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Kants Ethikotheologie. Eine plausible Alternative zur Physikotheologie?

Titel: Kants Ethikotheologie. Eine plausible Alternative zur Physikotheologie?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 26 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sebastian Lübken (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
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Die Hausarbeit analysiert die kantische Ethikotheologie hinsichtlich ihres Anspruches als rationale Theologie zu gelten. Zugleich werden Kants Ausführungen und seine Kritik zur Physikotheologie präsentiert.

Im Folgenden soll eruiert werden, inwiefern Kants Konzeption einer Ethikotheologie eine vernünftige Alternative zur Physikotheologie bieten kann und wo gegebenenfalls Schwächen in Kants Argumentation liegen. Ehe auf Kants Ethikotheologie eingegangen wird, soll zunächst das Anliegen der Physikotheologen genauer dargestellt werden. Das erste Kapitel beschäftigt sich daher mit den Ursprüngen und den grundlegenden Aussagen der Physikotheologie. Im Anschluss an diese Überlegungen wird die Kritik Kants an der Physikotheologie dargestellt. Hierzu ist es von Nöten, insbesondere die Defizite der theoretischen Gottesbeweise zu verdeutlichen. Ausgehend von der kantischen Kritik an den skizzierten Gottesbeweisen ist es dann möglich, zu seiner Ethikotheologie überzuleiten. Da Kants Ethikotheologie für sich genommen selbst wiederum sehr komplexe Überlegungen beinhaltet, beschäftigt sich das dritte Kapitel intensiv mit seinem Begründungsversuch. Im vierten Kapitel wird geprüft, ob die kantische Ethikotheologie als echte Alternative zur Physikotheologie gelten darf. Wie wir sehen werden, ist auch die Ethikotheologie nicht vor kritischen Einwänden gefeit. Zum Abschluss dieser Arbeit werden die gewonnen Ergebnisse in einem Resümee zusammengefasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Physikotheologie – Begriff, Definition, Ursprung

2. Kants Kritik an der Physikotheologie

3. Kants Konzeption einer Ethikotheologie

4. Kritische Prüfung der kantischen Ethikotheologie

Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Kants Konzeption der Ethikotheologie und prüft, inwiefern sie eine plausible Antwort auf das Scheitern der Physikotheologie sowie der theoretischen Gottesbeweise darstellt und welche Schwächen in Kants Argumentation hinsichtlich der Postulatenlehre liegen.

  • Ursprung und methodische Defizite der Physikotheologie
  • Kants Kritik an den klassischen theoretischen Gottesbeweisen
  • Die Herleitung der Ethikotheologie aus der praktischen Vernunft
  • Die Rolle der Postulate (Dasein Gottes und Unsterblichkeit der Seele)
  • Kritische Analyse der moralischen Notwendigkeit und des höchsten Guts

Auszug aus dem Buch

3. Kants Konzeption einer Ethikotheologie

In den meisten theologischen Systemen stehen sich Physiko- und Ethikotheologie gleichberechtigt gegenüber. Nach dem Scheitern der Physikotheologie bleibt für Kant nur noch die Möglichkeit einer Ethikotheologie bestehen. Mittels der Ethikotheologie sollen die offenen Fragen nach dem Endzweck der Schöpfung, der Unsterblichkeit der Seele und dem wahren Wesen Gottes beantwortet werden. Ihre Blickrichtung wendet sich gen Zukunft, da der Glaube an Gott aus einer moralischen Erwartungshaltung begründet wird. Anders als die Physikotheologie bedient sich die Ethikotheologie der Vernunft nicht im theoretisch-erkennenden Gebrauch. Die Ethikotheologie greift vielmehr das praktisch-moralische Vermögen der Vernunft auf. Argumentativ betrachtet, entwickelt sie sich in zwei Schritten. Zunächst wird der moralische Endzweck der Schöpfung bestimmt. Ausgehend von diesem Endzweck, welcher bei Kant auch als „höchstes Gut“ bezeichnet wird, kann dann das Dasein eines moralischen Welturhebers und einer unsterblichen Seele postuliert werden. Betrachten wir darum, ehe wir auf die nähere Bestimmung Gottes und der Unsterblichkeit der Seele eingehen, zunächst die kantische Antwort über den Endzweck der Welt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel verortet die Gottesfrage in der Philosophiegeschichte und führt in den Übergang von der Physikotheologie zur kantischen Religionsphilosophie ein.

1. Die Physikotheologie – Begriff, Definition, Ursprung: Der Abschnitt erläutert die historische Entstehung der Physikotheologie und ihre methodische Ausrichtung, aus der Naturordnung auf einen Urheber zu schließen.

2. Kants Kritik an der Physikotheologie: Hier wird dargelegt, warum Kant die klassischen theoretischen Gottesbeweise als defizitär einstuft und wie diese letztlich auf den ontologischen Gottesbeweis zurückzuführen sind.

3. Kants Konzeption einer Ethikotheologie: Dieses Kapitel erläutert, wie Kant aus dem moralischen Endzweck der Schöpfung und dem Konzept des höchsten Guts die Notwendigkeit postuliert, an Gott und die Unsterblichkeit der Seele zu glauben.

4. Kritische Prüfung der kantischen Ethikotheologie: Eine Auseinandersetzung mit der Plausibilität von Kants Postulatenlehre, wobei insbesondere die Pflicht zur Annahme dieser Postulate und ihre funktionale Relevanz kritisch hinterfragt werden.

Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht den weiterhin offenen Forschungscharakter von Kants Begriff des Notwendigen.

Schlüsselwörter

Kants Ethikotheologie, Physikotheologie, Gottesbeweis, Kants Kritik der reinen Vernunft, Moralität, höchstes Gut, praktische Vernunft, Postulate, Unsterblichkeit der Seele, moralischer Welturheber, Teleologie, Moraltheologie, Zweckmäßigkeit der Natur, Vernunftglaube, Autonomie der Moral

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Kants kritische Religionsphilosophie, speziell den Übergang von der Physikotheologie hin zu einer auf der Moral basierenden Ethikotheologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Kritik an klassischen Gottesbeweisen, das Konzept der praktischen Vernunft sowie die Begründung von Gott und Unsterblichkeit als notwendige Postulate.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll eruiert werden, ob Kants Ethikotheologie eine vernünftige und plausible Alternative zur physikotheologischen Gottesbegründung darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse, die Kants Argumentationen in der Kritik der reinen und praktischen Vernunft mit Bezug auf zeitgenössische und moderne Forschungsliteratur rekonstruiert und kritisch prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Physikotheologie, die Widerlegung theoretischer Gottesbeweise durch Kant, die positive Bestimmung seiner Ethikotheologie sowie eine anschließende kritische Prüfung der Postulatenlehre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Ethikotheologie, Physikotheologie, höchstes Gut, moralische Autonomie und die Postulate der praktischen Vernunft.

Warum hält Kant die Physikotheologie für gescheitert?

Kant argumentiert, dass die Physikotheologie auf einer unzulässigen Analogie beruht und letztlich, wie andere theoretische Beweise auch, auf den als fehlerhaft erkannten ontologischen Gottesbeweis zurückfällt.

Warum ist das "höchste Gut" für Kant so wichtig?

Das höchste Gut stellt die notwendige Verknüpfung von Moralität und Glückseligkeit dar, welche nach Kant eine moralische Forderung unserer Vernunft ist und erst die Annahme Gottes erforderlich macht.

Was kritisiert die Forschung an Kants Ethikotheologie?

Kritiker wie Peter Rohs bemängeln den starken Pflichtcharakter der Postulate, während andere in Frage stellen, ob Gott und Unsterblichkeit zur Begründung von Moralität überhaupt notwendig sind.

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Details

Titel
Kants Ethikotheologie. Eine plausible Alternative zur Physikotheologie?
Hochschule
Universität Münster  (Philosophisches Seminar)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,7
Autor
Sebastian Lübken (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V498730
ISBN (eBook)
9783346018281
ISBN (Buch)
9783346018298
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kant Ethikotheologie Physikotheologie rational Theologie Gottesbeweise
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Lübken (Autor:in), 2019, Kants Ethikotheologie. Eine plausible Alternative zur Physikotheologie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498730
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Leseprobe aus  26  Seiten
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