Im Rahmen dieser Arbeit sollen Potenziale und Chancen von Datenanalysen im Rahmen der Unternehmenssteuerung im digitalen Zeitalter auf Basis von In-Memory-Systemen am Beispiel von SAP HANA analysiert werden. Derzeit befindet sich die Wirtschaft in der vierten industriellen Revolution. Dieser tiefgreifende Veränderungsprozess der Produktionsmethoden wird unter dem Begriff Industrie 4.0 zusammengefasst.
Während früher die Entwicklung von mechanischen Produktionsanlagen, welche mit Wasser- und Dampfkraft betrieben wurden beziehungsweise die ersten elektrischen Maschinen und Fließbänder zu tiefgreifenden Veränderungen der industriellen Rahmenbedingungen führten, treibt aktuell die Digitalisierung die sich in Gang befindende vierte industrielle Revolution voran. Die Digitalisierung der Wirtschaft hat weitreichende Konsequenzen und verändert die Unternehmenssteuerung grundlegend, da der technologische Wandel insbesondere im Bereich der datengetriebenen Unternehmenssteuerung revolutionäre Fortschritte gemacht hat.
Um sich in der heutigen schnelllebigen und digitalen Geschäftswelt nachhaltig erfolgreich behaupten zu können, müssen Unternehmen die verfügbaren Daten effizient und voraussehend auswerten können. Um diese Herausforderungen zukünftig meistern zu können, entwickelte SAP ein neues ERP-System namens S/4HANA, welches den bisherigen Standard R/3 ablöst. Der Abkürzung HANA steht für High Performance Analytic Appliance und stellt eine Hochleistungsanalyseanwendung im Rahmen einer Softwarelösung dar.
Die revolutionäre In-Memory-Technologie ermöglicht u. a. dem Management eines Unternehmens eine wesentlich einfachere Analyse von internen und externen Daten bei deutlich verkürzten Verarbeitungsgeschwindigkeiten. Deren Ergebnisse können darüber hinaus dem Anwender weitestgehend automatisch visuell dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der In-Memory-Technologie
2.1 Definition der In-Memory-Technologie
2.2 Zeilenorientierte vs. spaltenorientierte Datenhaltung
2.3 Fazit
3 Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten von In-Memory-Systemen am Beispiel von SAP S/4 HANA
3.1 Verkürzung von Zugriffs- und Antwortzeiten
3.2 Auswertung und Analyse in Echtzeit
3.3 Ersetzung von Zweikreissystemen durch ein Einkreissystem
3.4 Interaktive Darstellung und mobile Verwendung von Daten
4 Einfluss der Technologie auf den Finanzbereich von Unternehmen
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die technologischen Potenziale von In-Memory-Systemen, insbesondere von SAP S/4 HANA, und deren Auswirkungen auf eine datengetriebene Unternehmenssteuerung im digitalen Zeitalter.
- Grundlagen und Funktionsweise der In-Memory-Technologie
- Vergleich von zeilen- und spaltenorientierter Datenhaltung
- Optimierung von Unternehmensprozessen durch Echtzeit-Analysen
- Substitution von traditionellen Zweikreissystemen durch moderne Einkreissysteme
- Transformation des Finanzbereichs und neue Anforderungen an das Personal
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition der In-Memory-Technologie
Unter dem Terminus In-Memory-Technologie ist generell die Datenspeicherung sowie die Datenverwaltung im Hauptspeicher zu verstehen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Datenbanksystemen werden die gesamten Daten beim In-Memory-Computing (IMDB) im schnellen Hauptspeicher gehalten. Das hat den Vorteil, dass man für lesende Zugriffe keinen Zugriff auf die Festplatte benötigt und dadurch Zugriffe deutlich schneller möglich sind als bei herkömmlichen Datenbanksystemen. Bei traditionellen Datenbanksystemen erfolgt die Verwaltung und Speicherung der entsprechenden Daten auf der Festplatte. Das Speichern der Daten auf der Festplatte hat den Nachteil, dass bei Abfragen die Daten auch dort gelesen werden. Dies ist zeitintensiv, da nur geringe Mengen der Daten im Hauptspeicher gehalten werden.
Ein zentraler Vorteil der In-Memory-Technologie ist die Beschleunigung der Datenverarbeitung. Dieser Performance-Vorteil resultiert daraus, dass das In-Memory-Computing bezüglich der Datenhaltung auf einen großen Hauptspeicher setzt. Für die Haltung von sehr großen Datenmengen ist der Hauptspeicher aktuell der passabelste und schnellste Speichertyp. Daraus resultieren verkürzte Verarbeitungsgeschwindigkeiten größerer Datenmengen aufgrund kürzerer Datentransfers und Zugriffszeiten. Im Vergleich zur klassischen Datenverarbeitung auf Festplatten resultiert aus der Datenhaltung im Hauptspeicher eine ca. 100.000 Mal schnellere Datenverarbeitung. Dem Vorteil dieser enorm schnellen Zugriffszeiten steht ein erhöhtes Risikos von Datenverlusten gegenüber. Durch einen unerwarteten Stromausfall oder einem Servercrash würden beispielsweise die gesamten Daten im Hauptspeicher abhandenkommen. Demnach ist bei der Verwendung von In-Memory-Datenbanksystemen Datenpersistenz sicherzustellen. Hierfür ist neben dem Hauptspeicher ein nichtflüchtiger Speichertyp erforderlich. In In-Memory-Datenbanken wird die Datensicherung mit sogenannten Save Points sichergestellt. Hierbei wird in regelmäßigen Zeitintervallen der Zustand der Datenbank auf einer Festplatte (nichtflüchtiger Speicher) gesichert. Bei einem unerwarteten Stromausfall kann die Wiederherstellung des letzten Zustands mit Hilfe des Save Points erfolgen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel der Wirtschaft durch die vierte industrielle Revolution und die zunehmende Bedeutung datengetriebener Unternehmenssteuerung durch SAP S/4 HANA.
2 Grundlagen der In-Memory-Technologie: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise der Datenspeicherung im Hauptspeicher sowie die Unterschiede zwischen zeilen- und spaltenorientierter Datenhaltung.
3 Potenziale und Anwendungsmöglichkeiten von In-Memory-Systemen am Beispiel von SAP S/4 HANA: Hier werden die praktischen Vorteile wie verbesserte Zugriffszeiten, Echtzeitanalysen und die Zusammenführung von Rechnungswesen-Systemen detailliert analysiert.
4 Einfluss der Technologie auf den Finanzbereich von Unternehmen: Das Kapitel beschreibt, wie die Technologie durch Effizienzsteigerungen den Finanzbereich transformiert und die Rolle des CFO sowie das Anforderungsprofil der Mitarbeiter verändert.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über die technologischen Vorteile und den Einfluss der In-Memory-Technologie auf die Unternehmensführung.
Schlüsselwörter
In-Memory-Technologie, SAP HANA, SAP S/4 HANA, Unternehmenssteuerung, Echtzeitanalyse, Big Data, Finanzbereich, In-Memory-Computing, Datenpersistenz, Digitalisierung, Spaltenorientierte Speicherung, Prozessoptimierung, Unternehmensführung, ERP-System, Industrie 4.0
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie moderne In-Memory-Datenbanksysteme, beispielhaft dargestellt durch SAP S/4 HANA, die Unternehmenssteuerung im digitalen Zeitalter effizienter gestalten können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den technischen Grundlagen der In-Memory-Technologie, der Optimierung von Unternehmensprozessen durch verbesserte Datenverarbeitung und den spezifischen Auswirkungen auf den Finanzbereich.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Potenziale und Chancen von In-Memory-Systemen aufzuzeigen, um Entscheidungsträgern eine präzisere und agilere Unternehmenssteuerung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis von Fachliteratur, Expertenmeinungen und technischer Dokumentationen zum Thema SAP HANA und In-Memory-Computing.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, eine detaillierte Betrachtung der Anwendungsmöglichkeiten im SAP-Kontext sowie eine Analyse der Auswirkungen auf den Finanzbereich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie In-Memory-Technologie, SAP S/4 HANA, Echtzeitanalyse, Effizienzsteigerung und datengetriebene Unternehmenssteuerung beschreiben.
Was unterscheidet SAP S/4 HANA von seinem Vorgängersystem R/3?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Nutzung der In-Memory-Technologie, die eine massiv beschleunigte Datenverarbeitung sowie die Zusammenführung von internem und externem Rechnungswesen ermöglicht.
Warum ist die Datenpersistenz bei In-Memory-Systemen kritisch?
Da Daten im flüchtigen Hauptspeicher gehalten werden, besteht bei einem Stromausfall oder Systemabsturz das Risiko des Datenverlusts; daher werden Save Points zur regelmäßigen Sicherung auf nichtflüchtigen Speichern eingesetzt.
Wie verändert sich die Rolle des Finanzpersonals durch diese Technologie?
Durch die Automatisierung von zeitintensiven Abstimmungsprozessen verlagert sich der Tätigkeitsbereich von manuellen Aufgaben hin zu anspruchsvolleren, analytischen Tätigkeiten wie Strategie und datenbasierter Unternehmenssteuerung.
- Arbeit zitieren
- Michael Knapp (Autor:in), 2019, Datengetriebene Unternehmenssteuerung im digitalen Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498920