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Exkludierende Toleranz. Ausschluss in Bezug auf Drogenkonsumräume

Titel: Exkludierende Toleranz. Ausschluss in Bezug auf Drogenkonsumräume

Hausarbeit , 2017 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Hannah Wagner (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Thema des Ausschlusses in Bezug auf Drogenkonsumräume und deren Besucher und geht der Frage nach, ob dieses Instrument der Drogenhilfe dazu beiträgt, dass Konsumierende Teil der Gesellschaft bleiben beziehungsweise werden oder ob durch die räumliche Abgrenzung und Stigmatisierung das Gegensätzliche, also die Ausschließung, befördert wird.

Zu betrachten sind dafür die Entwicklungen der Drogenhilfe ab 1980 bis hin zum akzeptierenden Ansatz, welcher Konsumräume beinhaltet und stark fördert. Dieser Ansatz vertritt überwiegend die Auffassung, dass die Vorteile der Konsumräume ausschlaggebend sind und im Sinne der Konsumierenden gehandelt wird. Das wechselnde Etikett von Kriminalität hinzu Krankheit wird durch den "labeling-approach"-Ansatz verdeutlicht und steht im Zusammenhang mit Ausschluss aus dem sozialen und physischen Raum.

Dies ist zu beleuchten, auch in Bezug auf Kontrolle durch staatliche Institutionen und deren Teilhabe, durch Finanzierung und dadurch resultierender Entscheidungsgewalt. Zuletzt sind die positiven Aspekte der Konsumräume aufzuführen, um eine Abwägung treffen zu können, inwieweit Konsumräume im Sinne von Konsumierenden sind.

Exemplarisch werden dazu oftmals die Erfahrungen aus der Stadt Frankfurt am Main herangezogen. Durch die vielen Drogenkonsumräume und den sogenannten "Frankfurter Weg" ein Symbol der akzeptierenden Drogenarbeit. Im Laufe der Gentrifizierung des Frankfurter Bahnhofsviertels im letzten Jahr, ist es wichtig, sich mit Ausschluss der Konsumierenden aus dem öffentlichen Raum zu beschäftigen und deren Hintergründe zu hinterfragen.

Generell ist die Frage, ob die Akzeptierende Drogenhilfe mit Konsumräumen einen sicheren Ort geschaffen hat, oder ob der Weg zur wirklichen Akzeptanz noch weitergehen muss. In diesem Kontext sind das aktuelle Betäubungsmittelgesetz und die aktuelle Kontrollpolitik in Kooperation mit der Polizei relevant.

Oftmals sehen sich Drogenkonsumierende mit einem Stigma konfrontiert und unter Generalverdacht gestellt, dessen Förderung durch Drogenkonsumräume und der daraus oft resultierende Verweis von öffentlichen Plätzen soll in Zusammenhang gestellt werden. Zu Beginn ist die Entwicklung der Drogenhilfe in Frankfurt und speziell der Drogenkonsumräume zu betrachten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Geschichte der Drogenkonsumräume in Frankfurt

2.2 Von der Kriminalisierung zur Pathologisierung

2.3 Etikettierungsansatz

2.4 Ausschluss aus sozialem und physischem Raum

2.5 Konsumraum als Instrument der Kontrolle

2.6 Positive Aspekte für Konsumierende

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Spannungsfeld der „akzeptierenden Drogenhilfe“ in Frankfurt am Main, insbesondere im Hinblick auf Drogenkonsumräume. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob dieses Instrument tatsächlich zur sozialen Integration und Partizipation von Drogenkonsumierenden beiträgt oder ob es durch räumliche Segregation, Stigmatisierung und ordnungspolitische Kontrollmechanismen – wie sie im Frankfurter Bahnhofsviertel zu beobachten sind – eine gegensätzliche Wirkung erzielt und die Ausgrenzung der Betroffenen weiter verstärkt.

  • Entwicklung der Drogenhilfe vom Abstinenz- zum akzeptierenden Ansatz
  • Anwendung des „Labeling-Approach“ und Othering-Prozesse auf Drogenkonsumierende
  • Räumliche Segregation und der Einfluss von Gentrifizierungsprozessen
  • Drogenkonsumräume als ambivalente Instrumente der Hilfe und sozialen Kontrolle
  • Zusammenwirken von Gesundheitsförderung und polizeilicher Repression

Auszug aus dem Buch

2.4 Ausschluss aus sozialem und physischem Raum

Ausschluss kann durch sozialen und physischen Raum verstärkt werden. Der soziale Raum wird von Kronauer als „Abstände, die durch Differenz von Macht und Machtlosigkeit, Anerkennung und Nicht-Anerkennung im Verhältnis unterschiedlich positionierter sozialer Kategorien zueinander geschaffen werden“, beschrieben, während physische Orte Plätze und Gebäude beinhalten. Diese Ausgrenzung kann man in zwei verschiedene Kategorien einteilen, einmal in erzwungene Mobilität und in erzwungene Immobilität (vgl. Kronauer 2008). In Bezug auf Drogenkonsumräume kann man beide Kategorien finden, einmal der Verweis von öffentlichen Orten wie Bahnhöfen oder Plätzen für den Konsum und somit auch der Zwang zum Konsum in den zugewiesenen Räumen. Verdeutlicht wird dies durch die Aussage: „Die vermeintliche Akzeptanz des Fixerraums legitimiert hierbei ein Verständnis des öffentlichen Raums als No-Go-Area für diesen Personenkreis“ (vgl. Schmidt-Semisch/Wehrheim 2007).

Im Falle der Frankfurter Drogenszene verlagerte sich die Szene an einen Ort, in diesem Fall das Bahnhofsviertel, in welchem sich drei Drogenkonsumräume befinden. Die Szene hält sich auch oftmals unabhängig vom Konsumvorgang in diesem auf, da die Konsumierenden dort ihr komplettes soziales Netz und ihren Lebensmittelpunkt haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, inwieweit Drogenkonsumräume als Instrument der Hilfe wirken oder zur sozialen Ausschließung und Stigmatisierung beitragen.

2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Drogenhilfe, theoretische Ansätze zur Etikettierung, die räumliche Ausgrenzung im Frankfurter Bahnhofsviertel sowie die ambivalente Rolle der Konsumräume als Orte der Hilfe und der staatlichen Kontrolle.

2.1 Geschichte der Drogenkonsumräume in Frankfurt: Dieses Kapitel zeichnet den Wandel der Drogenpolitik in Frankfurt von einer repressiven hin zu einer akzeptierenden Drogenarbeit nach, die ab den 1990er Jahren Drogenkonsumräume etablierte.

2.2 Von der Kriminalisierung zur Pathologisierung: Es wird dargelegt, wie die staatliche Strategie von einer reinen Kriminalisierung und Bestrafung zu einer Pathologisierung wechselte, die den Konsum als Krankheit behandelt.

2.3 Etikettierungsansatz: Dieser Abschnitt wendet den „Labeling-Approach“ auf Drogenkonsumierende an, um zu verdeutlichen, wie gesellschaftliche Zuschreibungen Stigmatisierung und „Othering“ vorantreiben.

2.4 Ausschluss aus sozialem und physischem Raum: Das Kapitel untersucht, wie Konsumräume und ordnungspolitische Maßnahmen dazu führen, dass Konsumierende aus dem öffentlichen Raum verdrängt und in bestimmte Stadtviertel segregiert werden.

2.5 Konsumraum als Instrument der Kontrolle: Hier wird beleuchtet, wie Konsumräume in eine urbane Kontrollpolitik eingebettet sind, bei der die Polizei die Soziale Arbeit ergänzt oder sogar deren Kontrollfunktionen übernimmt.

2.6 Positive Aspekte für Konsumierende: Der Abschnitt würdigt die gesundheitlichen und sozialen Vorteile der Drogenkonsumräume, wie etwa Infektionsschutz und die Möglichkeit zum Beziehungsaufbau für die Klienten.

3 Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Konsumräume zwar eine wichtige Schutzfunktion haben, aber aufgrund der engen Verzahnung mit Kontrollpolitik und Gentrifizierungsprozessen eine vollständige soziale Inklusion derzeit kaum ermöglichen.

4 Literaturverzeichnis: Das Literaturverzeichnis listet alle in der Arbeit verwendeten Quellen und Studien auf.

Schlüsselwörter

Akzeptierende Drogenhilfe, Drogenkonsumräume, Soziale Ausgrenzung, Labeling-Approach, Frankfurter Weg, Urbane Kontrollpolitik, Bahnhofsviertel, Stigmatisierung, Othering, Gentrifizierung, Sozialer Ausschluss, Harm Reduction, Drogenpolitik, Partizipation, Sicherheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit der Rolle von Drogenkonsumräumen in der modernen Drogenhilfe auseinander und hinterfragt, ob diese tatsächlich die Lebenssituation der Konsumierenden verbessern oder zur räumlichen und sozialen Ausgrenzung beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Frankfurter Drogenhilfe, soziologische Theorien der Etikettierung, urbane Raumstrategien sowie das Spannungsfeld zwischen gesundheitlicher Hilfe und polizeilicher Repression.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, ob Drogenkonsumräume die Partizipation der Konsumierenden in der Gesellschaft fördern oder durch Stigmatisierung und die Verdrängung aus dem öffentlichen Raum eine Form der Exklusion festigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse soziologischer und kriminologischer Ansätze sowie der Auswertung von Fallbeispielen und Dokumentationen zur Frankfurter Drogenpolitik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Anwendung des Etikettierungsansatzes, die Untersuchung räumlicher Segregationsprozesse im Bahnhofsviertel, die Darstellung der Konsumräume als Kontrollinstrumente und eine Abwägung der positiven Aspekte für die Konsumierenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "akzeptierende Drogenhilfe", "Labeling-Approach", "urbane Kontrollpolitik" und "Stigmatisierung".

Welchen Einfluss hat die Gentrifizierung im Frankfurter Bahnhofsviertel auf die Drogenszene?

Die Gentrifizierung führt zu einem gesteigerten Verwertungsdruck im Viertel, wodurch der Aufenthalt der Drogenszene zunehmend als störend wahrgenommen wird, was wiederum zu verstärkten Kontrollmaßnahmen und einer weiteren Verdrängung der Konsumierenden führt.

Wie bewertet die Autorin die Kooperation zwischen Drogenhilfe und Polizei?

Die Autorin sieht diese Kooperation kritisch, da sie zwar zur Legitimation der Konsumräume beiträgt, aber gleichzeitig die Grenzen der Hilfe verwischt und die Drogenhilfe zunehmend in eine ordnungspolitische Kontrollfunktion einbindet.

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Details

Titel
Exkludierende Toleranz. Ausschluss in Bezug auf Drogenkonsumräume
Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Note
1,3
Autor
Hannah Wagner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V498829
ISBN (eBook)
9783346016881
ISBN (Buch)
9783346016898
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exkludierende toleranz ausschluss bezug drogenkonsumräume
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hannah Wagner (Autor:in), 2017, Exkludierende Toleranz. Ausschluss in Bezug auf Drogenkonsumräume, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498829
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Leseprobe aus  22  Seiten
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