Im Rahmen dieser Arbeit erfolgt zunächst eine umfangreiche Bestandsaufnahme des Potsdamer "Mamorpalais" und des sich ihm anschließenden "Neuen Gartens" zu Zeiten seiner Entstehung im späten 18. Jahrhundert.
Des Weiteren wird auf die Wirkung Friedrich Wilhelms II. auf die Entfaltung der Künste in Preußen - mitsamt ihrer frühklassizistischen Tendenzen - eingegangen, ohne jedoch die historischen und politischen Kontexte jener Zeit außer Acht zu lassen.
Dabei werden das "Marmorpalais" sowie der ihm anschließende "Neue Garten" als Ausgangspunkt einer neuen Kunstepoche, das Zentrum dieser Ausführungen bilden, um so auf etwaige Vorbilder und architektonische Auseinandersetzungen mit anderen Schlossanlagen zu verweisen. Bevor jedoch die Betrachtung der Gesamtanlage des Palais erfolgen kann, wird zuvor ein kurzer historischer Exkurs über die Entwicklung des Preußischen Königreichs im ausgehenden 18. Jahrhundert vorangestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die historische Entwicklung des Preußischen Königreichs im 18. Jahrhundert
2.1 Friedrich Wilhelm I.
2.2 Friedrich II.
2.3 Friedrich Wilhelm II.
3. Die Anlage am Heiligen See – Ein histroscher Einordnung
4. Das Marmorpalais
4.1 Das erste Geschoss
4.1.1 Vestibül
4.1.2 Parolekammer
4.1.3 Musikzimmer
4.1.4 Boisiertes Schreibkabinett
4.1.5 Gelbe Schreibkammer
4.1.6 Grüne Kammer
4.1.7 Schlafkabinett
4.1.8 Grottensaal
4.2 Das zweite Geschoss
4.2.1 Vorzimmer und Kammer En Camaieu
4.2.2 Braune Kammer
4.2.3 Landschaftszimmer
4.2.4 Orientalisches Kabinett
4.2.5 Konzertsaal
4.3 Die Südgalerie
4.3.1 Grünes Zimmer
4.3.2 Ovaler Saal
4.3.3 Kavalierwohnung
4.4 Die Nordgalerie
4.4.1 Rotes Zimmer
4.4.2 Blaues Zimmer
4.4.3 Grünes Kabinett
4.4.4 Musenzimmer
4.4.5 Kloeber-Saal
5. Neuer Garten
5.1 Gotische Bibliothek und Maurischer Tempel
5.2 Pappelallee und Holländisches Etablissement
5.3 Neugotische Meierei
5.4 Neues Gothisches Haus
5.5 Chinoisares Parasol, Obelisk und Artemis Ephesia
5.6 Muschelgrotte
5.7 Eremitage
5.8 Orangerie und Eiskeller
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Entstehung und Bedeutung des Marmorpalais sowie des Neuen Gartens in Potsdam als Symbole des preußischen Frühklassizismus unter König Friedrich Wilhelm II. Ziel ist es, den künstlerischen Aufbruch dieser Ära zu analysieren und das Wirken des Monarchen als Förderer der Künste neu zu bewerten, unter Einbeziehung der zeitgenössischen historischen und politischen Kontexte.
- Die architektonische Transformation Preußens vom Rokoko zum Klassizismus.
- Die Bestandsaufnahme der zentralen Innenräume des Marmorpalais.
- Die stilpluralistische Gestaltung der Gartenanlage des Neuen Gartens.
- Die Rolle der verschiedenen Architekten und Gartenkünstler bei der Umsetzung der königlichen Visionen.
- Das Spannungsfeld zwischen klassizistischen Bauten und exotischen Staffagearchitekturen.
Auszug aus dem Buch
4.1.7 SCHLAFKABINETT
Den Abschluss dieser Raumfolge bildet das SCHLAFKABINETT des Königs, das durch den deutschen Kunsttischler Johann Gottlob (um 1735-1818) Fiedler ausgeführt wurde. Sowohl die Wände, wie auch der Fußboden wurden als etrurisches Intarsienkabinett mit Taxusfurnier getäfelt. Zu jener Zeit galt Etrurien als eines der Ursprungsländer der bildenden Künste, so dass das SCHLAFKABINETT als Pendant zum BOISIERTEN SCHREIBKABINETT aufzugreifen ist, welches mit seinen Mäanderbändern das antike Griechenland als Ursprungsland der Kunst darstellt. Das Motiv des Deckengemäldes nimmt mit der Darstellung des „Morpheus und der schlafenden Endymion“, sowie den Morgen- und den Abendstern „Phosphoros und Hesperos“, erneut einen direkten Bezug zur Funktion des Raumes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, die den künstlerischen Aufbruch im Preußen Friedrich Wilhelms II. anhand des Marmorpalais und des Neuen Gartens thematisiert.
2. Die historische Entwicklung des Preußischen Königreichs im 18. Jahrhundert: Ein Exkurs über die politische und kulturelle Entwicklung Preußens unter den ersten drei Hohenzollern-Regenten, um den Kontext für das Wirken Friedrich Wilhelms II. zu schaffen.
3. Die Anlage am Heiligen See – Ein histroscher Einordnung: Dieses Kapitel beleuchtet die Geschichte des Grundstückserwerbs und die ersten Planungsphasen für die Sommerresidenz des Königs.
4. Das Marmorpalais: Eine detaillierte Bestandsaufnahme der architektonischen Gestaltung und der Innenausstattung aller Räumlichkeiten des Palais über zwei Geschosse sowie der Galerien.
5. Neuer Garten: Eine Analyse der Gestaltung des Neuen Gartens als englischer Landschaftspark und der darin integrierten diversen Staffagebauten unterschiedlicher Stilepochen.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, wie unter Friedrich Wilhelm II. ein stilpluralistischer Aufbruch in eine neue Epoche gelang, die Preußen als kulturelle Metropole festigte.
Schlüsselwörter
Marmorpalais, Neuer Garten, Friedrich Wilhelm II., Frühklassizismus, Potsdam, Preußen, Architektur, Gartenkunst, Staffagebauten, Stilpluralismus, englischer Landschaftsgarten, Innenausstattung, Kunstgeschichte, höfische Residenz, 18. Jahrhundert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Marmorpalais und dem Neuen Garten in Potsdam als bedeutende Zeugnisse für den Beginn des preußischen Frühklassizismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die architektonische Neuausrichtung unter Friedrich Wilhelm II., die Gestaltung des Neuen Gartens und die Rolle des Königs als Förderer der Künste.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine grundlegende Neubewertung des Wirkens Friedrich Wilhelms II. und die architektonische Einordnung seines Bauprogramms in Potsdam.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine Bestandsaufnahme der baulichen Anlagen und eine kunsthistorische Einordnung des historischen und politischen Kontexts jener Zeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Raumbeschreibung des Marmorpalais sowie eine Untersuchung der vielfältigen Bauten im Neuen Garten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Marmorpalais, Frühklassizismus, Stilpluralismus und die Regierungszeit Friedrich Wilhelms II.
Warum war das Marmorpalais für den König von so großer Bedeutung?
Es diente als privates Refugium und als architektonisches Symbol für den Aufbruch in eine neue, fortschrittliche Kunstepoche, losgelöst vom barocken Erbe seines Vorgängers.
Welche Rolle spielt die Gartengestaltung in diesem Konzept?
Die Gartenanlage spiegelt durch den englischen Landschaftsstil und verschiedene historisierende Staffagebauten die Suche nach einer neuen, idealisierten Welt wider.
Wie gingen die Architekten mit der unterschiedlichen Stilistik um?
Sie setzten einen stilpluralistischen Ansatz um, der europäische Vorbilder mit eigenen ägyptischen oder gotischen Elementen kombinierte, um ein spannungsreiches Gesamtbild zu erzeugen.
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- Hanno Dampf (Author), 2017, Preußens Aufbruch vom Rokoko zum Frühklassizismus. Das "Marmorpalais" und der "Neue Garten" in Potsdam, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/498929