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Inwiefern entsprach der Beschluss zur Einführung der Europäischen Bankenunion den deutschen Interessen?

Title: Inwiefern entsprach der Beschluss zur Einführung der Europäischen Bankenunion den deutschen Interessen?

Academic Paper , 2015 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Elena Mertel (Author)

Politics - Topic: European Union
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Als die weltweite Finanzkrise im Herbst 2009 schließlich auch Europa erreichte, war noch nicht abzusehen in welchem Ausmaß diese die Stabilität der Europäischen Union ins Wanken bringen würde. Die Erschütterung des Bankensystems, die vor allem die Peripherieländer der Eurozone traf, führte zu einer Reihe von Rettungsmaßnahmen, die jedoch nur eine kurzzeitige Verbesserung der Lage herbeiführten, die Situation aber auf längere Sicht erschwerten. Die bis dato wirtschaftlich starke Eurozone drohte aufgrund einer unzureichenden Krisenbekämpfung zu scheitern, da es weder klare Gesetzesregelungen zur Abwicklung notleidender Banken gab, geschweige denn ein Organ auf EU-Ebene mit der Bevollmächtigung über mögliche Hilfsmaßnahmen zu entscheiden. Eine bereits vor Einführung der gemeinsamen Euro-Währung oft diskutierte Angelegenheit kehrte somit mit aller Dringlichkeit zurück in den Fokus der politischen Debatte: die Schaffung einer einheitlich europäischen Bankenunion war schon lange überfällig und sollte nun, in der Hoffnung die weitere Ausbreitung der Krise in den Griff zu bekommen, schnellstmöglich umgesetzt werden.

Am 30. Mai 2012 sprach der damalige EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel erstmals von der Einführung der Europäischen Bankenunion. Seitdem spalten die Verhandlungen bezüglich ihrer Umsetzung die Eurozone. Auch wenn sich bereits etwas getan hat, beispielsweise im Zuge der Schaffung einer gemeinsamen Bankenaufsicht, trifft die Europäische Union in einigen Bereichen, wie der Frage, ob es zukünftig eine harmonisierte Einlagensicherung geben wird, auf Kritik – nicht selten gerade von deutscher Seite. Deswegen ist die Frage, ob die Schaffung der Europäischen Bankenunion eigentlich im deutschen Interesse ist, noch immer brandaktuell.

Bei der Beantwortung dieser Frage werde ich mich auf die Rational Choice Theorie stützen, welche besagt, dass (politische) Akteure Entscheidungen stets rational treffen mit dem Ziel der eigenen Nutzenmaximierung. Dieser Ansatz ist hier gerade interessant, weil eine langfristige Nutzenmaximierung nicht unbedingt im Einverständnis mit kurzzeitigen Verbesserungen stehen muss.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hauptteil

2.1 Rational Choice Theorie

2.1.1 Rational Choice und Gesellschaft

2.1.2 Rational Choice und Internationale Beziehungen

2.2 Das Finanzsystem der EU bis zur Einführung der Bankenunion

2.3 Die Europäische Bankenunion

3. Analytischer Hauptteil

3.1 Das Finanzsystem Deutschlands

3.2 Warum es keine Alternative ist sich gegen die Bankenunion zu entscheiden

3.3 Die vorherrschende deutsche Debatte zur Bankenunion

3.4 Deutsche Interessen unter Berücksichtigung des Rational Choice- Ansatzes

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Rational-Choice-Theorie, inwieweit die Einführung der Europäischen Bankenunion mit den nationalen Interessen Deutschlands vereinbar ist, wobei insbesondere die ökonomische Stabilität der Eurozone im Vordergrund steht.

  • Grundlagen der Rational-Choice-Theorie in der Politikwissenschaft.
  • Historische Entwicklung des Finanzsystems der EU bis zur Bankenunion.
  • Strukturelle Analyse des deutschen Bankensektors und dessen Herausforderungen.
  • Untersuchung der deutschen Debatte und möglicher Alternativszenarien.
  • Kosten-Nutzen-Bewertung der Bankenunion für Deutschland.

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Europäische Bankenunion

Aus heutiger Sicht erscheint es unglaublich, dass bei der Einführung des Euro nicht zugleich auch supranationale Institutionen zur Bankenaufsicht sowie Sanierung und Abwicklung geschaffen wurden. Dieser Umstand war maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Finanz- und Bankenkrise die Mitgliedsstaaten der EU mit solch einer Kraft treffen konnte. (vgl. Schöwidauer 2013: 233) Der Bankensektor war zu einem Keim der Instabilität für Staaten und Wirtschaft geworden. Jene halbherzigen Stützungsmaßnahmen, konnten vor allem weiterhin flächendeckend vorhandene faule Kredite nicht in den Griff bekommen, welche wiederum einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung massiv behindern. Auch die provisorisch eingerichteten Rettungsschirme waren nicht in der Lage, die Situation tiefgreifend unter Kontrolle zu bekommen.

Diese Entwicklung führte zwangsläufig dazu, dass die Krisenländer am Rande ihrer Möglichkeit angelangten und eine supranationale Restrukturierung notwendig war, um dieses Dilemma zu überwinden (vgl. Stock et al. 2013: 93ff). Dieses Vorhaben konkretisierte sich am 30. Mai 2012 in Brüssel als der damalige EU- Kommissionspräsident José Manuel Barroso zum ersten Mal die Pläne zur Erschaffung einer einheitlichen Bankenunion verlauten ließ.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die Entstehung der europäischen Finanzkrise und formuliert die Forschungsfrage hinsichtlich der deutschen Interessen an der Bankenunion.

2. Theoretischer Hauptteil: Dieses Kapitel erläutert die Rational-Choice-Theorie und ihre Anwendung auf internationale Beziehungen sowie die historische Genese des europäischen Finanzsystems.

3. Analytischer Hauptteil: Hier erfolgt die detaillierte Analyse des deutschen Finanzsystems, der politischen Debatte in Deutschland und der Bewertung der Bankenunion unter Nutzenaspekten.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Bankenunion trotz erheblicher Kritik aus rationaler Sicht im langfristigen Interesse Deutschlands liegt.

Schlüsselwörter

Europäische Bankenunion, Rational Choice, Deutschland, Eurozone, Finanzkrise, Stabilität, Nutzenmaximierung, Bankenaufsicht, SSM, SRM, Fiskaldisziplin, Wirtschaftsraum, Integration, Interessenpolitik, Bankensektor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, ob und warum die Einführung der Europäischen Bankenunion trotz innenpolitischer Widerstände den nationalen Interessen Deutschlands entspricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der rationalen Entscheidungstheorie, der Entwicklung der EU-Finanzmarktregulierung und der spezifischen Interessenlage Deutschlands in der Euro-Krise.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, inwiefern der Beschluss zur Einführung der Europäischen Bankenunion den deutschen Interessen unter Berücksichtigung rationaler Kosten-Nutzen-Erwägungen gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den Rational-Choice-Ansatz, um politische Entscheidungen von Staaten als nutzenmaximierendes Handeln unter gegebenen Umweltbedingungen und Restriktionen zu erklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur methodischen Fundierung sowie einen analytischen Teil, der das deutsche Finanzsystem, die Debatte zur Bankenunion und Alternativszenarien untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Europäische Bankenunion, Rational Choice, Eurozone, Stabilität und die Interessensabwägung zwischen Kernzone und Peripherie.

Warum wird der Dexit im Kontext der Arbeit diskutiert?

Der "Dexit" dient als hypothetisches Alternativszenario, um aufzuzeigen, dass ein Austritt Deutschlands aus der Eurozone aufgrund der ökonomischen Verflechtungen nicht im deutschen Interesse liegt.

Welche Kritikpunkte werden in der deutschen Debatte angeführt?

Die Kritik fokussiert sich auf institutionelle Bedenken (Interessenskonflikte der EZB), rechtliche Grundlagen und die Befürchtung einer dauerhaften Risikoverteilung zulasten der deutschen Steuerzahler.

Warum ist das "Gefangenendilemma" für die Analyse relevant?

Das Gefangenendilemma illustriert das Misstrauen zwischen den Mitgliedsstaaten und erklärt, warum eine supranationale Bindung (wie durch die Bankenunion) notwendig ist, um die Einhaltung von Regeln zu forcieren.

Welche Rolle spielen die vier Säulen der Bankenunion?

Sie bilden das strukturelle Fundament zur Krisenprävention, bestehend aus einem einheitlichen Regelwerk, der Bankenaufsicht (SSM), dem Abwicklungsmechanismus (SRM) und der Einlagensicherung.

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Details

Title
Inwiefern entsprach der Beschluss zur Einführung der Europäischen Bankenunion den deutschen Interessen?
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"
Course
Analysing Policies of the EU
Grade
1,3
Author
Elena Mertel (Author)
Publication Year
2015
Pages
24
Catalog Number
V498138
ISBN (eBook)
9783346014030
ISBN (Book)
9783346014047
Language
German
Tags
Finanzkrise Bankenunion EU Rettungsschirm Deutsche Interessen Rational Choice Theorie Realismus Deutschland Europäische Union
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elena Mertel (Author), 2015, Inwiefern entsprach der Beschluss zur Einführung der Europäischen Bankenunion den deutschen Interessen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498138
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