Gegenstand dieser Hausarbeit sollen der zwangsläufig entstandene Generationskonflikt und auch die Konflikte innerhalb der Generationen sein. Russland Mitte des 19.Jahrhunderts - Das Land ist geprägt durch Umbrüche und Reformen, die aus der Niederlage beim Krimkrieg resultierenden Rückständigkeit des Staates gegenüber europäischen Ländern, entstanden. Unter Zar Alexander II. strebte die neue nichtadlige Gesellschaft nach höherer Bildung, sozialer und politischer Freiheit und nach der Abgrenzung zum "alten" Adel. Die Bauernbefreiung, die Neuerungen in der Justiz und Bildung, die Europäisierung Russlands und auch die Lockerung der Zensur bildeten dabei die Grundlage für die Bildung des Russischen Nihilismus, welcher vor allem anderen die Aufklärung des Volkes und die Ablehnung höherer Autoritäten als Gegenstand seiner Bewegung inne hatte.
Die Nihilisten beriefen sich ausschließlich auf Tatsachen, was ihre Ablehnung aller Autoritäten unterstreicht. Die Aufhebung der Leibeigenschaft war für die neue Generation das Mittel zum allgemeinen Wohlstand des Volkes führt. Die neue Generation bestand vor allem aus Naturwissenschaftlern, die feindselig gegenüber der Aristokratie standen, alle Grundsätze verneinten und die gesellschaftliche Ordnung stark kritisierten. In dieser Zeit war ein Konflikt zwischen den verschiedenen Generationen unumgänglich. Die revolutionäre Generation der "Söhne", die eine fortschrittliche Gesellschaft wünschte und anstrebte stand der konservativen, liberalen Generation der „Väter“ gegenüber. Dieser Generationskonflikt wurde auch Gegenstand Ivan Sergeevič Turgenev’s Roman "Отцы и Дети2, zu Deutsch „Väter und Söhne".
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Konflikte der „Söhnegeneration“
- Jewgeni Basarow
- Arkadi Kirsanow
- Konflikte zwischen Jewgeni Basarow und Arkadi Kirsanow
- Konflikte der „Vätergeneration“
- Pawel Kirsanow
- Nikolai Kirsanow
- Konflikte zwischen Pawel und Nikolai Kirsanow
- Die Konflikte zwischen den Generationen
- Der Konflikt zwischen Jewgeni Basarow und Pawel Kirsanow
- Der Konflikt zwischen Jewgeni und Wassili Kirsanow
- Der Konflikt zwischen Arkadi und Nikolai Kirsanow
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert den Generationskonflikt im Roman „Väter und Söhne“ von Ivan Turgenev. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Konflikte zwischen den „Söhnen“, die eine fortschrittliche Gesellschaft anstreben, und den „Vätern“, die an traditionellen Werten festhalten.
- Der Aufstieg des Nihilismus in Russland im 19. Jahrhundert
- Die gegensätzlichen Weltanschauungen der „Väter“ und „Söhne“
- Die Rolle von Liebe, Familie und Gesellschaft in der Konfliktentwicklung
- Der Einfluss von Wissenschaft und Bildung auf die Denkweise der „Söhne“
- Die literarische Darstellung von gesellschaftlichen Umbrüchen in Russland
Zusammenfassung der Kapitel
- Die Einleitung stellt den historischen und gesellschaftlichen Kontext des Romans vor und führt den Leser in die zentralen Themen des Buches ein. Sie beleuchtet die Entwicklung des russischen Nihilismus und den Generationskonflikt, der im Mittelpunkt des Romans steht.
- Kapitel 2 fokussiert sich auf die „Söhne“, Jewgeni Basarow und Arkadi Kirsanow. Basarow, der Hauptcharakter, wird als überzeugter Nihilist vorgestellt, der traditionelle Werte ablehnt und sich auf die Wissenschaft konzentriert. Arkadi, Basarows Freund, zeigt anfänglich eine gewisse Sympathie für den Nihilismus, jedoch mit der Zeit wandeln sich seine Ansichten.
- Kapitel 3 widmet sich der „Vätergeneration“ mit den beiden Figuren Pawel und Nikolai Kirsanow. Pawel, Arkadis Onkel, repräsentiert die konservative, liberale Seite der Gesellschaft. Nikolai, Arkadis Vater, hingegen zeigt eine gewisse Offenheit für die Ideen der „Söhne“, jedoch nicht ohne Zweifel und Konflikte.
- Kapitel 4 erforscht die Konflikte zwischen den beiden Generationen. Das Verhältnis zwischen Jewgeni Basarow und Pawel Kirsanow wird als besonders spannungsreich dargestellt. Der Konflikt zwischen Jewgeni und Wassili Kirsanow, Basarows Vater, erhellt die Bedeutung von Familie und Tradition im Angesicht der modernen Denkweise. Zudem wird der Konflikt zwischen Arkadi und Nikolai Kirsanow beleuchtet, der zeigt, wie die Generationen sich zu einander positionieren.
Schlüsselwörter
Der Roman „Väter und Söhne“ behandelt den Generationskonflikt, den Nihilismus, die Rolle von Wissenschaft und Bildung, gesellschaftliche Umbrüche, traditionelle Werte, Liebe, Familie und Gesellschaft. Wichtige Figuren sind Jewgeni Basarow, Arkadi Kirsanow, Pawel Kirsanow und Nikolai Kirsanow.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema von Turgenevs "Väter und Söhne"?
Das Hauptthema ist der Generationskonflikt im Russland des 19. Jahrhunderts, insbesondere der Gegensatz zwischen der konservativen "Vätergeneration" und der nihilistischen "Söhnegeneration".
Welche Rolle spielt der Nihilismus im Roman?
Der Nihilismus wird durch die Figur Jewgeni Basarow repräsentiert, der alle Autoritäten und traditionellen Werte ablehnt und sich stattdessen ausschließlich auf naturwissenschaftliche Fakten beruft.
Wer sind die zentralen Figuren der "Vätergeneration"?
Die zentralen Figuren sind Pawel Kirsanow, der die konservative Aristokratie vertritt, und Nikolai Kirsanow, der zwar liberaler eingestellt ist, aber dennoch an Traditionen festhält.
Warum kam es Mitte des 19. Jahrhunderts in Russland zu diesen Umbrüchen?
Auslöser waren die Niederlage im Krimkrieg, die daraus resultierende Erkenntnis der Rückständigkeit Russlands sowie Reformen wie die Bauernbefreiung unter Zar Alexander II.
Wie unterscheiden sich Basarow und Arkadi Kirsanow?
Basarow ist ein radikaler Nihilist, während sein Freund Arkadi anfangs nur mit diesen Ideen sympathisiert, sich aber im Verlauf des Romans wieder stärker traditionellen Werten wie der Familie zuwendet.
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- Anne Fülbier (Author), 2011, Die Konflikte innerhalb und zwischen den Generationen in Ivan Turgenevs "Väter und Söhne", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498243