Die Arbeit beschäftigt sich mit der Pferdemalerei in der Tang-Dynastie. Es wird untersucht, wie es zu der unglaublichen Popularität des Pferdes im alten China gekommen ist und warum dies in der Tang-Dynastie zu der Etablierung des Pferdes in der malerischen Kunst als ein eigenständiges Genre führte.
Das Pferd spielt in der Geschichte Chinas sowie in der Literatur und der Mythologie seit jeher eine zentrale Rolle. Es war bereits lange Zeit ein Symbol für Macht und Ansehen bevor es sich in der Tang-Dynastie (618-907 n. Chr.) auch in der bildlichen Kunst als eigenständiges und vor allem beliebtes Thema etablierte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Taizong-Kaiser und seine sechs Pferde
3. Physiognomie der Pferde
4. Die Maler und ihre Werke
4.1. Cao Ba (曹霸)
4.2. Han Gan (韓幹)
4.3. Li Gonglin (李公麟)
4.4. Zhao Mengfu (趙孟頫)
5. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die historische Bedeutung des Pferdes in China und analysiert, warum sich das Pferd in der Tang-Zeit als eigenständiges und beliebtes Motiv in der chinesischen Malerei etablieren konnte. Dabei werden sowohl die symbolische Rolle des Tieres als auch die künstlerische Entwicklung der Pferdedarstellung über verschiedene Dynastien hinweg betrachtet.
- Die symbolische und militärische Bedeutung des Pferdes für das chinesische Kaiserreich.
- Die Rolle des Taizong-Kaisers und die Verewigung seiner Pferde in der Kunst.
- Die pseudo-wissenschaftliche Lehre der Pferdephysiognomie (xiangma) und ihr Einfluss auf die Malerei.
- Die Analyse bedeutender Pferdemaler wie Han Gan, Li Gonglin und Zhao Mengfu.
- Die Entwicklung und stilistische Transformation des Pferde-Motivs im Laufe der chinesischen Kunstgeschichte.
Auszug aus dem Buch
2. Der Taizong-Kaiser und seine sechs Pferde
Der zweite Kaiser der Tang-Zeit und der als der eigentliche Gründer dieser Dynastie geltende, war Li Shimin. Er ging später unter dem Namen Taizong-Kaiser in die Geschichte Chinas ein. Bereits während der Herrschaft seines Vaters erlangte er wichtige militärische Siege, die die neu gegründete Dynastie festigten.
Er wurde 626 n.Chr. schließlich selbst zum Kaiser ernannt und regierte das Land 23 Jahre lang. Während seiner Regentschaft wuchs China zu einer großen Streitmacht heran und er setzte den Grundstein für eine glorreiche und blühende Dynastie.
Seine größten Siege ließ er zusammen mit den Reitrössern, auf denen er in die jeweilige Schlacht ritt, auf Steinreliefs verewigen, die sein Mausoleum verzierten. Je drei Reliefs an der östlichen und an der westlichen Seite. Diese vielleicht weltweit einzigartigen Steinbilder sind Zeugnisse seiner großen Siege, aber vor allem sind sie Lobpreisungen vom Taizong-Kaiser selbst an seine geliebten Pferde.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel erläutert die zentrale Bedeutung des Pferdes in der chinesischen Geschichte, Mythologie und Literatur sowie dessen Aufstieg zum beliebten Bildmotiv.
2. Der Taizong-Kaiser und seine sechs Pferde: Hier wird die historische Rolle von Kaiser Taizong beleuchtet und die Bedeutung seiner sechs Lieblingspferde analysiert, die als Reliefs sein Mausoleum schmückten.
3. Physiognomie der Pferde: Dieses Kapitel behandelt die Lehre des xiangma, einer pseudo-wissenschaftlichen Methode zur Beurteilung von Pferden, die maßgeblichen Einfluss auf die künstlerische Darstellung nahm.
4. Die Maler und ihre Werke: Eine detaillierte Betrachtung prominenter Künstler wie Cao Ba, Han Gan, Li Gonglin und Zhao Mengfu und deren individueller Herangehensweise an das Sujet.
5. Ausblick: Ein kurzer Rückblick auf die Entwicklung nach der Yuan-Dynastie und die anhaltende Faszination für das Motiv des Pferdes in der Kunst.
Schlüsselwörter
Pferdemalerei, Tang-Zeit, Taizong-Kaiser, xiangma, Han Gan, Li Gonglin, Zhao Mengfu, Steinreliefs, chinesische Kunstgeschichte, Reitpferd, Symbolik, Pferdephysiognomie, Tuschemalerei, künstlerische Tradition, Kaiserliche Pferde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Etablierung des Pferdes als eigenständiges Motiv in der chinesischen Malerei, insbesondere ausgehend von der Tang-Dynastie.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Bedeutung des Pferdes, der Theorie der Pferdephysiognomie und der Analyse bedeutender Pferdemaler der chinesischen Geschichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Ursprung der Popularität des Pferdes in China zu erläutern und nachzuvollziehen, warum es zu einem der prägenden Genres der chinesischen Kunst wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine kunsthistorische Untersuchung, die Primärquellen sowie wissenschaftliche Fachliteratur zur chinesischen Kunstgeschichte analysiert.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Pferdebeurteilung (xiangma) die spezifischen Stile und Werke der Künstler Han Gan, Li Gonglin und Zhao Mengfu untersucht.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Begriffe wie Pferdemalerei, Tang-Zeit, Kaiser Taizong, xiangma und die genannten Künstlernamen beschreiben den Kern der Arbeit am präzisesten.
Warum spielt die Pferdephysiognomie (xiangma) eine so große Rolle für die Maler?
Die Maler nutzten diese Lehre, um ästhetische Ideale des "guten Pferdes" auf ihre Tierporträts zu übertragen und diese somit nicht nur anatomisch, sondern auch symbolisch aufzuladen.
Welche Bedeutung hatten die Steinreliefs von Kaiser Taizong?
Die Reliefs dienten nicht nur als monumentale Lobpreisung der militärischen Erfolge des Kaisers, sondern etablierten auch eine neue Tradition der individuellen Pferdedarstellung, bei der Mensch und Tier als gleichwertig betrachtet wurden.
- Arbeit zitieren
- Sonja Ludwig (Autor:in), 2008, Pferdemalerei in der Tang-Dynastie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498555