Zunächst werden die Begrifflichkeiten Lesen und Lesekompetenz erläutert und definiert, um darauf aufbauend die Bedeutung des Lesens zu ermitteln. Anschließend wird die literarische Sozialisation im Rahmen der Schule und der Familie in den Blick genommen, bevor ein kurzer Überblick über die Diagnostik erfolgt. Das Hauptaugenmerk liegt auf möglichen Methoden der Leseförderung, welche daraufhin erläutert und mit Aspekten der Sozialisation und Diagnostik in Verbindung gesetzt werden.
Die Fähigkeit Lesen zu können gilt als Eintrittskarte zum Erfolg. Manche Menschen lesen gerne Romane, andere lediglich die Tageszeitung, wieder andere begnügen sich mit SMS oder Postkarten aus Urlauben ihrer Bekannten und Freunde. Ohne die sichere Beherrschung der Schriftsprache ist eine Bewältigung des Alltages daher sehr anstrengend und mühsam. Gerade im Zeitalter des Internets ist es bereits für Kinder kaum möglich soziale Kontakte zu pflegen, ohne die Welt der Buchstaben beherrschen zu können. WhatsApp, Emails und andere Chatrooms werden sowohl von Kindern, als auch von Erwachsenen genutzt und fordern die Lesefähigkeit als ein grundlegendes Kulturwerkzeug ein. Somit ist die Fähigkeit des Lesens der Schlüssel zum gesellschaftlichen und auch beruflichen Leben. Die Förderung des Lesens und Schreibens hat daher einen hohen Stellenwert eingenommen und wird stets weiterentwickelt. Deshalb widmet sich diese Arbeit der Leseförderung in der Grundschule.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung
2.1 Begriffsklärung „Lesen“ und „Lesekompetenz“
2.2 Die Bedeutung des Lesens
3. Lesesozialisation – literarische Sozialisation
3.1 Begriffsklärung „Lesesozialisation“
3.2 Familie
3.3 Schule
4. Diagnostik
4.1 Vergleichsarbeiten (VERA)
4.2 STOLperwörter-LEsetest (STOLLE)
5. Methoden der Leseförderung
5.1 Anforderungen an die Lehrkräfte
5.2 Institutionelle Voraussetzungen
5.3 Lesespiele
5.4 Vorlesen – Vortragen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Lesekompetenz als Schlüsselqualifikation für den schulischen und beruflichen Erfolg und analysiert effektive Strategien zur Leseförderung in der Grundschule, wobei insbesondere das Zusammenspiel zwischen familiärer Sozialisation und schulischer Intervention beleuchtet wird.
- Bedeutung von Lesen und Lesekompetenz für die gesellschaftliche Teilhabe
- Einfluss der Lesesozialisation im familiären Umfeld und in der Schule
- Diagnostische Verfahren zur Ermittlung individueller Lesefähigkeiten (VERA & STOLLE)
- Methodische Ansätze zur Leseförderung (Lesespiele, Vorlesen)
- Anforderungen an Lehrkräfte und institutionelle Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
5.3 Lesespiele
„Spielen ist eine Tätigkeit, die man gar nicht ernst genug nehmen kann“. (Jean Cocteau)
Üben kann auch Spaß machen, da es durchaus auch die Möglichkeit gibt, sich spielerisch mit Sprache auseinanderzusetzen. „Wer Probleme mit dem Lesen und Schreiben hat, vermeidet häufig den Kontakt mit allem, was auch nur entfernt mit Buchstaben zu tun hat. Umso wichtiger ist es, bei den Kindern wieder Freude zu wecken und sie neugierig auf Sprache zu machen, also ihre Motivation zu fördern (vgl. Endres & I.D.L., 2010, 18). Eine Möglichkeit, das Lesen spielerisch zu üben ist das Spiel: Memory.
Bei dieser Spielart steht nicht das Finden zweier Bildpaare im Fokus, sondern das Finden von gleichen Wörtern. Ähneln sich die Wörter, so erhöht es das Niveau der Übung. Diese Spielvariante kann in Einzel- oder Gruppenarbeit gespielt werden und dient der Förderung der Lesemotivation und Lesegenauigkeit der Schülerinnen und Schüler.
Ein weiteres Lesespiel ist „Mach dies, mach das“. Bei diesem Spiel liegt der Fokus auf dem sinnerfassenden Lesen und dem Umsetzen des Gelesenen. Hierbei sitzen zunächst alle Schüler/innen im Stuhlkreis. Es geht eine Kiste reihum, in der sich kleine eingerollte Botschaften verstecken. Jedes Kind nimmt sich eine Rolle aus der Kiste und liest sie still für sich. Auf den Zetteln stehen kleine Anweisungen wie beispielsweise: „Sei ein Hund.“ oder „Hüpfe wie ein Känguru.“ (vgl. Kasak & Schwartz, 2014, 54). Ein Kind beginnt und setzt das Gelesene in eine Tat um, die anderen Kinder raten daraufhin, was auf seinem Zettel gestanden hat. Im Uhrzeigersinn ist nun das nächst Kind an der Reihe und folgt den Anweisungen auf dem Zettel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die gesellschaftliche Relevanz des Lesens als grundlegendes Kulturwerkzeug und begründet die Notwendigkeit von Fördermaßnahmen aufgrund dokumentierter Lesedefizite.
2. Einführung: Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch die Definition der Begriffe „Lesen“ und „Lesekompetenz“ sowie eine Erörterung der psychologischen und sozialen Bedeutung des Leseprozesses.
3. Lesesozialisation – literarische Sozialisation: Dieses Kapitel beleuchtet die entscheidende Rolle des familiären Umfelds und der Schule bei der Herausbildung von Lesemotivation und der Einbindung in literarische Kontexte.
4. Diagnostik: Es werden zwei diagnostische Instrumente (VERA und STOLLE) vorgestellt, die Lehrkräften helfen sollen, den individuellen Lernstand und spezifische Förderbedarfe präzise zu ermitteln.
5. Methoden der Leseförderung: Das Kapitel erläutert praktische Ansätze wie Lesespiele und Vorlesepraktiken sowie die notwendigen institutionellen und lehrerzentrierten Voraussetzungen für eine gelungene Leseförderung.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass eine erfolgreiche Leseförderung eine enge Verzahnung von Diagnose, methodischer Vielfalt und dem Engagement der Lehrkraft erfordert, um die Schlüsselqualifikation Lesen langfristig zu sichern.
Schlüsselwörter
Leseförderung, Lesekompetenz, Lesesozialisation, Grundschule, Lesemotivation, Diagnostik, VERA, STOLLE, Lesefertigkeit, Vorlesen, Sprachkompetenz, Bildungsstandard, Literaturunterricht, Lesespiel, Leseverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des Lesens als essenzielle Kulturtechnik und untersucht, wie Lehrkräfte durch geeignete Diagnoseverfahren und Fördermethoden die Lesekompetenz von Grundschülern stärken können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die theoretische Einordnung von Lesekompetenz, die Bedeutung der Sozialisation (Familie und Schule), die diagnostische Erfassung des Lernstands sowie die praktische Anwendung von Lesemethoden.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Kinder individuell und spielerisch für das Lesen begeistert und in ihrer Leseentwicklung zielgerichtet gefördert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender pädagogischer Konzepte sowie der wissenschaftlichen Darstellung anerkannter Diagnoseinstrumente und Praxisansätze zur Leseförderung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Sozialisationsinstanzen, die Vorstellung diagnostischer Verfahren (VERA, STOLLE) und die konkrete Darstellung methodischer Ansätze wie Lesespiele und Vorlesetechniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leseförderung, Lesekompetenz, Lesesozialisation, Grundschule und Diagnostik definiert.
Warum ist die familiäre Sozialisation für den schulischen Erfolg so wichtig?
Die Familie legt den Grundstein für die Lesemotivation; Kinder, die frühzeitig mit Literatur in Kontakt kommen, entwickeln eine intrinsische Motivation, die in der Schule als Basis für den Erwerb weiterführender Lesekompetenzen dient.
Wie unterscheidet sich der STOLLE-Test von VERA?
Während VERA als allgemeine Lernstandserhebung in Mathematik und Deutsch dient, ist der STOLLE-Test ein spezifisches Diagnoseinstrument zur Überprüfung der Lesesicherheit und -geschwindigkeit auf individueller Ebene.
Können Lesespiele auch bei älteren Kindern eingesetzt werden?
Ja, Lesespiele wie „Mach dies, mach das“ können variiert und an das Kompetenzniveau der Kinder angepasst werden, was sie zu einem flexiblen Werkzeug für verschiedene Altersstufen in der Grundschule macht.
- Arbeit zitieren
- Lisa Hedtfeld (Autor:in), 2016, Leseförderung in der Grundschule. Die Bedeutung des Lesens für Schule und Freizeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498211