Die Kernfrage dieser Arbeit lautet: Ist Emotionale Intelligenz ein Erfolgsfaktor bei Führungskräften und ist diese erlernbar?
In unserer heutigen Zeit verändern sich die Arbeitsbedingungen in einem noch nie dagewesenen Tempo und Ausmaß. Arbeitnehmer sehen sich ständig wechselnden Veränderungsprozessen und Arbeitsanforderungen ausgesetzt. Führungskräfte sind diejenigen, die diese Prozesse steuern und ihre Mitarbeiter auf gemeinsame Ziele hin zu Höchstleistungen ausrichten sollen. Unternehmen brauchen Führungskräfte mehr denn je, die dem Veränderungsdruck standhalten können und die gleichermaßen Motivationstalente sind. Das, was eine gute Führungskraft ausmacht, sind nicht vorrangig intellektuelle Fähigkeiten und Fachwissen, sondern persönliche Kompetenzen wie Empathie, Selbstmanagement, Initiative, Anpassungsfähigkeit und Überzeugungskraft.
Eine Führungskraft muss in der Lage sein, sich in jeden einzelnen Mitarbeiter hineinzuversetzen und seine Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen. Führungskräfte sind diejenigen, die das Arbeitsklima beeinflussen. Nach Goleman (Goleman, Boyatzis & McKee, 2004) hängt das empfundene Arbeitsklima zu 50 bis 70 Prozent vom Vorgesetzten ab. Ein gutes Arbeitsklima hat positive Rückwirkungen auf das Engagement der Mitarbeiter. Krankheitsstand und Mitarbeiterfluktuation sind geringer. Zudem strengen sich motivierte Mitarbeiter mehr an, um ein Ziel zu erreichen oder den Kunden zufrieden zu stellen. So bringen sie letztendlich auch dem Unternehmen mehr Gewinn ein.
Unternehmen legen inzwischen bei der Personalauswahl ihrer Führungskräfte neben Fachwissen mehr Wert auf die emotionalen Fähigkeiten und investieren mehr Geld in Entwicklungsprogramme für Führungskräfte, um genau diese emotionalen Kompetenzen zu fördern. Für diese emotionalen Kompetenzen gibt es den Begriff der Emotionalen Intelligenz.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Emotionaler Intelligenz und ihrer Bedeutung allgemein und im Besonderen mit der Auswirkung emotional intelligenten Verhaltens von Führungskräften auf Mitarbeiter und Unternehmen. Dabei werden die Komponenten emotional intelligenter Führung und Entwicklungsmöglichkeiten emotional intelligenten Führungsverhaltens untersucht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Emotion und Intelligenz
2 Emotionale Intelligenz als Erfolgsfaktor bei Führungskräften
3 Entwicklung emotionaler Führungskompetenzen
4 Handlungshinweise
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Fragestellung, ob Emotionale Intelligenz einen maßgeblichen Erfolgsfaktor für Führungskräfte darstellt und ob diese Kompetenzen erlernbar sind, um die Mitarbeiterführung und den Unternehmenserfolg positiv zu beeinflussen.
- Grundlagen und Definitionsansätze von Emotion und Intelligenz
- Zusammenhang zwischen emotionaler Intelligenz und beruflicher Führungseffektivität
- Analyse verschiedener Führungsstile und deren Wirkung auf das Arbeitsklima
- Entwicklungs- und Trainingsmöglichkeiten für emotionale Führungskompetenzen
- Praktische Handlungsempfehlungen für die Personalauswahl und Personalentwicklung
Auszug aus dem Buch
2.1 Vorstellen von Führungsstilen nach Goleman
Es gibt viele Theorien zur Führung, die Ursachen, Auswirkungen und Prozesse der Führung beschreiben und erklären. Die wesentlichen Aspekte der Theorien verlangen Antworten, die sich nach ökonomischen Daten richten und die Frage nach der Mitarbeiterzufriedenheit klären. Wahrscheinlich wird es den einen Ansatz oder die eine Theorie zur richtigen Führung auch in Zukunft nicht geben, da die Arbeit mit Menschen immer komplex und kompliziert sein wird. Eine Möglichkeit der Komplexität entgegenzuwirken, ist jedoch der Ansatz, dass Führungspersonen neben fachlichen Kompetenzen hohe emotionale Kompetenzen mitbringen (Nerdinger, Blickle & Schaper, 2011).
Goleman stellt in seinem Artikel „Durch flexibles Führen mehr erreichen“ (Goleman, 2000, S.9ff.) sowie in seinem Buch „Emotionale Führung“ (Goleman et al., 2004) einen Zusammenhang her zwischen der Emotionalen Intelligenz, dem Beherrschen einer Vielzahl von Führungsstilen, den positiven Auswirkungen auf die Mitarbeiter und das Betriebsklima. Weltweit wurden im Rahmen einer wissenschaftlichen Erhebung 4000 Manager zu ihrem Führungsverhalten befragt, wobei sich sechs Führungsstile herauskristallisierten, die von erfolgreichen Managern je nach Situation im beruflichen Alltag flexibel eingesetzt wurden und unterschiedliche Komponenten Emotionaler Intelligenz beinhalten (ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung emotionaler Kompetenzen im heutigen Arbeitsumfeld und führt in die zentrale Forschungsfrage der Arbeit ein.
1 Emotion und Intelligenz: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe und zeichnet die Entwicklungsgeschichte der Emotionalen Intelligenz sowie deren wissenschaftliche Einordnung nach.
2 Emotionale Intelligenz als Erfolgsfaktor bei Führungskräften: Hier wird der Zusammenhang zwischen emotional intelligentem Verhalten und Führungserfolg analysiert, wobei verschiedene Führungsstile nach Goleman im Fokus stehen.
3 Entwicklung emotionaler Führungskompetenzen: Das Kapitel widmet sich der Frage der Erlernbarkeit emotionaler Kompetenzen und stellt Ansätze für individuelle Lern- und Entwicklungspläne vor.
4 Handlungshinweise: Basierend auf den theoretischen Erkenntnissen werden praktische Empfehlungen für Führungskräfte und Unternehmen zur Förderung emotionaler Intelligenz gegeben.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Rolle der Emotionalen Intelligenz als wesentliche Schlüsselqualifikation für modernes Management.
Schlüsselwörter
Emotionale Intelligenz, Führungskräfte, Führungsstile, Soft Skills, Empathie, Selbstmanagement, Selbstwahrnehmung, Arbeitsklima, Personalauswahl, emotionale Kompetenz, Unternehmenserfolg, Mitarbeiterführung, soziale Intelligenz, Personalentwicklung, berufliche Leistung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Emotionalen Intelligenz im Kontext der Mitarbeiterführung und analysiert, ob diese als Erfolgsfaktor für Führungskräfte fungiert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Definition emotionaler Intelligenz, die Analyse verschiedener Führungsstile, die Erlernbarkeit von Kompetenzen und deren Auswirkungen auf das Arbeitsklima.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob Emotionale Intelligenz ein erlernbarer Erfolgsfaktor ist, der Führungskräfte effizienter agieren lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verfolgt einen hermeneutischen Ansatz, bei dem bestehende Theorien und Ansätze wichtiger Autoren interpretiert und in einen neuen Zusammenhang gestellt werden.
Was steht im Hauptteil im Mittelpunkt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Verbindung von emotionaler Intelligenz und Führungseffektivität sowie die praktische Umsetzung durch verschiedene Führungsstile und Entwicklungspläne.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Emotionale Intelligenz, Führungskompetenzen, Arbeitsklima, Resonanz, soziale Intelligenz und Personalentwicklung definiert.
Welche Führungsstile werden als besonders resonant bezeichnet?
Als resonante Stile bezeichnet Goleman den visionären, den affiliativen, den demokratischen sowie den coachenden Führungsstil.
Warum ist das Arbeitsklima ein entscheidender Faktor für den Erfolg?
Laut der Arbeit hängt das Arbeitsklima zu 50 bis 70 Prozent vom Vorgesetzten ab und beeinflusst direkt das Engagement, die Mitarbeiterfluktuation und somit den Gewinn eines Unternehmens.
Wie kann eine Führungskraft ihre emotionale Kompetenz nach Goleman weiterentwickeln?
Dies erfolgt idealerweise durch die Erstellung von Stärken-Schwäche-Profilen, die Arbeit an der eigenen Selbstvorstellung und das Experimentieren mit neuen Verhaltensweisen im Rahmen von Entwicklungsplänen.
- Arbeit zitieren
- Sarah K. (Autor:in), 2018, Emotionale Intelligenz als Erfolgsfaktor bei Führungskräften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498122