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Der Eintritt von Freiberuflern in Personengesellschaften. Welche ertragssteuerlichen Probleme könnten entstehen?

Title: Der Eintritt von Freiberuflern in Personengesellschaften. Welche ertragssteuerlichen Probleme könnten entstehen?

Bachelor Thesis , 2018 , 71 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anonym (Author)

Law - Tax / Fiscal Law
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Summary Excerpt Details

Das Ziel dieser Arbeit ist, die steuerlichen Auswirkungen der beiden Eintrittsvarianten in Personengesellschaften "Nullbeteiligungsmodell" und "Gewinnvorabmodell" durch die neuen Rechtsprechungen zu analysieren und Gestaltungsalternativen zu prüfen. Zunächst werden Grundlagen definiert und die möglichen Eintrittsvarianten dargestellt. Bei dem Nullbeteiligungsgesellschafter wird die Gefährdung der Mitunternehmerstellung kritisch geprüft und Möglichkeiten entwickelt, die eine Mitunternehmerstellung begründen.

Die mögliche Gefahr der Gewerblichkeit kann durch die Qualifizierung zu fachlichen Angestellten relativiert werden. Folgewirkungen der Rechtsprechung treten in verschiedenen Branchen auf, wie etwa in rechtsberatenden Berufen. In einem aktuellen BFH-Urteil wurde das Gewinnvorabmodell in einem Sonderfall abgelehnt. In der Gegenüberstellung der Auswirkungen wird eine steuerliche Mehrbelastung deutlich und weitere Folgen, wie der Wechsel der Gewinnermittlungsart, entstehen. Das klassische Gewinnvorabmodell wurde durch die neue Rechtsprechung in Frage gestellt, sodass nun eine Unsicherheit besteht, inwieweit dieses Modell noch anwendbar ist. Anschließend werden bei beiden Modellen noch weitere ertragssteuerliche Gestaltungsalternativen, wie z.B. die Aufdeckung der stillen Reserven, geprüft.

In dem Fall, in dem ein Seniorpartner in einer Personengesellschaft einen neuen Gesellschafter aufnehmen will, so wird er in Abhängigkeit davon, ob es sich bei dem potentiellen, neuen Partner um einen Angehörigen, einen Arbeitnehmer oder einen Fremden handelt, unterschiedliche steuerliche, betriebliche oder auch erbrechtliche Zielsetzungen haben. Gründe für eine Neuaufnahme eines Gesellschafters können etwa eine Praxiszusammenlegung bzw. -erweiterung oder auch Generationennachfolge sein. In manchen Fällen dient die Aufnahme eines "Neuen" der Vorbereitung auf zukünftige Maßnahmen, wie beispielsweise dem Verkauf des (Teil-)Unternehmens. Steuerrechtlich gibt es bei der Neuaufnahme viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

Dabei ist es für alle Beteiligten wichtig, die möglichen Konsequenzen der unterschiedlichen Aufnahmemöglichkeiten im Blick zu haben. Andernfalls drohen sowohl aus wirtschaftlicher, als auch steuerrechtlicher Sicht bedeutende Auswirkungen. So kann es beispielsweise nach der Aufnahme eines Gesellschafters, der direkt am Betriebsvermögen beteiligt wird, bei einem Scheitern der Zusammenarbeit zu einer aufwendigen und kostspieligen Trennung führen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Gegenstand und Ziel

1.2 Gang der Untersuchung

2 Grundlagen

2.1 Besteuerungssystematik der Freiberufler (§ 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG)

2.2 Voraussetzung einer Mitunternehmerschaft

2.3 Eintrittsvarianten in eine bestehende Sozietät

3 Aufnahme eines sog. Nullbeteiligungsgesellschafters in eine Mitunternehmerschaft

3.1 Nullgesellschaftermodell

3.2 Wertung der Rechtsprechung (BFH-Urteil v. 03.11.2015 – VIII R 62/13, VIII R 63/13)

3.2.1 Sachverhalt

3.2.2 Entscheidung des BFH im Verfahren R 63/13 zur einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellung

3.2.3 Entscheidung des BFH im Verfahren R 62/13 zum Gewerbesteuermessbescheid

3.3 Analyse der Problemfelder und Rechtsfolgen des Nullgesellschaftermodells

3.3.1 Gefährdung der Mitunternehmerstellung

3.3.1.1 Schwaches Mitunternehmerrisiko des Nullbeteiligungsgesellschafters

3.3.1.2 Stark ausgeprägte Mitunternehmerinitiative

3.3.1.3 Erwerbsoption

3.3.1.4 Mögliche Gestaltungen des Gesellschaftsvertrages

3.3.2 Gefahr der gewerblichen Abfärbung gem. § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG durch einen Scheingesellschafter

3.3.2.1 Unbedeutsamkeit der Freibetragsgrenze und Bagatellgrenze

3.3.2.2 Auswirkungen von gewerblichen Einkünfte bei Freiberuflerpraxen

3.3.2.3 Möglichkeit der Qualifizierung als Mithilfe fachlicher Arbeitskraft

3.3.2.3.1 Angestellte und freie Mitarbeiter

3.3.2.3.2 Briefkopfpartner

3.3.3 Folgewirkungen der Rechtsprechung für ausgewählte Spezialfälle

3.3.3.1 Folgewirkungen im Bereich Ärzte

3.3.3.2 Folgewirkungen für die Partnerstatus in rechtsberatenden Berufen

3.3.3.2.1 Karrierestufenbezogene Relevanz

3.3.3.2.2 Steuerrechtliche Probleme und Gestaltungsansätze für Non-Equity Partnerschaften und Of Counsel-Stellungen

3.4 Weitere ertragssteuerliche Gestaltungsmöglichkeiten durch Auslagerung der gewerblichen Tätigkeit oder Einlage

3.5 Resümee

4 Aufnahme eines Gesellschafters im Wege des Gewinnvorabmodells

4.1 Formen des Gewinnvorabmodells

4.1.1 Klassisches Gewinnvorabmodell und Abgrenzung zur Aufnahme gegen Einlage

4.1.2 Modifiziertes Gewinnvorabmodell

4.2 Wertung der Rechtsprechung (BFH-Urt. v. 27.10.2015 – VIII R 47/12)

4.2.1 Sachverhalt

4.2.2 Entscheidung des Bundesfinanzhofs

4.3 Analyse der Problemfelder und Rechtsfolgen des modifizierten Gewinnvorabmodells

4.3.1 Gegenüberstellung der steuerlichen Konsequenzen des modifizierten und des klassischen Gewinnvorabmodells

4.3.1.1 Steuerliche Konsequenzen des modifizierten Gewinnvorabmodells

4.3.1.2 Steuerliche Konsequenzen des klassischen Gewinnvorabmodells

4.3.2 Folgen des modifizierten Gewinnvorabmodells

4.3.2.1 Wechsel der Gewinnermittlungsart und Möglichkeit der Buchwertfortführung

4.3.2.2 Erstellung von Ergänzungsbilanzen

4.3.2.3 Keine ermäßigte Besteuerung des Veräußerungsgewinns

4.3.2.4 Aberkennung durch Betriebsprüfung

4.3.3 Rechtsunsicherheiten bei der Gestaltung eines Gewinnvorabs

4.3.3.1 Verwirklichung eines Veräußerungstatbestandes und Versuch der Aufrechterhaltung des klassischen Gewinnvorabmodells

4.3.3.2 Beschränkungen inkongruenter Gewinnverteilungsabreden

4.3.4 Realisations- und Versteuerungszeitpunkt des Veräußerungsgewinns

4.4 Weitere ertragssteuerliche Gestaltungsmöglichkeiten durch Einbringung, Nießbrauch bei Angehörigen oder Übergangssozietät

4.5 Resümee

5 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die steuerlichen Konsequenzen bei der Aufnahme neuer Gesellschafter in Freiberuflerpraxen mittels der Gestaltungsmodelle „Nullbeteiligungsmodell“ und „Gewinnvorabmodell“. Ziel ist es, durch die Einordnung aktueller BFH-Rechtsprechung die ertragssteuerlichen Risiken, insbesondere die Gefahr der gewerblichen Abfärbung, zu bewerten und Gestaltungsalternativen aufzuzeigen.

  • Besteuerungssystematik und Mitunternehmerschaft bei Freiberuflern
  • Analyse des Nullbeteiligungsmodells und der Gefahr der Scheingesellschafter
  • Untersuchung des Gewinnvorabmodells unter Berücksichtigung jüngster BFH-Urteile
  • Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten und Vermeidung gewerblicher Infektionen
  • Spezifische Problematiken in rechtsberatenden Berufen und Arztpraxen

Auszug aus dem Buch

3.3.1.1 Schwaches Mitunternehmerrisiko des Nullbeteiligungsgesellschafters

Unter dem Mitunternehmerrisiko versteht man die Beteiligung an dem laufenden Gewinn und Verlust, an den stillen Reserven, sowie die Haftung. Da der Mitunternehmer als Typusbegriff zu verstehen ist, können die Bestandteile des Risikos unterschiedlich ausgeprägt sein. Hier ist auf eine genaue Abwägung der Einzelheiten zu achten.

Sollte ein Neugesellschafter weder am Gesamtgewinn noch am laufenden Gewinn beteiligt sein, ist grundsätzlich nicht von einer Mitunternehmerstellung auszugehen. Mit einer persönlichen Haftung kann dieses jedoch wieder kompensiert werden, da der Gesellschafter ein besonderes Risiko aufgenommen hat. Die Bezeichnung „Gewinnbeteiligung“ im Gesellschaftsvertrag führt zum einen nicht dazu, dass von einer Beteiligung am Gewinn auszugehen ist, obwohl diese tatsächlich nicht vorliegt. Zum anderen gilt auch, dass es nicht ausdrücklich gekennzeichnet werden muss, falls eine Gewinnbeteiligung versteckt vorliegt.

Die Umsatzbeteiligung wird häufig im Falle einer Nullbeteiligung im Gesellschaftsvertrag vereinbart, die oftmals als Prozentanteil des eigenen Honorarumsatzes berechnet wird. Es ist fraglich, ob dieses eine Mitunternehmerstellung begründet. Auf der einen Seite könnte die Annahme vorliegen, dass dieses eine Beteiligung darstellt, da kein festes Gehalt wie bei einem Angestellten gezahlt wird und folglich ungewiss ist. Doch auf der anderen Seite rechtfertigt es, wie auch nach der Ansicht des FG Düsseldorf, kein Gesellschaftsverhältnis. Es stellt keinen Anteil am Gewinn des gesamten Unternehmens dar, da es nicht dazu genügt, die Teilhabe am Gewinn und Verlust der Gesellschaft, die ihren Gewinn gesamthänderisch erzielt, zu begründen. Außerdem hat der Gesellschafter über seine eigenen Umsätze heraus keine Gewinnchance innerhalb der Praxis. Somit sollte sich die individuelle Vergütung nicht nach dem individuellen Umsatz, sondern nach dem Unternehmensergebnis bemessen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die steuerlichen Auswirkungen der Eintrittsvarianten bei der Aufnahme von Gesellschaftern in Personengesellschaften durch aktuelle Rechtsprechung zu untersuchen.

2 Grundlagen: Das Kapitel erläutert die Besteuerungssystematik der Freiberufler sowie die notwendigen Kriterien für die Annahme einer Mitunternehmerschaft bei Personengesellschaften.

3 Aufnahme eines sog. Nullbeteiligungsgesellschafters in eine Mitunternehmerschaft: Hier wird das Nullbeteiligungsmodell kritisch analysiert, insbesondere im Hinblick auf die Gefährdung der Mitunternehmerstellung und das Risiko der gewerblichen Abfärbung gemäß § 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG.

4 Aufnahme eines Gesellschafters im Wege des Gewinnvorabmodells: Dieses Kapitel behandelt das Gewinnvorabmodell, vergleicht klassische und modifizierte Varianten und untersucht die steuerlichen Folgen und Rechtsunsicherheiten nach der BFH-Rechtsprechung.

5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit klarer vertraglicher Regelungen zur Vermeidung ertragssteuerlicher Überraschungen.

Schlüsselwörter

Mitunternehmerschaft, Freiberufler, Nullbeteiligungsmodell, Gewinnvorabmodell, gewerbliche Abfärbung, Einkommensteuergesetz, Bundesfinanzhof, Personengesellschaft, Mitunternehmerrisiko, Mitunternehmerinitiative, Scheingesellschafter, Stempeltheorie, Veräußerungstatbestand, Umsatzbeteiligung, Buchwertfortführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den ertragssteuerlichen Herausforderungen, die bei der Aufnahme neuer Gesellschafter in Freiberuflerpraxen durch die zwei verbreiteten Gestaltungsmodelle „Nullbeteiligungsmodell“ und „Gewinnvorabmodell“ auftreten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Voraussetzungen für eine steuerlich anerkannte Mitunternehmerstellung, die Abgrenzung von freiberuflicher zu gewerblicher Tätigkeit sowie die Vermeidung von ungewollten steuerlichen Veräußerungstatbeständen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die steuerlichen Risiken der Eintrittsvarianten basierend auf aktueller BFH-Rechtsprechung zu analysieren und für die Praxis gangbare Gestaltungsalternativen zu identifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine juristische und steuerrechtliche Untersuchung, die maßgeblich auf einer tiefgehenden Analyse der BFH-Urteile, gesetzlicher Normen des EStG, UmwStG, HGB sowie der einschlägigen Fachliteratur basiert.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Prüfung der Nullbeteiligungs- und Gewinnvorabmodelle, deren zivil- und steuerrechtliche Würdigung sowie die Darstellung möglicher Folgewirkungen auf verschiedene Berufsbranchen.

Was charakterisiert diese Arbeit als Ganzes?

Die Arbeit zeichnet sich durch eine praxisorientierte Analyse aus, die aufzeigt, wie Freiberufler durch rechtssichere Vertragsgestaltung ertragssteuerliche Mehrbelastungen bei der Neuaufnahme von Partnern vermeiden können.

Inwiefern hat das BFH-Urteil vom 27.10.2015 das Gewinnvorabmodell beeinflusst?

Das Urteil hat zu einer großen Rechtsunsicherheit geführt, da der BFH in dem entschiedenen Sonderfall das Modell als veräußerungsähnlichen Vorgang bewertete, was zu einer anteiligen Aufdeckung stiller Reserven und erheblichen steuerlichen Nachteilen führt.

Was ist das Hauptproblem bei sogenannten "Scheingesellschaftern" in Freiberuflerpraxen?

Das Hauptproblem liegt in der Gefahr der „gewerblichen Abfärbung“. Wenn ein Partner nicht als Mitunternehmer qualifiziert wird, kann die gesamte Tätigkeit der Personengesellschaft steuerlich als Gewerbebetrieb eingestuft werden, was eine Gewerbesteuerpflicht und Buchführungspflicht nach sich zieht.

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Details

Title
Der Eintritt von Freiberuflern in Personengesellschaften. Welche ertragssteuerlichen Probleme könnten entstehen?
Grade
1,7
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2018
Pages
71
Catalog Number
V498792
ISBN (eBook)
9783346027160
ISBN (Book)
9783346027177
Language
German
Tags
eintritt freiberuflern personengesellschaften welche probleme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2018, Der Eintritt von Freiberuflern in Personengesellschaften. Welche ertragssteuerlichen Probleme könnten entstehen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498792
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