Entwicklung eines webbasierten Selbstregulationstraining zum Bereich Zeitmanagement für SchülerInnen, welches an vier unterschiedlichen Schulen auf seine Wirksamkeit überprüft wurde.
Mit dem Ziel, die Zeitmanagementkompetenz im Rahmen eines Selbstregulationstrainings von Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zu fördern, wurde in der vorliegenden Arbeit ein webbasiertes Training entwickelt und evaluiert. Da bereits bestehende, webbasierte Trainings auf Studenten zugeschnitten waren und herkömmliche Trainings aufgrund räumlicher Begebenheiten von traditionellem Unterricht nur eine begrenzte Anzahl an Teilnehmerinnen und Teilnehmern zulassen, wurde ein webbasiertes Training (WBT) für Schülerinnen und Schüler auf Basis des webbasierten Selbstregulationstrainings von Henrik Bellhäuser (2016) für Studenten, erstellt. Das auf der Grundlage des theoretischen Modells von Schmitz und Wiese (2006) basierende Training hat sich bereits in einer Studie als wirksam erwiesen.
Die Wirksamkeit des in dieser Arbeit untersuchten Trainings, wurde mithilfe einer Stichprobe von 83 Schülerinnen und Schülern der Oberstufe unterschiedlicher Gymnasien in Rheinland-Pfalz geprüft. Nur die Experimentalgruppe, bestehend aus 25 Schülerinnen und Schülern, erhielt Zugang zu dem Zeitmanagementtraining. Zudem gab es, um eine Veränderung feststellen zu können, einen Prätest vor dem Training und einen Posttest 1-2 Wochen später, um den Lernzuwachs zu erfassen. Auch die Kontrollgruppe bearbeitete beide Tests. Hierbei konnten signifikant positive Effekte zum Wissen und Verhalten im Bereich Zeitmanagement, sowie im Bereich der Einstellung gegenüber dem Lernen und somit auch der Selbstwirksamkeit innerhalb der Experimentalgruppe, festgestellt werden. Diese Ergebnisse lassen eine positive Wirksamkeit des WBT vermuten. Aufgrund der kleinen Stichprobe und der geringen Anwendungsdauer von ein bis zwei Wochen sind diese Ergebnisse jedoch nur sehr vorsichtig zu interpretieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 E-Learning
2.2 Selbstreguliertes Lernen - Begriffsbestimmung
2.3 Selbstregulations-Prozessmodell des Lernens nach Schmitz und Wiese
2.4 Relevanz von selbstreguliertem Lernen
2.5 Aktueller Forschungsstand
2.6 Zeitmanagement
2.6.1 Begriffsbestimmung.
2.6.2 Komponenten guten Zeitmanagements.
2.7 Zusammenfassung
2.8 Forschungsfrage
3. Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Materialien
3.2.1 Prä- und Posttest.
3.2.2 Webbasiertes Training zur Planung und zum Zeitmanagement
3.3 Versuchsdurchführung
3.3.1 Versuchsdesign.
3.3.2 Versuchsablauf.
4. Ergebnisse
4.1 Reliabilitätsanalysen und Interne Konsistenz der Skalen
4.2 Deskriptive Statistiken
4.3 Inferenzstatistik: t-Tests
5. Diskussion
5.1 Wirksamkeit des webbasierten Trainings zum Zeitmanagement
5.2 Begrenzungen und Kritik
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist die Entwicklung und Evaluation eines webbasierten Trainings zur Förderung der Zeitmanagementkompetenz bei Schülerinnen und Schülern der Oberstufe, um diese im Bereich des selbstregulierten Lernens zu unterstützen.
- Entwicklung eines webbasierten Trainings (WBT) basierend auf dem Modell von Schmitz und Wiese.
- Untersuchung der Wirksamkeit des Trainings auf Zeitmanagementwissen und -verhalten.
- Analyse der Auswirkungen auf die Einstellung zum Lernen und die Selbstwirksamkeit.
- Vergleich der Ergebnisse zwischen einer Experimentalgruppe und einer Kontrollgruppe mittels Prä- und Posttest.
Auszug aus dem Buch
2.1 E-Learning
E-Learning ist der Oberbegriff aller Formen des elektronischen Lernens, des Lernens. Also das Lernen, welches mithilfe digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien durchgeführt wird (Borgwardt 2014). Es eröffnet breitgefächerte Möglichkeiten zur Gestaltung des Lernprozesses durch vielfältige didaktische Mittel, wie beispielsweise Webinare, Virtual Classrooms, Foren (Borgwardt 2014) oder kleine Spiele. Auch die Lernmaterialien können vielfältig in unterschiedlichster Weise dargestellt werden zum Beispiel durch Texte, Videos oder Bilder. Man nennt diese Lernumgebungen auch multimedia learning environment (Winters et al. 2008).
Dem Begriff des E-Learnings können viele verschiedene Bestandteile zugeordnet werden, wobei zwei dieser Bestandteile das Computer-Based Training (CBT) und das Web-Based Training (WBT) sind.
Das WBT ist nach Borgwardt (2014) eine Weiterentwicklung des CBTs, welches meist mithilfe eines auf dem PC lokal installierten Programms durchgeführt wird. Es ist ein im Internet und unter Verwendung netzbasierter Dienste zur Verfügung stehendes Lernprogramm. Unabhängig von Ort und Zeit ermöglicht es den Lernenden, die Inhalte zu lernen, abzurufen und über Online-Kommunikationswege mit anderen Lernenden sowie den Lehrenden in Kontakt zu treten.
Eine dieser Lernplattformen, welche sich zum Erstellen von WBTs eignet, ist die Open Source Plattform Moodle. Sie bietet die Möglichkeit Lernräume zu konstruieren, multimediale Lerninhalte bereitzustellen, Kommunikationsmöglichkeiten zu schaffen, aber auch Aufgaben und Tests zu erstellen. Je nach Bedürfnissen ist es möglich, den Zugang für alle öffentlich zu machen, mit einem Passwort zu sichern, oder manuell bestimmte Teilnehmer freizuschalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Bedeutung des selbstregulierten Lernens in einer sich wandelnden Welt und begründet die Entwicklung eines webbasierten Trainings für Schüler der Oberstufe.
2. Theorie: Erläutert die Grundlagen des E-Learnings, des selbstregulierten Lernens nach dem Modell von Schmitz und Wiese sowie die Konzepte des Zeitmanagements nach Häfner und Seiwert.
3. Methode: Beschreibt die Stichprobe von 83 Schülerinnen und Schülern, das verwendete webbasierte Training (WBT) und das experimentelle Studiendesign zur Überprüfung der Hypothesen.
4. Ergebnisse: Präsentiert die statistische Auswertung der Prä- und Posttests mittels t-Tests, welche positive Effekte des Trainings auf das Zeitmanagementverhalten und die Einstellung gegenüber dem Lernen zeigen.
5. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit des Trainings und reflektiert kritisch die Limitationen, wie die kleine Stichprobengröße und die kurze Zeitspanne.
6. Fazit und Ausblick: Zieht ein Fazit über die Erfolge des Trainings und diskutiert den weiteren Forschungsbedarf sowie Möglichkeiten für zukünftige, insbesondere mobile, Trainingsformate.
Schlüsselwörter
Zeitmanagement, Selbstreguliertes Lernen, Web-Based Training, WBT, Oberstufe, Planungskompetenz, E-Learning, Selbstwirksamkeit, Lernverhalten, Pädagogische Psychologie, Didaktik, Prozessmodell, Zielsetzung, Medienkompetenz, Schulisches Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Erstellung und Durchführung eines webbasierten Zeitmanagementtrainings für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe, um deren Planungskompetenzen im Rahmen des selbstregulierten Lernens zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind das selbstregulierte Lernen, die Anwendung von E-Learning-Methoden in der Schule und spezifische Zeitmanagement-Techniken, basierend auf den Modellen von Häfner und Seiwert.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, ob ein speziell für Schülerinnen und Schüler entwickeltes webbasiertes Training die Kompetenzen im Zeitmanagement und Planungsverhalten sowie die Einstellung gegenüber dem Lernen positiv beeinflussen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt ein experimentelles Design (Pretest-Posttest-Kontrollgruppen-Design) und wertet die Daten mittels SPSS durch t-Tests aus, um signifikante Veränderungen innerhalb und zwischen den Gruppen zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung zum selbstregulierten Lernen, eine detaillierte Beschreibung der Trainingsentwicklung unter Nutzung von Plattformen wie Moodle und Prezi, sowie die empirische Ergebnisdarstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Zeitmanagement, Selbstreguliertes Lernen (SRL), Web-Based Training (WBT), Planungskompetenz und Selbstwirksamkeit.
Wie wurde das Training inhaltlich gestaltet?
Das Training wurde in fünf Level unterteilt, die Konzepte wie Mindmapping, Identifikation von Zeitdieben, ALPEN-Methode und die Bedeutung der eigenen Leistungskurve spielerisch mit Videos und interaktiven Elementen vermitteln.
Warum wurde ein webbasiertes Format gewählt?
Das WBT wurde gewählt, um räumliche Beschränkungen des traditionellen Unterrichts zu umgehen und eine größere Anzahl von Schülern kostengünstig und effizient unterweisen zu können.
Welche Limitationen nennt die Autorin in der Diskussion?
Die Autorin weist insbesondere auf die kleine Stichprobe, die sehr kurze Zeitspanne zwischen Training und Posttest sowie die begrenzte Anzahl an Items im Fragebogen als methodische Einschränkungen hin.
Was sind die zentralen Ergebnisse hinsichtlich der Hypothesen?
Es konnten signifikante positive Effekte auf das Zeitmanagementverhalten und die Einstellung gegenüber dem Lernen in der Experimentalgruppe nachgewiesen werden, während die Hypothesen zu anderen Bereichen wie spezifischer Zielsetzung oder Reflexion teilweise bestätigt oder nicht signifikant verändert wurden.
- Arbeit zitieren
- Alma Lea Köhler (Autor:in), 2016, Webbasiertes Zeitmanagementtraining und Wirkung auf die Planungskompetenzen von Schüler/innen der Oberstufe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498160