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Kritik der naturhistorischen Urteile nach Thompson

Titel: Kritik der naturhistorischen Urteile nach Thompson

Essay , 2018 , 9 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Julia Held (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Essay möchte ich dafür argumentieren, dass naturhistorische Urteile nach Michael Thompson die Idee des Darwinismus ignorieren und ihrem Ziel, der allgemeinen Beschreibung einer Spezies, bei Einbezug dessen nicht gerecht werden können. In "Leben und Handeln" analysiert Michael Thompson die Grundstrukturen von Handlungen und des praktischen Denkens. Um die Beschaffenheit der logischen Strukturen des menschlichen Verstandes bei Handlungen und praktischen Denkvorgängen zu beleuchten, untersucht Thompson unter anderem die Beschreibung von Lebensformen bzw. Spezies anhand "naturhistorischer Urteile". Thompsons Auffassung solcher Urteile überzeugt in vielen Hinsichten auf den ersten Blick, weist jedoch hinsichtlich ihrer Normativität Lücken auf.

Mit Normativität beziehe ich mich hier auf logische Normativität. Sie sagt aus wie das optimale Leben eines Individuums einer Spezies zu sein hätte. Dieser werden Beschreibungen von Individuen einer Spezies durch naturhistorische Urteile nach Thompson nicht gerecht, weil unterschiedliche Entwicklungsstadien von Individuen darin nicht erfasst werden. Eine stufenweise Veränderung von Merkmalen einer Art ist jedoch Voraussetzung für deren Weiterentwicklung im Sinne der darwinistischen Evolutionstheorie.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Naturhistorische Urteile – eine Form von Stigmatisierung?

2.1 Naturhistorische Urteile nach Michael Thompson

2.2 Verknüpfung naturhistorischer Urteile mit der Teleologie

Bei Lebewesen nach Foot

2.3 Kritik: Ignoranz des darwinistischen Gedankens

3 Stellungnahme

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die logischen Strukturen naturhistorischer Urteile nach Michael Thompson und untersucht kritisch, inwieweit diese die darwinistische Evolutionstheorie vernachlässigen und zu einer Stigmatisierung führen können.

  • Analyse der naturhistorischen Urteile bei Michael Thompson
  • Teleologische Erweiterung durch Filippa Foot
  • Kritische Auseinandersetzung mit evolutionären Prozessen
  • Problematik der statischen Natur von Urteilen gegenüber der biologischen Entwicklung

Auszug aus dem Buch

2.1 Naturhistorische Urteile nach Michael Thompson (2011)

Michael Thompsons Leitmotiv in seiner Auffassung über naturhistorische Urteile ist die Spezies-Abhängigkeit: Die Beschreibung von Individuen, die einer Spezies angehören, ist logisch von der Naturgeschichte eben dieser Spezies abhängig. Naturhistorische Urteile werden benutzt, um die Lebensweise von Individuen einer Art darstellen zu können. Man kennt diese Sprechweise zum Beispiel aus Naturdokumentationen, in denen der Sprecher Dinge wie „Das Rotluchs-Weibchen gebärt im Frühling 2-4 Jungen“ sagt und dies wäre dann ein naturhistorisches Urteil nach Thompsons Auffassung. Die darin inbegriffene Abhängigkeit eines Individuums von der Spezies, der es angehört, ist hierbei so wichtig, weil Handlungen, Eigenschaften oder Verhaltensweisen (wie z.B. Nahrungsaufnahme und Schutzverhalten) ohne zu wissen, welcher Spezies das Individuum zuzuordnen ist, nicht identifiziert werden können. Naturhistorische Urteile haben zudem einen besonderen Zeitbezug. Sie greifen für eine bestimmte Spezies in einem Lebensraum zu einer bestimmten Zeitspanne.

Naturhistorische Urteile beschreiben also die Naturgeschichte einer Lebensform. Sie können als Momentaufnahmen des Evolutionsverlaufes einer Spezies angesehen werden, durch die der Zugang zu der jeweiligen Spezies-Naturgeschichte erlangt werden kann. Diese Momentaufnahmen haben als solche nach Thompson keinen Anspruch auf allzeit gültige Normativität. Es lässt sich zusammenfassen, dass in naturhistorischen Urteilen nach Thompson die Abhängigkeitsbeziehungen von Bestandteilen und Phasen einer Lebensform ausgedrückt und die Elemente naturhistorische Geschichte organisiert werden. Es geht um das allgemeine Verständnis einer Lebensform, welches sich aus den Wahrheiten verschiedener allgemeiner Urteile bzw. naturhistorischer Urteile über eine Spezies zusammensetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der naturhistorischen Urteile bei Thompson ein und stellt die Forschungsfrage zur Vereinbarkeit mit darwinistischen Gedanken.

2 Naturhistorische Urteile – eine Form von Stigmatisierung?: Das Kapitel expliziert das Konzept des naturhistorischen Urteils und die notwendige Exposition zur Auseinandersetzung mit dessen Gültigkeit.

2.1 Naturhistorische Urteile nach Michael Thompson: Hier wird die Spezies-Abhängigkeit als zentrales logisches Merkmal naturhistorischer Beschreibungen dargelegt.

2.2 Verknüpfung naturhistorischer Urteile mit der Teleologie: Dieses Kapitel erläutert die Erweiterung durch Filippa Foot, um durch den Begriff der Güte teleologische Normen in die Beschreibung einzubinden.

2.3 Kritik: Ignoranz des darwinistischen Gedankens: Es erfolgt eine kritische Analyse der statischen Natur dieser Urteile im Kontext der evolutionären Veränderung von Lebewesen.

3 Stellungnahme: Die Autorin bewertet die theoretischen Ansätze von Thompson und Foot und diskutiert die Widersprüchlichkeit bei der Erfassung einer Spezies.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnis zusammen, dass Thompsons Modell zwar wegweisend ist, jedoch hinsichtlich evolutionärer Dynamik kritisch hinterfragt werden muss.

Schlüsselwörter

naturhistorische Urteile, Michael Thompson, Filippa Foot, Teleologie, Lebensform, Evolutionstheorie, Spezies, Normativität, Güte, Stigmatisierung, Naturgeschichte, Logik, Biologie, Wesensmerkmale, Handeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der logischen Struktur naturhistorischer Urteile, wie sie von Michael Thompson definiert wurden, und deren Anwendung auf Lebewesen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die analytische Philosophie der Lebensform, die Verbindung von teleologischen Normen und die Auseinandersetzung mit der Darwinschen Evolutionstheorie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass naturhistorische Urteile nach Thompson den darwinistischen Gedanken ignorieren und bei der allgemeinen Beschreibung einer Spezies zu stigmatisierenden Fehlurteilen führen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse und komparative Untersuchung der Konzepte von Michael Thompson und Filippa Foot.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil rekonstruiert zunächst die Definitionen Thompsons, erweitert diese um die Güte-Kriterien nach Foot und unterzieht diese anschließend einer evolutionsbiologischen Kritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie naturhistorische Urteile, Lebensform, Teleologie, Spezies-Abhängigkeit und evolutionäre Dynamik definiert.

Wie unterscheidet sich das Modell von Foot von dem von Thompson?

Während Thompson sich primär auf die logische Form der Urteile konzentriert, bringt Foot das Konzept der „Güte“ ein, um teleologische Zusammenhänge und die Funktion von Merkmalen für das Leben eines Individuums stärker zu gewichten.

Warum sieht die Autorin die Gefahr der Stigmatisierung?

Da naturhistorische Urteile oft statisch sind, können sie individuelle Merkmale oder evolutionäre Übergangsphasen als „defekt“ oder „abweichend“ brandmarken, anstatt sie als Teil eines dynamischen Anpassungsprozesses zu verstehen.

Ist die Kritik der Autorin abschließend?

Nein, die Autorin betont, dass Thompsons Ansatz zwar revolutionär für die Philosophie der Lebensform ist, aber eine flexible, anpassungsfähige Erweiterung benötigt, um der evolutionären Realität gerecht zu werden.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kritik der naturhistorischen Urteile nach Thompson
Hochschule
Universität Leipzig
Note
1,0
Autor
Julia Held (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
9
Katalognummer
V498803
ISBN (eBook)
9783346023100
ISBN (Buch)
9783346023117
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thompson naturhistorisch Urteile Leben Handeln Stigma Foot
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Held (Autor:in), 2018, Kritik der naturhistorischen Urteile nach Thompson, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498803
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Leseprobe aus  9  Seiten
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