Didaktische und methodische Ansätze des Klarinettenunterrichts unter Einschluss des Aspektes des musikalischen Gestaltens


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2001
10 Seiten, Note: Sehr Gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzungen, die der Schüler erfüllen soll

3. Erarbeitung
3.1 Übung 1
3.2 Übung 2
3.3 Übung 3
3.4 Übung 4
3.4.1 Methodische Anleitung
3.4.2 Alternative Methodische Anleitung

4. Schlusswort

5. Literatur

1. Einleitung

Die Variation vom Lateinischen varietas bedeutet Buntheit, Mannigfaltigkeit und Veränderung. Farbe im Unterricht ergibt eine Belebung der Stunden. Abwechslungen aller Art verhindern ein leer werden des Unterrichtsablaufes und ein Abfallen der Motivation. So ist dieses hier zu Grunde gelegte Werk voller Variationsübungen, die auf der einen Seite technische und musikalische Aspekte vermitteln und auf der anderen Seite Einblicke in die Spielliteratur und durch die Variationen Einblicke in andere Musikstile gibt.

Musikalisches Gestalten wird von zwei grundsätzlichen Gestaltungsmodi geprägt: Improvisation und Komposition. Diese beiden stehen sich gegenüber, ergänzen sich und haben ganz spezifische Eigenschaften. Während die Improvisation von der Wachheit für Stimmungen, Gefühle und für Prozesse des Hier und Jetzt genährt wird, verlangt die Gestaltung nach Hinwendung zur Form, nach Bewusstheit für Aussage und Darstellung. Das Akzeptieren der Unwiederbringlichkeit des Augenblicks und damit auch einen gewissen Mut zum eigenen Ausdruck verlangen beide, da die musikalische Äußerung, ob improvisiert oder bewusst gestaltet, nur in der Zeit lebt.

Musik mit ihren Melodien, ihren Rhythmen und Formen, setzt unsere ästhetischen Wertungen frei und konfrontiert mit Erwartungen und Gewohnheiten. Die Frage nach «richtig», «falsch», «schön», «hässlich» und «grässlich» wird im Zusammenhang mit musikalischen Äußerungen immer wieder und immer wieder neu gestellt. Die Gegenüberstellung von unterschiedlichen Antworten ermöglicht eine Suche nach individuellen Besonderheiten und macht den Blick frei für verschiedene (musikalische) Perspektiven.

Eine weitere Besonderheit des musikalischen Gestaltens in einer Gruppe betrifft die Gemeinschaftlichkeit. Das Lehrer-Schüler Dasein bildet die kleinste Einheit, die man noch als Gruppe bezeichnen kann. Musikalische Reden, Monologe, Dialoge, den Ton oder einen Rhythmus ergreifen, einander zu «Wort» kommen lassen - Melodie und Rhythmus abbrechen, verändern oder gegen alle anderen durchhalten - Hören und Zuhören - sich einmischen, sich draushalten: immer bilden sich Einstellungen, Haltungen und Gefühle ab, die zuweilen fremd erscheinen oder der eigenen Vorstellung nicht entsprechen. Musikalisches Gestalten bietet eine Möglichkeit zur Integration neuer Aspekte und das gemeinsame Spiel mit Rhythmen und Tönen setzt Energien frei und stellt Kontakt her zum eigenen Selbst und zu den anderen.

Die richtige Literatur - und Stückauswahl des Musiklehrers ist zum großen Teil ausschlaggebend für die musikalische Entwicklung eines Schülers. Technisches Können, Musikalität, Sensibilität, Kreativität und Interesse des Schülers müssen vom Lehrer richtig erkannt und gefördert werden. Die Entscheidung, wann ein Schüler die musikalische Reife besitzt ein bestimmtes Werk erarbeiten zu können liegt am pädagogischen Fingerspitzengefühl des Musiklehrers.

Die von mir ausgewählten Musikstücke sind für Schüler ab dem 2. Lernjahr geeignet.

2. Voraussetzungen, die der Schüler erfüllen soll

Wem der Schüler folgende Voraussetzungen zufriedenstellend erfüllt, kann man sich an die Erarbeitung des Musikstückes wagen.

Der Schüler sollte:

- das Werk mehrmals vorgespielt bekommen
- Tonarten bis 3 Kreuz einigermaßen beherrschen
- Der Tonumfang bis d3 ohne Probleme und enorme Anstrengung beherrschen.
- Die verschiedenen Artikulationsarten auf der Klarinette ausreichend beherrschen
- Vortragsbezeichnungen, dynamische Zeichen und Tempobezeichnungen kennen und anwenden können.

3. Erarbeitung

Auf der Seite 23 in K. Trebsches Klarinettenschule wird das „Echo“ von Joseph Haydn behandelt. Dieses Stück lebt von der Imitation durch die jeweils andere Stimme. Durch die Wahl dieses Werkes im Lehrzusammenhang werden spielerisch große und schwere Bindungen geübt und in die Musizierpraxis gestellt. Ein Klarinettist lebt vom Kontrast der Lagen und der Überwindung derer Tücken.

Hören ist die Urmotivation für die Erzeugung von Musik, daher sollte jedes Werk, das studiert und erlernt werden will, von den Ohren und damit verbunden dem Geist und der Seele her gut kennengelernt werden. Deshalb ist es für den Musiklehrer unerlässlich im Unterrichtsraum die nötigen Apparate, wie zum Beispiel CD - Player, Kassetten - Recorder u.s.w. zur Verfügung zu haben. Weiters sollte der Musiklehrer in jedem Fall das Werk selbst vortragen, da ein direkt erfahrenes Hörerlebnis für den Schüler noch leichter und besser zu verwerten ist. Da sich dieses Werk um ein Duett handelt sollte der Lehrer das Stück entweder mit Kassette, Midi oder MD vorher aufnehmen und in der Stunde dann dem Schüler mit 2. Stimme als Duett vortragen. Aus eigener Erfahrung ist jeder Schüler mit dem Stück, wenn er es selbst spielt, dermaßen beansprucht, sodass er sich auf das Hörerlebnis nicht freuen oder konzentrieren kann.

Der Schüler soll dann erzählen, was er bei dieser Musik empfindet, was er sich während des Hörens vorgestellt hat, welche Vorstellungen und Vorschläge er zur eigenen Interpretation einbringen kann, ob er sich mit dem Stück identifizieren kann oder ob ihm das Werk aus verschieden Gründen nicht zusagt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Didaktische und methodische Ansätze des Klarinettenunterrichts unter Einschluss des Aspektes des musikalischen Gestaltens
Hochschule
Universität für Musik und darstellende Kunst Graz  (Musikpädagogik)
Note
Sehr Gut
Autor
Jahr
2001
Seiten
10
Katalognummer
V4981
ISBN (eBook)
9783638130325
Dateigröße
559 KB
Sprache
Deutsch
Arbeit zitieren
Peter Ninaus (Autor), 2001, Didaktische und methodische Ansätze des Klarinettenunterrichts unter Einschluss des Aspektes des musikalischen Gestaltens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4981

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