Selbstwirksamkeitserwartung und chronische Erkankungen. Psychologie des Gesundheitsverhaltens


Einsendeaufgabe, 2019
21 Seiten, Note: 0,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 SELBSTWIRKSAMKEITSERWARTUNG
1.1 Definition von Selbstwirksamkeitserwartung
1.2 Eine Messung der spezifischen Selbstwirksamkeitserwartung zum Thema „gesunde
Ernährung“
1.2.1 Stichprobe
1.2.2 Messinstrument
1.2.3 Ergebnisse
1.2.4 Diskussion
1.3 Vergleich zweier Studien zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung

2 CHRONISCHE ERKRANKUNGEN
2.1 Definition „chronische Erkrankung“
2.2 Statistiken zum Thema chronische Erkrankungen
2.3 Chronischer Schmerz
2.3.1 Definition Schmerz
2.3.2 Der Unterschied zwischen akutem und chronischem Schmerz
2.4 Spezifizierung chronischer Rückenschmerz
2.5 Überblick über aktuelle Daten und Zahlen
2.6 Ursachen und Risikofaktoren
2.7 Prävention und Intervention
2.8 Konsequenzen für eine gesundheitsorientierte Beratung

3 BERATUNGSGESPRÄCH MIT HERRN FISCHER
3.1 Einordnung von Herrn Fischer in das Berliner (Sport-) Stadien-Modell
3.2 Die zu erreichenden gesundheitspsychologischen Ziele im Verlauf der Beratung während der
Intentions- und Zielbildungsphase
3.3 Zu beachtende Aspekte bezüglich der Rolle des Beraters
3.4 Der Gesprächsverlauf, sowie die verwendeten Werkzeuge und methodischen Vorgehensweisen

4 LITERATURVERZEICHNIS

5 ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
5.1 Abbildungsverzeichnis
5.2 Tabellenverzeichnis

1 Selbstwirksamkeitserwartung

1.1 Definition von Selbstwirksamkeitserwartung

Das Konstrukt „Selbstwirksamkeit“ geht zurück auf den kanadischen Psychologen Al- bert Bandura, in dessen Werk „Self-efficacy“ er die Selbstwirksamkeit definiert als

„[…] people’s beliefs about their capabilities to produce designated levels of perfor- mance that exercise influence over events that affect their lives.“ (Bandura, 1994) (dt.: Die Überzeugung eigener Fähigkeiten bestimmte Leistungen erzielen zu können, die sich auf lebensbeeinflussende Ereignisse auswirken). Die tatsächliche Umsetzung des- sen, was ein Mensch sich vornimmt zu tun, ist oft von der Selbstwirksamkeitserwartung abhängig (Barysch, 2016). Selbstwirksamkeit ist ein einzigartiges Konstrukt, welches nicht zu verwechseln ist mit beispielsweise dem Selbstwertgefühl (Luszczynska, Gutiérrez-Dona, & Schwarzer, 2005, S. 81).

1.2 Eine Messung der spezifischen Selbstwirksamkeitserwartung zum Thema „gesunde Ernährung“

Im Folgenden wird die Auswertung einer Befragung von fünf Personen zur Erfassung der spezifischen Selbstwirksamkeitserwartung zum Thema gesunde Ernährung darge- stellt.

1.2.1 Stichprobe

Folgende Personen wurden befragt:

Tabelle 1: Beschreibung der Testpersonen (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2.2 Messinstrument

Verwendet wurde eine Itemanalyse der Skala zur spezifischen Selbstwirksamkeit zur gesunden Ernährung. Diese Skala beinhaltet 18 Fragen, die mit den Antwortmöglichkei- ten „gar nicht sicher“, „eher unsicher“, „teils teils“, „eher sicher“ und „ganz sicher“ be- antwortet werden können, denen jeweils ein Score zwischen eins und fünf zugeordnet wird. Je höher der Score, desto höher die Selbstwirksamkeitserwartung.

1.2.3 Ergebnisse

In der folgenden Darstellung wurden die einzelnen Score jeder Person addiert und an- hand eines Säulendiagramms aufbereitet. Der maximal erreichbare Score und somit die höchste Selbstwirksamkeitserwartung liegt bei 90.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Darstellung der Summenscore der Testpersonen zur Messung der spezifischen Selbst- wirksamkeitserwartung zum Thema „gesunde Ernährung“ (eigene Darstellung)

1.2.4 Diskussion

Im Diagramm ist erkennbar, dass Person zwei mit einem Summenscore von 60 die höchste und Person drei mit einem Score von 45 die geringste Selbstwirksamkeitserwar- tung aufweist. Da die höchste erreichbare Punktzahl 90 beträgt, lässt sich sagen, dass keine der Testpersonen einen Score von unter 50% der maximalen Selbstwirksamkeits- erwartung (Score von 45) aufweist. Auffällig ist hierbei, dass sich bei Person drei und vier ein ähnlich geringer Wert ablesen lässt. Person drei und vier sind mit 56 und 54

Jahren mit deutlichem Abstand älter, als die restlichen Personen mit einem Alter von 22, 19 und 23 Jahren. Zudem sind Person drei und vier Ehepartner. Dies lässt vermuten, dass die beiden Personen entweder ihre Essgewohnheiten (evtl. unbewusst) durch die Ehe aneinander angepasst haben oder, dass die jüngere Generation möglicherweise et- was ernährungsbewusster ist. Um dies sicher sagen zu können, ist die Stichprobe jedoch zu klein und somit nicht aussagekräftig genug. Bezüglich des Geschlechts und der Akti- vität im Berufsleben lassen sich keine signifikanten Differenzen feststellen. Die Ergeb- nisse der männlichen Teilnehmer, welche gleichzeitig die Teilnehmer mit einem aktive- ren Arbeitsalltag darstellen, ergeben einen durchschnittlichen Summenscore von 52, was keinen signifikanten Unterschied zu dem der weiblichen Teilnehmer, welche einer sitzenden beruflichen Tätigkeit nachgehen, mit einem Score von 50 darstellt. Ein weite- res deutliches Ergebnis ergibt der Unterschied zwischen Person zwei und Person drei. Person zwei, welche die sportlich aktivste Testperson ist, erhält den höchsten Summen- score (60), während Person drei, die sportlich inaktivste Person, den geringsten Score (45) aufweist. Somit lässt sich vermuten, dass sich sportliche Aktivität unter anderem auf das Ernährungsbewusstsein auswirkt. Dies bestätigt auch der Vergleich der durch- schnittlichen Werte der aktiven (55,5), der moderat aktiven (50) und des kaum aktiven (45) Teilnehmers.

1.3 Vergleich zweier Studien zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung

In folgender Tabelle werden zwei Studien zum Thema Selbstwirksamkeit dargestellt. Zum einen die Studie „Der Einfluss von Ergebnis- und Selbstwirksamkeitserwartungen auf die Ergebnisse einer Rehabilitation nach Hüftgelenkersatz“ (Dohnke, Müller- Fahrnow, & Knäuper, 2006) und zum anderen die Studie „Selbstwirksamkeitserwartungen und Therapieerfolge bei Patienten mit anhaltender somatoformer Schmerzstörung (ICD-10: F45.4)“ (Schneider & Rief, 2007).

Tabelle 2: Vergleich zweier Studien zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Beide Studien befassen sich mit dem allgemeinen Thema Selbstwirksamkeitserwartung. Dohnke et al. befassen sich eher damit, wie sich die Selbstwirksamkeitserwartung auf die Reha-Ergebnisse auswirken und Schneider & Rief genau umgekehrt, sprich den Ein- fluss der Therapieerfolge / positiven Therapienebeneffekte auf die Selbstwirksamkeits- erwartung. Bei Dohnke et al. wird außer der Selbstwirksamkeit noch die Ergebniserwar- tung erwähnt und mit untersucht, welche bei Schneider & Rief außer Acht gelassen wird. Auffällig ist vor allem die Größe der Stichprobe. Während bei Dohnke et al. 1065 Patienten aus 13 orthopädischen Reha-Kliniken befragt wurden, wurden bei Schneider & Rief lediglich 316 Patienten einer einzigen Klinik befragt, was der ersteren Studie eine deutlich höhere Aussagekraft verleiht. Beide Studien bedienten sich zur Datener- fassung an Fragebögen, mit denen teilweise ähnliche Angaben untersucht wurden, wie zum Beispiel Schmerz bzw. Beschwerden, ADL-Einschränkungen bzw. schmerzbeding- te Behinderung, die Depressivität, die Selbstwirksamkeitserwartung sowie der körperli- che Gesundheitszustand bzw. körperliches Wohlbefinden. Dohnke et al. bezieht zusätz- lich noch Angaben zu behandlungsbezogenen Erfahrungen mit ein, Schneider & Rief hingegen erfassen unter anderem noch Angaben zu Interaktion und Ängsten sowie zur Schmerzverarbeitung. Was die Ergebnisse betrifft sind sich beide Studien einig, dass Selbstwirksamkeitserwartung und Reha- / Therapieergebnisse in einem Kausalzusam- menhang stehen. Des Weiteren beschreiben beide Studien einen Einfluss des psychischen Wohlbefindens bzw. der Depressivität auf die Selbstwirksamkeitserwartung, wo- bei dieser Zusammenhang von Schneider & Rief als „zwar signifikant […] aber gering“ (S. 54) beschrieben wird.

2 Chronische Erkrankungen

2.1 Definition „chronische Erkrankung“

Chronische Krankheiten bilden eine große Herausforderung für das deutsche Gesund- heitssystem (Schaeffer, 2006, S. 192-201). Sie verlaufen langwierig und sind nicht heil- bar (von Aster & Burger, 2005, S. 447). Häufig resultieren aus der eigentlichen Krank- heit weitere zusätzliche Krankheitsbilder. Chronische Krankheiten haben oft gleichzei- tig biologische, psychische und soziale Probleme zur Folge. (Raspe H. , 2011, S. 4-8) Laut ursprünglich Schaeffer & Moers (2011) verursachen sie Leistungs- und Funktions- einschränkungen der Betroffenen, wodurch sich deren Belastbarkeit vermindert. Folgen sind Hilfs- bzw. Pflegebedürftigkeit im fortgeschrittenen Stadium. (Haslbeck, Margot, Bischofsberger, & Sottas, 2015, S. 20) Chronische Krankheiten verlaufen wechselhaft. Betroffene durchleben stabilere und instabilere Phasen. Ursachen für die Erkrankung sind oft nicht nachvollziehbar. Sie können aufgrund endogener (z.B. genetische Dispo- sition) oder exogener Faktoren (z.B. Ereignisse / Umwelteinflüsse) auftreten, sowie lebensstilbedingt sein. (Schaeffer & Moers, 2011; zitiert nach Haslbeck, Margot, Bischofsberger, & Sottas, 2015, S. 20)

2.2 Statistiken zum Thema chronische Erkrankungen

Die folgende Abbildung zeigt die häufigsten Todesursachen (männlich und weiblich) in Deutschland im Jahr 2015. Hier werden die Auswirkungen der chronischen Erkrankun- gen deutlich. Direkt auf Platz eins sind die chronischen ischämischen Herzkrankheiten gefolgt vom Herzinfarkt und der Herzinsuffizienz. (Statistisches Bundesamt, 2015)

[...]

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Details

Titel
Selbstwirksamkeitserwartung und chronische Erkankungen. Psychologie des Gesundheitsverhaltens
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
0,5
Autor
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V498765
ISBN (eBook)
9783346026668
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstwirksamkeitserwartung, chronische Erkrankungen, Beratungsgespräch, Psychologie des Gesundheitsverhaltens, DHfPG
Arbeit zitieren
Sabrina Krug (Autor), 2019, Selbstwirksamkeitserwartung und chronische Erkankungen. Psychologie des Gesundheitsverhaltens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498765

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