Hauptlernziel dieser Unterrichtsstunde ist es, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Stärke nicht allein auf körperlicher Überlegenheit beruht (Löwe hält Maus in Tatze, ist größer und körperlich stärker), sondern man auch auf andere Weisen Stärke zeigen kann (neugierige und wagemutige Maus, jemandem in Not beistehen, sein Wort halten), und jeder Mensch unterschiedliche Stärken hat, und auch sie selbst Stärken und Schwächen besitzen.
Die Schülerinnen und Schüler erweitern ihre moralische Urteilsbildung, indem sie eine Moral formulieren und mehrere gegeneinander abwägen; entwickeln Freude bei der Konzeption und Darstellung von Standbildern und bauen ihre Empathie- und Identifikationsfähigkeit aus.
Inhaltsverzeichnis
1. Kompetenzen / Lernziele
2. Geplanter Unterrichtsverlauf
3. Sachanalyse
4. Methodische Entscheidungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit entwirft eine Unterrichtsstunde für eine sechste Klasse, in der die Schülerinnen und Schüler durch die Fabel „Der Löwe und das Mäuschen“ ein differenziertes Verständnis für den Begriff „Stärke“ entwickeln, indem sie über körperliche Überlegenheit hinaus menschliche Tugenden wie Hilfsbereitschaft und das Einhalten von Versprechen reflektieren.
- Erschließung der Fabel „Der Löwe und das Mäuschen“
- Reflektion über Facetten von Stärke im schulischen und persönlichen Kontext
- Entwicklung von Standbildern zur szenischen Interpretation
- Vergleichende Analyse moralischer Lehren
- Förderung von Empathie und Identifikationsfähigkeit
Auszug aus dem Buch
3. Sachanalyse
„Der Löwe und das Mäuschen“ von Äsop ist eine relativ kurze Fabel mit einer belehrenden Absicht. Die Fabel gibt es in verschiedene Überlieferungen, welche sich besonders im Umgang mit der Moral unterscheiden: Bei manchen Versionen gibt es keine explizit formulierte, manche enden mit einer Gegenrede der Maus, bei anderen Versionen bezieht sich die Moral auf Menschen etc. Ich beziehe mich auf die Version des Schülerbuches, um eine Weiterarbeit mit diesem in den Folgestunden zu ermöglichen und eine Diskussion anzuregen.
In der Einleitung läuft eine Maus über einen schlafenden Löwen, der erwacht und sie festhält. Die Maus bittet um Gnade und verspricht, dem Löwen dafür zu danken. Obwohl sich dieser fragt, wie das geschehen soll, lässt er sie gehen, und schenkt ihr damit ihre Freiheit und ihr Leben. In dieser Einleitung und Rede wird die für Fabeln typische Hierarchie deutlich: Die kleine Maus ist dem König der Tiere, der zudem ihr Fressfeind ist, hilflos ausgeliefert. Dieses Gefälle wird bereits im Titel durch den Diminutiv „Mäuschen“ statt Maus, welches „dem König der Tiere“ (Z.8) gegenübersteht, sowie dem Wissen des Lesers von den natürlichen Fressfeinden und den deutlichen Größenverhältnissen verstärkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Kompetenzen / Lernziele: Dieses Kapitel definiert das Hauptlernziel der Stunde, bei dem Schülerinnen und Schüler erkennen sollen, dass Stärke nicht nur körperlich, sondern auch moralisch begründet sein kann.
2. Geplanter Unterrichtsverlauf: Hier wird der tabellarische Ablauf der Unterrichtseinheit skizziert, inklusive Einstieg, Erarbeitungsphasen mittels Standbildern und abschließender Vertiefung.
3. Sachanalyse: Das Kapitel bietet eine literaturwissenschaftliche und inhaltliche Durchdringung der Fabel „Der Löwe und das Mäuschen“ und beleuchtet die Rollenverteilung sowie die moralischen Implikationen.
4. Methodische Entscheidungen: Hier werden die didaktischen Ansätze, wie das Teamteaching-Modell „one teach, one drift“ und der handlungsorientierte Einsatz von Standbildern, begründet.
Schlüsselwörter
Fabeln, Äsop, Stärke, Löwe, Maus, Unterrichtsentwurf, Standbilder, Moral, Didaktik, Teamteaching, Handlungsorientierung, Empathie, Sekundarstufe I, Literaturrezeption, Textanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf befasst sich mit der Konzeption einer Deutschstunde in einer sechsten Klasse zum Thema Fabeln, speziell am Beispiel „Der Löwe und das Mäuschen“ von Äsop.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die vielschichtige Bedeutung von Stärke, die Analyse von Machtverhältnissen zwischen Tieren in Fabeln sowie die moralische Urteilsbildung.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schülerinnen und Schüler sollen begreifen, dass Stärke nicht allein auf körperlicher Überlegenheit beruht, sondern auch durch Empathie, Hilfsbereitschaft und Worttreue definiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Unterrichtseinheit verwendet?
Es kommt ein handlungsorientierter Ansatz zum Einsatz, bei dem die Methode der Standbilder genutzt wird, um die Schüler zur intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung und kreativen Darstellung zu motivieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der Fabel sowie methodische Überlegungen zur Umsetzung, inklusive der Strukturierung der Gruppenarbeit und des Teamteaching-Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Fabeldidaktik, moralische Erziehung, Standbilder, Handlungsorientierung und Kompetenzentwicklung im Deutschunterricht.
Warum wurde die Methode der Standbilder gewählt?
Die Standbilder ermöglichen eine Aktivierung aller Schüler und fördern deren Kreativität sowie Phantasieentwicklung, da sie ohne Requisiten durch Körperhaltung und Attribute die Rollen der Tiere interpretieren müssen.
Wie geht die Lehrperson mit der schwierigen Moral von Äsop um?
Da die Originalmoral für Sechstklässler als sprachlich zu komplex eingestuft wurde, plant die Lehrperson eine verständlichere Formulierung zu verwenden, um die kritische Hinterfragung zu erleichtern.
Welche Rolle spielt das Teamteaching-Modell im Unterricht?
Das Modell „one teach, one drift“ wird genutzt, um während der heterogenen Gruppenarbeitsphasen eine individuellere Betreuung und eine größere Methodenvielfalt zu ermöglichen.
- Quote paper
- Marie Welsche (Author), 2017, Erschließung von Fabeln durch Standbilder für die Unterstufe. Der Begriff der Stärke in "Der Löwe und das Mäuschen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498489