"Einführung Europa", Klasse 4, Heimat- und Sachkunde


Unterrichtsentwurf, 2005

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Gliederung

1. Bedingungsanalyse
1.1 Sozial- und Arbeitsverhalten
1.2 Lernvoraussetzungen

2. Fachwissenschaftliche Analyse
2.1 Europa und die EU
2.2 Vorstellung einzelner Länder

3. Didaktische Überlegungen
3.1 Einbettung des Themas in den Gesamtzusammenhang
3.2 Begründung des Themas
3.2.1 Auswahl des Themas Europa
3.2.2 Didaktische Reduktion
3.2.3 Zugänglichkeit
3.2.4 Exemplarität
3.2.5 Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung
3.3 Bezug zum Bildungsplan

4. Methodische Überlegungen
4.1 Phasenfolge und ihre Begründung
4.2 Begründete Auswahl von Lern- und Arbeitstechniken, Medien und Arbeits- und Sozialform
4.2.1 Einsatz von Medien
4.2.2 Einsatz von Arbeits- und Sozialform
4.3 Diskussion von Alternativen
4.4 Differenzierungsmaßnahmen

5. Lernziele

6. Tabellarischer Unterrichtsentwurf

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Bedingungsanalyse

Die Klasse 4b setzt sich aus 9 Jungen und 13 Mädchen zusammen.

1.1 Arbeits- und Sozialverhalten

Die Kinder kennen mich seit Mai 2004 und haben mich von Anfang an als Lehrperson wahrgenommen. In meiner ersten Ausbildungsphase unterrichtete ich die Kinder in einigen Englischstunden. Seit September diesen Jahres habe ich einen dreistündigen Lehrauftrag im Fach HuS in dieser Klasse. Die Schule befindet sich seit dem Schuljahr 2003/2004 innerhalb eines Modellversuches, in dem die Fächer Bk, TW, Musik und HuS zum Fächerverbund NuK zusammengeschlossen sind. Dieser Modellversuch sollte den neuen Fächerverbund MeNuk des neuen Bildungsplanes austesten, weshalb ich bereits in dieser vierten Klasse fächerübergreifend unterrichte und Merkmale von MeNuk in meinen Unterricht aufnehme. Da ich jedoch in HuS noch meine Prüfung ablege, werde ich in dieser Unterrichtsstunde meinen Schwerpunkt in diesem Fach legen. Trotzdem beziehe ich Zugänge aus anderen Fächern (Musik und BK) mit ein, um das Thema Europa ganzheitlich erfahren zu lassen.

Die Klasse ist schnell zu motivieren und die meisten Kinder nehmen rege am Unterricht teil. Das Unterrichten macht bei solch einem Interesse von Seiten der Kinder sehr viel Freude.

Stille Kinder wie M., A. oder M. müssen ab und zu aufgefordert werden, sich verbal am Unterrichtsgeschehen zu beteiligen.

S. ist sehr motiviert und möchte seine Gedanken und Ideen am liebsten ständig verbalisieren. Ihn muss man als L. immer wieder an die Klassenregeln (Strecken) erinnern. Außerdem reagiert er oft beleidigt oder gerät in Rage, wenn etwas nicht nach seinem Willen abläuft. Er ist sehr sensibel und kann mit seiner Wut manchmal nicht umgehen, weswegen er teilweise Probleme mit seinen Mitschülern hat. Ich versuche besonders einfühlsam auf seine Gefühle eingehen und ihm die Aufmerksamkeit zu geben, die er braucht.

E., N. und K. sind manchmal verschwätzt, was aber mit einem entsprechenden Hinweis schnell eingestellt wird.

Seit dem zweiten Halbjahr ist C. neu in die Klasse gekommen. Sie ist ein sehr schüchternes Mädchen, das aber weiterentwickelter erscheint als die anderen Mädchen in dieser vierten Klasse. Ich habe das Gefühl, dass sie dadurch Schwierigkeiten hat, den Anschluss an die Klassengemeinschaft zu finden. In der großen Pause sehe ich sie sehr oft mit Mädchen aus der fünften Klasse zusammen und kaum mit ihrer eigenen Klasse.

Alles in allem muss man in dieser Klasse kaum disziplinieren und das Arbeits- und Sozialverhalten der Schüler ist insgesamt hervorragend.

1.2 Lernvoraussetzungen

Wie auch schon in den bisherigen Stunden werde ich auch in dieser Einführungsstunde das Vorwissen und die Interessen der Kinder zu dem neuen Thema innerhalb eines Gesprächs ermitteln, um meine weitere Unterrichtsplanung daraufhin abzustimmen (Vermeidung von Wiederholungen, vertiefte Behandlung ihrer Interessen). Der Sinn und Zweck dieses Vorgehens wurde den Schülern/innen in vorangegangenen Unterrichtsstunden transparent gemacht. So nehmen sie selbst Einfluss auf die kommenden Unterrichtsstunden und fühlen sich ernst genommen.

Die Schüler sind von meinem bisherigen Unterricht freie Formen wie Lerntheke oder Werkstattunterricht gewöhnt. Die offene Unterrichtsform Lernen an Stationen, die ich in dieser Einführungsstunde einsetzen möchte, ist in dieser Form für die Klasse neu. Ich bin mir aber sicher, dass sie die Merkmale anderer bereits bekannter offener Unterrichtsformen auf Lernen an Stationen übertragen können.

Manche Schüler/innen wie M. oder I. sind sehr unselbstständig. Sie kommen oft zu mir und haben Nachfragen. Diesen Kindern hilft es sehr, wenn sie die Sicherheit einer Gruppe hinter sich wissen und so Aufgaben bewältigen können. Deshalb versuche ich meinen Unterricht daraufhin abzustimmen und lasse vieles in Gruppen erarbeiten. Die Kinder in den Gruppen wurden von mir immer wieder darauf hingewiesen, dass jeder beteiligt sein muss und so werden schwächere Kinder mitgezogen, ohne dass sie einfach nur dabei sind und Arbeitsergebnisse ohne eigenes Mitwirken übernehmen.

2. Fachwissenschaftliche Analyse

2.1 Europa und die EU

Wenn man sich mit dem Thema Europa beschäftigt, muss man zwischen der geografischen und der politischen Sicht auf Europa unterscheiden. Geografisch ist Europa nach Australien der zweitkleinste Kontinent, in dem es viele Länder mit vielen unterschiedlichen Sitten, Gebräuchen und Sprachen gibt. Insgesamt leben Menschen aus 45 verschiedenen Ländern in Europa, allerdings leben nicht alle in der Europäischen Union (EU). Die EU ist ein Verbund von derzeit 15 selbstständigen Staaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden und Spanien. Es kann jeder Staat Mitglied der EU werden, der die Grundsätze achtet, die allen EU-Staaten gemeinsam sein müssen: Freiheit, Demokratie, Achtung der Menschenrechte sowie Rechtsstaatlichkeit. Außerdem muss seine Wirtschaftspolitik dem Grundsatz einer offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb folgen. Die EU wird sich aber in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten noch erheblich erweitern. Beitrittsverhandlungen werden mit folgenden Ländern geführt: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Zypern und die Türkei. Die EU hat elf Amtsprachen: Dänisch, Deutsch, Englisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Schwedisch und Spanisch. Daneben gibt es noch weitere Sprachen, wie die Gälische in Irland, das Luxemburgische in Luxemburg und das Samische in Lappland.[1]

2.2 Vorstellung einzelner Länder

Spanien gleidert sich in 17 autonome Regionen. Zu Spanien gehören die Balearen und die Kanarischen Inseln. Madrid ist die Hauptstadt und gleichzeitig die größte Stadt des Landes. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 40 Mill. Die Amtssprache ist Spanisch. Je nach Region wird außerdem Katalanisch, Baskisch oder Gazilisch gesprochen. Die Landwirtschaft ist eine der wesentlichen Stützen des Landes. Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte sind Gerste, Weizen, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Roggen, Hafer, Reis, Trauben, Tomaten und Zwiebeln. Das Land verfügt außerdem über ausgedehnte Weinanbaugebiete sowie über Citrus- und Olivenhaine. Teil einer kulturellen Tradition ist der moderne Stierkampf, der noch erinnert stark an die Stierkämpfe des frühen 18. Jahrhunderts erinnert.

Italien grenzt im Norden an die Schweiz und an Österreich, im Osten an Slowenien und an das Adriatische Meer und im Nordwesten an Frankreich. Die Mittelmeerinseln Elba, Sardinien und Sizilien gehören zum italienischen Staatsgebiet. Das Land gliedert sich in 20 Regionen und 103 Provinzen. Größte Stadt und zugleich Hauptstadt des Landes ist Rom, ein kulturelles sowie auch touristisches Zentrum. Amtssprache von Italien ist Italienisch, regionale Amtssprachen für anerkannte Minderheiten sind unter anderen Deutsch in Südtirol, Französisch in Aostatal. Landwirtschaftlich werden fast 60 Prozent der Landesfläche Italiens genutzt. Italien zählt weltweit zu den führenden Weinproduzenten, und auch in der Herstellung von Oliven und Olivenöl ist Italien international weit vorne. Weitere wichtige Feldfrüchte sind Weizen, Kartoffeln, Tomaten, Zuckerrüben, Mais und Reis; darüber hinaus werden Gerste, Roggen, Artischocken, Pfefferschoten und Wassermelonen angebaut. Überaus bedeutsam für Italien ist der Obstanbau; im Vordergrund stehen dabei Äpfel, Orangen, Feigen und Datteln. Auch die Milchwirtschaft hat einen hohen Stellenwert. Dadurch wird die Herstellung von etwa 50 verschiedenen Käsesorten ermöglicht (Gorgonzola, Mozarella, Pecorino und Parmesan).

Griechenland gliedert sich in 13 Regionen und die Mönchsrepublik Athos. Die Amtssprache ist Neugriechisch. Athen ist die Hauptstadt und zugleich die größte Stadt des Landes. Die Kultur des antiken Griechenlands übte großen Einfluss auf die Entwicklung der westlichen Zivilisation aus. Landwirtschaftlich werden auf Grund von Trockenheit und fortgeschrittener Bodenerosion häufig nur geringe Erträge erzielt. Die gebirgigen Regionen werden überwiegend zur Tierhaltung genutzt. Dabei dominiert die Zucht von Schafen und damit die Milch- und Käseproduktion (Fetakäse).

Frankreich hat 96 Departements in 22 Regionen. Die Hauptstadt von Frankreich ist Paris. Die Amtssprache ist Französisch. Daneben gibt es in einigen Gebieten Regionalsprache wie Bretonisch in der Bretagne, Baskisch und Katalanisch in den Pyrenäen, Provenzalisch in Teilen der Provence, Flämisch in Flandern sowie Deutsch im Elsass und in Lothringen. Der im Elsass gesprochene deutsche Dialekt wird Elsässisch genannt. 33,4 Prozent der gesamten Landesfläche werden ackerbaulich genutzt (1998). Frankreich zählt zu den bedeutendsten Produzenten landwirtschaftlicher Erzeugnisse in Europa und ist auch weltweit einer der größten Exporteure von Agrarprodukten. Es werden vor allem Getreide, Gemüse, Obst, Wein und Tabak angebaut. Der Weinbau ist ein besonders gewinnbringend.

Großbritannien umfasst England, Schottland, Wales und Nordirland (wird auch als Ulster bezeichnet) im nordöstlichen Teil der Insel Irland; der restliche Teil dieser Insel gehört zum unabhängigen Staat Republik Irland. Hauptstadt, Regierungssitz und zugleich größte Stadt Großbritanniens ist London mit ca. 7,1 Millionen Einwohnern. Die Amtssprache Großbritanniens ist Englisch. Als gesprochene Sprache ist das Englische jedoch keineswegs homogen, da es ausgeprägte regionale und lokale Dialekte gibt. Großbritannien ist von der Monarchie geprägt. Der Monarch des Vereinigten Königreiches ist das Staatsoberhaupt. Das Parlament (House of Parliament) im Vereinigten Königreich ist eine der ältesten Volksvertretungen der Welt. Seine Entstehung beginnt bei den englischen Königen des Mittelalters.[2]

3. Didaktische Überlegungen

3.1 Einbettung des Themas in den Gesamtzusammenhang

Im letzten Schulhalbjahr hat sich diese vierte Klasse mit ihrer näheren Umgebung intensiv auseinander gesetzt. In der ersten Unterrichtseinheit bildeten sich die Schüler/Innen zu kleinen Stadtführen aus, indem sie im Vorfeld M. und die nähere Umgebung untersuchten und ein M.-heft zusammenstellten. Dabei beschäftigten sie sich mit der Geschichte von M., ihren Sehenswürdigkeiten, Freizeitaktivitäten usw. Darüber hinaus wurde die Lage ihrer Stadt und die Lage ihres Bundeslandes und Deutschlands auf verschiedenen Karten verständlich gemacht. Danach folgte eine Unterrichtseinheit, die den geschichtlichen Aspekt in ihrer Stadt intensivierte, indem das Mittelalter zum Thema gemacht wurde. Die Schüler/Innen besuchten die Burg und erfuhren, wie Menschen in dieser Zeit lebten.

Nun schließt sich das Thema Europa an, um dem Prinzip vom Nahen zum Fernen gerecht zu werden. Die Kinder sollen nun ihren heimatlichen und vertrauten Bereich verlassen und sich auf eine Reise in fremde Länder und Kulturen begeben. Dafür soll die vorliegende Unterrichtstunde eine Einführung geben. In den folgenden Wochen werde ich mit den Schülern/Innen gemeinsam einige Länder auswählen, die exemplarisch in verschiedenen Themenbereichen (Essen und Trinken, Geographie, Feste und Bräuche, Sprachen, Schule) behandelt werden sollen.

3.2 Begründung des Themas

3.2.1 Auswahl des Themas Europa

Traditionsgemäß wurden Schüler/Innen in der Schule bis zur vierten Klasse insbesondere vor dem historischen Hintergrund der „konzentrischen Kreise“ vom Wohngebiet über den Heimatort bis zum eigenen Bundesland geführt.[3] Den Blick über das eigene Land hinaus zu wagen, wurde oft nur insoweit versucht, dass vor Weihnachten einige Länder herausgegriffen wurden und Feste und Bräuche in diesen Ländern thematisiert wurden.

Dabei ermöglicht die Durchführung des Themas Europa in der Grundschule vielfältige Chancen. Zum einen kann bereits in jungen Jahren eine positive Einstellung zum Zusammenleben mit ausländischen Mitbürgern und Mitbürgerinnen, Toleranz und Respekt angebahnt werden. Kleine Kinder sind im Umgang mit Kindern aus anderen Ländern unbefangener, offener und spontaner. Diese Eigenschaften verlieren sich oft mit Beginn der Pubertät. Der Unterricht in der Grundschule kann an dieser Offenheit im Kindesalter ansetzen, sie wach halten, fördern und ausbauen.

Zum anderen haben Kinder aus ihren bewusst und unbewusst aufgenommenen Einzelerfahrungen ein meist subjektives und unvollständiges Bild von anderen Ländern und Völkern entwickelt. Hier soll der Unterricht ansetzen und das Wissen der Kinder zusammenbringen, teilweise korrigieren und erweitern.[4]

[...]


[1] Microsoft ® Encarta ® Enzyklopädie 2002. 1993-2001 Microsoft Corporation.

[2] Microsoft® Encarta® Professional 2002. © 1993-2001 Microsoft Corporation.

[3] Petra Büker: Europa – (k)ein Thema für die Grundschule. In: Grundschule 4/2001, S.34ff

[4] Petra Büker: Europa – (k)ein Thema für die Grundschule. In: Grundschule 4/2001, S.34ff

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
"Einführung Europa", Klasse 4, Heimat- und Sachkunde
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V49875
ISBN (eBook)
9783638462198
Dateigröße
637 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Unterrichtsentwurf für die Prüfungslehrprobe zur 2. Staatsprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptrschulen in Baden-Württemberg.
Schlagworte
Einführung, Europa, Klasse, Heimat-, Sachkunde
Arbeit zitieren
Karen Bender (Autor), 2005, "Einführung Europa", Klasse 4, Heimat- und Sachkunde, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/49875

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