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Sizilien in der Spätantike

Title: Sizilien in der Spätantike

Term Paper , 1999 , 11 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Dr. phil. Michael Portmann (Author)

World History - Early and Ancient History
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In der folgenden Arbeit geht es darum, die Geschichte Siziliens vom Reich der Vandalen bis zur Eroberung der Insel durch die Araber darzustellen. Von der frühmittelalterlichen Völkerwanderung nicht unberührt, aber beinahe unbeeinflusst, konnte sich in Sizilien die (ost)römische Tradition seit Justinians Rückeroberung bis zur Machtübernahme der Araber fortsetzen.
Allgemein begann mit Justinian die Wiedergewinnung von Gebieten, die zuvor an verschiedene Germanenvölker verlorengegangen waren. So wurde im Zuge dieser Aktion auch das von den Vandalen und Ostgoten besetzte Sizilien durch den oströmischen Feldherrn Belisar zurückgewonnen. Sizilien gehörte fortan als wichtiger Vorposten im Westen zum byzantinischen Reich und war kurze Zeit sogar Sitz des Kaisers. Seit 651/652 fielen immer wieder die Araber plündernd in Sizilien ein, ohne vorerst dauerhaft Fuss zu fassen. Dies geschah erst 827 und sollte über 50 Jahre Krieg bedeuten. Die byzantinische Epoche endete schliesslich auf Sizilien mit dem Fall von Syrakus im Jahre 878.
Bei der Suche nach Literatur musste ich feststellen, dass eine moderne Darstellung fehlt, welche diese Periode ausführlich behandeln würde. Die Standardwerke zur Geschichte von Byzanz erwähnen Sizilien nur beiläufig, deshalb stützt sich meine Arbeit vor allem auf Finley, sowie auf zwei Aufsätze von Kislinger.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Vandalen und Goten auf Sizilien

3. Sizilien unter byzantinischer Herrschaft

4. Das Ende des antiken Siziliens

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung Siziliens in der Spätantike, beginnend mit der Ankunft der Vandalen bis hin zur vollständigen Eroberung durch die Araber im 9. Jahrhundert. Dabei wird analysiert, wie die Insel trotz wechselnder Herrschaftsverhältnisse, insbesondere unter oströmischem Einfluss, ihre kulturellen und administrativen Traditionen bewahren konnte, bevor sie schließlich den islamischen Umbrüchen unterlag.

  • Vandalische Raubzüge und die Bedeutung Siziliens als Getreidereservoir
  • Die Rolle der Insel als strategischer Vorposten des Byzantinischen Reiches
  • Einfluss der Themenverfassung und militärischer Verwaltungsreformen
  • Die Auswirkungen des Bilderstreits auf die sizilianische Bevölkerung
  • Der schleichende Übergang von der byzantinischen zur arabischen Herrschaft

Auszug aus dem Buch

3. Sizilien unter byzantinischer Herrschaft

Das byzantinische Zeitalter begann in Sizilien mit der Ankunft Belisars, einem Feldherr, der 533 im Auftrag von Justinian I. (reg. 518/527 – 565) nach Westen segelte, um den Vandalen Nordafrika wieder abzunehmen. Er wurde zu Beginn von den Ostgotenherrschern in Rom unterstützt, da diese von dem Vorhaben Justinians, das Römische Reich und eine einheitliche Kirche wiederherzustellen, nichts ahnen konnten. Im Jahre 535 zog Belisar ohne nennenswerten Widerstand in Palermo und Syrakus ein, die Insel fiel damit ans byzantinische Reich. Die relativ einfache Einnahme wird verständlich, wenn man bedenkt, dass die Zivilbevölkerung des Römischen Imperiums nie gewohnt war, selbst zu den Waffen zu greifen und ohnehin schon stark von der griechischen Kultur beeinflusst war. Hinzu kommt, dass Sizilien kaum gotische Besatzung und fast keine gotischen Siedler hatte. Ob die Sizilianer den Herrschaftswechsel begrüssten ist zweifelhaft. Die Ostgoten hatten zuvor die Steuern gesenkt und die Sondersteuern abgeschafft. Mit der Rückeroberung wurde die fiskalische Schraube wieder angezogen. Der Magistrat haftete für das Steueraufkommen persönlich, und wenn ein Ratsherr einmal weglief, weil er seine Mitbürger nicht ausnehmen wollte, wurde er mit Gewalt auf seinen Amtssitz zurückbefördert. Es gilt jedoch als sicher, dass die Besitzverhältnisse und die Sozialstruktur unverändert blieben. Kurz gesagt: mit den Truppen Justinians kehrte die Spätantike wieder auf die Insel zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über den Zeitraum zwischen der vandalischen Herrschaft und der arabischen Eroberung, in dem Sizilien byzantinische Traditionen bewahrte.

2. Die Vandalen und Goten auf Sizilien: Dieses Kapitel beschreibt die Bedrohung Siziliens durch vandalische Raubzüge sowie die anschließende Herrschaft der Ostgoten unter Theoderich.

3. Sizilien unter byzantinischer Herrschaft: Der Abschnitt analysiert die Rückeroberung durch Belisar und die Einführung einer strengen administrativen Ordnung, die Sizilien als byzantinischen Vorposten festigte.

4. Das Ende des antiken Siziliens: Hier wird der allmähliche Niedergang der oströmischen Kontrolle bis zum Fall von Syrakus im Jahr 878 infolge der arabischen Expansion dargestellt.

Schlüsselwörter

Sizilien, Spätantike, Vandalen, Ostgoten, Justinian I., Belisar, Byzantinisches Reich, Themenverfassung, Bilderstreit, Araber, Euphemios, Syrakus, Mittelmeergeschichte, Herrschaftsstrukturen, Islamische Eroberung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die politische und militärische Geschichte Siziliens in der Spätantike, von der Zeit der Vandaleneinfälle bis zum Ende der byzantinischen Ära durch die arabische Eroberung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die strategische Bedeutung der Insel für das Römische und Byzantinische Reich, der Einfluss von Kirchenpolitik und Verwaltung sowie der Wandel der Herrschaftsstrukturen über mehrere Jahrhunderte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Entwicklung der Insel darzustellen, während sie sich zwischen dem Einfluss germanischer Völker, Byzanz und dem aufstrebenden Islam befand.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, wobei der Autor primär auf Standardwerke wie jene von Finley sowie spezifische Forschungsaufsätze von Kislinger zurückgreift.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die chronologische Abfolge der vandalischen und gotischen Präsenz, die oströmische Rückeroberung und Verwaltung sowie das endgültige Ende der antiken Epoche durch den Fall von Syrakus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Spätantike, Byzantinisierung, Themenverfassung, Bilderstreit und die arabische Expansion gekennzeichnet.

Warum war Sizilien für Byzanz so wichtig?

Sizilien diente als entscheidender westlicher Vorposten und zeitweise sogar als Sitz des Kaisers, weshalb Byzanz trotz innerer Probleme hartnäckig um den Erhalt der Insel kämpfte.

Welche Rolle spielte der "Bilderstreit" für die Bevölkerung auf Sizilien?

Die Sizilianer lehnten das kaiserliche Verbot der Bilderverehrung ab, da ihre religiöse Praxis stark von bildlichen Darstellungen geprägt war, was zu erheblichen Spannungen mit Konstantinopel führte.

Welches Ereignis markiert das Ende des antiken Siziliens?

Der Fall von Syrakus im Jahr 878, der den Abschluss eines über 50 Jahre andauernden Eroberungskrieges durch die Araber darstellt, gilt als das Ende des antiken Siziliens.

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Details

Title
Sizilien in der Spätantike
College
University of Vienna
Grade
sehr gut
Author
Dr. phil. Michael Portmann (Author)
Publication Year
1999
Pages
11
Catalog Number
V49833
ISBN (eBook)
9783638461887
Language
German
Tags
Sizilien Spätantike
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. phil. Michael Portmann (Author), 1999, Sizilien in der Spätantike, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49833
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