Im Rahmen der Übung "Spielerische Methoden im RU, Religion und Performance" wurden verschiedene didaktische Methoden, die als Beispiele für einen performativen Zugang zu biblischen Texten fungieren sollten, vorgestellt sowie in der Übung mit den Seminarteilnehmern/-innen durchgeführt und selbst erprobt. Ziel der Übung war es demnach, durch die Vorstellung diverser spielerischer Methoden für den Religionsunterricht, Möglichkeiten für einen in solcher Weise didaktisch aufgearbeiteten Religionsunterricht, der nicht in „grauer Theorie“ verweilt, aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
I. Der Ansatz der performativen Religionsdidaktik
II. Pantomime, das Spiel mit der Bewegung, als szenische Spielform im Religionsunterricht
III. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des performativen Ansatzes in der Religionsdidaktik, um Schülern einen ganzheitlichen Zugang zu biblischen und außerbiblischen Texten zu ermöglichen. Ausgehend von der Beobachtung einer schwindenden religiösen Sozialisation wird erörtert, wie szenische Spielformen – insbesondere die Pantomime – das Verständnis fördern und Religion im Unterricht als lebendigen, erfahrbaren Prozess gestalten können.
- Performativer Ansatz in der Religionsdidaktik
- Religiöse Sozialisation und moderne Anforderungen
- Szenische Spielformen als didaktisches Werkzeug
- Die Rolle der Pantomime im „Bewegten Religionsunterricht“
- Ganzheitliches Lernen durch leiblich-seelische Verbindung
Auszug aus dem Buch
II. Pantomime, das Spiel mit der Bewegung, als szenische Spielform im Religionsunterricht
Wie nun bereits deutlich wurde, lassen sich biblische und außerbiblische Texte mittels eines spielerischen Zugangs erschließen. Besonders das darstellende Spiel, bzw. die szenische Spielform ist eine beliebte Methode der (dramatischen) Texterfassung. Beim darstellenden Spiel, bzw. bei szenischen Spielformen geht es darum, dass es Zuschauer/-innen gibt, die sich mit dem Gespielten identifizieren können, es kommentieren und eine Außensicht auf das Dargestellte haben. Zum darstellenden Spiel gehören sowohl Lese- und Spielszenen, aber auch Standbilder und die Pantomime, wobei der Übergang des darstellenden Spiels zu den bibliodramatischen Methoden beinahe fließend ist.
Konkret bei der Pantomime kommt es nicht nur auf die Mimik und Gestik an, sondern ebenso auf die Bewegung als Ausdrucksmittel. Das ist insofern wichtig, dass die Bewegung ein zentraler Teil der religionspädagogischen Praxis ist, bekannt unter dem Schlagwort des „Bewegten Religionsunterrichts“. Diese religionspädagogische Praxis der Bewegung basiert auf dem kommunikationstheoretischen Lernmodell, welches von drei Informationsstufen ausgeht: das sinnlich-unmittelbare Erleben, die Sprache und die Schrift. Das Bedeutet, dass es ein Zusammenspiel von leiblichen und geistig seelischen Erfahrungen geben muss, um der Begegnung Gottes mit den Menschen in biblischen Geschichten gerecht zu werden, weshalb eine Verbindung von innerer und äußerer Bewegung dem zu Gute kommt.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Hier wird der Rahmen der Übung „Spielerische Methoden im RU“ abgesteckt und das Ziel formuliert, den performativen Ansatz exemplarisch anhand der Pantomime zu untersuchen.
I. Der Ansatz der performativen Religionsdidaktik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der performativen Didaktik als Reaktion auf die abnehmende religiöse Sozialisation und betont die Notwendigkeit leiblicher Erfahrung für das religiöse Lernen.
II. Pantomime, das Spiel mit der Bewegung, als szenische Spielform im Religionsunterricht: Der Abschnitt konzentriert sich auf die spezifischen Potenziale der Pantomime als „Spiel ohne Worte“, das Schüler dazu anregt, sich intensiv und körperbetont mit Inhalten auseinanderzusetzen.
III. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass der performative Ansatz und insbesondere die Pantomime wertvolle Werkzeuge sind, um Religion im Unterricht ganzheitlich erfahrbar zu machen.
Schlüsselwörter
Religionsunterricht, performativer Ansatz, Pantomime, szenisches Spiel, Religionsdidaktik, religiöse Sozialisation, ganzheitliches Lernen, körpergedächtnis, bewegter Religionsunterricht, biblische Texte, Leiblichkeit, Kommunikation, Interpretation, Schülersubjekt, Erfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie spielerische Methoden – konkret die Pantomime – im Religionsunterricht eingesetzt werden können, um Religion über theoretische Wissensvermittlung hinaus als lebendige Erfahrung zu begreifen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen der performative Ansatz der Religionsdidaktik, die Bedeutung von Bewegung und Leiblichkeit sowie der Einsatz von szenischen Darstellungsformen zur Interpretation biblischer Texte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, inwieweit performative Methoden hilfreich sind, um Schülern, die wenig religiös vorsozialisiert sind, einen leichteren und tieferen Zugang zu biblischen Inhalten zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und die didaktische Reflexion, um theoretische Konzepte der performativen Religionspädagogik auf die konkrete Unterrichtspraxis der Pantomime zu beziehen.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert erst die theoretischen Grundlagen des performativen Ansatzes und beleuchtet danach die spezifischen Vorteile der Pantomime, insbesondere deren Fähigkeit zur Förderung von Imagination und körperlichem Ausdruck.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem performativer Ansatz, Ganzheitlichkeit, Bewegter Religionsunterricht, Leiblichkeit und szenisches Spiel.
Warum ist die Pantomime laut Autorin besonders geeignet für den Religionsunterricht?
Die Pantomime zwingt die Lernenden dazu, sich auf das Wesentliche zu beschränken, und ermöglicht durch den Verzicht auf Sprache eine individuelle, emotionale Auseinandersetzung, die den Text „zum Sprechen“ bringt.
In welchem Zusammenhang steht das „Körpergedächtnis“ zur Didaktik?
Das Körpergedächtnis dient als Brücke zwischen dem abstrakten Unterrichtsthema und der persönlichen Lebenswelt der Schüler, wodurch Lernen nicht nur kognitiv, sondern leiblich-seelisch verankert wird.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Pantomime als szenische Spielform im Religionsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498910