Krypotwährungen. Das Zahlungsmittel der Zukunft?

Hat Bitcoin das Potenzial konventionelle Währungen abzulösen?


Bachelorarbeit, 2019
34 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis I

1 Ziele der Arbeit
1.1 Problemstellung
1.2 Methodik und Aufbau

2 Grundlagen der Währungen
2.1 Entstehung
2.2. Entwicklung
2.3 Eigenschaften des Geldes
2.4 Die Funktion des Geldes
2.5 Arten der Währungen

3 Grundlangen der Kryptowährung
3.1 Entstehung
3.2 Blockchain Technologie
3.3 Mining

4 Wirtschaftliche Analyse des Bitcoins
4.1 Geldklassifizierung
4.2 Einsatzbereitschaft im Zahlungsverkehr
4.3 Statistische Auswertung der Entwicklung
4.4 Die Unterschiede zu Fiatgeld

5 Fazit und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bezeichnung der Bitcoin-Einheiten

Abbildung 2: Aus welchen Gründen haben Sie Bitcoin erworben bzw. können sich das vorstellen?

Abbildung 3: Welche Gründe sprechen dagegen Bitcoin zu erwerben oder zu benutzen?

Abbildung 4: Können Sie sich vorstellen, in Kryptowährungen (z.B. Bitcoin) zu bezahlen?

Abbildung 5: Marktpreis in Dollar von 2009-2019

Abbildung 6: Der Volatilitätsindex des Bitcoins von 2011-2019

Abbildung 7: Prozentualer Anteil der Transaktionskosten nach Transaktionsvolumen von 2009 -2019

Abbildung 8: Tägliches Transaktionsvolumen von 2009 - 2019

1 Ziele der Arbeit

In dieser Thesis liegt der Fokus darin, zu untersuchen, inwiefern die Kryptowährung Bitcoin das Potenzial hat sich als Zahlungsmittel der Zukunft zu entwickeln. Ein Untersuchungsmerkmal ist die Überprüfung der Geldtheorie, das die Eigenschaften und Funktionen des typisch genutzten Geldes beschreibt. Anhand diesen Merkmalen soll analysiert werden, inwiefern der Bitcoin als Geld zu qualifizieren ist und damit als brauchbares Zahlungsmittel im Zahlungsverkehr eingesetzt werden kann.

Im Jahre 2008 veröffentlichte Satoshi Nakamoto Informationen in einem Whitepaper zur Beschaffenheit und der Grundidee hinter dem Bitcoin und dem technologischen Aufbau der Blockchain. Seit über zehn Jahren ist der Bitcoin, nun als digitales Geld zu erwerben. Ein Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, den Entwicklungsstand des Bitcoins als Zahlungsmittel zu analysieren und Tendenzen zu weiteren Entwicklung zu prognostizieren. Weitere Faktoren die erläutert werden ist die Untersuchung der Vorteile und Nachteile, die das digitale Geld mit sich bringt. Insgesamt soll dadurch ein kompakter Überblick über das komplexe Thema des Bitcoins erworben werden.

1.1 Problemstellung

Das Veröffentlichungsjahr 2008 der ersten Kryptowährung war sicherlich kein Zufall. Die Finanzkrise hatte in diesem Jahr ihren Höhepunkt erreicht. Diese Zeit wird bis heute noch als die schlimmste Krise seit dem schwarzen Freitag im Jahr 1929 bezeichnet. Aktienkurse stürzten ein und Investmentbanken mussten Insolvenz anmelden (Rosenberger, 2018, S. 114). Das Vertrauen in traditionellen Banken und Finanzinstituten war geschädigt. Seit der Weltwirtschaftskrise wuchs das weltweite Interesse an alternativen und unabhängigen Tauschmitteln, sowie sicheren Vermögenswerten (Rosenberger, 2018, S.90). Dieses Interesse ist bis heute nicht gesunken. Bitcoin stellt so eine Alternative in Form von digitaler Währung dar. Traditionelle Banken haben durch den erhöhten Wettbewerbsdruck mit neuen Herausforderungen zu rechnen. Dadurch wird ein Maß an Neuorientierung benötigt, um als Zahlungsmitteldienstleister weiterhin wahrgenommen zu werden (Dittrich,2016, S.90).

Über die Entwicklung des Bitcoins wird unter Experten kontrovers diskutiert. Befürworter des Bitcoins sehen den Bitcoin als Konkurrenz zur konventionellen Währungen, sogar von einer digitalen Weltwährung war die Rede in den Medien. Die Gegenseite, sieht die Entwicklung des Bitcoins darin, dass es als digitales Gold seine Funktion und Anwendung finden wird. Andere betrachten den Bitcoin als einen zeitweiligen Trend. Die Meinungen sind breit gestreut. Es stellt sich somit die Frage, inwiefern das Potenzial des Bitcoins als Zahlungsmittel genutzt und langfristig auf dem Markt anerkannt und akzeptiert wird.

1.2 Methodik und Aufbau

Diese Bachelorarbeit ist in zwei Themenschwerpunkte unterteilt. Der erste Teil befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der konventionellen Währung und der Kryptowährungen. Es wird ein kompakter Überblick über die Entstehung und Entwicklung des Geldes verschafft. Diese Theorien dienen zum besseres Verständnis der allgemeinen Geldtheorie.

Ein kompakter theoretischer Grundlagenteil soll die ausschlaggebenden Merkmale der Kryptowährung erklären. Anschließend erfolgt die Abgrenzung zur Kryptowährung Bitcoin, es werden grundlegende Aspekte sowie Mechanismen veranschaulicht. Diese beiden Grundlagenteile fließen dann, im zweiten Abschnitt zusammen. Der zweite Teil dieser Bachelorarbeit, befasst sich mit einer wirtschaftlichen Analyse des Bitcoins. Der spezielle Fokus liegt hierbei in der wirtschaftlichen Analyse des Bitcoins. Mithilfe einer Inhaltsanalyse und einem Vergleich wird analysiert, inwiefern der Bitcoin als zukünftiges Zahlungsmittel geeignet ist und inwiefern eine Qualifikation der monetären Funktion des Bitcoins vorliegt. Anschließend wird aufbauend, auf den erlangten Kenntnissen im zweiten und dritten Kapitel die wirtschaftliche Eignung des Bitcoins geprüft. Dazu werden Statistiken analysiert und hinsichtlich der Entwicklung des Bitcoins ausgewertet. Die Auswertung soll ein Einblick verschaffen, inwiefern Vorteile sowie Nachteile der digitalen Währung vorliegen. Um die Analyse abzurunden, erfolgt im Schlussteil das Fazit und ein Ausblick.

Es ist anzumerken, das die Informationen zu Kryptowährungen und insbesondere Bitcoin von kurzlebiger Dauer sind. Die veröffentlichen Bücher spiegeln nicht die aktuellen Tatsachen wider. Deswegen wurde vermehrt auf Quellen aus dem Internet zurückgegriffen.

2 Grundlagen der Währungen

Trotz der Tatsache, dass in einer modernen Volkswirtschaft, Geld als Zahlungsmittel im täglichen Gebrauch verwendet wird, ist nur wenigen die Geschichte und die Entwicklung des Geldes bekannt. Anhand von bestimmten Funktionen wird der Begriff des Geldes definiert. Mit Hilfe des Geldes wird der Wert von Dienstleistungen und Produkten ausgedrückt (Weber, 2013, S. 15). Der Begriff der Währung, bezieht sich dabei auf eine übergeordnete Struktur des Geldes. Erfolgt die Nutzung einer Währung für die Verwendung von Kreditausgaben oder zur Schuldentilgung, handelt es sich um Finanztransaktionen mit der Funktion als Zahlungsmittel (Holtemöller, 2008, S. 25). Im Allgemeinen wird als Zahlungsmittel die Währung bezeichnet, die offiziell in einem Land anerkannt ist. Insgesamt gibt es weltweit über 160 anerkannte Währungen.

Geld lässt sich unterscheiden nach seinem Wert, das es besitzt. Es gibt das Warengeld und das Nominalgeld. Das Warengeld besitzt einen inneren Wert, der durch Edelmetalle wie Gold oder Silber gedeckt ist. Nominalgeld bestimmt sich nach dem Betrag der auf der Münze oder Banknote aufgedruckt ist und hat damit keinen inneren Wert (Mankiw, 2011, S. 104).

Ein ausschlaggebender Einfluss um als Zahlungsmittel zu fungieren, liegt im Vertrauen der Benutzer in eine Währung. Es ist die Grundlage jeder funktionierenden Geldwirtschaft. Zusätzlich ist es das Kernelement jeder Zahlungstechnologie.

Der Benutzer muss darauf vertrauen können, dass sein Gegenüber ebenfalls der Währung vertraut und diese als Tauschmittel akzeptiert (Rosenberger, 2018, S. 13).

2.1 Entstehung

Seit Jahrtausenden spielt Geld eine ausschlaggebende Rolle für die Menschheit. Seit der Antike haben sich praktisch alle Zivilisationen, sobald diese Kulturen begangen, sich arbeitsteilig zu organisieren und gemeinsamen Handel zu betreiben, auf ein allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel geeinigt. Bevor das erste Zahlungsmittel in Form von Naturalgeld zum Einsatz kam, wurde ein Waren-Tauschhandel betrieben. Dieser stellte die Benutzer jedoch vor diverse Schwierigkeiten. Denn der Tauschhandel, schränkte das Geschäft stark ein. Nicht immer wurde für beiden Parteien ein passender Tauschgegenstand gefunden (Kerscher, 2014, S. 23). Und somit kam bereits im 6. Jahrtausend vor Christus, das erste Naturalgeld, in Form von Edelmetallen oder andere Materialien zum Einsatz. Wichtiges Merkmale des Naturalgeldes waren, eine leichte Zählbarkeit sowie Transportierbarkeit. Hierfür wurden nützliche Alltagsgegenstände wie Perlen, Felle, Salze, Pfeilspitzen oder Gold und Silber verwendet. Die Kaurischnecke, gilt als das erste überregional, verbreitetet Naturalgeld, das über 3000 Jahre lang zum Bezahlen diente. Sie gilt bis heute als langlebigstes und erfolgreichstes Zahlungsmittel.

2.2. Entwicklung

Die Erscheinungsformen des Geldes unterliegen einem stetigen Wandel im Laufe der Zeitgeschichte. Im nachfolgenden Teil wird diese Entwicklung näher betrachtet.

Münzen

Mit der Erfindung der Waage wurde die Grundlage für die erste Münze geschaffen, die aus einer Gold- oder Silberlegierung hergestellt wurde. Der Wert der Münze war zu dieser Zeit noch identisch mit dem tatsächlichen Materialwert. Die ersten Münzen zählten damit zum Warengeld.

Papiergeld und der Goldstandard

Im 10. Jahrhundert erschufen die Chinesen, in Form eines Depotscheines, das erste Papiergeld. Mit der Einführung des Papiergeldes, löste sich der Wert des Geldes vom Material des Geldstoffes. Erst fünf tausend Jahre später etablierte sich das Papiergeld auch in Europa. Den Europäern ging das Münzgeld aus, als Lösung wurden Wechselbriefe mit einem Wert und Siegel versehen. Damit war das Geld ohne inneren Wert geboren.

Mit der Zeit stellten Goldschmiede oder Banken Empfangsscheine aus. Diese konnten bei Vorlage gegen Edelmetalle wie Gold oder Silber eingetauscht werden. Das erste goldgedeckte Papiergeld mit innen Wert ist entstanden (Herger, 2015, S. 67). Mit der Zeit entwickelten sich Empfangsscheine zu Banknoten, die ursprünglich mit Gold gedeckt waren. Anfänglich mussten Banken glaubhaft versichern, dass jederzeit ein Tausch, in bewährtes Münzgeld möglich war. Das Papiergeld wurde dadurch von den Benutzern akzeptiert, weil diese seinem Wert vertrauten.

Giralgeld

Mit der wachsenden Industrialisierung waren zu einem späteren Zeitpunkt auch Scheine und Münzen nicht mehr Zeitgemäß. Um größere Investitionen zu tätigen, wurde auf unpraktischer Weise, stapelweise Geld transportiert. Mit dem Giralgeld oder auch Buchgeld genannt, konnte dieses Problem behoben werden. Ab dem 14. Jahrhundert entstand die Möglichkeit, bei Banken, Münzen oder Scheine auf ein Konto einzuzahlen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzuheben. Mit dem technologischen Fortschritt ersetzen im 19. Jahrhundert, Konten und Überweisungen, die Münzen und das Papiergeld. Ein bargeldloser Zahlungsverkehr entstand. Trotz der allgemeinen Akzeptanz, ist Giralgeld bis heute kein gesetzliches Zahlungsmittel.

Elektronisches Geld

Im 20. Jahrhundert wurde mit der Digitalisierung, das elektronische Geld etabliert. Die neuen Spieler auf dem Markt heißen ab nun Kredit-, EC-, oder Geldkarte. Mit der Ausbreitung des Internets entwickelte sich das E-Payment, das Onlinebanking und das Mobile Payment. Heutzutage ist der Großteil des Geldes, nicht mehr in Form von Scheinen oder Münzen vorhanden, sondern ist als elektronisches Guthaben auf den Bankkonten hinterlegt. Mit der Entwicklung des elektronischen Bezahlens, sinkt jährlich die Nutzung des Bargeldes (Rosenberger, 2018, S. 6ff).

Der Goldstandard

Wird Papiergeld in einer Volkswirtschaft mit Gold hinterlegt, liegt ein Goldstandard vor. Bei einem Goldstandard sind die staatlich ausgegebenen Scheine ganz oder zu einem festgeschriebenen Prozentsatz durch Edelmetalle, in der Regel, Gold gedeckt. In Deutschlands betrug im Jahre 1914 die Golddeckung des Geldes ein Drittel und in Amerika lag die Golddeckung bei 40%. Durch den Goldstandard bleibt ein Geldwert stabil. Denn die Ausweitung des Geldvolumens, ist nur bei Erhöhung der Goldmenge möglich, da eine Pflicht zum Umtausch von Geld in Gold vorliegt. Durch die steigenden Kosten, die durch die Finanzierung des Vietnamkrieges entstanden, brachte Amerika mehr Scheine in Umlauf, als durch Gold gedeckt wurde. Als Frankreich von Amerika die Einlösung ihrer Dollarbestände in Gold forderte, hob die US-Regierung im Jahr 1971 den Goldstandard auf. Seitdem liegen flexible Wechselkurse auf dem Markt vor.

Eine Rückkehr zum Goldstandard, ist unter Betrachtung der vorhandenen Geldmenge, sowie Goldmenge, in einem modernen Geldsystem nicht vorstellbar. Durch das begrenzte Edelmetall würde Gold einen unrealistisch hohen Wert erreichen und die Preise würden langfristig zunehmen (Weber, 2013, S. 12). Unteranderem würde ein Goldstandard, durch das begrenzte Goldvorkommen, die Ausbreitung der Geldmenge und das Wirtschaftswachstum begrenzen (Weber,2013, S. 10ff.).

2.3 Eigenschaften des Geldes

Damit sich ein Gut im Zahlungsverkehr als Geld eignet, müssen fünf bestimmte Eigenschaften erfüllt sein. Um auch kleinere Beträge zu bezahlen, zählt das Merkmal der Teilbarkeit zu einem dieser Eigenschaften. Weitere Merkmale sind die Haltbarkeit, damit es die Wertaufbewahrungsfunktion erfüllen kann, sowie die Transportierbarkeit damit auch Zahlungen von größeren Distanzen möglich werden. Unteranderem darf es nicht leicht austauschbar und kopierbar sein, um Fälschungen vorzubeugen. Abschließend muss eine gewisse Knappheit des Geldes vorliegen um vor einem Wertverfall zu schützen. Letzten Endes haben sich in der Geschichte des Geldes Goldmünze durchgesetzt, die diese Eigenschaften besitzen (Herger, 2015, S. 63).

2.4 Die Funktion des Geldes

Um die Frage zu beantworten, was Geld tatsächlich ist, muss die Funktion betrachtet werden, die es in der Wirtschaft und auch für die Wirtschaft übernimmt. Geld umfasst sämtliche Vermögenswerte, die zur Durchführung von Transaktionen akzeptiert sind und einen direkten einlösbaren Anspruch auf die Produkte in einer Wirtschaft erlaubt (Herger, 2016, S. 56).

Es gibt insgesamt drei Funktionen des Geldes. Diese sind die Tauschmittel - oder Zahlungsmittelfunktion sowie die Wertaufbewahrungsmittel - und die Recheneinheitsfunktion. Die wichtigste Funktion des Geldes ist die Tauschmittelfunktion, diese ist auch gleichzeitig Definitionsmerkmal des Geldes. Nur wenn das Geld allgemein und jeder Zeit akzeptiert wird, kann es im Zahlungsverkehr zur Bezahlung von Gütern und Dienstleistungen und zur Erfüllung von Verbindlichkeiten eingesetzt werden (Beßler, Heinrich und Utecht, 2002, S. 452).

In der Geschichte des Geldes ist es bereits vorgekommen, dass dieser Funktionenmerkmale nicht gleichzeitig gegeben waren. Zu der Zeit des Ersten Weltkrieges und der großen Deutschen Inflation wurde die Mark Zahlungsmittel, der Dollar zur Recheneinheit und fremde Währungen oder Sachwerte zum Wertaufbewahrungsmittel. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor die Deutsche Mark die allgemeine Tauschmittelfunktion und wurde zeitweise im privaten Bereich und auf dem Schwarzmarkt, durch eine Zigarettenwährung abgelöst (Beßler et al, 2002, S. 454).

Die Tausch- und Zahlungsmittelfunktion

In unserer bestehenden, arbeitsteiligen Wirtschaft erfolgt die Produktion nicht ausschließlich für den eigenen Bedarf. Vielmehr werden vermehrt, Güter und Dienstleistungen konsumiert, die von Dritten erstellt werden (Beßeler et. al., 2002, S. 453). Die Vorstellung eines Realtausches (Ware gegen Ware) wäre durchaus denkbar. Jedoch konnte sich diese Methode in der Praxis nicht durchsetzen, weil sie einen hohen zeitlichen Aufwand bedarf, um eine doppelte Koinzidenz der Bedürfnisse zu erhalten (Herger, 2016, S. 62). Besonders durch die Globalisierung und die Millionen internationalen Wirtschaftseinheiten – ließe sich ein Naturaltausch nicht mehr durchführen.

Jedoch kann der Tausch von Gütern und Dienstleistungen ohne Schwierigkeiten stattfinden, wenn sich die Tauschpartner einem allgemein akzeptierten Tauschmittel bedienen. Ein wechselseitiger Austausch wird ermöglicht und sämtliche Transaktionen können über dieses Mittel abgewickelt werden. Dies verkürzt die Zeit der Tauschvorgänge, sowie das Finden eines geeigneten Tauschpartners (Arnold und Geiger, 2007, S. 183). Somit wird Mithilfe von Geld, der Austausch von Gütern und Dienstleistungen vereinfacht und eine Wohlstandsverbesserung geschaffen (Rosenberger, 2018, S. 6).

Die Wertaufbewahrungsfunktion

Durch die Wertaufbewahrungsfunktion, lässt sich der Kauf- und der Verkaufsakt zeitlich trennen und der Kaufprozess in zwei getrennte Vorgänge zerlegen. Wirtschaftsteilnehmer müssen das erworbene Geld nicht sofort ausgeben, sondern können es eine gewisse Zeit halten. Das Geld speichert somit die erbrachte Leistung. Mittels der Wertaufbewahrungsfunktion lagert es, in einer funktionierenden Geldwirtschaft, die Kaufkraft bei Kauf von Gütern und Dienstleistungen und kann diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder eintauschen. Ohne Wertaufbewahrungsfunktion wäre das Geld nicht als Zahlungsmittel akzeptierbar. Der Wert einer Währung sollte stabil sein, damit dieser Zahlungsmethode vertraut wird. Denn bei einer Währung ohne Wertstabilität, würden die Wirtschaftsteilnehmer versuchen ihr Geld schnellstmöglich wieder zu verkaufen, um Wertverluste zu vermeiden (Herger, 2016, S. 59 f.).

Die Recheneinheitsfunktion

Geld erfüllt die Rolle der allgemeinen Recheneinheit. Durch diese Funktion werden die Tauschwerte aller Güter in Geldeinheiten, beispielsweise in Euro oder Dollar ausgedrückt. Sämtliche Werte der Volkswirtschaft, werden dadurch addierbar und unmittelbar vergleichbar gemacht. Es ist nicht mehr notwendig zu wissen, wieviel Äpfel für ein Brot aufgewendet werden müssen, es genügt die Marktpreise der einzelnen Güter zu kennen und diese miteinander zu vergleichen. Ein Preisvergleich wird möglich. (Weber, 2013, S. 6). Für eine vollständige Recheneinheitsfunktion, müssen zusätzlich die Eigenschaft der praktikablen Teilbarkeit sowie der ausreichenden Einheiten vorliegen (Kerscher, 2014, S. 25).

2.5 Arten der Währungen

Der grundlegendste Unterschied zwischen Fiatgeld und digitale Währung ist der Ansatz der Erschaffung der Geldarten.

2.5.1 Fiatgeld

Das Fiatgeld bezeichnet in der Volkswirtschaft, Geld das ohne ein Edelmetall gedeckt ist. Es besitzt somit keinen inneren Wert und wird als Nominalgeld verstanden. Die Geldmenge, die in Umlauf gebracht werden kann, wird dadurch nicht durch ein bestimmtes Metall, wie Gold begrenzt. Der Begriff Fiatgeld ist abgeleitet von dem lateinischen Wort "fiat" ("es werde oder es geschehe"). Es kennzeichnet das ein gesetzgebendes Organ eines Staates, mit Beschluss bestimmt, welche Form von Geld als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptiert wird. Zentralbanken sind zuständig für die Herausgabe und Verwaltung einer gesetzlichen Währung. Zum Fiatgeld zählen beispielsweise der Euro, der Dollar und der Pfund (Bundesbank, o.D., S.1). Eine der Hauptaufgabe der Zentralbank ist es eine Preisstabilität zu gewährleisten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen bei Währungskursschwankungen.

2.5.2 Digitale Währungen

Die nächste Entwicklung im Bereich des Geldwesens, ist die Kryptowährung, auch digitale Währung genannt. Damit wurde die abstrakteste Form des Geldes erreicht. Der Begriff Kryptowährung setzt sich zusammen aus dem Wort ,,Kryptografie’’, das sich mit der Wissenschaft der Verschlüsselung von Informationen befasst und dem Begriff ,,Währung’’. Zusammenfassend wird die Erschaffung einer Währung unter dem Prinzip der Verschlüsselung verstanden (Rosenberger, 2018, S. 48).

Die Kryptowährungen sind ausschließlich in digitaler Form erhältlich und haben folgende Merkmale:

- Ausschließlich geeignet für bargeldlose Transaktionen im Netz
- Unabhängig von Behörden oder Staaten
- Dezentral gehandelt
- Keine Deckung durch Metalle oder werthaltige Elemente
- Erzeugung ist geregelt durch mathematische Prozesse
- Verschlüsselt
- Kryptografische Transaktionsprotokolle gewährleisten Sicherheit

Eines der Hauptmerkmale der Kryptowährungen ist, dass die Geldsteuerung nicht durch eine zentrale Notenbank erfolgt, sondern das die Geldsteuerung und -erschaffung der Kryptowährung, über ein dezentrales Netzwerk gelenkt wird. Mit Hilfe der dahinterstehenden Technologie, der Blockchain, werden die menschlichen Vermittlungsaktivitäten ersetzt. Eine dritte Partei, in Form einer Bank, wird somit nicht mehr benötigt. Rechenleistungen und mathematische Algorithmen, substituieren das Vertrauen in die Kryptowährung.

Die gesamte Marktkapitalisierung der Kryptowährungen liegt bei €240.989.581.945 (Stand 27.05.2019). Den größten Anteil besitzt der Bitcoin mit 57,4% (CoinMarketCap, 2019). Im Gesamten gibt es über 4.793 Kryptowährungen und 378 registrierte Handelsplätze (Stand 01.06.2019) und die Tendenz ist steigend (btc-echo, 2019b). Jedoch versteht sich eine große Anzahl nicht als Währung, vielmehr dienen die digitale Münzen der Finanzierung einer Organisation oder werden wie eine Aktie als Unternehmensbeteiligung gehalten. Nur ein geringer Anteil der Kryptowährungen, steht in direkter Konkurrenz mit den einzelnen Fiatwährungen, um diese zu ergänzen oder zu ersetzen (Rosenberger, 2018, S. 48).

3 Grundlangen der Kryptowährung

In diesem Kapitel erfolgt eine nähere Betrachtung des Bitcoins. Grundlegende Merkmale werden erläutert und die Nutzung und Erschaffung der Währung betrachtet. Technologische Aspekte und die Funktionsweisen werden veranschaulicht, sowie die Möglichkeiten der Aufbewahrung werden erklärt.

3.1 Entstehung

Die erste und bekannteste Kryptowährung ist der Bitcoin. Der Erfinder ist Satoshi Nakamoto. Bis heute ist nicht bekannt, wer sich hinter dem Pseudonym befindet. Ob es sich um eine einzelne Person oder eine Gruppe von Personen handelt, lässt sich nicht identifizieren. Bitcoin bezeichnet zu einem, das komplette Währungssystem, das aus einem weltweiten Netzwerk von Benutzern besteht und zum anderen, die darin zugehörigen einzelnen Währungseinheiten. Der Name Bitcoin leitet sich von dem englischen Begriffen ''Bit'' für die kleinste Maßeinheit einer Datenmenge und dem englischen Wort ''Coin'' für Münze ab. Die inoffiziell verwendete Abkürzung des Bitcoins ist BTC. Wohingegen bei anderen Währungen Münzen und Scheine ausgeben werden, besteht der Bitcoin nur aus Datenblöcke. Die Technologie hinter Bitcoin ist die Blockchain. Auf ihrer Basis, wird durch Verschlüsselung und der dezentralen Speicherung von Transaktionen, ein hoher Sicherheitsstandard gewährleistet (Pielke ,2018, S. 3).

Das Ziel des Bitcoins ist es, eine nichtstaatlich kontrollierte Ersatzwährung mit begrenzter Geldmenge zu erschaffen. Diese Währung ist, wie auch das Fiatgeld, nicht durch Gold oder andere werthaltige Gegenstände gedeckt (Kerscher, 2013, S. 15). Um das Ziel einer dezentralen Währung zu erreichen, wurde die Internetökonomie mit der Geldwirtschaft verzahnt und dadurch ein direkter Austausch im Bitcoin Netzwerk ermöglicht (Meisner, 2017, S. 166). Das Bitcoin-Netzwerk wird gebildet durch alle Teilnehmer, die sich die Bitcoin-Client- Software herunterladen. Die digitale Währung unterliegt keiner Kontrolle einer Regierung oder Behörde und es gibt keinen zentralen Server, der Bitcoin verwaltet und auch keine Firma die diese betreut oder herausgibt (Kerscher,2014, S. 10f.). Mithilfe des Bitcoins wird ein dezentrales Ökosystem geschaffen, das es ermöglicht Währungseinheiten ,,peer-to-peer’’ zu transferieren. Das bedeutet, das Transaktionen direkt von Teilnehmer zu Teilnehmer stattfinden, ohne eine vertrauenswürdige dritte Kontrollinstanz zu kontaktieren (Rosenberger,2018, S. 9). Eine direkte und weltweite Überweisung wird damit problemlos möglich.

Die Limitation auf 21 Millionen Bitcoins

Der Bitcoin ist auf eine Ausschüttungsmenge von 21 Millionen begrenzt. Diese Marke dient als Inflationsschutz und bewahrt das Bitcoin-Netz vor unkontrolliertem erstellen neuer Bitcoins. Die Menge der ausgeschütteten Bitcoins halbiert sich alle 210.000 Blöcken, das entspricht in etwa alle vier Jahre. Die Bitcoin-Produktion wird somit, nach Berechnung, im Jahr 2140 enden. Aktuell befinden sich 17.724.200 Bitcoins (Stand 30.05.2019) im Umlauf. Jedoch wird davon ausgegangen, dass ca. 30% durch falsche private Schlüssel oder Festplattenabstürze verloren gegangen sind (Blockchain.com, 2019a).

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Krypotwährungen. Das Zahlungsmittel der Zukunft?
Untertitel
Hat Bitcoin das Potenzial konventionelle Währungen abzulösen?
Hochschule
European Management School (EMS)
Note
1,8
Autor
Jahr
2019
Seiten
34
Katalognummer
V498498
ISBN (eBook)
9783346014399
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kryptowährungen, Krypto, digitale Währungen, Bitcoin, BTC, konventionelle Währungen, Fiatgeld, Zahlungsmittel
Arbeit zitieren
Paulina Pietrzak (Autor), 2019, Krypotwährungen. Das Zahlungsmittel der Zukunft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498498

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Krypotwährungen. Das Zahlungsmittel der Zukunft?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden