Zu klären bleibt, ob die U-Kategorien auch Implikaturen generieren.

4.2.4 Unterhaltungsmaximen und Implikaturen

Der Terminus Implikatur wurde von Grice geprägt, bezeichnet eine Teilmenge impliziter Folgerungen und bedeutet ‚stillschweigend mitbehaupten‘.172 Ein Beispiel wäre die Aussage Einige Kinder in der Klasse haben ADHS, die den Teilsatz Nicht alle Kinder der Klasse haben ADHS impliziert.

Implikaturen entstehen laut Grice erstens dann, wenn „blatantly“173, oder, wie Klein es übersetzt, „ostentativ und eklatant“174 gegen eine Maxime verstoßen wird.175 Zweitens muss ein Kooperationsprinzip gelten, laut dem der Gesprächsbeitrag an den akzeptierten Zweck oder die akzeptierte Richtung des Gespräches angepasst werden muss.176

Dieses für die Informationskommunikation entwickelte Prinzip lässt sich laut Klein unter analogen Beendigungen auf die Unterhaltungskommunikation übertragen, da sich die U-Kategorien ebenfalls in Maximen transformieren lassen.177 Aus der U-Kategorie Interessantheit lässt sich zum Beispiel die Maxime Schreibe deinen Text interessant! transformieren. Implikaturen ergeben sich laut Klein, wenn das Kooperationsprinzip mit Unterhaltung als akzeptierten Zweck gewahrt bleibt und gleichzeitig eklatant gegen eine U-Maxime verstoßen wird.178 Dieser Verstoß kann im passenden Kontext bei offenen Rezipienten erhebliche Unterhaltungseffekte erzielen analog zu dem Verstoß gegen eine I-Maxime, der eine Verstärkung der Information bedeuten kann.179 Ein Beispiel für Implikationen beim Verstoß gegen die U-Maxime Interessantheit wäre „[…] der Erfolg von Blödel-Kunst des Typs, den z.B. Helge Schneider mit Titeln wie ‚Katzenklo, Katzenklo macht die Katze froh‘ repräsentiert.“180 Zu klären bleibt, wie die Unterhaltungstheorie auf Textebene zu verstehen ist

4.2.5 Unterhaltungs- und Informationskategorien in Texten

Klein erklärt, dass in Texten mit Unterhaltungscharakter nie allein U-Kategorien, sondern sekundär immer auch I-Kategorien realisiert werden.181 Dies wird laut ihm besonders deutlich, wenn die Information allein der Unterhaltung dient.182 Im Umkehrschluss folgert Klein, dass auch in der reinen Informationskommunikation einige der in den U-Kategorien beinhalteten Qualitäten nicht fehlen dürfen, besonders dann, wenn die Textverständlichkeit gefördert werden soll.183 Von ‚Infotainment‘ ist laut ihm die Rede, wenn die Dominanzverhältnisse zwischen I- und U-Kategorien unklar sind.184 Inwiefern Kleins U-Kategorien in Relotius Texten realisiert werden, wird in der folgenden Analyse untersucht.

5. Erzeugung von Unterhaltsamkeit in den Reportagen von Claas Relotius

In diesem Kapitel werden zunächst das Untersuchungskorpus und die Analysekriterien vorgestellt und die Reportagen anschließend anhand dieser Kriterien untersucht. Bei der Auswertung der Ergebnisse wird beschrieben, welche Funktionen die Strategien haben und inwiefern Kleins U-Kategorien realisiert werden.

5.1 Untersuchungskorpus

Das Korpus besteht aus den Reportagen Königskinder, Mathys großer Schlaf und Wenn Mörder zu Pflegern werden. Die Artikel wurden bei den aktuell laufenden Nachverifizierungen des SPIEGLES bereits überprüft und variieren im Anteil ihres Wahrheitsgehaltes.185 Sie wurden gewählt, um aufzuzeigen, was Relotius Reportagen abgesehen von der verzerrten Faktenlage lesenswert gemacht hat. Im Folgenden werden die Reportagen vorgestellt.

Königskinder ist 2016 erschienen und handelt von syrischen Geschwistern, die nach dem Tod ihrer Eltern in die Türkei geflohen sind und dort getrennt als Schwarzarbeiter leben.186 Die Reportage ist in großen Teilen erfunden: Die Existenz des Jungen Ahmed ist nachgewiesen, die Existenz von dessen Schwester Alin, auf deren Erzählungen die Geschichte weitegehend basiert, ist nicht belegt.187 Außerdem sind im Text weitere unstimmige Passagen zu finden.188

Die 2015 erschienene Reportage Mathys großer Schlaf handelt von einem Paar aus Bangkok, das den Leichnam seiner verstorbenen Tochter in der Hoffnung auf ein zweites Leben einfrieren lässt.189 Die Existenz des Paares und der Tod des Kindes sind real, eine Kontaktaufnahme mit dem Vater hat jedoch ergeben, dass 80% des Artikels erfunden sind.190

Wenn Mörder zu Pflegern werden ist 2014 erschienen und handelt von Gefängnishäftlingen in Kalifornien, die sich um ihre an Alzheimer erkrankten Mitinsassen kümmern.191 Laut dem Spiegel enthält die Reportage nur kleinere Fehler wie falsche Altersangaben.192

5.2 Analysekriterien

Die Analyse erfolgt anhand der Analysekriterien Emotionalisierung und Narrativierung, die laut Tenscher und Neumann-Braun typische Strategien des Unterhaltungsgenres sind.193

„Emotionalisierung stellt nicht die einzige Strategie zur Erzeugung des Gefühls von Unterhaltung dar, vermutlich jedoch die wichtigste.“194 Diese Aussage von Schultheiss und Jenzowsky lässt sich mit Bernhard und Scharfs Theorie vereinen, laut der potenziell emotionalisierende Stilmittel auch potenziell unterhaltend sind195 und begründet die Wahl des Kriteriums. Die Analyse stützt sich auf Wittwens Theorie, laut der es acht Strategien sprachlicher Emotionalisierung gibt,196 von denen vier für die Analyse gewählt wurden:

Die erste Strategie bilden affektische Wörter wie „ Scheusal“ 197, das heißt „Wörter aus dem Vorstellungsbereich ‚Erregung‘ (= Angst, Schrecken, Wut, Trauer, Glück, Spannung, Sensation und deren Wortfelder).“198 Im Rahmen der Analyse wurden einzelne affektische Wörter sowie affektische Konstruktionen aufsummiert und mit Dornseiffs Werk Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen abgeglichen.199

[...]


1 Juan Moreno (21.12.2018): Der Fall Relotius: Wie Juan Moreno den Betrug aufdeckte. In: SPIEGEL ONLINE, https://www.spiegel.de/spiegel/fall-claas-relotius-wie-juan-moreno-den-betrug-aufdeckte-a-1245063.html, Datum des Zugriffes: 28.04.2019, o.S.

2 Vgl. Ebd.

3 Vgl. Steffen Klusmann / Dirk Kurbjuweit (20.12.2018): Der Fall Relotius: Wir haben sehr viele Fragen an uns selbst. In: SPIEGEL ONLINE, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/der-fall-claas-relotius-wir-haben-sehr-viele-fragen-an-uns-selbst-a-1244196.html, Datum des Zugriffes: 24.03.2019, o.S.

4 Vgl. o.A. (19.12.2018): Der Fall Relotius: Wie das SPIEGEL-Sicherungssystem an Grenzen stieß, In: SPIEGEL ONLINE, https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/der-fall-claas-relotius-wie-das-spiegel-sicherungssystem-an-grenzen-stiess-a-1244593.html, Datum des Zugriffes: 20.04.2019, o.S.

5 Vgl. Ebd.

6 Vgl. O.A. (20.12.2018): Fall Relotius: Antworten auf die Fragen der Leser. In: SPIEGEL ONLINE, https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fall-claas-relotius-beim-spiegel-antworten-auf-fragen-der-leser-a-1244802.html, Datum des Zugriffes: 15.05.2019, o.S.

7 Vgl. Moreno: Der Fall Relotius: Wie Juan Moreno den Betrug aufdeckte 2018, o.S.

8 Vgl. Ebd.

9 Klusmann / Kurbjuweit: Der Fall Relotius: Wir haben sehr viele Fragen an uns selbst 2018, o.S.

10 Vgl. Ebd.

11 Vgl. Ebd.

12 Vgl. Josef Klein (1997): Kategorien der Unterhaltsamkeit. Grundlagen einer Theorie der Unterhaltung mit kritischem Rückgriff auf Grice. In: Eckard Rolf (Hg.): Pragmatik. Implikaturen und Sprechakte, Wiesbaden, S. 184.

13 Ulrich Fey / Hans-Joachim Schlüter (2006): Reportagen schreiben. Von der Idee bis zum fertigen Text (3. Auflage), Berlin, S. 19.

14 Vgl. Uli Bernhard / Wilfried Scharf (2008): Infotainment in der Presse. Eine Längsschnittuntersuchung 1980–2007 dreier regionaler Tageszeitungen. In: Publizistik 53, S. 232, 247.

15 Vgl. Werner Früh / Werner Wirth (1997): Positives und negatives Infotainment. Zur Rezeption unterhaltsam aufbereiteter TV-Information. In: Günter Bentele / Michael Haller (Hg.): Aktuelle Entstehung von Öffentlichkeit. Akteure - Strukturen - Veränderungen, Konstanz, S. 376f.

16 Vgl. Andreas Wittwen (1995): Infotainment. Fernsehnachrichten zwischen Information und Unterhaltung, Bern / Berlin / Frankfurt am Main (u.a.), S. 16.

17 Carsten Wünsch (2002): Unterhaltungstheorien. Ein systematischer Überblick. In: Werner Früh (Hg.): Unterhaltung durch Fernsehen. Eine molare Theorie, Konstanz, S. 15.

18 Vgl. Werner Früh (2003a): Theorien, theoretische Modelle und Rahmentheorien. Eine Einleitung. In: Werner Früh / Hans-Jörg Stiehler (Hg.): Theorie der Unterhaltung. Ein interdisziplinärer Diskurs, Köln, S. 9.

19 Vgl. Jens Tenscher / Klaus Neumann-Braun (2005): Infotainment. In: Alexander Roesler / Bernd Stiegler (Hg.): Grundbegriffe der Medientheorie, Paderborn, S. 106f.

20 Michael Haller (Hg.) (2006): Die Reportage (5. überarb. Auflage), Konstanz, S. 74.

21 Vgl. Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 22.

22 Vgl. Claudia Mast (Hg.) (2008): ABC des Journalismus. Ein Handbuch (11., überarbeitete Auflage), Konstanz, S. 279.; Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 22.

23 Elisabeth Noelle-Neumann, Winfried Schulz / Jürgen Wilke (Hg.) (1993): Das Fischer Lexikon. Publizistik. Massenkommunikation, Frankfurt am Main, S. 74.

24 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 16.

25 Vgl. Ebd., S. 79.

26 Vgl. Ebd., S. 81f.

27 Vgl. Ebd., S. 82.

28 Vgl. Ebd.

29 Vgl. Ebd.

30 Vgl. Ebd.

31 Vgl. Ebd.

32 Vgl. Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 22.; Mast: ABC des Journalismus 2008, S. 279.

33 Vgl. Noelle-Neumann / Schulz / Wilke: Das Fischer Lexikon. Publizistik 1993, S. 74.

34 Vgl. Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 22.

35 Vgl. Wolf Schneider / Paul-Josef Raue (2003): Das neue Handbuch des Journalismus und Online-Journalismus (vollständig überarb. und erweiterte Neuausgabe), Reinbek, S. 122.

36 Vgl. Mast: ABC des Journalismus 2008, S. 279.

37 Noelle-Neumann / Schulz / Wilke: Das Fischer Lexikon. Publizistik 1993, S. 74.

38 Vgl. Schneider / Raue: Das neue Handbuch des Journalismus und Online-Journalismus 2003, S. 116.

39 Haller: Die Reportage 2006, S. 143.

40 Vgl. Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 23.

41 Vgl. Schneider / Raue: Das neue Handbuch des Journalismus und Online-Journalismus 2003, S. 116.

42 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 105-107.

43 Vgl. Noelle-Neumann / Schulz / Wilke: Das Fischer Lexikon. Publizistik 1993, S. 74.

44 Vgl. Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 23.

45 Vgl. Ebd., S. 22.

46 Schneider / Raue: Das neue Handbuch des Journalismus und Online-Journalismus 2003, S. 114.

47 Vgl. Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 22.

48 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 91.

49 Vgl. Ebd., S. 167.

50 Vgl. Ebd.

51 Vgl. Ebd., S. 156.

52 Hermann Schreiber (2006): Hermann Schreiber über die journalistische Kunstform Reportage: Ihre Kennzeichen und Merkmale. In: Haller, Michael (Hg.): Die Reportage (5. überarb. Auflage), Konstanz, S. 229.

53 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 161.

54 Vgl. Ebd., S. 162f.

55 Vgl. Schneider / Raue: Das neue Handbuch des Journalismus und Online-Journalismus 2003, S. 124.

56 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 184.

57 Vgl. Schreiber: Hermann Schreiber über die journalistische Kunstform Reportage 2006, S. 234.

58 Ebd.

59 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 34.

60 Vgl. Ebd.

61 Vgl. Ebd., S. 30-37.

62 Vgl. Ebd., S. 37.

63 Vgl. Ebd., S. 34.

64 Haller: Die Reportage 2006, S. 19.

65 Vgl. Ebd., S. 37.

66 Vgl. Ebd., S. 40.

67 Schneider / Raue: Das neue Handbuch des Journalismus und Online-Journalismus 2003, S. 116.

68 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 35, 40.

69 Ebd., S. 110.

70 Ebd., S. 167.

71 Vgl. Deutscher Presserat (2017): Publizistische Grundsätze (Pressekodex). Richtlinien für die publizistische Arbeit nach den Empfehlungen des deutschen Presserates, Bonn, S. 3.

72 Ebd., S. 4.

73 Vgl. Ebd.

74 Vgl. Ebd.

75 Deutscher Presserat: Publizistische Grundsätze (Pressekodex) 2017, S. 4.

76 Vgl. Mast: ABC des Journalismus 2008, S. 268.

77 Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 28.

78 Vgl. Ebd.

79 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 107, 168.

80 Vgl. Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 29.

81 Ebd.

82 Vgl. Ebd.

83 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 168.

84 Ebd.

85 Vgl. Ebd., S. 170.

86 Vgl. Schneider / Raue: Das neue Handbuch des Journalismus und Online-Journalismus 2003, S. 122.

87 Vgl. Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 29f.

88 Vgl. Haller: Die Reportage 2006, S. 106, 171.

89 Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 30.

90 Gerhard Prager (Hg.) (1971): Fernseh-Kritik. Unterhaltung und Unterhaltendes im Fernsehen, Mainz, S. 5.

91 Vgl. Bernhard / Scharf: Infotainment in der Presse 2008, S. 234.

92 Vgl. Wünsch: Unterhaltungstheorien 2002, S. 15.

93 Vgl. Früh: Theorien, theoretische Modelle und Rahmentheorien 2003a, S. 9.

94 Ebd.

95 Werner Früh (2003b): Triadisch-dynamische Unterhaltungstheorie (TDU). In: Werner Früh / Hans-Jörg Stiehler (Hg.): Theorie der Unterhaltung. Ein interdisziplinärer Diskurs, Köln, S. 28.

96 Vgl. Früh: Triadisch-dynamische Unterhaltungstheorie 2003b, S. 28.

97 Ebd., S. 29.

98 Vgl. Bernhard / Scharf: Infotainment in der Presse 2008, S. 234.

99 Vgl. Früh: Triadisch-dynamische Unterhaltungstheorie 2003b, S. 29.

100 Vgl. Ebd.

101 Vgl. Ebd.

102 Vgl. Bernhard / Scharf: Infotainment in der Presse 2008, S. 234.

103 Vgl. Früh: Triadisch-dynamische Unterhaltungstheorie 2003b, S. 29.

104 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 180.

105 Vgl. John R. Searle (1990): Sprechakte. Ein sprachphilosophischer Essay (4. Auflage), Frankfurt am Main, S. 39.

106 Vgl. Ebd., S. 40.

107 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 180.

108 Ebd.

109 Vgl. Searle: Sprechakte 1990, S. 42.

110 Ebd.

111 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 180.

112 Vgl. Ebd.

113 Ebd.

114 Vgl. Josef Klein (1996): Unterhaltung und Information: Kategorien und Sprechhandlungsebenen. Medienlinguistische Aspekte von TV-Akzeptanzanalysen mit dem Evaluationsrecorder. In: Ernest Hess-Lüttich / Werner Holly / Ulrich Püschel (Hg.): Textstrukturen im Medienwandel, Frankfurt am Main / Berlin (u.a), S. 116.

115 Vgl. Ebd.

116 Ebd.

117 Vgl. Wittwen: Infotainment 1995, S. 16.

118 Vgl. Ebd.

119 Vgl. Wittwen: Infotainment 1995, S. 22f.

120 Ebd., S. 23.

121 Ebd., S. 22.

122 Vgl. Ebd.

123 Vgl. Bernhard / Scharf: Infotainment in der Presse 2008, S. 231.

124 Vgl. Fey / Schlüter: Reportagen schreiben 2006, S. 19.

125 Vgl. Wünsch: Unterhaltungstheorien 2002, S. 15.

126 Vgl. Ebd.

127 Vgl. Ebd., S. 44f.

128 Vgl. Ebd.

129 Vgl. Ebd, S. 44.

130 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 176.

131 Vgl. Ebd., S. 176f.

132 Ebd., S. 177.

133 Vgl. Ebd.

134 Vgl. Klein: Unterhaltung und Information: Kategorien und Sprechhandlungsebenen 1996, S. 113.

135 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 180.

136 Vgl. Ebd.

137 Ebd.

138 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 180f.

139 Vgl. Ebd., S. 181.

140 Vgl. Ebd.

141 Vgl. Herbert Paul Grice (1975): Logic and Conversation. In: Peter Cole / Jerry L. Morgan (Hg.): Syntax and Semantics 3. Speech Acts, New York, S. 45 (Eigene Übersetzung).

142 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 181.

143 Vgl. Ebd.

144 Vgl. Grice: Logic and Conversation 1975, S. 46. (Eigene Übersetzung).

145 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 181.

146 Vgl. Grice: Logic and Conversation 1975, S. 46 (Eigene Übersetzung).

147 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 181.

148 Vgl. Ebd.

149 Vgl. Grice: Logic and Conversation 1975, S. 46 (Eigene Übersetzung).

150 Vgl. Ebd. (Eigene Übersetzung).

151 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 181.

152 Vgl. Ebd.

153 Ebd., S. 182.

154 Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 181.

155 Ebd.

156 Vgl. Ebd., S. 182.

157 Vgl. Ebd.

158 Vgl. Ebd.

159 Vgl. Ebd.

160 Früh: Theorien, theoretische Modelle und Rahmentheorien 2003a, S. 10.

161 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 184.

162 Vgl. Ebd.

163 Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 184.

164 Vgl. Ebd.

165 Ebd.

166 Ebd.

167 Vgl. Ebd., S. 184f.

168 Vgl. Ebd., S. 185.

169 Vgl. Ebd.

170 Ebd.

171 Vgl. Ebd.

172 Vgl. Helmut Glück / Michael Rödel (Hg.) (2016): Metzler Lexikon Sprache, Stuttgart, S. 283.

173 Grice: Logic and Conversation 1975, S. 49.

174 Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 185.

175 Vgl. Ebd.

176 Vgl. Grice: Logic and Conversation 1975, S. 45 (Eigene Übersetzung).

177 Vgl. Klein: Kategorien der Unterhaltsamkeit 1997, S. 185.

178 Vgl. Ebd.

179 Vgl. Ebd.

180 Ebd., S. 186.

181 Vgl. Ebd.

182 Vgl. Ebd.

183 Vgl. Ebd.

184 Vgl. Ebd.

185 Vgl. o.A. (24.01.2019): Der Fall Relotius: Welche Texte gefälscht sind – und welche nicht. In: SPIEGEL ONLINE, http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/der-fall-claas-relotius-welche-texte-gefaelscht-sind-und-welche-nicht-a-1249747.html, Datum des Zugriffes: 24.03.2019, o.S.

186 Vgl. Claas Relotius (09.07.2016): Schicksale: Königskinder. In: SPIEGEL ONLINE, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-145742868.html, Datum des Zugriffes: 05.02.2019, o.S.

187 Vgl. o.A.: Der Fall Relotius: Welche Texte gefälscht sind – und welche nicht 2019, o.S.

188 Vgl. Ebd.

189 Vgl. Claas Relotius (18.07.2015): Hoffnung: Mathys großer Schlaf. In: SPIEGEL ONLINE, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-136751601.html, Datum des Zugriffes: 20.02.2019, o.S.

190 Vgl. o.A.: Der Fall Relotius: Welche Texte gefälscht sind – und welche nicht 2019, o.S.

191 Vgl. Claas Relotius (19.04.2014): Alzheimerkranke in US-Gefängnis: Wenn Mörder zu Pflegern werden. In: SPIEGEL ONLINE, http://www.spiegel.de/panorama/justiz/alzheimer-in-us-gefaengnis-wenn-moerder-zu-pflegern-werden-a-959215.html, Datum des Zugriffes: 07.02.2019, o.S.

192 Vgl. o.A.: Der Fall Relotius: Welche Texte gefälscht sind – und welche nicht 2019, o.S.

193 Vgl. Jens Tenscher / Klaus Neumann-Braun (2005): Infotainment. In: Alexander Roesler / Bernd Stiegler (Hg.): Grundbegriffe der Medientheorie, Paderborn, S. 106f.

194 Britta M. Schultheiss / Stefan A. Jenzowsky (2000): Infotainment: Der Einfluss emotionalisierend affektorientierter Darstellung auf die Glaubwürdigkeit. In: Medien & Kommunikationswissenschaft 48 (2000), Heft 1, S. 64.

195 Vgl. Bernhard / Scharf: Infotainment in der Presse 2008, S. 236.

196 Vgl. Wittwen: Infotainment 1995, S. 133.

197 Monika Schwarz-Friesel (2013): Sprache und Emotion (2. Auflage), Tübingen / Basel, S. 146.

198 Wittwen: Infotainment 1995, S. 134.

199 Vgl. Franz Dornseiff (1965): Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen (6., unveränderte Auflage), Berlin, S. 301-338.

Ende der Leseprobe aus 65 Seiten

Details

Titel
Erzeugung von Unterhaltsamkeit durch Sprache. Eine linguistische Analyse der Reportagen von Claas Relotius
Hochschule
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Note
1,7
Autor
Jahr
2019
Seiten
65
Katalognummer
V498044
ISBN (eBook)
9783346019394
ISBN (Buch)
9783346019400
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik, Sprachanalyse, Claas Relotius, Relotiusfall, Relotiusreportagen, Reportage, Infotainment, Kommunikationsmaximen, Unterhaltungsmaximen, Informationsmaximen, Unterhaltungskategorien, Informationskategorien, Grice, Josef Klein, Emotionalisierung, Narrativierung, Unterhaltsamkeit
Arbeit zitieren
Amelie Probst (Autor), 2019, Erzeugung von Unterhaltsamkeit durch Sprache. Eine linguistische Analyse der Reportagen von Claas Relotius, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498044

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