Die Geburtsgeschichten von Jesus, Buddha und Krishna im Vergleich und ihre Intentionen


Hausarbeit, 2003
22 Seiten, Note: gut
Anonym

Leseprobe

1. Einleitung

2. Die Quellen der Geburtsgeschichten

3. Drei Weltreligionen – Entstehung und ihre Lehren
- Christentum
- Buddhismus
- Hinduismus

4. Die Geburtsgeschichten
- Jesus
- Buddha
- Krishna

5. Die Geburtsgeschichten im Vergleich

6. Schlussfolgerungen

7. Literaturverzeichnis

Einleitung

Bei dieser Hausarbeit soll der Versuch gemacht werden, die drei Weltreligionen Christentum, Buddhismus und Hinduismus hinsichtlich der Geburtsgeschichten ihrer Stifter bzw. Gründer darzustellen.

Durch den Vergleich derselben will ich auftretende Gemeinsamkeiten und besondere Unterschiede herausarbeiten und darstellen.

Um diese Aufgabenstellung zu erfüllen, erscheint es mir wichtig, vor der Darstellung, dem Vergleich der drei Geburtsgeschichten und dem Herausarbeiten ihrer Intensionen deren Quellen aufzuzeigen.

Ebenso trägt die Darstellung der grundlegenden Lehren dieser drei Weltreligionen zum besseren Verständnis bei.

Im Anschluss daran gehe ich dann ausführlich auf die jeweiligen Geburtsgeschichten ein und vergleiche sie miteinander.

Zum Ende ziehe ich dann mein Fazit aus dieser Hausarbeit.

Die Quellen der Geburtsgeschichten

Die Verschriftlichung der Jesus Überlieferung erfolgte verhältnismäßig schnell. Weniger als 80 Jahre nach dem Tod Jesu fand im 2. Petrusbrief die erste Abfassung statt.

Schon im 4. Jahrzehnt nach Jesu Tod bestand ein ausgesprochenes Bedürfnis sein Wirken und seine Verkündigung schriftlich zu sichern.[1]

Die Evangelisten Markus, Matthäus und vor allem Lukas hielten in Biographie ähnlichen Berichten die christliche Verkündigung fest. Mit dem Ziel, dass die Kirche das Wirken Jesu, seine Taten und sein Sterben als bleibende Basis für ihre Arbeit betrachteten. Diese Arbeit bestand in der Weiterverkündung des Niedergeschriebenen. Die Geburtsgeschichte Jesu bildet bei Matthäus und Lukas den Anfang ihrer Berichte. Bei allen drei Verfassern kam deutlich zum Ausdruck, dass die konkreten Umstände des Wirkens Jesu, seine Taten und sein Sterben für die Kirche grundlegend

sind. Verkündigung und die Lehre der Kirche stellten somit eine exklusive Bindung an die Person Jesu und sein Leben dar.[2]

Ganz anders verlief die Entwicklung im Buddhismus. Es dauerte mehrere Jahrhunderte, um die Überlieferung zu verschriftlichen. Im Gegensatz zum Christentum stand nicht das Leben des Buddhas am Anfang und im Zentrum der Texte. Eine eigentliche Buddhabiographie wurde erst Jahrhunderte nach seinem Tod verfasst.[3] Dies geschah meist in buddhistischen Schulen, die sich nach seinem Tod herausgebildet hatten.

Viele von ihnen haben eine eigene Sammlung von kanonischen Texten in verschiedenen Sprachen zusammengestellt. Dies war ein sehr heterogener Prozess.[4]

Das älteste erhaltene Werk der Hindi-Literatur ist Prithiradsch-rasau des Tschand Bardai von Delhi aus dem 12 Jahrhundert nach Christus, in dem er die Taten seines Königs besang. Der bedeutendste Teil der Hindi-Literatur ist religiöse Dichtung.

Diese Werke verschiedenster Verfasser entstanden alle im 15., 16. und 17. Jahrhundert. Darin wird das Wirken der höchsten Götter geschildert.[5]

Drei Weltreligionen – Entstehung und ihre Lehren

Christentum

Im Spätjudentum entstand der christliche Glauben, der sich auf Jesus von Nazareth als ihren Stifter und Erlöser (Christus) beruft. Im Christentum herrscht Gott als Dreieinigkeit: Gott wird Mensch durch Jesus und durchdringt als Heiliger Geist die Kirche. Dieser Dreieinige Gott ist Anfang und Ziel des Glaubens. Religiöse Amtsträger wie Priester und Pfarrer sind die Vermittler zwischen Gott und Mensch. Ihre Aufgabe ist es einerseits den Glauben zu verkündigen, aber andererseits auch die Kirchen zu leiten und zu verwalten. Im Laufe der Jahrtausende bildeten sich unterschiedliche Glaubensinhalte heraus. Es bestehen die orthodoxen Kirchen, sowie die katholische und die protestantische nebeneinander.

Buddhismus

Der Buddhismus ist eine von Buddha im sechsten Jahrhundert vor Chr. im heutigen Vorderindien gegründete Erlösungsreligion.[6]

Er war eine Reformbewegung, die eine Wandlung der alten brahmanischen Kultur Indiens anstrebte. Buddha lehnte das Kastensystem und damit die Herrschaftsvorrechte der Brahmanen sowie die Autorität des Weda ab.[7] Dabei blieb Buddha immer tolerant, er versuchte auf friedlichem, missionarischem Wege, andere Glaubensformen für seine eigene zu gewinnen.

Die Grundgedanken des Buddhismus sind in der ersten Lehrrede Buddhas festgehalten. Im Zentrum dieser Lehre steht der Gedanke vom Karma, dem Weiterwirken der Taten in verschiedenen Reinkarnationen.[8] Damit eng verbunden ist die Meditation. Nur durch sie kann sich der Mensch aus dem Kreislauf der Weiterverkörperungen befreien.

Und so Heilsziel, das Erreichen des Nirwana erlangen. Das Nirwana stellt einen Zustand dar, indem der Mensch vollkommen losgelöst von der irdischen Welt ist.[9] Neben Buddha wurden Bodhisattvas verehrt. Dies sind zukünftige Buddhas, die die letzte Stufe zur vollkommenen Buddhaschaft noch nicht erreicht haben. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen auf ihrem Weg zur Erleuchtung zu helfen. Bei der Verbreitung im gesamten asiatischen Raum war der Zustand der Erlösung, den Buddha durch die Erleuchtung gewann, auch für seine Jünger das Ziel ihres religiösen Bemühens.

Nach späterer buddhistischer Lehre, gibt es nach jeder Weltperiode einen Buddha, so dass der historische Buddha nur ein Buddha in einer langen Reihe von Welterleuchtern ist. Sie alle erlangen die höchste Erkenntnis aus eigener Kraft.

Hinduismus

Der Hinduismus entstand im ersten Jahrtausend vor Christus und ist eine historisch gewachsene Religion. Es gibt keine einheitliche Lehre, sondern er besteht aus einer Sammlung von religiösen und ethischen Anschauungen. Dabei ist er primär eine soziologische Bezeichnung des Lebens innerhalb des indischen Kastensystems.[10]

Er beruht auf der Anschauung, dass alle Lebewesen, in dieser in ständigem Entstehen und Vergehen begriffenen Welt eine große Stufenleiter bilden, die bei den Pflanzen beginnt und bei den höchsten Göttern endet. Die Menschen sind dabei gewissermaßen das Mittelstück dieser Stufenleiter. Dieses absolute Prinzip beinhaltet die Reinkarnationen.[11] Jede Tat (Karma) ist bedeutsam und zeigt Folgen. Eine ursprüngliche und ewige Ordnung (Dharma) steht hinter allem. Diese darf um der göttlichen Harmonie wegen nicht gestört werden. Darin hat auch die stark traditionalisierte Gesellschaftsordnung (Kastenzugehörigkeit) ihre Grundlage.

Der Hinduismus hat im Gegensatz zu anderen Religionen keinen Stifter und besitzt keine allgemein verbindliche Dogmatik. Er ist die „ewige“ Religion, die durch heilige Männer immer wieder in neuen Formen verkündet wird. Im Hinduismus sind allein die Zugehörigkeit zu einer von ihm anerkannten Kaste und die Anerkennung der Weda

(Offenbarung) maßgebend. Da jedes Individuum von Geburt an einer Kaste angehört und nicht aus einer in eine andere übergehen kann, können Einzelpersonen nicht in den Hinduismus eintreten. An der Spitze aller Kasten steht die der Brahmanen, ein erblicher Priesteradel. Dieser ist der Hüter des Weda.[12]

Somit kennt der Hinduismus auch keine kirchenähnlichen Organisationsstrukturen. Seine religiöse Praxis ist vielfältig: Es gibt die Verehrung des göttlichen Einen, genannt Brahma, ebenso wie die Verehrung einer unüberschaubaren Zahl anderer Götter.[13]

[...]


[1] Vgl: Ulrich Luz und Axel Michaels (Hrsg): Jesus oder Buddha-Leben und Lehre im Vergleich Verlag C. H. Beck 2002, S. 32

[2] Vgl: Ulrich Luz und Axel Michaels (Hrsg): Jesus oder Buddha-Leben und Lehre im Vergleich Verlag C. H. Beck 2002, S. 32

[3] Vgl: Ulrich Luz und Axel Michaels (Hrsg): Jesus oder Buddha-Leben und Lehre im Vergleich Verlag C. H. Beck 2002, S. 16

[4] Vgl: Ulrich Luz und Axel Michaels (Hrsg): Jesus oder Buddha-Leben und Lehre im Vergleich Verlag C. H. Beck 2002, S. 17

[5] Vgl: http://www-user.tu-chemnitz.de/~pad/projekte/hinduismus/hinduismus.html

[6] Vgl: Bockhaus: Enzyklopädie, Band 3 Wiesbaden 1967, S. 412

[7] Vgl: Bockhaus: Enzyklopädie, Band 3 Wiesbaden 1967, S. 412/413

[8] Vgl: Bockhaus: Enzyklopädie, Band 3Wiesbaden 1967, S. 412/313

[9] Vgl: Ulrich Luz und Axel Michaels (Hrsg): Jesus oder Buddha-Leben und Lehre im Vergleich Verlag C. H. Beck 2002, S. 59, 70/71

[10] Vgl: http://www-user.tu-chemnitz.de/~pad/projekte/hinduismus/hinduismus.html

[11] Vgl: http://www-user.tu-chemnitz.de/~pad/projekte/hinduismus/hinduismus.html

[12] Vgl: http://www-user.tu-chemnitz.de/~pad/projekte/hinduismus/hinduismus.html

[13] Vgl: http://www-user.tu-chemnitz.de/~pad/projekte/hinduismus/hinduismus.html

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die Geburtsgeschichten von Jesus, Buddha und Krishna im Vergleich und ihre Intentionen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Ev. Theologie)
Veranstaltung
Einführung in die Religionswissenschaft
Note
gut
Jahr
2003
Seiten
22
Katalognummer
V49860
ISBN (eBook)
9783638462105
Dateigröße
543 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geburtsgeschichten, Jesus, Buddha, Krishna, Vergleich, Intentionen, Einführung, Religionswissenschaft
Arbeit zitieren
Anonym, 2003, Die Geburtsgeschichten von Jesus, Buddha und Krishna im Vergleich und ihre Intentionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49860

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